Beiträge von Splendor

    Aber hrgajek , wo du gerade mitliest, kannst du vielleicht noch diese Frage beantworten: ich bin ganz früher immer so vorgegangen: ich habe eine 0172-Nummer, schaue in deine Liste und suche nach dem HLR. Das liegt im Bereich 20 bis 49. Anschließend schaue ich im Abschnitt "HLR 20..49" nach der Provider-Zuordnung. Wenn ich aber z.B. eine Nummer mit einem Städte-HLR größer als 49 habe, schaue ich in den Abschnitt "HLR 50..99 (hier ist dritte/vierte Stelle nicht relevant!)".


    Vor ein paar Jahren kam das Thema dann mal in einer deiner Gruppen (ich weiß nicht mehr, ob auf den Mailinglisten oder Telegram) auf und jemand meinte, dass die Sache mit "dritter und vierter Stelle" sämtliche "alten" Städte-HLRs betroffen hat und dass es Städte-HLRs eben auch bei den Service-Providern gegeben hat. Wenn das stimmt, dann müsste der Abschnitt "HLR 20..49" ja eigentlich "HLR der 'uralten Zuordnung' von 1993" heißen, wohingegen der Abschnitt "HLR 50..99 (hier ist dritte/vierte Stelle nicht relevant!)" dann ungefähr "HLR, die nicht in der 'uralten Zuordnung' stehen (hier ist dritte/vierte Stelle nicht relevant!)" lauten müsste.


    Ich hab' damals eher deiner Liste vertraut und das Thema nicht weiter verfolgt, da sich meine private Sammlung auf die 2x aus Nord und Nordwest erstreckt. In den letzten Jahren hingegen habe ich allerdings mehrere mit Städte-HLR größer 49 hier liegen gehabt, die von Service-Providern stammten (zuletzt mehrere von Freenet Flex). Und die hatten alle eine Gemeinsamkeit: eine Service-Provider-Kennung, die sich mit deiner Liste deckt (nie Mannesmann, sondern immer Mobilcom, Debitel usw.). Das war so auffällig, dass ich mir irgendwann gedacht habe, dass das Argument von der Mailingliste/aus der Gruppe vielleicht doch richtig war (dritte und vierte Stelle als Kennung der Provider-Zuordnung betraf damals _alle_ Nummern mit Städte-HLR und nicht nur 20 bis 49).


    Wenn deine Liste aber doch korrekt ist, dann könnte man einige Nummern sogar noch erweitern, Etwa HLR 63. Das steht bei dir sowohl korrekt unter "Heilbronn", aber auch noch mal im Abschnitt "HLR 50..99 (hier ist dritte/vierte Stelle nicht relevant!)" als "63..... Vodafone (Mannesmann)". Hier müsste man noch Mobilcom und Debitel hinzufügen, da es die 0172 63 dort ebenfalls immer gegeben hat. Aber eben immer mit einer dritten und vierten Ziffer, die sich zufällig mit "HLR 20..49" deckt und dort immer eine Service-Provider-Kennung wie z.B. 60 hat.


    In deiner Liste sind übrigens mehrere HLR, auf die das zutrifft bzw. die generell doppelt aufgeführt sind, z.B. HLR 54. Das steht oben korrekt unter Braunschweig, aber weiter unten noch mal als "54..... Telco (RSLcom/Motorola)". Das HLR 54 hat es "damals" natürlich auch bei Mannesmann gegeben.


    Mir ist natürlich klar, dass das jetzt die reinste Mobilfunk-Archäologie für die ganz harten Nerds ist. Aber vielleicht kannst du dich ja noch dunkel daran erinnern, wie damals die Überschriften "HLR 20..49" und "HLR 50..99 (hier ist dritte/vierte Stelle nicht relevant!)" zustande gekommen sind. Dann kann ich meine eigenen Beobachtungen unter "Zufall" und die Diskussion "dritte und vierte Ziffer betraf ALLE Städte-HLRs" unter "Mobilfunk-Mythen" abheften. 🙏😂

    Splendor ich habe selber bei dem Provider von 1996 an gearbeitet. Die Nummer hab ich seit 1997. Gab es gar nicht als Prepaid bei uns. Und das war auch kein schlechter Anbieter mit irgendwelchen Tricks. Sondern ein damals bewährter Fachhandelsprovider. Auch gut von Kunden bewertet und Connect usw. damals.

