Woher kommen die Handbewegungen und Malereien beim telefonieren?

  • Hi,


    mich würde mal folgendes glaube unbewusstes Verhalten interessieren was bei einigen (bei mir auch) manchmal auftritt während man telefoniert. Für manche mag es vielleicht komisch klingen aber es ist bei vielen so und ich weiss nicht mit was das zusammenhängt oder zu bedeuten hat:


    Wenn man während eines Telefonates manchmal die verschiedensten Handbewegungen macht wie als würde man etwas mit der Hand deuten wollen wie man es während eines Gespräches mit anderen macht wenn man sich direkt unterhält mit Leuten unterhält.


    Das zweite was mich interessiert (habe auch schonmal was im Fernsehen gesehen, was sehr lange her) ist das man auf einem Notizzettel irgendwas malt, nichts bestimmtes aber dauernd damit beschäftigt ist mit dem Kulli auf dem Zettel irgendwelche Striche oder sonst was malt.


    Wer weiss dafür eine Lösung warum man beim telefonieren Deutungsbewegungen mit der Hand macht oder auf nem Zettel rummalt?


    cu Dirk

  • Wenn du malst, dann ist das Gespräch langweilig und du solltest es wohl besser beenden :D. Wild gestikulieren doch eigentlich nur Italiener - die gestikulieren immer, wenn sie reden, egal ob das Gegenüber das sehen kann oder nicht ;).

  • Weils langweilig ist (manchmal jedenfalls) in dem Sinne, dass es nur die Haelfte deiner Wahrnehmung ausfuellt. In einem normalen Gespraech beschaeftigt man sich ja dadurch, dass man den Partner ansieht - beim Telefonieren muessen Augen, Haende etc. eben auch was tun.


    Die Gesten duerften auch daher kommen, dass man eben doch hauptsaechlich mit Menschen direkt kommuniziert und dabei Koerpersprache benutzt, und das will/kann der Koerper eben nicht beim Telefonieren einfach ablegen.





    Alles imho.

    Walking on water and developing software from a specification are easy if both are frozen.
    – Edward V Berard

  • Ich kenne zumindest den Beitrag im TV den du meinst. Da haben sie anhand von, ich glaube, 4 Skizzentypen die Psyche der jeweilgen Teilnehmer erforscht. Kreise, Striche, 3-Ecke und Blumen... :rolleyes:


    Ich für mich kann nur sagen, dass ich beim Telefonieren gar nicht erst zum schreiben komme, da ich beim Telefonieren immer gehen muss, besonders zuhause muss das ziemlich "lustig" aussehen, wenn ich innerhalb von 3 Minuten 10x in 4 verschiedenen Räumen war. Das kann ja mal einer versuchen zu erklären :p

    "Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen." (Arthur Schopenhauer)

  • Re: Woher kommen die Handbewegungen und Malereien beim telefonieren?


    Zitat

    Original geschrieben von strassl
    (...)
    Wer weiss dafür eine Lösung warum man beim telefonieren Deutungsbewegungen mit der Hand macht (...)


    cu Dirk


    Vor der Verständigung per Sprache, hat man per Zeichen kommuniziert. Also halte ich es für einen übrig gebliebenen Urinstinkt, diese Audiovisuelle Kommunikation auszuüben.


    Ich praktiziere dies allerdings beim Telefonieren nur sehr wenig. Öfter kommt es vor, dass ich einem Kunden am Telefon den Stinkefinger oder einen Vogel zeige. Ab und zu drücke ich am Telefon auch visuell aus, dass ich den Anrufer zum Kotzen finde - aber das bleibt unter uns. ;)



    Stefan

  • Muss nicht gesagt sein, das das Gespräch langweillig ist.


    Als Beisipiel: man beschreibt übers Telefon ein Weg wie z.B. der Besuch am besten fährt um zu kommen, sagt z.B. "Hauptstrasse geradeaus, Ampel rechts und dann gleich links". Und die Hand macht diese Deutung (unbewusst) wie als würde man der Person erklären als stünde sie vor einem.

  • Re: Re: Woher kommen die Handbewegungen und Malereien beim telefonieren?


    Zitat

    Original geschrieben von Stefan
    Öfter kommt es vor, dass ich einem Kunden am Telefon den Stinkefinger oder einen Vogel zeige. Ab und zu drücke ich am Telefon auch visuell aus, dass ich den Anrufer zum Kotzen finde - aber das bleibt unter uns. ;)



    Stefan


    Das kenne ich auch. Sowas macht man eigentlich bewusst, anstatt es ihm zu sagen macht man es mit Zeichen die er nicht sieht um ihn nicht zu enttäuschen. Z.B. man rucht in einer Kleinanzeigenzeitschrift jemand an der was verkauft und frägt nach dem Preis und da es welche gibt die eine unrealistische Preisvorstellung haben und nicht mit sich handeln lassen macht man lieber den Vogel als Zeichen und sagt das es mir zu teuer ist oder man überlegt es sich nochmal.



