Beiträge von shelter

    Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    Britta Haßelmann von den Grünen.


    Hatte sich meiner Auffassung nach aber durch schlechte Vorbereitung eigentlich zumindest auf eine Fragehälfte disqualifiziert, denn es wird ja "von Seiten auf denen Plagiate stehen" und nicht von der Gesamtzahl der Plagiate gesprochen. Zudem hat sie drei mal vergessen zu erwähnen, dass sie von "bis zu Zehn Seiten am Stück" sprach und führte nur "bis zu zehn Seiten" an. Fand ich als sehr störend, wenn man sich schon darauf stützt.


    Es wusste natürlich jeder was gemeint ist. Aber trotzdem.



    Nur der Gedanke, der mir dabei noch kam: Wenn wir von den über 70 Prozent der Diss., die Frau Haßelmann als Fremdtexte laut guttenplag anführte, ausgehen und dazu dann noch die ordentlich gekennzeichneten Fremdtexte nehmen. Sind die Fremdtexte in der Diss dann länger als die Diss zusammen? ;)

    Mein Eindruck der Fragestunde:


    Weitestgehend (aalglatt) aus der direkten Beantwortung vieler Fragen gewunden, indem er immer wieder darauf Bezug nahm was er eh schon gesagt hat.


    Bei manchen "Angriffen" kam jedoch ein leicht aggressiver Unterton hervor, der darin gipfelte Trittin indirekt davor zu warnen, dass doch aufzupassen sei nicht den Tatbestand der üblen Nachrede zu erfüllen :rolleyes: oder auch anderen Vorwürfe zu machen ('Es komme ja öfters vor, dass der wissenschaftliche Dienst von Abgeordneten ohne Einwilliung des Präs. genutzt wird - Wir sollten uns da alle hinterfragen/verbessern').


    Guttenberg hatte sich gut vorbereitet, die lust'ge Gesellschaft der Fragestunde teilweise weniger. Ich fand es wurde vereinzelt doch zu sehr versucht ihn einfach nur anzugreifen, was er dann als rhetorisch geschulter Mensch natürlich dazu nutzen konnte, die nicht so gut ausgearbeiteten Fragen "im Umkehrschluss" abzuhandeln, ohne auf die Fragen wirklich einzugehen - Zumindest nicht auf die Form, auf die die Abgeordneten abzielten. Das Ausweichen wurde ihm weitestgehend leicht gemacht.


    Was mir persönlich, grad auch in Bezug auf seine fortwährende Wiederholung des "Fehlerhaften Arbeitens und nicht Täuschens!!!!" gefehlt hat: Einfach mal die Frage ob er an der Uni nicht gelernt hat wissenschaftlich zu arbeiten, bzw. in seinem Studium nicht wissenschaftlich arbeiten musste um zu seiner Diss. zu gelangen, denn eigentlich weiß jeder Student darüber Bescheid was als Täuschungsversuch angesehen wird/werden könnte.


    Ich empfand es insgesamt ab einem gewissen Punkt als mühsam mir das anzuschauen, trotz der recht kurzen Zeitspanne, da sich seine Aussagen wiederholten.


    - Aus seinem Fehler könne man nur lernen
    - Er stehe zu seinem Fehler
    - Darum habe er ja den Titel abgegeben (schön, dass er diese Formulierung wiederholend nutzte)
    - Er müsse die Vorwürfe weiter prüfen
    - Nicht der Fehler sei entscheidend, sondern dass er dazu stehe

    Zitat

    Original geschrieben von Robert Beloe
    Nur der Vollständigkeit halber:


    Berthold Kohler - einer der Herausgeber der FAZ, vermutlich der konservativste in diesem Gremium
    Arnulf Baring - konservativer Publizist und Historiker
    Norbert Lammert (CDU) - Bundestagspräsident


    Alle drei haben in den letzten Tagen für sein Verhalten heftig kritisiert, und die Liste lässt sich leicht verlängern, nicht zuletzt um viele renommierte Geistes- und Rechtswissenschaftler.



    Ich wollte damit eher sagen: Gehe doch nicht davon aus, dass "Otto-Normalverbraucher" die allesamt kennen wird (@ HappyDay: Selbst bei Lammert wäre ich mit dieser Aussage vorsichtig), geschweige denn deren Kritik/Meinung zu dem Thema überhaupt mitbekommt, bzw. sich ein fundiertes Urteil hierzu bilden kann, eben weil nicht bekannt.



    Aber noch zum Artikel. In der FAZ selbst, also nicht der Online Ausgabe, wird ja noch sehr schön "Zu Guttenberg mag mit dem Amt davonkommen. Die von ihm vertretenen Werte sind beschädigt" herausgestellt. Das trifft es ganz gut: Amt zählt mehr als Werte. Auch bei Guttenberg - Und das reiht ihn ja dann doch letztlich in die Reihe ein, die seine Befürworter so gerne heranzitieren: Die Reihe der Politiker, die ebenfalls nicht ohne Verfehlung agieren oder agiert haben. Und trotzdem hat man das Gefühl: Er darf das ein bißchen mehr als andere.

    hatten wir das hier schon:


    http://www.berlinonline.de/ber…politik/332436/332437.php


    Zitat


    Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg muss sich nicht nur den Vorwurf gefallen lassen, große Teile seiner Dissertation abgeschrieben zu haben. Nun steht er auch unter Verdacht, seinen Doktortitel geführt zu haben, bevor er dazu befugt war.