    Kann ja sein, dass dieser Provider unter 0172 9x keine Prepaid-Karten im Angebot hatte. Aber die anderen schon. Talkline hat hier im Ruhrgebiet tonnenweise CallYa-Karten unter 0172 9x verkauft.


    Und natürlich waren auch nicht alle Service-Provider pauschal schlecht. Es war aber trotzdem so, dass die durch Buden wie "Mogelcom" und "Debil-tel" einen deutlich schlechteren Ruf hatten als original D1 oder original D2.


    Von Talkline will ich gar nicht erst anfangen. Was ich da damals so alles mitbekommen habe. Das war schon mehr Mafia-Organisation als Mobilfunk-Service-Provider. 😂


    Du schreibst zudem "Fachhandelsprovider". Ich kenne nur den Unterschied zwischen Service-Provider und Fachhändler. Bei Mobilfunk-Fachhändlern hat man damals ja auch originale Netzbetreiber-Verträge bekommen. Man hat den Vertrag beim Fachhändler unterschrieben, war dann aber z.B. "echter" Telekom- oder Mannesmann-Kunde.


    Meinst du so etwas, oder einen echten "klassischen" Service-Provider wie Mobilcom oder Debitel? Wobei ich jetzt wirklich meine grauen Zellen anstrengen müsste, um mich an einen Service-Provider mit gutem Ruf erinnern zu können. 😁 (Spaß muss sein.)

    Mustermann


    Das sind beides klassische Service-Provider-HLR.


    Die 0172 30 ist zwar in Hennings Liste nicht vermerkt, ist mir aber schon mehrmals im Kontext von Service-Providern über den Weg gelaufen, zuletzt bei Freenet Flex (waren alles 0172 3060...).


    Die 0172 60 steht bei Henning als "Debitel" in der Liste und ist mir ebenfalls zuletzt bei Freenet Flex begegnet. Die sahen alle so aus:


    6030...
    6040...
    6070...
    6080...


    Aber, wie gesagt, heute ist das ja technisch gesehen völlig egal. Zudem kann es durchaus sein, dass man bei Vodafone heute (nicht früher!) auch ein "altes" Service-Provider-HLR bekommt, wenn man dort einen Neuvertrag abschließt und zufällig eine 0172 "erwischt".


    Was aber bis heute "eisernes Gesetz" scheint: umgekehrt gibt es dieses Phänomen nicht. Alte Service-Provider-Nummern scheinen also durchaus zumindest teilweise wieder in den Pool des Netzbetreibers zu wandern. Die Service-Provider hingegen (bzw. das, was von denen übrig geblieben ist 😉) bedienen sich bis heute aus "ihrem" Pool.


    Ich hatte das ja weiter oben im Fall von Freenet Flex schon geschrieben: die 0172-Nummern, die es dort gab/gibt, das waren (bis auf die 30, die nicht in Hennings Liste steht) ausnahmslos alle "geborenen" Provider-Nummern. Selbst die mit Städte-HLR (waren einige dabei) hatten dann als dritte und vierte Stelle ihre "passende" Kennung als Service-Provider-Nummer.


    Beispiel:


    Bei Flex gab/gibt es die 0172 6360...


    63 war das HLR von Heilbronn. Die 60 dahinter ist allerdings die Providerkennung von Debitel gewesen. Das ist also nie ein "originale" Mannesmann-Karte gewesen.


