E-Plus-Chef: Fusion mit o2 ist nur noch eine Frage des Preises
Auch Uwe Bergheim hält von Analysten errechneten Übernahme-Preis für überbewertet 15.09.2003
12:08
In der Frage um eine mögliche Fusion zwischen E-Plus und o2 hat sich nun auch der E-Plus-Chef Uwe Bergheim zu Wort gemeldet. Bereits Ende letzter Woche sagte ein Sprecher der E-Plus Muttergesellschaft KPN, der von Analysten errechnete Kaufpreis von ein bis zwei Milliarden Euro für o2 sei unangemessen hoch. Dieser Auffassung ist auch Bergheim, für ihn ist das Zusammengehen der beiden Konkurrenten nur noch eine Frage des Preises.
Gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD) sagte Bergheim: "Wenn 80 Prozent des deutschen Marktes bei zwei großen Anbietern liegen, dann ist es im Rest eng. Wir wollen elf Millionen Kunden erreichen, uns fehlen dazu noch zwei bis drei Millionen, die kann man kaufen oder organisch aufbauen". Durchaus möglich sei es, dass man schon morgen einen Verkäufer finde, der profitable Kunden für einen Preis anbietet, den man bezahlen wolle. Wie der KPN-Sprecher in der vergangenen Woche fügt auch Bergheim mit an, dass die Integrationskosten der o2-Kunden bei rund einer Milliarde Euro liegen würden: "Die schlage ich auf den Preis drauf. Und damit ist es im Moment überbewertet".
Laut Branchenkreisen wartet KPN nur noch darauf, dass mmo2, die britische Mutter von o2, auf einen akzeptablen Preis heruntergeht. Bergheim gab in einem Interview an, man habe zwar in der Vergangenheit Gespräche geführt, derzeit fänden aber keine Verhandlungen statt. Nach Angaben der FTD hat KPN-Finanzchef Maarten Henderson kürzlich bekannt gegeben, man wolle bei einer Übernahme "das eigene Schicksal selbst bestimmen". Gemessen an diesen Aussagen wird es im Falle einer Fusion wohl nicht zu einer Gemeinschaftsfirma kommen.
Quelle: teltarif.de
Ob drei Betreiber in D für mehr Wettbewerb sorgen, wage ich mittlerweile zu bezweifeln...die E-Netze sind im Moment auf einem guten Weg, den D-Netzen Kunden abzujagen, wenn E-Plus sein Netz wirklich noch massiv ausbaut, sehe ich sogar die Chance, dass E-Plus von den D-Netzen noch mehr Geschäftskunden abjagen könnte. Mittlerweile hat es sich auch bei Laien rumgesprochen, dass es bei O2 Power-SMS und Genion gibt und dass man bei O2 günstiger ins T-Mobile-Netz telefonieren kann, als T-Mobile-Kunden untereinander. Die E-Netze wachsen, klar muss man dazu erst mal Lockangebote auf dem Markt bringen, die vielleicht erst mal nicht soviel in die Kasse spülen. Aber ich glaube nicht, dass die E-Netze dadurch am Hungertuch nagen, immerhin verdient ja sogar E-Plus mit seinen 3 ct. ins Festnetz noch was dran...eine Fusion oder ein Kauf von O2 seitens E-Plus wäre sinnvoll, wenn beide Netze auf der Stelle treten würden und sich der riesige Vorsprung der D-Netze sogar noch verschärfen würde. Aber da im moment mehr Bewegung im Markt in Richtung der E-Netze zu beobachten ist, finde ich ein Zusammengehen in diesem Moment schlecht für beide Netze und vor allem für den Wettbewerb.