Wer von Euch Hessen geht noch demonstrieren?

  • PN? ;)


    Ich habe drei Semester in Potsdam Jura studiert und die Zwischenprüfung ist nicht analog zum Vordiplom etc. sondern ein Abschluß der Themengebiete ÖRecht-Einführung, BGB AT1 und 2 und StgB AT1+2, also nix berufsqualifizierendes ;) und ausserdem bin ich fast 23 und habe direkt nach dem Zivildienst angefangen...


    Den Rest bei Interesse gerne per PN, ich bezweifle das öffentliche Interesse an meiner Bildungsvita ;)

  • Man, was hier für ein Bullshit teilweide verzapft wird.....:(


    Klar gibt es den Klischeestudenten , aber der ist und bleibt eine verschwindend kleine Minderheit. Das Problem ist nur, dass so jemand auf Grund seiner "Eigenheiten" eben extrem aus der Masse hervorsticht und dadurch natürlich gerne als "Vorbild" bzw eben Klischee herhalten muss.


    Ein Studium hat auch was mit Selbstcverwirklichung, genauso wie eine Ausbildung. Nur dass ich im Studium von meinem "Arbeitgeber" nicht jeden Monat eine Ausbildungsvergütung reingeblasen bekomme (ja, ich weiß, die Piloten, aber die siind eben nun auch mal eine Ausnahme).
    Und eins möchte ich Joe2 und Konsorten mal sagen:


    Es ist erwiesen, statistisch, durch Untersuchungen, wie auch immer, dass ein Studium langfristig dem Student selbst und der Gesellschaft mehr nützt als eine reine Ausbildung. Erstens verdient man in der Regel mehr, zahlt also auch höhere Abgaben. Zweitens ist Deutschland längst kein Land mehr, dass den Grossteil seines BNE durch Produktion oder Landwirtschaft (stichwort erster und zweiter Sekor) erwirtschaftet.
    Wir sind nun mal ein Bildungsland, Wertschöpfung findet bei uns vor allem durch Know-how statt. Und davon hängt ein Grossteil unserer Arbeiitsplätze ab. Jetzt mögt ihr sagen: "ja, aber die Autobranche? Die produziert doch soo viel." Ja klar, aber wer entwickelt denn die gefragten Autos? Richtig, Ingenieure, also Leute, die studiert haben. Und da heute ein reines Ingenieurstudium nicht mehr ausreicht, setzen viele von denen noch ein betriebswirtschaftlich fundiertes Zweitstudium drauf. Den das sind Zusatzqualis, die heutzutage gebraucht werden.


    Aber manche von euch kapieren nicht, dass Bildung eben Investitionen sind, mit einer überragenden "Rendite"!
    Und dann auf Grund der allgemeinen Finanznot das Sparen zu befürworten ist der letzte Schwachsinn und zeigt, dass derjenige, der das sagt, null Ahnung hat. Wie soll den die Wirtschaft wachsen, wenn der Nachwuchs fehlt? Wer soll für den technologischen Fortschritt sorgen, der neue Arbeitsplätze schafft und die Steuereinnahmen wieder erhöht? Nur dadurch werden wir doch unsere Schulden los!


    Einige von euch lassen bei ihrer "Argumentation" (eher ein Witz bzw. Klischees und "Wissen" aus der BILD) durchblicken, dass sie im Grunde 0 (in Worten: null) Ahnung von der Materie haben.

  • Zitat

    Original geschrieben von andi2511
    Also genau diese Diskussionskultur meine ich! ;) Das ist wirklich Holzhammer-Rhetorik. Wenn andere die Meinung nicht teilen, immer feste druff! Aber es gibt eben auch handfeste Gründe für die Einführung von Studiengebühren für Langzeitstudenten oder für ein Zweitstudium, nämlich daß das alles sehr viel Geld kostet, was am Ende auch irgendjemand zahlen muß!


    Ohne dich jetzt angreifen zu wollen, aber warum beantragst oder bekommst du denn kein Bafög/Kindergeld/Wohngeld/Bildungskredit usw. usf.?


    Im Prinzip bist du aber das beste Beispiel, um meine Argumente für die Einführung von generellen und sozial gerechten Studiengebühren zu untermauern ;)


    Hast du jemals studiert? Vorzugsweise in einer Stadt mit erhöhten Lebenskosten? Und kommst vielleicht aus einer Familie, wo die Eltern so viel verdienen, dass Bafög nicht mehr möglich ist, aber das verfügbare Nettoeinkommen durch 5 geteilt werden muss? Ich denke nein.


    mach dir mal Gedanken und bezieh mal alle Optionen ein, bevor du das hier schreibst. Es ist wirklich hart, sein Studium selbst zu finanzieren, möglichst schnell durchzukommen und nicht zuletzt noch akzeptable Noten zu erreichen.

