Beiträge von hrgajek

    In der Mobilfunkbranche wird gerne mit Stapelbetrieb (Batch) gearbeitet. Die sammeln intern Aufträge und wickeln die dann auf einen Rutsch ab.

    Sicher könnte man Echtzeit realisieren, aber das würde Geld kosten, was keiner zahlen will. Du wirst ja per SMS und oder e-mail vorher rechtzeitig gewarnt, dass die karte "abschalten" könnte, also hast Du genügend Zeit für eine Old-School-Überweisung :-)

    Open Access geht, solange nicht die Telekom im Spiel ist. Da sind die jeweiligen Einzelinteressen zu krass.


    Die Telekom hat ja schon alles, sie braucht eigentlich nur noch die letzten Meter vom FTTC-Verteiler zum Haus. (FTTC - Glasfaser bis an die Bordsteinkante)


    Die private Konkurrenz möchte aber Bitstream Access verkaufen, da werden die Signale vom Kunden über die Infrastruktur des Konkurrenten zum Rechenzentrum und erst von dort zur Telekom geleitet, dafür gibts mehr Geld, als für das Vermieten einiger dunkler Fasern.


    Die Telekom kann rechnen und solange es billiger ist, die Leitungen selbst zu verlegen, als Infrastruktur zu mieten, tun sie das.


    Wenn nun Anbieter X einen Ort "eigenwirtschaftlich" ausbauen möchte, droht der Telekom dort ein Kundenverlust. Also wird sie (muss sie) gegensteuern, aber dabei die Kosten im Auge behalten. Also wird sie anfangen auch auszubauen (oder es ankündigen) und der private Anbieter bekommt kalte Füße und macht nix. Ergebnis: Alle sind frustriert.


    Es wurde verpennt, Deutschland bundesweit zum Ausbau auszuschreiben (wie eine Autobahn) und dann Parzelle für Parzelle an die Bieter zu vergeben, mit der klaren Bedingung, dass alle Kunden von Kupfer auf Glas angeschlossen werden müssen (alle Kunden die heute schon einen Kupferanschluss haben ohne Aufpreis für den Kunden vor Ort, wenn der seinen Vertrag nicht aktiv ändern will) und dass alle Kunden bei allen (!) Anbietern Verträge haben oder behalten dürfen.

    Das hätte bedeutet, dass die Mehrheit bei der Telekom geblieben wäre und die privaten kaum eigene Verträge hätten verkaufen können.


    Aus Kundensicht wäre es die einzig sinnvolle akzeptable Lösung.


    Jetzt ist es dafür eigentlich schon viel zu spät.


    Es wird Firmen geben, die wollen, aber nicht können, die pleite gehen oder sich zusammenschließen, die aufhören müssen, weil das Geld nicht reicht und die Telekom wird am Ende als Sieger übrig bleiben, vielleicht noch ein oder zwei richtig große daneben, vielleicht. (Meine Prognose)

    Die Kundin ist jetzt ohne Netz und eine Sonderkündigung akzeptiert 1&1 natürlich nicht :-(


    Dass die Branche einfach nicht begreifen will, dass sie sich selbst einen Gefallen täten, wenn sie diese Kunden sofort rauslassen, anstatt den Frustfaktor zu erhöhen und das Risiko zu haben, dass solche Kunden lautstark jedem erklären, wie "schlecht" ihr Anbieter ist, will mir einfach nicht einleuchten.


    Muss da erst wieder der Gesetzgeber eingreifen?