    Die 0172 6306... als Beispiel ist hingegen früher eine echte Mannesmann-Karte gewesen. (Oder eben jede andere Karte, bei der die Providerkennung passt. Einfach mal bei Henning in der Liste in Bereich "HLR 20..49" nachschauen. Also das HLR nehmen und anschließend in diesem Bereich die dritte und vierte Ziffer abgleichen. Es gibt allerdings im Abschnitt "HLR 50..99 (hier ist dritte/vierte Stelle nicht relevant!)" auch wieder Ausnahmen. Sonst wär' es ja auch wieder zu einfach. 😉)


    Ein kleiner Nachtrag noch, um das vielleicht mal zeitlich ein wenig einzuordnen: Mannesmann hat das mit den Städte-HLR der Kundschaft gegenüber zwar tatsächlich kommuniziert (es gab eine offizielle Liste, in der man die Zuordnungen sehen konnte), es wurde aber schon sehr früh relativ stark davon abgewichen.


    So hat man z.B. in Dortmund-Mengede schon Mitte der Neunziger Jahre neben dem HLR 23 (Dortmund) auch Nummern mit dem HLR 28 (Recklinghausen) bekommen. Später kam dann noch das HLR 29 (Köln) hinzu, das man dort sogar noch bis nach 2000 bekommen konnte.


    Man sieht daran zwei Dinge: einerseits eben, dass die Aufteilung nach Städte-HLR recht schnell wieder aufgeweicht wurde und andererseits, dass Mannesmann/Vodafone ab März 1998 (Einführung der 0173) nicht ganz so kategorisch war, wenn es darum ging, die neuen Vorwahlen unter die Leute zu bringen.


    Die anderen Netzbetreiber waren hier deutlich strenger. Wenn man 1999 bei D1 einen Vertrag abgeschlossen hat, war die 0170 fast schon in Stein gemeißelt und bei o2 hat man zwischen 2003 und 2012 ebenfalls keine 0179 bekommen.

    Bis auf 0172 9. Das waren keine Prepaid HLR. Bei der Telekom ja.

    Doch, das waren sogar die "schlimmsten" Prepaid-Karten, denn die waren alle von Service-Providern. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis hatten damals einige bei Talkline CallYa-Karten bekommen, die waren alle 0172 9x. Die hatten also sozusagen den "doppelten Makel", nämlich sowohl Prepaid als auch Service-Provider. 😂


    Die Leute, die in meinem Adressbuch originale Mannesmann-CallYa-Karten hatten, das waren alles 0172 1x (eine 0172 14 und eine 0172 19 existieren sogar noch).


    Aber ich sehe gerade, dass Henning in seiner HLR-Liste bei 0172 9x nicht zwischen Prepaid und Vertrag unterscheidet. Aber das macht nichts, denn unter 0172 9x gab es eh keine "geborenen" Mannesmann-Karten, das war alles Service-Provider. Wohingegen es unter 0171 9x nicht nur die vielen Prepaid-Blöcke, sondern tatsächlich auch originale D1-Vertragskarten gab.


    Wenn man es also quantitativ festmachen wollte, könnte man sagen, dass 0171 9x nicht ganz so schlimm war wie 0172 9x (wo es früher gar keine originalen Mannesmann-Karten gab).

    Die 0173 hat bei mir halt die persönliche Note , dass meine erste Mobilfunk-Vorwahl auch eine 0173 war.

    Sehr interessanter Punkt, den ich hier im Forum auch schon mal irgendwann angemerkt habe: den emotionalen Aspekt darf nicht unterschätzen.


    Für Menschen, die sich mit diesem Thema überhaupt nicht befassen, kann sich das vielleicht völlig bekloppt anhören: die Dimension der emotionalen Bindung an eine Handynummer. Aber sobald man sich für ein Thema hobbymäßig erwärmen kann, spielt der emotionale Aspekt eine nicht zu unterschätzende Rolle.


