Ich danke euch für eure Ausführungen. Die 10km Grenze ergibt sich dann also zu allererst aus den eingesetzten Komponenten, die 1&1 bezieht. Es gibt ja durchaus Module, die auch 40km ohne Verstärker/Repeater schaffen. Zumindest für klassisches Ethernet.
Hier werden ja nicht einfach Datenübertragen sondern ein Signal das 1:1 umgewandelt in ein elektrisches Signal so von den Antennen gesendet werden muss.
Es gibt also nicht die Möglichkeit defekte Pakete erneu zu erfragen oder zu reparieren. da es zeitlich keine Verzögerung geben darf. Daher auch die Begrenzung auf 10km.
Bei meinen "Recherchen", wenn man es denn so nennen will, habe ich jetzt gelernt, dass der erste Hop zwischen RRU und BBU der Teil ist, der tatsächlich sehr latenzkritisch ist. Daher gilt, je kürzer die Strecke, desto besser, vereinfacht gesagt. Das lässt sich tatsächlich technisch nicht via Richtfunk abbilden.
Die BBU erstellst und moduliert das Trägersignal und leitet es über Lichtwellenleiter zur RRU, die RRU wandelt Licht in elektrische Signale und sendet dieses über ein Antennenkabel zur Antenne und empfängt von dieser auch die einkommenden Signale und wandelt diese in ein Lichtsignal für die BBU.
Könnte die BBU aber nicht trotzdem, klassisch, unten am Turm montiert sein? Zumindest an Standorten, die Versatel nicht selbst erschlossen hat? Oder sind alle Standorte bei 1&1 technisch mit identischen Komponenten ausgerüstet? Dann ist es ja eher eine kaufmännische Überlegung, wenn man so will.
Dann macht ja das ganze System von 1&1 keinen Sinn mehr. Es gibt bei 1&1 eben keine klassische BBU mehr, die komplette eNodeB existiert nur noch als PHY Software auf irgendeinem Server.
1&1 nutzt ja nicht nur OpenRAN sondern auch direkt VRAN. Das bedeutet die Technik ist nicht nur frei unter den Herstellern tauschbar weil universal sondern Sie existiert gar nicht mehr. Das komplette interne 1&1 Netz existiert quasi nur in der Cloud, als Virtuelles Konstrukt auf Servern.
Ich hoffe ich konnte das irgendwie anschaulich erklären.