Alles anzeigenDas Problem ist doch, daß unterhalb von eSUVs Traktionsbatterien mit um die 30 kWh üblich sind. Da ist bspw. ein 61 kW e-UP mit 130 km/h Spitze und 200 km Reichweite. Der lädt dann mit 7,2 kW AC und 37 kW DC.
Wenn wir mal Abmessungen und Gewicht dieser Fahrzeugklasse hernehmen, kommen wir mit einem Verbrenner nicht nur locker auf Tagesfahrleistungen jenseits der 700 km, wir bekommen notfalls auch fünf Leute und Gepäck rein und auch noch auf mehr als drei Sterne im NCAP. Und zahlen deutlich weniger als 27.000 € aufwärts.
Mit einem solchen Verbrenner rangiert man morgens aus der winzigen Parklücke in der Innenstadt raus und kommt mit 200 km/h Spitze über die Autobahn wenige Stunden später in einer ebensolchen in einer anderen hundert(e) Kilometer entfernten Stadt wieder zum Stehen. Ohne Nachtanken. Ohne suchen zu müssen, wo man den fetten Crossover-SUV mit 80 kWh-Batterie jetzt eigentlich läßt und wieviel das kostet.
Der elektrische "Stadtflitzer" von VW kann das nicht: Mit dem bleibt man wie mit einem Fahrrad oder dem Bus an dieselbe Stadt gefesselt. Und für den Rest muß man in den Zug steigen. Oder vorsorglich ein richtig dickes BEV kaufen und einen Parkplatz mit Steckdose im Parkhaus dazu, um dann das Ziel nach der Verfügbarkeit von Ladesäulen auszuwählen.
Sehe ich auch so.
Das mit der Batterie betrifft ja nicht nur Kleinswagen sondern auch die Kompaktklasse, wenn ich da zum Beispiel an den Mazda MX-30 und Mini Cooper SE denke.
Hinzu kommt das das Verbrauchsverhalten von Elektroautos ganz anders ist als bei Verbrennern. Während Verbrenner im städtischen Verkehr, vorallem beim Stop&Go den höchsten Verbrauch haben, sind da Elektroautos schon echte Sparwunder und können ihre Vorteile voll ausspielen. Dafür steigt bei höheren Geschwindigkeiten ver Verbrauch aber überproportional an.
Das führt ironischerweise dazu das man dann bei überwiegend innerstädtischer Nutzung durchaus einigermassen solide 170-190km Reichweite hat, die allenfalls für Laternenparker intressant ist, aber die man bei heimischer Lademöglichkeit eigentlich garnicht bräuchte.
Aber wenn man dann mal längere Strecken über Bundesstrassen und Autobahnen fahren möchte, sinkt die Reichweite dann schnell auf so 115-140km zusammen. Und das ist dann wirklich sehr, sehr wenig.
Aber denke deshalb sind Elektroautos auch in Norwegen ein besonders grosser Erfolg. Denn dort ist es ja so das meist nur innerhalb des eigenen Ballungsraums gefahren wird, und weitere Strecken geflogen wären, weil sie mit jedem Auto zu weit wären.