    Hinzu kommt dann fast immer das Gefühl der Nostalgie. Und genau diese Mischung ist es z.B. bei mir, die mir im Laufe der Zeit einen völlig anderen Blick auf die Vorwahlen 0170 und 0173 gegeben hat. Ich hab' diesen Umstand weiter oben "retrospektiv" genannt. Einerseits kann ich mich noch genau daran erinnern, dass die "zweiten" Vorwahlen bei D1 und D2 damals auch unter "normalen" Menschen (damit meine ich gewissermaßen alle Personen, die diesen Thread hier weder abonnieren noch regelmäßig studieren würden) oft sehr unbeliebt waren. Ich kann mich z.B. noch heute sehr deutlich an ganz konkrete Situationen aus dem Jahr 1998 erinnern, in denen Arbeitskollegen beim Neuvertrag eine 0173 bekommen haben und andere Arbeitskollegen in bemitleidenswertem oder stolzem Ton gesagt haben: "Ha, ich hab' noch eine 0172!" Oder jemand ist von Debitel zu Mannesmann gewechselt und hat sich sehr darüber geärgert, jetzt auch "diese blöde neue Vorwahl, die man jedem erklären muss" (es gab ja kurz zuvor nur 0171, 0172 und 0177) nutzen zu müssen. MNP im Mobilfunk gab es ja noch nicht.


    Jetzt kommt noch der Faktor "Zeit" hinzu. 1999 gab es schon wieder neue Vorwahlen und in den Jahren danach hatten wir mit 015x und 016x plötzlich so viele neue Vorwahlen, dass kein Mensch mehr wirklich durchgeblickt hat und viele sich von der Bereitschaft verabschiedet haben, sich diese überhaupt noch alle zu merken. Ich kenne einige, in deren Köpfen die ganzen 0157X-Vorwahlen nur Platzhalter, aber keine ernsthaften Handynummern für erwachsene Menschen sind. Eine Person über 40, die eine 0157X hat? In meiner Welt absolut merkwürdig!


    Das ist rational betrachtet natürlich Quatsch (na ja, vielleicht auch nicht! 😂), aber – wie gesagt – man darf den emotionalen Aspekt eben nicht unterschätzen. 😉


    Wo ich gerade in nostalgischen Gefühlen schwelge, noch eine Anmerkung zu der Prepaid-HLR-Klamotte: dass die ersten Zahlen einer Mobilfunk-Rufnummer unter 0171 und 0172 die Karteninhaber als Prepaid-Kunden entlarven konnten, wussten damals auch viele "normale" Menschen. Das hatte mehrere Gründe. Unter 0172 z.B. war es einerseits insofern offenkundig, als man als Vertragskunde im Regelfall das HLR der eigenen Stadt hatte. Ich komme aus Dortmund und bei uns war die 0172 23..... extrem verbreitet. Die ab 1997 aufkommenden Prepaid-Kunden hatten alle keine 0172 23....., sondern entweder eine 0172 9x..... oder eine 0172 1x..... Das waren die Handynutzer, die durch zwei Dinge "aufgefallen" sind: sie haben so gut wie nie zurückgerufen (weil zu teuer oder Karte leer) und haben grundsätzlich nie auf SMS geantwortet (mit Prepaid-Karten konnte man damals SMS nur empfangen, nicht aber versenden).


    Diese Personen wurden dann in den Köpfen vieler automatisch in der Schublade "keine 'echten' Handynutzer" abgelegt, da sie im Prinzip nicht so "richtig" am Mobilfunk teilgenommen haben. Da waren eben oft Punkte, die man bei denen "beachten" musste. 😉


    Das hat sich allerdings schon ab dem Jahr 2000 wieder deutlich geändert, als D1 und D2 mit massiver Werbung für Xtra und CallYa um die Marktführerschaft gekämpft haben und das eher negative Image "Prepaid ist nur für Leute mit schlechter Schufa oder kleine Kinder" so langsam verschwand.