    Da sammeln sich aber langsam Vorwürfe. Titelmissbrauch, Amtsmissbrauch, Plagiator, ...

    Mir ist gerade, mal so ab von der Plagiats-Diskussion, noch eine andere Frage gekommen, die mich daraus resultierend interessiert. Es wird ja gerne hierbei herangezogen das viele Deutsche einfach mit Guttenberg bezogen sein politisches Agieren gut finden und deshalb nichts auf ihn als Minister kommen lassen.


    Mag mir jemand der "Pro"-Fraktion mal seine höchsteigene Meinung präsentieren WARUM Guttenberg eigentlich so einen tollen Job macht? Das soll übrigens weder eine polemische Frage sein, noch irgendwelche bösartigen Argumente meinerseits nach sich ziehen. Ich hab mir diese Frage nur einfach gestellt und mich würde eine andere persönliche (!) Sichtweise einfach mal interessieren.


    Danke schonmal

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    Original geschrieben von mostwanted
    Er hätte seineArbeit erst lesen sollen und dann das aktuelle Statement abgeben müssen. Der gute Mann war offensichtlich genau so überrascht von seiner Dissertation wie wir und - wie so oft - vorschnell reagiert. :D


    Eher berechnet. Abstreiten, "entgegenkommen", "eingestehen". Wohlwissend ein langsamer Abgang der jederzeit in alle Richtungen alles offen lies, zugleich aber die ersten empörten Aufschreie abmilderte und alles wischiwaschi versanden lies. Deutschland vergisst halt die eigene Empörung oftmals zu schnell - alles was nicht tagesaktuell behandelt wird erreicht die Boulevard-Leser doch zwei Tage später nur noch höchstens halb so emotional. Und die Stellen in Deutschland halt die Mehrheit.


    Zitat


    Aber ich denke er hat seine Lektion jetzt gelernt und wird bedächtiger sein in seinen Entscheidungen.


    Was er daraus gelernt haben könnte wäre in meinen Augen: "Hach, ich kann ja machen was ich will". Aber das ist Ansichtssache.

    Zitat


    Mir persönlich sind Titel nicht wichtig. Hätte Guttenberg zur persönlichen Erbauung Hundewelben erschossen, wäre ich ernsthaft entsetzt. Aber der Grossteil der Gegner interessiert sich definitiv nicht für Titel, sondern für die Lücke in der Deckung Guttenbergs.


    Mir persönlich ist ein eigener Titel auch nicht so wichtig. Aber z.B. Herrn Guttenberg ja scheinbar schon, sogar einer mit Auszeichnung. Und ich finde, wer einen Titel tragen darf/will, der soll sich den auch bitte redlich verdienen.


    Ich würde meinen Arzt* auch wechseln, wenn ich erfahren würde, dass sein Dr. med. erschummelt wurde. Und sei er bisher noch so ein guter Arzt gewesen. Mein Vertrauen wäre weg - Wer weiß wo/wie er sonst noch rumtrickst.
    Und gleiches gilt für mich bei Guttenberg. Er -und auch seine Frau - erwecken gerne mal den Eindruck, dass eben der Eindruck den die breite Öffentlichkeit von den beiden hat, wichtiger ist, als der wirkliche Inhalt der Taten. Diese "Affäre" unterstreicht das in meinen Augen halt und trägt nicht dazu bei, dass mein Vertrauen in ihn steigt. Somit: Wenn ich könnte, würde ich den "Arzt" wechseln.



    * oder auch passender: Anwalt

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    Original geschrieben von mostwanted
    Der Wind dreht sich, mittlerweile wirken die Reaktionen der Opposition nur noch lächerlich. Mit einem generösen "Vergeben und vergessen" könnte ein potentieller Staatsmann aus den Reihen der rötlichen Ecke nun Punkte sammeln. Wenn man einen aufzubieten hätte. Guttenberg hat Farbe bekannt, Thema erledigt. Wollen wir nun über seine Frisur sprechen?


    Guttenberg hat Farbe bekannt? Genau. Von Beginn an stand er ganz offen zu seinem Handeln.
    Erst abstreiten, dann runterspielen, dann den bösen Menschen die ihn beschuldigen entgegenkommen und den Doktortitel kurzzeitig ruhen lassen wollen und als gar nichts mehr geht den Titel "zurückgeben" und irgendwie rumdrucksend eingestehen, dass er da wohl bißchen blöd agiert hat.


    Ach und nicht zu vergessen, dass er ja nun selbst eingestanden hat, dass er den Titel (ich bleibe einfach mal bei diesem Begriff, trotz der Definitionsstreitereien ;) ) nich redlich erworben hat.



    Und nun muss man lesen, dass die ganzen bösen Gegner den Titel nicht so wichtig nehmen sollen? Während Guttenberg selbst alles dafür tat den behalten bzw. überhaupt erlangen zu können? Find ich klasse.