Beiträge von elchris

    Dazu müssten die Netzbetreiber aber selber aktiv werden und diese Netze in den Fahrzeugen installieren (die Bahn hat per ihrer Tochter Systel nur eine GSM-R Lizenz). Den Anbietern gefallen ja nicht mal die damaligen Repeater wodurch der aktuelle technische Stand bearbeitete, sog. "mobilfunkdurchlässige" Fenster sind, also die Dämpfung von heute teilweise über 20dbm auf unter 10 fällt.


    Nein, Bahnstrecken sind wie alle Verkehrswege einfach vollständig mit einem Mindestpegel auszuleuchten, geschieht das engmaschig kann ein Zug recht genau geortet werden (Sektorortung, geht also sogar mit GSM und EInfachhandy).

    Jein, das ist durchaus schon noch Thema Notruf via Mobilfunk und Antwort (sorry wenn die etwas ausgiebiger erfolgt ist) auf eine konkrete Frage. Die von GreenBay gebrachte Geschichte ist ein Fall von wie gut, dass es Mobilfunk gibt, aber nicht immer die erste Wahl ist.


    Denn: Bekannter fährt Linienschiff - hier gab es auch schon Notrufe mit Dialogen ala "Wo sind sie?" "Auf dem Bodensee".

    Ich finde es höhst irritierend, praxisfern und potenziell lebensgefährlich von einem Notruf abzuraten und stattdessen aufzufordern sich an (oft nicht mal vorhandenes) Zugpersonal zu wenden, dass man auch erst suchen müsste:!: (Brauchte ich aus anderen Gründen Zugpersonal, bin ich oft etliche Minuten lang durch den Zug gelaufen, teils sogar erfolglos. Im Notfall würde so nur wertvolle Zeit verschwendet:!:)

    In einem Notfall kann man wenig falsch machen (ausser garnix) und daher gibt es z.B. für Bahnmitarbeiter auch sehr wenige Vorgaben ausser sinngemäß eine der Situation angepasste Maßnahme zu treffen. Selbiges gilt für den Fahrgast, der sich wie im Flugzeug (dort wird es vor jedem Abflug vorgetanzt...) mit Notfalleinrichtungen, mindestens deren Standort vertraut machen muss. Eine Noteinrichtung in modernen Fahrzeugen ist die Sprechstelle, hier erhält man sofort Kontakt mit dem Zugpersonal. Ebenso hätten wir in einem wirklichen Notfall auch die Notbremse - diese ist bei allen Fahrzeugen, die nicht mit Personal im Fahrgastraum besetzt sind überbrückt, d.h. sie löst beim Lokführer nur ein Signal aus und er hat zu handeln. Hier wieder der Situation angepasst gehandelt. Ist keine Gefahr für die Zugfahrt ersichtlich wird bis zum nächsten sicheren Halt gefahren, zur Not die Strecke gesperrt und dann gehts zur Erkundung. Ist Zugpersonal vorhanden wird die Notbremse vom Personal im Wagen zurückgestellt, d.h. da erscheint ganz schnell jemand bei dir im Wagen und schon geht die Meldekette sauber los. Und sollte irgendjemand wegen des Ziehens der Notbremse in einem Fahrzeug in so einem Fall Probleme bekommen bitte direkt sich bei mir melden, dafür haben wir einen Mitarbeiter im Betrieb, der gleist entsprechende Beschwerdeführer ganz schnell wieder auf. Denn genau für solche Fälle gibt es diese Einrichtungen.


    Sowohl Zugpersonal als auch Fahrdienstleiter sind deutlich intensiver als die meisten Fahrgäste auf das absetzen eines qualifizierten Notrufs geschult. Kommt der Notruf von den Fahrgästen wird erfahrungsgemäß zu wenig gesagt aber übertrieben (Stresssituation, ganz klar, kein Vorwurf), so entstehen am Ende noch größere Probleme, es ist nämlich erstaunlich wie schnell Leute wieder ansprechbar sind, die vor zwei Minuten noch wie tot aussehend am Boden gelegen haben.