    Aber zurück zur (Vertrags-)Nostalgie. In Dortmund fingen 1998 alle von Mannesmann herausgegebenen 0173-Nummern mit "29" an. Wenn ich also heute jemanden in Dortmund mit solch einer Nummer sehe, weiß ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass diese Person die Nummer vermutlich schon seit 28 Jahren ohne Unterbrechung besitzt. Als Mobilfunk-Nerd habe ich natürlich bei Gelegenheit solche Leute auch immer gefragt. Die Trefferquote liegt hier bei 100 %.


    Kurzum: bei einer 0173 29..... habe ich Synapsen im Kopf, die ein deutlich heimeligeres Gefühl aktivieren als wenn ich eine 0172 1x sehe, die vielleicht erst in diesem Jahrhundert überhaupt das erste Mal im Netz gefunkt hat (ich habe einige Kontakte, die haben ihre 0172 1x erst deutlich nach 2000 bekommen).


    Bei D1 ist es ähnlich. Meine Frau hat eine der ersten Vertragsnummern mit 0170 im HLR 80. Sie hat bis jetzt in ihrem Leben nur eine einzige Handynummer gehabt, nämlich genau diese. Die Telekom hat Xtra damals im HLR 84 gestartet, später (nach 2000) kamen dann die Massen an 1x und 9x hinzu. Die Chance ist also sehr groß, dass die Nummer meiner Frau älter ist als eine 0171 1x oder 0171 9x.


    Wenn man also die Faktoren Emotion und Nostalgie "einpreist", kann es irgendwann passieren, dass eine 0173 29 oder eine 0170 80 plötzlich viel edler erscheint als bestimmte Rufnummernblöcke unter den "heiligen" Vorwahlen 0172 und 0171.


    Abschließend darf man an diesem Punkt auch nicht mehr die Tatsache verdrängen, dass jüngere Generationen nachwachsen, die vielleicht zur 015x eine emotionale Bindung haben (ja, gruselig, ich weiß 😂) und die 0171 und 0172 als "Boomer-Vorwahlen" betrachten ("Cool, meine Uroma hat auch so eine!").


    Das sieht man ja mittlerweile auch wunderhübsch hier im Thread: da kommt eine Person und fragt, ob ihre 015x "VIP" genug sei – zwei Minuten später dann die erste Person, die mit Schnappatmung in ihr Keyboard hämmert, dass alles außer 0171 und 0172 absoluter Müll sei. 😎


    Ich zähle mich, was meine eigene Mobilfunk-Sozialisation anbelangt, freilich nicht ganz ohne Stolz zur 0171-0172-Fraktion mit amtlicher HLR-Schnappatmung. Aber, und das zeigen mir die Vowahlen 0170 und 0173: man wird ja im Alter durchaus milder. 😁 (Ich bin übrigens noch keine 50. 😉)


    Bei freenet flex werden aber keine 0172 mehr angezeigt.

    Sehr merkwürdig. Als ich weiter oben Freenet Flex erwähnt habe, hatte ich die App extra noch mal installiert. Da wurden mir in der Nummernauswahl direkt nur 0172 vorgeschlagen. Gerade eben habe ich noch mal nachgesehen: nur 0174. Ich würde die App aber trotzdem im Auge behalten und immer mal wieder nachschauen. Kann mir nicht vorstellen, dass es da in Zukunft gar keine 0172 mehr gibt.

    Die meisten Menschen interessierten sich aber nie für diese Normen und machten schon immer, was sie wollten. :)

    Ja eben, das sag' ich doch, z.B. Nummern in Zweierblöcken lesen/diktieren. 😉

    Das sieht man sehr schön bei völlig überflüssigen falschen Bindestrichen zwischen Vorwahlen und Nummern

    Stimmt, die finde ich auch fürchterlich.


    xrw Ja, mag ja alles so sein. Aber es ändert eben trotzdem nichts daran, dass die meisten Menschen Rufnummern intuitiv in Zweierblöcken unterteilen, wenn sie nicht jede Ziffer einzeln lesen/diktieren. Und es ändert auch nichts daran, dass z.B. bei der 0172 2102... die "21" das HLR für Düsseldorf und die "02" die Providerkennung für Mannesmann war, die Mobilfunk-Nummern also von links nach rechts in Zweierblöcken "konstruiert" waren.


