Ausbauverpflichtungen 31.12.2019 Telekom, Vodafone, Telefonica

  • [USER="983"]Anja Terchova[/USER] dito


    Ich finde es erstaunlich, welch großes Risiko Herr Dommermuth mit der Ersteigerung der Lizenzen eingegangen ist. Ebenso erstaunlich finde ich, welche Frequenzen er gerade von o2 gemietet hat. Offenbar will er ausgerechnet in Ballungsräumen in die Schlacht ziehen. Ausgerechnet dort sind aber alle 3 Wettbewerber zumeist auch stark. Insbesondere o2 konzentriert sich ja auf die Städte.


    Spannend wird, mit welchen Argumenten Drillisch sein Angebot respektive sein eigenes Netz bewerben wird. Der Preis kann kein wirkliches Argument werden, da sie als derzeitige O2-Untermieter von denen in jedem Fall unterlaufen werden können.

    Menschen neigen dazu, aus der Vergangenheit in die Zukunft zu extrapolieren. Deshalb sollte man kaufen, wenn alle verkaufen und umgekehrt.

  • Grund ist wohl das es aktuell praktisch keine Zinsen gibt und daher Investoren ein hohes Risiko eingehen. Damit es einen Erfolg wird müssen die Zinsen langfristig niedrig bleiben und viel Geld investiert werden wenn demnächst Frequenzen unter 1GHz versteigert werden.


    Telekom&Vodafone haben Festnetz um interessante Kombiangebote zu schnüren und können daher effektiv mehr Geld einnehmen. Für ein Wettbewerbsfähiges Fixed-Wireless muss Drillisch viele Standorte bauen.

  • Wenn es nur darum ginge Geld zu investieren gaebe es auch andere Moeglichkeiten.


    Entweder in anderen Laendern, wo die Margen noch hoeher sind und Frequenzen mit mehr Flaechendeckung zu haben waeren. Oder in einem ganz anderen Bereich egal ob Lizenzhandel, Medienproduktion, Streamingdienst, Mobilitaetsdienstleistungen, etc.

  • Wenn es nur darum ginge Geld zu investieren gaebe es auch andere Moeglichkeiten.


    Entweder in anderen Laendern, wo die Margen noch hoeher sind und Frequenzen mit mehr Flaechendeckung zu haben waeren. Oder in einem ganz anderen Bereich egal ob Lizenzhandel, Medienproduktion, Streamingdienst, Mobilitaetsdienstleistungen, etc.


    Ein leuchtendes Beispiel für Investitionen in Ländern mit höheren Margen und besseren Konditionen ist Telefonica. Blöd nur, wenn es später dann die Währungen pulverisiert. Das es aktuell nahezu flächendeckend ein Problem gibt, Geld, das nahezu kostenlos beschaffbar ist, lukrativ zu investieren, steht mittlerweile bereits im Mainstream. Schau dir die Immobilienpreise in Ballungsräumen an. In München habe ich zuletzt Faktor 42 erlebt.

    Menschen neigen dazu, aus der Vergangenheit in die Zukunft zu extrapolieren. Deshalb sollte man kaufen, wenn alle verkaufen und umgekehrt.

  • ...


    Ansonsten bietet zwar Drillisch guenstige, nationale Allnet-Flat halbwegs groesszuegigem Datenvolumen, schafft es aber nicht irgendwelche Nischen zu besetzen, welche die anderen Anbieter noch nicht abdecken. Dabei gaebe es in Deutschland viele unbesetzte Nischen:


    - Roaming ausserhalb des EWR
    - Gespraeche aus Deutschland in anderen Laender
    - mehrere Rufnummern / Mailboxen pro Tarif mit zeitlicher Konfigurierbarkeit
    - Zero-Rating Optionen


    Das sind aber in der Tat Nischen, die auch schon teilweise besetzt sind (Zero Rating, Gespräche in andere Länder), im Massenmarkt geht es letztlich nur über billige Handys und großes Datenvolumen.
    Als Reseller sind die Möglichkeiten allerdings begrenzt, wenn sie nicht drauflegen wollen müsssen sie die Kosten die der Netzbetreiber für die Dienste berechnet auf ihr Produkt umlegen, und das müssen die Kunden dann bezahlen wollen.
    Mit 5G könnten sie zumindest die unteren 3 Punkte umsetzen, haben aber dafür eine komplette Netzinfrastruktur zu stemmen und müssen in den ersten Jahren sicher auch auf nationales Roaming bzw. Reselling mit freigeschaltetem Zugang zum eigenen 5G Netz zurückgreifen was auch wieder Geldabfluss mit sich bringt.
    Beim Roaming außerhalb vom EWR werden sie es als "Fliegenschiss" auf dem Markt schwer haben gute Konditionen auszuhandeln, da kriegt ja offensichtlich nichtmal O2 die im Vergleich zu Drillisch schon groß sind irgendwas gebacken.

