"Lohnen" sich Versicherungen?

  • Ich habe über huk.de kürzlich eine Versicherungsberatung gemacht, d.h. ich beantworte dem System ein paar Fragen und es schlägt mir danach sinnvolle Versicherungen vor.
    Ergebnis: 7 (!) Versicherungen sollte ich doch am besten abschließen (und das ohne Kinder und ohne Auto)


    Ich glaube fast, die haben das Bruttoeinkommen genommen und dann geschaut wie viele Versicherungen man bei denen bekommt.

    Und manchmal denk ich mir so: Das ist aber ganz schön viel Meinung für so wenig Ahnung!

  • Hi,


    naja das ist so ne Sache. Klar kann man viel Geld zurücklegen. Aber was ist wenn dir 2 teure Sachen kurz hintereinander passieren? Erst eine lange Krankheit und dann berufsunfähig. Anschließend Pflegefall. Ist nicht wirklich ungewöhnlich. Ersetze mal Krankheit durch Unfall auf der Autobahn - das kann jedem passieren. Da mußt du extrem viel zurücklegen um das noch finanzieren zu können. Und was ist, wenn du heute anfängst zurückzulegen und morgen passiert was?


    Es gibt ne Menge Versicherungen die Blödsinn sind. Und die man nicht braucht. Man muß sich halt informieren. Da führt leider kein Weg dran vorbei.


    bastian

  • Zitat

    Original geschrieben von bastian_S
    Es gibt ne Menge Versicherungen die Blödsinn sind. Und die man nicht braucht. Man muß sich halt informieren. Da führt leider kein Weg dran vorbei.


    Wahre Worte ;).


    Bei der immer wieder angesprochenen Hausratversicherung kommt es auch darauf an. Hast du ein Haus oder eine große Wohnung, Familie, viel "Krimskrams", dann tut es schon recht weh, wenn durch einen Brand alles weg ist. Bewohnst du eine Studentenbude und lassen sich deine Habseligkeiten, außer den Handys ;), an den Fingern von zwei Händen abzählen, dann ist es vielleicht nicht notwendig. Andrerseits kostet für einen Singlehaushalt so eine Hausratversicherung auch nur etwa 60-70€ pro Jahr.


    Wichtig ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für alle, die nach dem 01.01.1961 geboren sind, da es ab diesem Stichtag vom Staat praktisch nichts mehr gibt. Eine simple Allergie kann da bereits Existenzbedrohend sein.


    Eine Rechtschutzversicherung ist Luxus. Allerdings in heutiger Zeit ein Luxus, den man sich vielleicht doch leisten sollte. Nicht nur wegen den bösen Nachbarn ...


    Eine private Haftpflichtversicherung ist auch quasi ein "Muss". Zu schnell ist man für einen Schaden verantwortlich und muss zahlen. Wenn man Kinder hat führt generell kein Weg dran vorbei.


    Bei den Lebens- und Rentenversicherung sollte man bedenken, dass es einfach notwendig ist, privat für die spätere Rente vorzusorgen. Ich schätze mal, dass das Rentenniveau innerhalb der nächsten 20 Jahre auf den Sozialhilfesatz sinkt. Was dann? Wenn man selbst nichts getan hat, dürfte man ziemlich dumm aus der Wäsche schauen. Je früher man bei diesen Versicherungen anfängt, desto weniger muss man aufbringen, um einen ansehnlichen Betrag im Alter zur Verfügung zu haben. Sollte man immer dabei bedenken.


    Private Krankenzusatzversicherungen mögen manchem auch als Luxus erscheinen, aber schon bald wird es ohne private Zusatzversicherungen in diesem Bereich auch nicht mehr funktionieren und auch hier gilt - je früher, je billiger ;).


    Als Fazit bleibt, dass eine gute Beratung sehr wichtig ist. Online ist das kaum zu machen. Dann schon lieber mal zwei, drei Abende Zeit investieren und sich das alles vom Profi genau erklären lassen.

  • Eine Rechtschutzversicherung ist eigentlich immer sinnvoll, auch wenn man denkt das man sie nie braucht. Allerdings muss man bei Rechtschutzversicherungen immer das Angebot genau betrachten, was die Versicherung umfasst. Urheberrecht ist fast nie dabei, und alles was Kraftfahrzeuge und Verkehr betrifft oft auch nicht.


    Hausratversicherung denke ich wie Merlin, das sie für ne reine Studentenbude zwar verzichtbar ist, aber dort wo man wohnt, sollte man schon Hausratversichert sein. Auch wenn man keine millionenteuren Wertgegenstände daheim hat, auch was eher TT betrifft mit Notebooks und Hifisachen ist man bei einem Diebstahl schnell im fünfstelligen Schadensbereich.