    Abseits davon wurde ja auch schon eingeworfen, im fahrenden Zug bietet der Ruf vom normalen Handy aus deutlich größeres Potential nicht anzukommen, versuchen nun mehrere den Notruf, kann es passieren, dass die Rettungsleitstelle von einem Massenanfall ausgeht. Mir standen schon drei komplette Feuerwehrzüge am Bahnsteig - für ein unterzuckertes Mädl, dem frische Luft und Betreuung gereicht hätte. Die alarmierten Kräfte stehen dann für andere Fälle nicht zur Verfügung, was ebenso ein Gefahrenpotential bietet.

    Dann müsste man aber in der Netzsuche das GSM-R Netz eigentlich sehen?

    Der Signalisierungsträger wird von normalen Geräten nicht als solcher erkannt. Ein paar alte Nokia gibt es, die in der Anfangszeit von GSM-R genutzt wurden als mobiles Gerät. Ebenso hat es Androidbasierte Smartphones, die für GSM-R nutzbar sind, wenn du da CM laufen lässt, müsste es auswertbar sein.

    Würde sich das Endgerät nun darin einwählen können um einen Notruf absetzen zu können? Oder hätte man einfach Pech? Vielleicht habt ihr da Antworten....

    GSM-R nein, der Frequenzbereich wird zwar von den meisten Endgeräten noch erfasst (ist direkt unterhalb des normalen öffentlichen GSM-Netzes, Netznachbar ist o2), allerdings ist das ein geschlossener Nutzerkreis, SIM Karten, die das Netz nicht kennt werden abgewiesen. Du kannst hierüber also keine Notfalleinbuchung (Anzeige Handy "nur Notrufe") vornehmen - das ermöglichen (das müssen sie) nur die anderen öff. Netze.


    Wenn du im Zug bist und es tritt ein Notfall ein bitte nicht selbst einen Notruf absetzen sondern das Zugpersonal informieren, diese rufen über den zuständigen Fahrdienstleiter dann um Hilfe. Das mag nun wie ein Schritt mehr gelten, jedoch sind nur so die Abläufe passend und es ist gleich jeder informiert, so geht die Meldekette tatsächlich schneller.


    Noch technisch zur Frage: Auf freier Fläche dürfte im ganzen Land ein Notruf möglich sein. Wird eine der bekannten Notrufnummern (110, 112, 911) gewählt, beginnt das Endgerät sofern es nicht mit dem Heimnetz oder eben einem Fremdnetz für Notfälle verbunden ist, mit der Netzsuche und zwar mit wesentlich höherer Sendeleistung wie normal, auch das Netz geht auf höchste Sendeleistung, zur Not werden auch andere Telefonate aus dem Netz geworfen. Anders wie ein normales Telefonat, das bei schwachem Netz recht schnell abgeworfen wird, passiert das beim Notruf nicht, an wirklich sehr schlecht funktechnisch ausgeleuchteten Stellen kann der Aufbau des Notrufs bis zu zwei Minuten dauern - kommt aber zustande wo mit normaler Sendeleistung schon längst schluss ist. Der Akkuverbrauch ist dann allerdings beeindruckend.


    GSM-R hat eine dedizierte Notruffunktion, hier wird sowohl via das Netz als auch direkt zu Teilnehmern in der Nähe gerufen, alle regulären Telefonate und Datenverbindungen getrennt und die Geräte lautgeschalten. Zur Not kann man auch jedes GSM-R Gerät umschalten (es läuft ein dauerhaftes Roaming in Telekom GSM) - da die Antenne am Dach ist, geht das auch viel weiter wie normale Handys.


    Kurzum - ein Notruf geht fast immer.

    Vodafone könnte durch seine Partnerschaft mit A1 das Roaming in diesen Ländern bisher auch schon günstiger anbieten. Aber man tat es nicht, hier könnte diese Bude etwas Bewegung reinbringen. Habe den Tarif gleich mal jemandem empfohlen, der mehrmals im Jahr Deutschland-Bulgarien via Serbien unterwegs ist, das war bisher immer recht teuer falls das Handy mal genutzt werden musste.