Beiträge von dw4817

    Genau einen! Nämlich den von dw4817, dass LTE eine ständige aktive Datenverbindung zum IMS des NB unterhält... der Anschluss also von der primären SIM sozusagen "dauerbelegt" ist.

    Das hatte ich im Verlauf der Diskussion aber mindestens zwei Mal erklärt. ;-)


    Könnte die "Schwellenland-Empfehlung", eine Rufumleitung von der zweiten auf die erste SIM einzurichten, das Problem lösen? Das Problem für den Fall, dass weder 2G noch 3G zur Verfügungstehen - wie das im Ausland zum Teil schon jetzt der Fall sein soll. Dann müsste ein auf SIM 2 eingehender 4G-Anruf doch auf SIM 1 signalisiert werden - oder sehe ich das falsch?

    Die Rufumleitung würde funktionieren, allerdings kenne ich zumindest in Europa kein Land wo es nicht mindestens 2G oder 3G gibt. Dazu ist die "VoLTE-Quote" - wie geschrieben - noch zu schlecht.

    Der muss dann ganz schön helle sein … ich denke wir sehen eher, dass VoLTE + VoWiFi funktioniert bzw. dass die Telefone dann doch mit zwei Radio-Modulen kommen.

    Das schätze ich auch. Wird das nicht schon von iPhones gemacht?


    Für diejenigen, denen noch nicht so ganz klar ist, wie das gemeint ist:


    SIM-Karte 1 würde ganz normal VoLTE machen und gleichzeitig eine reguläre Datenverbindung bereitstellen (geht, weil beides über die SIM-Karte 1 realisiert würde und mehrere Data-Bearer möglich sind).

    SIM-Karte 2 würde dann über den Mechanismus, der bei VoWiFi genutzt wird, mittels der regulären Datenverbindung von SIM1 das IMS von Anbieter 2 kontaktieren.

    Zwar wird derzeit immer wieder betont, dass GSM (notwendig für die zweite SIM) "vorerst" erhalten bleibt. Allerdings finde ich keinerlei Aussage, die auch nur annähernd den Zeitpunkt betrifft, an dem GSM abgeschaltet wird. Gibt es denn wirklich niemanden, der in seiner Glaskugel einen Wert sieht, bis zu dem das GSM-Netz zumindest erhalten bleiben wird?

    Ich "glaskugele" mal:


    Aktuell läuft noch viel zu viel Telefonie über GSM ab (weil es zu viele Geräte gibt, die keine [saubere] VoLTE-Implementierung haben), als dass ein Netzbetreiber hierzulande über eine GSM-Abschaltung nachdenken bräuchte. Außerdem gibt es auch noch zu viele ältere "Sensoren" (Brandmelder, Temparaturmelder, Aufzugsalarm, Hausnotruf, ...) die auf GSM angewiesen sind.


    Zukünftig wird ein "nebenher" betriebenes GSM in modernen Single-RAN-Netzen auch nicht mehr so viel "kosten" und Spektrum verbrauchen: Der Großteil des Band 8 Spektrums könnte für LTE verwendet werden, ein paar Subträger werden "ausgeblendet" und könnten dann für den kleinen Rest GSM verwendet werden.


    Daher rechne ich damit, dass wir noch 4+ Jahre GSM haben werden.


    Denn die Aussage von dw4817 dürfte schließlich alle Nokia/HMD-Fons mit Dual-SIM-Funktion, die in diesem Thread thematisiert werden, treffen.

    Nicht nur Nokia/HMD-Geräte, es dürfte für praktische alle Geräte mit "Dual SIM / Dual Standby" gelten.

    Wenn ich das richtig verstehe, muss Dual-Sim-Standby also keineswegs bedeuten, dass bei Vorhandensein eines einzigen Mobilfunkmoduls nur eine Karte anrufbar ist. So verstehe ich jedenfalls die Aussage "über ein Zeitmultiplexverfahren gleichzeitig im Netz eingebucht" - also eine Funktionalität, die schon vor über einem Jahrzehnt gebräuchlich war. Also über die zweite Karte nur dann nicht erreichbar, wenn und solange die erste das Mobilfunkmodul ausschließlich belegt.

    So funktioniert das bei GSM- und UMTS-Telefonie: Anruf wird für eine der beiden SIM-Karten signalisiert, diese schnappt sich dann exklusiv das Funkmodul um das Gespräch darüber abzuwickeln und geht danach wieder in den Standby.


    Diese Diskussion dreht sich aber um VoLTE. VoLTE funktioniert grundlegend anders, als die "alte" Telefonie: Dein Gerät baut über LTE eine speziell konfigurierte Datenverbindung zum IMS des Netzbetreibers auf und bekommt auf dieser dann ggf. Anrufe signalisiert. Und genau diese aufgebaute Datenverbindung belegt dauerhaft das Funkmodul, d.h. ist die eine SIM-Karte VoLTE-fähig mit dem Netz "verbunden", kann die zweite SIM-Karte keine Datenverbindung mehr aufbauen und somit auch keine Anrufe per VoLTE signalisiert bekommen. Es bleibt nur CSFB für die zweite SIM-Karte übrig.

    Aber was ist, wenn ich mit der jetzigen Implementierung beim 2720 von der zweiten SIM ein abgehendes (hatte schon überlegt, ob ich das meinem vorherigen Beitag hinzufügen soll) Gespräch über VoLTE führen möchte (statt von der Primären)? Wofür ein LTE-Modul ja ausreicht, wenn ich nicht zwei Gepräche gleichzeitig führen will.

    In der Theorie müsste dazu die VoLTE-Datenverbindung zum IMS der ersten SIM-Karte gekappt werden, dann könnte die VoLTE-Datenverbindung zum IMS der zweiten SIM-Karte aufgebaut werden und da drin der abgehende Anruf durchgeführt werden. Das läßt sich aber mit einfachen "an/aus"-VoLTE-Schaltern in der Konfiguration so nicht abbilden (wenn Du bei beiden Karten VoLTE aktivierst, welche hat dann das Vorrecht auf den Data-Bearer zum IMS?) und eine komplexere Konfiguration (SIM1: VoLTE immer an; SIM2: VoLTE nur für abgehende Gespräche an) wollte man möglicherweise den Nutzern nicht "zumuten" (man versteckt ja auch bei den Android-Geräten sehr gerne die VoLTE- und ViWiFi-Schalter vor den Nutzern).

    Warum "natürlich"? Über das von mir angesprochene und zumindest in HMD-Modellen aktivierbare Entwicklermenü soll sich etwa auch der zweite Slot für gleichzeitiges 4G aktivieren lassen, so dass nicht nur mit einer SIM Telefonate via VoLTE geführt werden können.

    Bei den Geräten (nicht nur Kai-OS sondern auch Android etc.) muss man zwischen...

    * Dual-SIM / Dual-Active

    * Dual-SIM / Dual-Standby

    ...unterscheiden.


    Die meisten Geräte machen letzteres (weil das nur ein Funk-Modul benötigt und weniger Energie verbraucht), aber für den bei VoLTE nötigen Data Bearer zum IMS ist dann ja - obwohl aus Sicht des Nutzer kein Gespräch geführt und keine Datennutzung stattfindet - technisch ein Datenkanal über die eine SIM aufgebaut, d.h. die andere kann gleichzeitig keinen Datenkanal offen halten.