    Wir haben eben beide recht. Und letztendlich ist es ja egal, wie man die Nummer gliedert/diktiert/liest. Ich hab' nur angemerkt, dass der Umstand, dass Menschen Rufnummern sehr oft im Zweierblöcken gliedern, hier zufällig technisch/semantisch betrachtet Sinn macht, auch wenn HLR und Providerkennungen seit Ewigkeiten keinerlei praktische Funktion mehr haben. 😊


    Bei einer 2003000 springt einem das wegen der Nullen sofort ins Auge. Aber bei der 0172 2345678 würde mir als Nostalgiker kurz ein Schauer über den Rücken laufen, wenn ich sie als "0172 2 34 56 78" aufgeschrieben und das schöne alte Dortmunder HLR 23 "durchgeschnitten" sehen müsste. 😂

    Die 2er-Gliederung der Telefonnummern war aber immer von hinten. Die Wikipedia behauptet, dass das vom Duden stammt, aber dort steht, dass es die amtliche Schreibweise der Post war. Ist auch plausibler und war ja so auch in den Telefonbüchern und ist es wahrscheinlich immernoch (hab schon lang keins mehr von innen gesehn). Duden von 1947 (Selbstwählferndienst hats da noch keinen gegeben):

    Ändert aber nichts daran, dass das HLR die ersten zwei Ziffern und (z.B. bei 0172) die Providerkennung die beiden Ziffern danach sind und dass Menschen Rufnummer von vorne lesen/diktieren und nicht von hinten.


    Im Festnetz war es früher auch so, dass die ersten zwei Ziffern nach der Vorwahl immer einem Stadtteil zugeordnet waren. Stadtteil X hatte z.B. 61...., Stadtteil Y 62.... usw. Es ist also technisch gesehen richtig, mit einem Zweierblock zu beginnen und nicht mit einer einzelnen Zahl oder einem Dreierblock.


    In Telefonbüchern standen die Nummern auch immer mit einem Zweierblock beginnend und mit Zweierblöcken fortlaufend. Hier mal eine Seite aus dem Berliner Telefonbuch von 1961:


    https://www.alamy.com/original…-1961-image477795843.html


    Ich hab' es in freier Wildbahn auch noch nie erlebt, dass jemand eine Nummer 1 23 45 67 diktiert. Nicht mal bei Generationen, die noch mit der Bundespost aufgewachsen sind. Auch das Diktieren in Dreierblöcken ist in Deutschland völlig unüblich.


    Der Klassiker, wenn es um die Gliederung von Telefonnummern geht: Loriot in "Pappa ante portas":


    Er sagt die Telefonnummer selbstverständlich in Zweier- und nicht in Dreierschritten auf (0:54 Min.). Das Gleiche, als er telefoniert (1:36): zuerst tippt er die längere Vorwahl und dann in Zweierschritten die Rufnummer, wobei am Ende eine Zahl übrig bleibt.

    Aus 30-jähriger Erfahrung mit genau einer solchen Nummer empfehle ich beim Diktieren allerdings die Ziffernfolge mit XNullNull XNull anzusagen, da auch bei dem Aufsagen mit kleinen Pausen von z.B. 017x-300 20 xx trotzdem gerne erstmal 017x-320 notiert wird - verbunden mit der Feststellung, dass es aber eine kurze Telefonnummer sei ;)

    Bei diesem Zahlenmuster gibt mein Python-Skript übrigens genau aus diesem Grund eine Warnmeldung aus: "Achtung! Schlecht zu diktieren!" 🤓


    Zwei weitere technische "Nachteile" hätte sie aus Sammler-Sicht, die ihren Wert leicht schmälern würden: sie besteht aus vier verschiedenen Ziffern und diese haben in sich keine "Ordnung", wobei eine Ordnung die vier verschiedenen Ziffern wieder verschönern könnte, wenn die Nummer 400 50 60 lautete. Zudem wären 4, 5 und 6 hier aufsteigend, was viele Menschen als angenehmer empfinden würden als 600 50 40.