  • Und manche haben vor lauter Blabla der Asten nicht kapiert, daß Studieren in Deutschland kostenlos ist und bleibt, lediglich Langzeitstudenten und Leute mit Zweitstudium bezahlen sollen... Und wer 19 Semester Philosophie studiert, der bringt der deutschen Wirtschaft nix, null, niente!


    Intruder: Ja, ich habe studiert und studiere immer noch, in einer Gegend mit durchaus gehobenen Preisen für den Lebensstandard. Meine Eltern arbeiten beide, wobei das Gehalt meiner Mutter komplett für mich und meine beiden ebenfalls studierenden Geschwister draufgeht. Ich bekomme kein Bafög, ohne aber das meine Eltern, wie gesagt "reich" wären, sie investieren eben gerne in unsere Bildung! Frage beantwortet? Ich weiß wovon ich rede und ich als Student aus beschriebenem Hause finde die Pläne von Koch nicht gut, aber das polemische Geschrei der Asten finde ich unerträglich! Und ich wäre bereit, für meine Bildung in einer sozial ausgewogenen und gerechten Form zu bezahlen, die es allen ermöglicht, zu studieren und eine hohe Qualität der Lehre zu erhalten!

  • Da ich den Klischéestudenten hier aufs Tablett gebracht habe und Du von "Null Ahnung" sprichst, fühle ich mich einfach mal angesprochen.
    Ich bilde mir ein, als ehem. Student durchaus Ahnung davon zu haben.
    Allerdings sagte ich nie, daß ich das mit den Investitionen und den Technologieträgern und der Forschung anders sehe.
    Bitte genau auf das achten, was ich geschrieben habe und nichts rein interpretieren, was da nicht steht.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Also zu Thema Studieren und nebenbei Arbeiten: ich habe mein komplettes Studium selbst finanziert und nach 10 Semestern mein Diplom gemacht. Es ist möglich und auch nicht sonderlich schwierig. Ich kann mir aber dennoch nicht vorstellen, dass ich dem Staat dadurch Geld gespart habe.


    Wenn ihr glaubt, die Uni würde die Gebühren verwenden, um die Qualität der Lehre zu sichern, dann sind hier einige dermaßen realitätsfremd oder haben schlicht eine Uni noch nie (nüchtern) in ihrem Leben von innen gesehen.


    Es doch inzwischen mehr oder weniger gängige Praxis, dass an einem Lehrstuhl nur noch die Profs bezahlt werden. Die übrigen Angestellten sind entweder befristet über Drittmittel beschäftig oder Doktoranden die sich über ein Stipendium oder Nebenjob finanzieren. Drei Finger genügen bei unserem Institut um Diejenigen ausfindig zu machen, die einen bezahlten Lehrauftrag haben (Neben Ruhm und Ehre erhält man dann symbolische 900 Euro pro Semester). Wenn Stellen von 60 Jährigen Assistenten auslaufen, werden die i.d.R. nicht wieder neu besetzt.


    Qualifizierte Wissenschaftler findet man unter diesen Rahmenbedingungen eigentlich nur noch in Ausnahmefällen an der Uni.


    Das eigentlich Lächerliche an der ganzen Sache ist, dass ob mit oder ohne Gebühren sich an der akademischen Ausbildung nichts verbessern wird. Dazu muss man kein Pessimist sein.


    Die Demonstrationen in Ehren, aber ändern werden sie an dem maroden System nichts - genauso wenig wie die Einführung irgendwelcher Gebühren.

  • @JP: Die Nullahnung war nicht auf dich, sondern eher auf den User über dir und Joe bezogen. Du wirst auch eher Nachvollziehen können was es heisst, sein Studium in der Regelstudienzeit durchziehen zu wollen und das Geld dazu aber selbst verdient werden muss.


    @andi&/%$:


    Klar, gibt es solche Studenten, die 19 Semester Philosophie studieren und nichts leisten. Aber du argumentierst nur mit Extremfällen. Und die sind so selten, dass sie eben nicht mehr als Refernez dienen können.
    Das Problem ist doch, dass die regelstudienzeit zu kurz angesetzt bzw. nur schaffbar ist, wenn man sich um Gelderwerb keine Gedanken machen muss. Aber alle, die eben jobben gehen müssen, überziehen schnelll 3 Semester. Wenn man dann noch ins Ausland geht, was heute immer gefordert ist und die dortigen Leistungen auf Grund bürokratischen Schwachsinns nicht anerkannt werden, ist man schnell bei 12, 13 oder 14 Semestern, und dannn soll man zahlen. Überleg dir allein mal, wie lange ein Medizinstudium dauert. Und willst du später mal von jemand operiert werden, der wegen Geldverdienes wenig Zeit zum lernen hatte und es irgendwie durchs Staatsexamen geschafft hat?