    Berufsunfähigkeit. Alle sagen das man eine haben soll, ich hab aber bis jetzt trotzdem noch keine. Ich weis ja das sie generell ihre Berechtigung hat aber mir ist sie einfach zu teuer. Aber für klassische Handwerksberufe, wo die Chance auf den Versicherungsfall höher ist, würde ich sie schon machen.


    was der huk.de zu mir sagt: Es ist ein Fehler aufgetreten Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

  • Zitat

    Eine Rechtschutzversicherung ist eigentlich immer sinnvoll, auch wenn man denkt das man sie nie braucht. Allerdings muss man bei Rechtschutzversicherungen immer das Angebot genau betrachten, was die Versicherung umfasst. Urheberrecht ist fast nie dabei, und alles was Kraftfahrzeuge und Verkehr betrifft oft auch nicht.

    Für die TTler sollte Vertragsrecht am besten mit inbegriffen sein, sonst siehts bei eBay und Co schlecht aus. Für alle mit Mietwohnung natürlich noch Mietrecht, dann gibts noch Arbeitsrecht und Familienrecht und Verkehr.... und so weiter und so fort.
    Ich denke, die Advocard ist von den Leistungen her nicht schlecht. Zumindest liest sich das auf der Homepage recht gut. Hat jemand Erfahrungen mit dem Teil?


    Zitat


    was der huk.de zu mir sagt: Es ist ein Fehler aufgetreten Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

    Wenn er mir schon 7 Versicherungen vorschlägt, dann ist er bei dir sicherlich out of memory ;)

    Und manchmal denk ich mir so: Das ist aber ganz schön viel Meinung für so wenig Ahnung!

  • Rechtschutzversicherung sehe ich eher als einer der überflüssiger Versicherungen an: entweder ich bin im Recht, leiste mir den Anwalt, gewinne und lasse den Anwalt von der Gegenseite zahlen, oder aber ich bin im Unrecht, versuche auf Teufel komm raus doch irgendetwas rauszuholen und gehe das Risiko ein, auf den Anwaltskosten sitzen zu bleiben. Aber alles in allem in D ein recht gut kalkulierbares Risiko, die Anwaltskosten bleiben bei den normalen Streitereien immer überschaubar. Bei Selbstständigkeit siehts wieder anders aus, hier kann die RS schon sinnvoll sein.


    Lebensversicherung ist allein schon aus Gründen des Steuersparens sinnvoll, allerdings sollte man sich nicht von Horrormodellen a la MLP mit Airbag und verbundenem Airbag etc. blenden und in die Falle locken lassen, sondern am besten ein möglichst einfaches Modell wählen (12 Jahre Mindestlaufzeit, feste beträge, falls möglich jährliche Prämienzahlung).


    Berufsunfähigkeit ist meines Erachtens berufsabhängig, für mich als Schreibtischtäter sehe ich keine große Notwendigkeit, ein körperlich arbeitender Mensch sollte sich evtl. besser absichern.


    Einzige wirklich dringendst anzuratende Versicherung ist die Haftpflicht, gibts ab 25 EUR und kann jede Menge Ärger und finanzielle Belastung ersparen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Martin Kissel
    Ich denke, die Advocard ist von den Leistungen her nicht schlecht. Hat jemand Erfahrungen mit dem Teil?


    Ja, durchaus ;). Meiner Meinung nach ist AdvoCard der Mercedes unter den Rechtschutzversicherungen. Zwar nicht ganz billig, aber mit sehr guten Leistungen und Service. Nicht umsonst ist AdvoCard Anwalt´s Liebling :D ...


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Berufsunfähigkeit. Alle sagen das man eine haben soll, ich hab aber bis jetzt trotzdem noch keine. Ich weis ja das sie generell ihre Berechtigung hat aber mir ist sie einfach zu teuer. Aber für klassische Handwerksberufe, wo die Chance auf den Versicherungsfall höher ist, würde ich sie schon machen.


    Das Problem ist, dass man auch als "Schreibtischtäter" berufsunfähig werden kann (außer Beamte ;)) und vom Staat praktisch rein gar nichts bekommt. Eine interessante Alternative kann eine Unfallversicherung darstellen, mit Barrente ab 50%. Für rd. 15€ im Monat kann man da schon 1000€ Rente absichern.