    Blood2Man


    das mit dem Wandern kenne ich auch, besonders wenn das Gespräch sehr lange ist. Bei mir ist es eher ein kürzerer Weg: vom Stuhl am Schreibtisch aufstehen, zum Balkon gehen, nach kurzer Zeit wieder zum Schreibtisch.



    Da gäbe es auch noch bei Tischtelefonen das Spielen mit dem Telefonkabel oder dem Verbindungskabel vom Telefon zum Hörer.

  • Re: Re: Woher kommen die Handbewegungen und Malereien beim telefonieren?


    Zitat

    Original geschrieben von Stefan
    Ich praktiziere dies allerdings beim Telefonieren nur sehr wenig. Öfter kommt es vor, dass ich einem Kunden am Telefon den Stinkefinger oder einen Vogel zeige. Ab und zu drücke ich am Telefon auch visuell aus, dass ich den Anrufer zum Kotzen finde - aber das bleibt unter uns. ;)



    Stefan


    Da solltest Du aufpassen, denn es kommt wesentlich mehr über die Stimme rüber, als man glaubt.
    Telefoniere am Tag meine 8 Stunden und bin mir sicher, daß der Kunde fast immer merkt, wie ich drauf bin. Und wenn ich mir noch so Mühe gebe. Man kann sich nicht ganz verstellen.


    Kritzeln tu' ich recht wenig, ich spiele auch wenig rum, da ich mich bei vielen Kunde wirklich stark konzentrieren muß, um aus dem Wirrwarr an merkwürdigen Ausdrücken und schwammigen oder nichtssagenden Ausdrücken zu erkennen, was der Mensch macht und was nicht funktioniert.


    Nur, wenn mir einer ein Ohr drückt, was selten vorkommt, kritzele ich rum.


    Was ich eher mache, ist aufstehen, rumlaufen, hin und her wanken und Körpersprache einsetzen, wenn es ein längeres Gespräch wird und ich viele Schritte exakt durchgehen muß, damit es am Ende funktioniert.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Re: Re: Re: Woher kommen die Handbewegungen und Malereien beim telefonieren?


    Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Da solltest Du aufpassen, denn es kommt wesentlich mehr über die Stimme rüber, als man glaubt.
    Telefoniere am Tag meine 8 Stunden und bin mir sicher, daß der Kunde fast immer merkt, wie ich drauf bin. Und wenn ich mir noch so Mühe gebe. Man kann sich nicht ganz verstellen.


    Das lernst Du auch noch. ;)


    Ich telefoniere ca. 4-6 Stunden täglich (wenn ich im Büro bin) mit Kunden und Kollegen - gerade weil es ein sehr "anspruchsvolles" Publikum ist (Ärzte und deren Personal / EDVler (Techniker) / Softwareentwickler) weiss ich mich zu beherrschen und lasse keinerlei negative Gefühlsregung rüberkommen (dabei ist mein lockerer Stil recht förderlich).

    Die Gesten bekommt auch meist mein Kollege zu sehen, was die Laune dann wieder hebt und ich eher lockerer als angespannter oder agressiver werde.


    Was ich damit ausdrücken will: Telefonieren kann man trainieren. Die Gesten helfen dabei, sachlich und "professionell" zu bleiben - kräftiges Rudern mit den Händen und Armen kann (subjektiv empfunden) das Gespräch auch lebendiger und kurzweiliger machen.



    Zitat

    (...)
    Was ich eher mache, ist aufstehen, rumlaufen, hin und her wanken (...)


    :D Erschreckende Parallelen.


    Das Kabel meines Headsets reicht genau bis zum Regal mit den C´Ts - schlecht ist nur, wenn man einen Schritt zu weit geht, dann reisst es mir das Headset vom Kopf und es fliegt in hohem Bogen richtung Telefon - im Idealfall. Im Unidealfall fliegt das Telefon richtung Headset... :rolleyes:


    Nicht dass ein falscher Eindruck von mir entsteht, aber ich führe viele lange Projektgespräche mit Kollegen aus der anderen Geschäftsstelle, unterstütze telefonisch Installationen beim Kunden oder halte Schulungen. Wenn man dann nicht gerade eine Fernwartung (bei Service, Installation und Schulung) nebenher/begleitend laufen hat, ist es überlebenswichtig sich zu bewegen um nicht als Krüppel nach Hause zu gehen oder sich abzulenken, um bei "aufregenden" Telefonkonferenzen wach zu bleiben.



    In diesem Sinne...



    Stefan der Telefonator

  • Das mit dem auf Papier rumkritzeln kenn ich auch... wenn man mit jemand telefoniert, wo man viel zuhören muss, verleiht man seinen Gedankengängen mit wilden Zeichnungen Ausdruck. Mir ist komischerweise erst vor kurzem beim aufräumen so eine "Skizze" in die Finger gekommen und ich habe mich anhand der Skizze mich wieder genau erinnern können, was alles im Telefonat gesagt worden ist. Also ganz unnütz ist nebenher "malen" auch wieder nicht

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!