  • Geld, das nahezu kostenlos beschaffbar ist, lukrativ zu investieren, steht mittlerweile bereits im Mainstream.

    Im deutschen Mobilfunkmarkt, wo man inzwischen 600 Allnet Einheiten fuer 5€, einen Free 4GB Tarif für 9,99€, einen Free 25GB Tarif fuer 19,99€ und eine Unlimited Flat fuer 29,70€ bekommt duerfte es aber fuer einen Neueinsteiger schwierig sein, da "luktrativ" zu sein.


  • Das sind aber in der Tat Nischen, die auch schon teilweise besetzt sind (Zero Rating, Gespräche in andere Länder)

    Teilweise, aber nur zu exorbitant hohen Preise, und nicht kombinierbar, wenn es Zero Rating nur bei Telekom MagentaMobil und Vodafone RED gibt, guenstige Auslandsgespraeche aber nur bei Vodafone CallYa Flex, simquadtrat und den ganzen Ethno-Discountern.



    im Massenmarkt geht es letztlich nur über billige Handys und großes Datenvolumen.

    Das war frueher so, wo die etablierten Netzbetreiber nur 2GB fuer 34,95€ angeboten haben, war ein Discounter der 4GB fuer 16,99€ angeboten hat natuerlich ausserordentlich intressant.


    Aber ob man jetzt 12,99€ oder 14,99€ zahlt, und ob man dafuer dann 8GB oder 12GB Datenvolumen bekommt (wenn der Verbrauch so im Bereich 3,5GB bis 6GB schwankt) ist doch vollkommen egal.



    Mit 5G könnten sie zumindest die unteren 3 Punkte umsetzen

    Dafuer muesste man kein 5G Netz aufbauen, sondern es wuerde reichen MNVO zu werden. die Dinge wie Mailboxen, Auslandsrouting, Roamingabkommen, Datenrouting incl. Zero-Ratingabkommen. Die "Airtime" von der Basisstation bis zum MNVO Core kostet ja heute nicht mehr viel.



    Beim Roaming außerhalb vom EWR werden sie es als "Fliegenschiss" auf dem Markt schwer haben gute Konditionen auszuhandeln, da kriegt ja offensichtlich nichtmal O2 die im Vergleich zu Drillisch schon groß sind irgendwas gebacken.

    Ich glaub die drei deutschen Netzbetreiber haben da in den meisten Laendern wahrscheinlich ganz gute Konditionen, sie nutzen nur ihr Oligopol aus um die Kunden abzuzocken, bzw. die Preisbrecher-Angebote gegenzufinanzieren.


    Die kleineren Balkan-Netzbetreiber oder auch einige oesterreichische MNVOs haben da naemlich ganz gute Angebote. Und auch Telekom und Vodafone bieten sogar in anderen Laendern bessere Roamingkonditionen an.

  • Vielleicht kommt ja die Erlösung der deutschen Mobilfunklochbewohner aus dem Weltall. https://www.heise.de/mac-and-i…t-mitmischen-4621272.html


    Sollten die großen amerikanischen Konzerne damit wirklich mittelfristig kommen, werden wir auch diesbezüglich zum reinen Absatzmarkt, um nicht Kolonie sagen zu müssen.


    Solange es Imperien gibt, macht es eben Sinn, möglichst nah an Distrikt I dran zu wohnen. Siehe Berlin...

    Menschen neigen dazu, aus der Vergangenheit in die Zukunft zu extrapolieren. Deshalb sollte man kaufen, wenn alle verkaufen und umgekehrt.

  • Teilweise, aber nur zu exorbitant hohen Preise, und nicht kombinierbar, wenn es Zero Rating nur bei Telekom MagentaMobil und Vodafone RED gibt, guenstige Auslandsgespraeche aber nur bei Vodafone CallYa Flex, simquadtrat und den ganzen Ethno-Discountern.


    Deshalb hab ich "teilweise" geschrieben. Da gibts durchaus nock größere Lücken im Angebot, aber nichts worauf ein Netzbetreiber sein Geschäftsmodell aufbauen kann

    Zitat


    Dafuer muesste man kein 5G Netz aufbauen, sondern es wuerde reichen MNVO zu werden. die Dinge wie Mailboxen, Auslandsrouting, Roamingabkommen, Datenrouting incl. Zero-Ratingabkommen. Die "Airtime" von der Basisstation bis zum MNVO Core kostet ja heute nicht mehr viel.


