Nun ja, dass mit einem Seniorentelefon ist so eine Sache.
Ja, es sind gutgemeinte Geräte die da auf dem Markt zuhaben sind, aber das Hauptproblem wird hier nicht angegangen.
Aus eigener Erfahrung sind die Senioren nicht bereit oder in der Lage sich an ein neues Telefon zu gewöhnen.
Deshalb sollte man versuchen das schon genutzte (Festnetz)Telefon weiter nutzen zu können.
Die Bedienung ist den Senioren seit Jahren geläufig und eine Umstellung nicht oder nur im geringen Maß nötig.
So habe ich für einen Bekannten (83), welcher ins Altersheim musste, sein altes Festnetztelefon über ein Telekom Speedport HSPA (für ihn kostenlos da nach UMTS-Abschaltung für mich nicht mehr nutzbar) und einer Kauflandkarte (4€/28d) kostengünstig das telefonieren im Altersheim ermöglicht.
Meine Schwester hat seit ihrem Umstieg von Festnetztelefon aufs Handy vor über 10Jahren ein SeniorenTelefon (Panasonic KX-TU-301 [ein fürchterliches Gerät]) und hat gelernt damit umzugehen. In letzter Zeit funktionieren einige Tasten manchmal nicht mehr und ich habe ein anderes SeniorenHandy für sie gekauft, da das KX-TU-301 schon lange nicht mehr produziert wird.
Sie nutzte allerdings weiterhin das defekte Panasonic, so das ich mich entschloss bei E-BAY ein gebrauchtes guterhaltenes Panasonic KX TU-301 für 15€ zu kaufen.
Nun ist meine Schwester zufrieden und nutzt auch das neuerstandene Gerät (das alte def. wird als Reserve aufgehoben).
Meine Nachbarin (81) hat für den Notfall von ihrem Enkel ein SeniorenHandy (artfone C1+) incl. CallYa Smartphone Spezial Karte (200Min+2,5GB) bekommen. Sie hatte bisher noch nie ein Telefon, geschweige denn Internet gehabt. Aktiv genutzt wird das Telefon von ihr nie, denn es wurde weder eine ausführliche Bedienung von Seiten des Enkels mit seiner Oma noch eine optimale Einstellung von Handy+Karte durchgeführt. Der Enkel ist der Meinung ja etwas für die Oma gemacht zu haben, gekümmert hat er sich jedoch nicht.
Ergebnis: Oma landete Anfang Oktober im Krankenhaus.
Warum: Handy war wie immer im Schlafzimmer -> Enkel hat angerufen -> Oma war im Bad und wollte schnell zum Telefon [weil nach 20s die Mailbox rangeht], ist dabei ausgerutscht und konnte nicht mehr aufstehen. So hat Sie die ganze Nacht von etwa 19Uhr an bei offenem Badfenster gelegen bis ich Sie so gegen 8Uhr früh halbnackt gefunden habe. Sie ist aber inzwischen genesen.
Ich will damit nur nochmal hinweisen, dass ein eingehen auf die Bedürfnisse der "beglückten" Person und der Einweisung mit dem Umgang des Seniorenhandy wichtiger sind als ein bestimmtes Handy.
Nun noch etwas allgemein zu Seniorenhandys:
- möglichst lange Akku-Laufzeit
- keine Dual-SIM bzw. 2.SIM nicht bestücken (bringt Senioren nur durcheinander und verkürzt Akkulaufzeit)
- die Tasten an der Seite (Taschenlampe, Lautstärke) sollten optisch besser erkennbar sein. (Bei meiner Nachbarin [artfone] hat des öfteren die Taschenlampe die ganze Nacht geleuchtet, weil sie den Ausschalter nicht gefunden hat und versehentlich die Lampe eingeschalten hat)
- der Ladevorgang sollte geräuschlos sein (kein Beep) bzw. kein aufleuchten bei Ladeende (stört den Nachtschlaf) und es sollte eine Ladeschale vorhanden sein.
- Notruftaste ist nicht wichtig, da Senioren das Handy nicht ständig bei sich tragen und im Notfall das Handy unerreichbar 1-2m entfernt befindet (eine Smartwatch [Kinderhandyarmbanduhr] ist dafür besser geeignet)