    Es gibt auch noch Puristen, die teilen Nummern wenn dann nur in Zweierschritten, also z.B. 12 34 567. Technische Begründung: HLR-PROVIDERKENNUNG-REST. Nicht technische Begründung: in Deutschland hat es Tradition, Telefonnummern in Zweierschritten aufzuteilen. Viele Menschen machen das einfach völlig automatisch. Ich finde allerdings, dass das bei einer 400 60 50 nicht so stark ins Gewicht fällt, selbst wenn man die Leerzeichen weglässt.


    (Bei einer Nummer wie 5335353 hingegen, die man selbst als 533 53 53 schreiben/diktieren würde, wäre man regelmäßig damit "konfrontiert", dass andere Personen die erst mal als 53 35... lesen würden, bevor denen überhaupt vielleicht die Struktur auffällt.)


    Die beste Kombination bei vier verschiedenen Ziffern wäre hier natürlich trotzdem 40 50 600. So würde sie mir sogar besser gefallen als wenn sie nur aus drei verschiedenen Ziffern bestehen würde (z.B. 40 50 500).


    Die zweite Nummer hat noch den Makel der Vorwahl 0173. In historischer Retrospektive finde ich persönlich zwar 0170 und 0173 noch ganz passabel (die 0170 ist etwas besser, da sie nur aus drei verschiedenen Ziffern besteht), aber als die beiden Vorwahlen im März (0173) und August (0170) 1998 veröffentlicht wurden, fanden auch viele "normale" Menschen diese Vorwahlen schlimm und haben sich geärgert, dass sie keine 0171 oder 0172 mehr bekommen haben. Die Stimmung war da also eher negativ und nicht "oh, cool, neue Vorwahl".


    Dennoch: auch die 0171 400 60 50 ist zweifelsohne eine sehr gute Nummer. Ich habe davon ebenfalls eine in meiner Sammlung, auch noch eine mit 0172. Die 0173 hingegen hätte ich persönlich wahrscheinlich eher abgegeben, als 4050600 hätte ich sie allerdings ganz sicher behalten (allein schon wegen der 3 und 4 bei Vorwahl und Rufnummer).

    Ich habe eine 0172 VIP die mit 9 beginnt. Kein Prepaid HLR.

    Deswegen ist das ja auch nur ein Scherz. Früher waren die 1x und 9x sehr oft vom Prepaid-Grabbeltisch und daher beim den ganz harten Sammlern deutlich weniger wert als eine Vertragskarten-Nummer. 😉


    Vielen ist das heute egal, aber man kann diese historische Tatsache trotzdem nicht wegdiskutieren. Es war früher eben "einfacher" und vor allem "günstiger", eine 0171 1x oder 0171 9x zu bekommen. Die Älteren werden sich z.B. noch sehr gut daran erinnern, dass es früher auf eBay massenweise 0171 9x gab. 0171 mit Vertrags-HLR gab es aber in Zeiten vor der (mittlerweile wieder eingestellten) öffentlichen Wunschrufnummern-Datenbank der Telekom quasi überhaupt nicht auf eBay.


    Genau das ist noch eine Nachwehe dieser historischen Prepaid-Vertrags-HLR-Tatsache.


    Nachtrag: Unter 0172 waren die 9x-HLR sehr oft von Service-Providern, also keine "geborenen" Mannesmann-Karten. Heute auch vielen egal. Aber Mannesmann war halt früher deutlich edler als Debitel, Mobilcom, Talkline oder die ganzen anderen billigen Horror-Buden. 😂