schon zu schwer, um damit noch bequem telefonieren zu können
Das DECT-Mobilteil Gigaset E560 bringt 140 Gramm auf die Waage. Niemand würde behaupten, dass wäre zu schwer. Und das ist ein Gerät für stark beeinträchtigte Menschen. Halte aus Spaß mal eine 1-Liter-H-Milch gegen Dein Gesicht und schaue, wie lange Du die halten kannst. Gewicht ist nur ein Teil-Aspekt aus Material-Anmutung und Formgebung (Breite, Dicke, …). Du bist nicht so schwach, um nicht mehrere 100 Gramm für mindestens eine Stunde zu halten. Gewicht ist nur ein kleiner Teil dieses Aspekts, wie Du an Deinem Sony Ericsson K800i siehst. Die Kombination „aller“ Faktoren passt einfach nicht.
Und hier liegt das Problem: Was ist „alle“. Solche Dinge werden bis heute nicht richtig erforscht bzw. ermittelt. Und am Ende kommt ein Gerät raus, an dass Du Dich (a) erst gewöhnen musst = Vorbehalte und (b) dass dann doch nicht gut in der Hand liegt. Warum auch immer. Meine wilde Spekulation ist, dass eher das Hand-Umschließen das Problem ist. Das könnte bedeuten, dass die Geräte zu breit sind. Aber auch dieser Ansatz ist meiner Meinung nach falsch … denn ich brauche (und sollte wegen der Antennen) das Gerät gar nicht umschließen bzw. greifen. Ich muss es nur leicht drücken oder unten zwischen Daumen und Zeigefinger unterstützen.
Aber ist auch das falsch – oft sind unten im Rahmen das zweit/dritte Mikrofon. Decke ich die ab? Wissen die Hersteller überhaupt, überprüfen die Hersteller überhaupt, wie/dass die Kunden die Telefone richtig halten? Egal wie, das Apple iPhone ist nicht zu breit. Sony Xperia geht mit einem Bildschirm-Verhältnis von 21:9 sogar einen noch radikaleren Schritte keine zu breiten Geräte zu bauen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben hier wieder das Problem, dass ihr Eure Telefone immer noch so genau wie vor 25 Jahren verwenden wollt. Und das war damals einfach Käse. Man hält das Telefon heute ganz anders. Und noch Schlimmer, einige Dauer-Quatscher haben sich noch immer kein Headset geholt.
für die smarte Welt bislang nicht so recht zu begeistern
Analysieren, was Deine Mutter brauchen könnte und dann zusammen genau das lernen. Ansonsten Handy ganz wegnehmen. Im Notfall kann man ein Mädchen an der Bushalte-Stelle fragen. Und immer wieder analysieren, ob sich nicht nun ein neuer Grund für das Smartphone aufgetan hat.
noch die Akkulaufzeit im Standby
Auch wieder 25 Jahre zurück. Den durch ganz Deutschland fahrenden fliegenden Händler, der Montags sein Netzteil daheim vergessen hat, der die Woche irgendwie überleben muss – den gibt es nicht mehr. Jeder, wirklich jeder in Deutschland kommt abends zu einer Steckdose. Hat er sein Netzteil vergessen, leiht man sich beim Zimmer-Service eines aus. Hier bin ich knüppellhart: Apple hat uns mit dem täglichen Laden das Beste gegeben, was der Mobilfunk die letzten 30 Jahre gesehen hat – man denkt ans Aufladen, man kommt in eine Routine, das Handy ist eben nie mehr leer … weil man täglich auflädt. Wichtig ist allein nur noch, dass man über einen Tag kommt. Und ein Handy, dass wegen VoLTE den ganzen Tag eine Internet-Verbindung aktiv halten muss … das kann keine drei Wochen Standby mehr haben (die völliger Unsinn waren).
Kann das Mocor Nokia 215 eigentlich VoLTE ohne Datentarif?
Du meinst, wenn Mobile Daten ausgeschaltet sind? Ich meine das getestet zu haben. Es fehlt dann merkwürdigerweise das VoLTE-Logo, aber es war VoLTE. Wenn Du willst teste ich das nochmals nach.
Wieso [sind weder Mocor noch KaiOS (bisher) Software-Plattformen auf denen man so ein gutes Telefon bauen könnte]?
KaiOS basiert auf Mozilla/Gecko. Gecko wurde vor ein paar Jahren quasi komplett ausgetauscht. Daher funktioniert JavaScript im Detail heute völlig anders. Und die Apps müssen alle durchgetestet werden. Und der Web-Browser an sich, kann jetzt ganz neu aufgestellt werden. Wir müssen schauen, was KaiOS 3 bringt. Mocor ist von der Bedienung her auf dem Niveau von vor 25 Jahren. Opera Mini 4 ist auf dem Niveau von vor 15 Jahren.
Auch müsste man sich überlegen, was ein Mobiltelefon heute minimal leisten kann, um in Betracht zu kommen (Messanger wie WhatsApp, Telegram, …) aber auch Navigation im öffentlichen Nahverkehr (Fußgänger, Bus, Bahn, Taxi), aber auch in Bezug auf Nachrichten-Abos (Was braucht ein Bauer in Zentral-Afrike) bzw. Nachverfolgungen (Pandemie) aber auch mobile Bezahl-Systeme und Diebstahlschutz (verschlüsselter Speicher aber auch Neueinrichtungs-Sperren).
Firefox OS probierte diese ganzen Fragen (im Nachhinein) wenigstens einmal anzugehen. Und hatte dann sogar umgeschwenkt und ein Konzept für Tasten-Telefone entwickelt – damals nur knapp fünf Jahre hinter der Musik. Leider hat das bisher keiner der großen Hersteller jemals richtig in Angriff genommen, kein Sony Ericssion, kein Nokia Mobile Phones, kein Samsung, kein LG, kein MediaTek und erschreckenderweise auch kein Huawei, ZTE oder TCL. Inzwischen mehr als fraglich, ob solch eine Aufgabe bei einem Hersteller und dessen „Forschungsabteilung“ überhaupt richtig angesiedelt wäre.
Die forschenden, wissenschaftlich geprägten Länder haben verschlafen, hier eine Lücke zu füllen. Zurück zu unserem Problem: Einen guten Touchscreen (und mit restlichen guten Komponenten) schafft die Industrie bisher nicht unter 120 €. Einen schlechten Touchscreen mit schlechten Komponenten schafft die Industrie bisher nicht unter 60 €. Die Frage ist, ob ein guter Bildschirm ohne Touch wirklich noch irgendwo in diesen Preisbereich passt.