Zitat
Original geschrieben von bernbayer
Auf Zahlung per Vorkasse sollte man sich grundsätzlich nicht einlassen, es is eine grobe Benachteiligung des Käufers. Er soll was bezahlen, wo er dann schauen muß, ob er überhaupt was geliefert bekommt. Sicherheit hat hier nur der Verkäufer, er wälzt das Risiko zu 100 % auf den Kunden ab. Sowas ist unfair. Es ist klar, bei Lieferung auf Rechnung, hat der Verkäufer allein das Risiko. Gestreut ist das Risiko bei Zahlung per Kreditkarte, per Nachmahme oder Paypal, aber für beide Seiten akzeptabel. Lastschriftzahlung wollen auch viele Verkäufer nicht, weil man diese innerhalb von 6 Wochen zurückbuchen kann, andererseits wird dies ein Kunde ohne Grund kaum machen.
Ich denke, die Mehrheit hier ist genau wie ich gegen Vorkasse und der Beitrag von bernbayer ist eine gute Zusammenfassung.
Lastschrift ist auch für mich eine gute Lösung, denn man kann das Geld zurückbuchen lassen, wenn keine oder mangelhafte Ware geschickt wird. Eine Rückbuchung der Lastschrift sollte der Käufer jedoch nur dann veranlassen, wenn er einen guten Grund dafür hat, sonst kann es teuer werden.
Wenn jedoch die Lastschrift mangels Deckung zurückgebucht wird, kann es für den Käufer unangenehm und teuer werden, denn dies könnte auch strafrechtlich relevant sein (z. B. kann man das als Betrug ansehen).
Der Verkäufer kann auch erst die Lastschrift veranlassen und dann nach ca. 1 Woche die Ware senden. Allerdings müßte er den Kunden vorher informieren. Dies würde ich so akzeptieren. Wenn man einen Artikel dringend braucht, ist diese Abwicklung jedoch nicht sinnvoll. Dann hilft eigentlich nur Kreditkarte, denn da kann der Verkäufer sofort online die Zahlung prüfen und merkt es, wenn das Limit erschöpft ist.
Es gibt halt immer einen, der ein Risiko trägt. Unsere Gesetzte gehen davon aus, dass der Verkäufer der wirtschaftlich Stärkere ist und der Käufer als juristischer Laie vor Übervorteilung geschützt werden soll. Abgesehen von Ein-Mann Onlineshops ist dies meist auch so und Zahlungsausfälle sind z. T. einkalkuliert. Außerdem lebt der Verkäufer vom Kunden und sollte auch Service bieten.
Es gibt noch ein weiteres Problem: Wenn der Verkäufer die Vorkassezahlung unbedingt braucht, um seinen Lieferant zu bezahlen, ist seine finanzielle Lage meist sehr schlecht. Wenn jetzt plötzlich der "Geldfluß" bei weniger Aufträgen ins Stocken gerät oder irgendwelche weiteren Kosten den Verkäufer belasten, bricht das System wie ein Schneeballsystem zusammen und der Verkäufer muß Insolvenz amnelden. Die Vorkasse-Kunden bekommen dann nichts mehr zurück.
Die Letzten beißen die Hunde!