    Ich kenne die Konditionen für vrtuelle Netzbetreiber nicht, gehe aber auch mal davon aus dass die nach Nutzung zahlen bzw. Kontingete erwerben, solange man kein eigenes Netz hat bedeutet das halt direkten Geldabfluss, beim eigenen Netz sind das Eh-Da Kosten.
    Betrieb und Abschreibung des Netzes kosten im Prinzip unabhängig davon wie stark es genutzt wird, natürlich steigen die Investitionskosten und Abschreibungen je leistungsfähiger es sein muss.

    Zitat


    Ich glaub die drei deutschen Netzbetreiber haben da in den meisten Laendern wahrscheinlich ganz gute Konditionen, sie nutzen nur ihr Oligopol aus um die Kunden abzuzocken, bzw. die Preisbrecher-Angebote gegenzufinanzieren.


    Kann ich nicht beurteilen, bei Telekom und Vodafone sind Länder mit eigenen bzw. Partnernetzen oft schon günstiger eingestuft.
    Bei O2 wage ich aber zu bezweifeln dass da vom Absolutbetrag ein signifikanter Beitrag zusammenkommt.
    Gut, einige tappen sicher unfreiwillig in die Falle mit Schweiz, Liechtenstein, Monaco, Andorra oder Norwegen und haben dann einmal 50 Euro zusätzlich auf der Rechnung, aber das passiert den Meisten davon dann auch so schnell nicht nochmal.
    Und wer regelmäßig außerhalb der EU unterwegs ist berücksichtigt das bei Anbieter- und Tarifwahl, ein Anbieter der es da übertreibt ist raus.


  • Deshalb hab ich "teilweise" geschrieben. Da gibts durchaus nock größere Lücken im Angebot, aber nichts worauf ein Netzbetreiber sein Geschäftsmodell aufbauen kann

    Ich glaube schon das das in intressantes Geschaeftsmodell waere, denn wenn es sich sogar in so kleinen Laendern wie Oesterreich lohnt, dann muesste es sich in Deutschland erst recht lohnen.



    Ich kenne die Konditionen für vrtuelle Netzbetreiber nicht, gehe aber auch mal davon aus dass die nach Nutzung zahlen bzw. Kontingete erwerben, solange man kein eigenes Netz hat bedeutet das halt direkten Geldabfluss, beim eigenen Netz sind das Eh-Da Kosten.
    Betrieb und Abschreibung des Netzes kosten im Prinzip unabhängig davon wie stark es genutzt wird, natürlich steigen die Investitionskosten und Abschreibungen je leistungsfähiger es sein muss.

    Ein reinens Citynetz das schon rein technisch gerademal vielleicht 20% der Bevoelkerung versorgt, von denen dann aber wiederum nur vielleicht 20% der Kunden passende Endgeraete haben, also das Netz dann gerademal von 4% der Kunden genutzt werden kann, dann sich einfach nicht lohnen.


    Ob man jetzt 96% des Traffics zukauft oder 100% des Traffics macht keinen Unterschied.


    Und Drillisch ist ja eher ein Anbieter fuer Geizhaelse als fuer First-Mover. Und Geizhaelse die beim Tarif auf jeden Euro achten, kaufen sich bestimmt nicht gleich als Erste ein 5G Geraet.



    Kann ich nicht beurteilen, bei Telekom und Vodafone sind Länder mit eigenen bzw. Partnernetzen oft schon günstiger eingestuft.

    Zumindest in den Privat- und SoHo-Tarifen leider nicht.


    Da kostet Roaming bei T-Mobile Montenegro, T-Mobile USA, Vodafone Australien, Vodafone Neuseeland, Telefonica Argentinen, Telefonica Chile, etc. genausoviel wie sonst in der betreffenden Zone.



    Und wer regelmäßig außerhalb der EU unterwegs ist berücksichtigt das bei Anbieter- und Tarifwahl, ein Anbieter der es da übertreibt ist raus.

    Eigentlich kann man nur so gut es geht auf Alterantiven wie WLAN und WhatsApp / Viber ausweichen, aber im Grunde hat man keine wirkliche Moeglichkeit als in den sauren Apfel zu beissen und die Wucherpreise zu zahlen.


    Denn es gibt kaum Anbieter mit brauchbaren Roamingkonditionen ausserhalb des EWR. Bestenfalls ist die Schweiz beim Datenroaming dabei, aber spaestens bei Sprachtelefonie und SMS/MMS werden auch da Wucherpreise verlangt.


    Und extra eine auslaendische SIM anschaffen und die Rufnummer offen zu kommunizieren rentiert sich nur fuer echte Globetrotter.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!