Du bist offensichtlich ein glühender Anhänger des Aktienmarktes und findest meine Aussagen hier fast unerträglich.
Ich denk nochmal drüber nach.
Nur weil ich am Aktienmarkt ein bisschen Geld verdiene, heißt es nicht, dass ich ein glühender Anhänger dessen bin. Ich hatte dir früher einmal "Sozialromantik" nachgesagt. Die halte ich aus Kunden- und aus Arbeitnehmersicht auch für durchaus begrüßenswert. Nur leider hat sie mit der Realität, die sich in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten eingestellt hat, kaum noch etwas zu tun. Es ist das Zeitalter der Globalisierung (aka Turbo-Kapitalismus). Dieser Realität muss man sich stellen und begreifen, dass die Welt inzwischen so läuft - egal ob man das gut oder schlecht findet.
Übrigens: "unerträglich" ist deine Interpretation. Im Hinblick auf ökonomische Zusammenhänge würde 'träumerisch' aus meiner Sicht besser passen. Aber es ehrt dich - ernsthaft gemeint! -, dass du wenigstens darüber nachdenken möchtest.
Bei mir hat sich nur im Laufe der Zeit der Gedanke immer lauter manifestiert das das Geschehen rund um die Börse eher nachteilig für die Telekommunikationsfirmen ist.
Vielleicht leg ich aber auch falsch, mag sein.
Dass es leider große Diskrepanzen zwischen den Zielen von kurzfristigen Investoren und den Zielen von langfristigen Investoren (dazu zählen meist auch Arbeitnehmer, die ihre Zeit/Arbeitskraft in den Arbeitgeber investieren) gibt, wurde hier ja schon geschrieben. Für jemand mit langfristigem Interesse (und rein emotional gehörst du offenbar dazu, was auch vollkommen in Ordnung ist) scheinen die Marktmechanismen tatsächlich oft falsche Impulse für ein Unternehmen darstellen, aber der Kapitalismus hat letztlich nichts mit Zivilisation zu tun, sondern mit Natur: Bist du zu schwach, bist du tot.
Um jetzt doch noch einmal die Kurve zu Vodafone zu bekommen: Ich hatte vor drei oder vier Jahren wirklich den Eindruck, dass Vodafone von o2 Telefónica nachhaltig überholt wird. Aber der vierte Netzbetreiber scheint eine nicht ganz unwesentliche Rolle für die beiden zu spielen, denn aus meiner Sicht sorgt der 1&1-Cashflow, der bei o2 Telefónica nun fehlt, dafür, dass den Münchnern auf der Überholspur die Kraft ausgeht und sie irgendwie gar keinen Gang mehr eingelegt bekommen, während er bei Vodafone dafür gesorgt hat, dass die Düsseldorfer wieder einen Gang reinbekommen haben und Fahrt aufnehmen.