  • Zitat

    Original geschrieben von Merlin
    Das Problem ist, dass man auch als "Schreibtischtäter" berufsunfähig werden kann (außer Beamte ;)) und vom Staat praktisch rein gar nichts bekommt. Eine interessante Alternative kann eine Unfallversicherung darstellen, mit Barrente ab 50%. Für rd. 15€ im Monat kann man da schon 1000€ Rente absichern.


    Das Risiko, das man ohne Berufsunfähigkeitsversicherung eingeht, sollte einem schon bewusst sein. Allerdings erreicht man über niedrige Beiträge selten den minimalen Lebensstandard, den man sich vorstellt.
    Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass ich auch als offiziell Berufsunfähiger immer noch Geschäfte vom Schreibtisch, Bett oder sonstwo aus machen könnte - einzige Bedingung: ich brauche Information (Inet) und entsprechende Kommunikationsmöglichkeiten (Telefon, Mail, ggf. FAX). Hier ist es natürlich auch von Fall zu Fall unterschiedlich, welche Risikobereitschaft, welches Grundkapital etc. der einzelne mitbringt.

  • Zitat

    Original geschrieben von Joe2
    Rechtschutzversicherung sehe ich eher als einer der überflüssiger Versicherungen an: entweder ich bin im Recht, leiste mir den Anwalt, gewinne und lasse den Anwalt von der Gegenseite zahlen, oder aber ich bin im Unrecht, versuche auf Teufel komm raus doch irgendetwas rauszuholen und gehe das Risiko ein, auf den Anwaltskosten sitzen zu bleiben. Aber alles in allem in D ein recht gut kalkulierbares Risiko, die Anwaltskosten bleiben bei den normalen Streitereien immer überschaubar


    Tja, Stress mit der Versicherung, womöglich noch ein langwieriger Rechtsstreit... da sollte man sich zumindest eine Rechtschutzversicherung leisten, oder? Dann kann man auch auf "billige" sonstige Versicherungen zurückgreifen, ohne im Schadensfall wenn's blöd läuft auf noch höheren Anwaltskosten sitze An bleiben. Recht haben und Recht bekommen sind in Deutschland immer noch zweierlei Stiefel!! Ein Freund von mir ist wegen sexueller Nötigung in der 1. Runde verknackt worden, obwohl er beweisen(!!) konnte, dass er zum Tatzeitpunkt gar nicht in der Stadt war, erst der Richter in der zweiten Runde hat dann gesagt "dieses Urteil hätte nie gefällt werden dürfen" und hat ihn frei gesprochen. Das waren dann aber an die 7 Monate zusätzlicher Stress & ein vorläufiges Geldgrab, denn ne Rechtsschutz hatte der auch nicht :flop: Ist zwer OT, aber nach dem ersten Urteil hat sich auch seine Frau von ihm getrennt... war 'n öffentlicher Prozess.
    Soviel zu unserem Rechtssystem:rolleyes:

  • Zitat: "Berufsunfähigkeit ist meines Erachtens berufsabhängig, für mich als Schreibtischtäter sehe ich keine große Notwendigkeit, ein körperlich arbeitender Mensch sollte sich evtl. besser absichern."


    Weisst Du wieviele Menschen einen Bandscheibenvorfall haben oder andere Rückenleiden und daraufhin berufsunfähig werden? Gerade der Schreibtischtäter hat die grössten Haltungsschäden...


    sehr skeptisch sehe ich auch das Posting hinsichtlich der offiziellen Berufsunfähigkeit und dennoch weiter eine Tätigkeit auszuüben, und wenn es vom Bett aus ist. Du erwartest dann nicht wirklich auch noch Rente bezahlt zu bekommen?


    Und warum bitte soll eine Unfallversicherung eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung sein? Die sichern doch total unterschiedliche Dinge ab. Berufsunfähig wird man nicht zwingend durch einen Unfall. Und was dann, wenn Du z.B. durch eine Allergie, einen Wirbelsäulenschaden o.ä. berufsunfähig wirst? Nicht, dass ich eine Unfallversicherung für schlecht halte, aber Alternative zur BU? Nein!


    Und Erfahrungen mit der AdvoCard sind bei mir total besch... telefonischer Service mehr als unfreundlich, schweineteuer das ganze und bei den 2 Deckungsanfragen die ich gestellt habe, weil ich sie benötigte, haben sie sich quergestellt. Also, Vertrag gekündigt, zur Konkurrenz gegangen (Alli in diesem Falle) und sehr zufrieden. Auch nicht ganz billig, aber besserer Service und bessere Regulierung.

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

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