  • Boah, langsam ist es mir echt peinlich so oft zu antworten, aber die Ignoranz, mit der Postings oder deren Aussage überlesen werden ist echt nicht mehr witzig!


    Intruder: Ich argumentiere zum ersten mal überhaupt in dem Thread mit konkreten Beispielen, wobei das gewählte absolut überspitzt ist!
    Und in deinem zweiten Teil des letzten Postings ist doch zum Beispiel viel wahres dran: die Regelstudienzeit. Sie könnte ja erhöht werden, aber dafür demonstriert keiner! Ich bin da ja völlig undogmatisch und finde eine sachliche Diskussion klasse.


    speakers: Die Unverschämtheit, die manche darin sehen, daß die Landesregierung die Gebühren zum Stopfen von Haushaltslöchern einsetzt, die kann ich einfach nicht erkennen, denn aus dem selben Haushalt kommt doch das Geld für die Universitäten ;)


    Und warum ist denn die Qualität an den sog. Eliteuniversitäten in USA etc. so hoch? Richtig!


    Ich finde es auch sehr interessant, so eine Diskussion zu führen, nur diese Unsachlichkeiten a la "du hast keine Ahnung" "Du bist Blöd", "Ihr seid Idioten", "UserX und Konsorten" die killen natürlich jede ernsthafte Diskussion und machen sie emotional, also vielleicht könnte man das für den Rest des Threads unterlassen ;) :rolleyes:

  • Zitat

    Original geschrieben von Intruder
    @JP: Die Nullahnung war nicht auf dich, sondern eher auf den User über dir und Joe bezogen.


    Ah, dankeschön :)


    Vielleicht sollte ich es evtl. doch noch etwas klarer und deutlicher sagen:
    wer es nicht schafft, sein Studium in angemessener Zeit (z. B. max. Regelstudienzeit + 50%) zu absolvieren, sollte sich Gedanken machen, ob er
    a) das Richtige studiert bzw. überhaupt zum Studium geeignet ist
    b) einen Gang zulegt
    c) oder sich jemanden organsisiert, der einem die dann fälligen, btw im internationalen Vergleich extrem niedrigen, Studiengebühren (vor-)finanziert.


    Die Pro-Demo-Fraktion hier redet doch über ungelegte Eier bzw. vertritt die von manchen Studentenorganisationen angeführte weltfremde Anspruchshaltung gegenüber dem Staat.


    Jedem wird es vom Staat ermöglicht, das zu Studieren, was er möchte. Wenn das Geld nicht reicht, gibt's Bafög. Und es ist IMO sicher nicht zuviel verlangt, wenn der Staat es sich herausnimmt, eine minmale Zielvorgabe in Form gewisser Studiendauern anzusetzen, nach deren Überschreiten Studiengebühren erhoben werden. Und was steht einer Kreditfinanzierung der Studiengebühren entgegen, schließlich erwartet man doch in den meisten Fällen, dass sich das Studium irgendwann auszahlt, die Investition also einen positiven Barwert hat, oder etwa nicht??


    Und: viele Leute, für deren Eltern es kein Problem wäre, den Nachwuchs mit 1000 EUR oder mehr monatlich zu unterstützen, überweisen monatlich auch nicht mehr als den max. Bafög-Satz. Und auch deren Kinder gehen arbeiten, schaffen es dennoch, das Studium in weniger als 14 Semestern erfolgreich zu beenden.

  • Haushaltslöcher


    Klar muß das Geld rechtlich an den Länderhaushalt gehen.
    Der finanziert auch das Hochschulsystem, da Bildung Ländersache sind.


    Ich glaube hier verdrehen einige die haushaltstechnischen Tatsachen.
    Immerhin werden die Studiengebühren dazu beitragen den Bildungshaushalt nicht noch weiter zu kürzen bzw. ihn vielleicht zu bessern.


    Und das die Regelstudienzeit mit Selbstfinanzierung geht beweisen viele Studenten.


    Ich habe aber selbst auch genug Leute an der Uni gesehen, die gerede in den Sozialwissenschaften 20 oder mehr Semester an der Uni waren ohne einen Abschluß zu haben. Die waren vielmehr damit beschäftigt sich um alles andere als das Studieren zu kümmern.
    Und jetzt sind das wahrscheinlich auch wieder die Vorreiter des Protestes.


    Vielleicht sollte man sich mal um die Länge der einzelnen Regelstudienzeiten kümmern, da einige Fächer deutlich höhere Anforderungen haben. Ich glaube die wird ein manche Fächern zu kurz bemessen, in anderen zu lang.

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    Ericsson T39m
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