Ok, wir lassen noch mehr Industrie abwandern und schaffen mehr Bürgergeldempfänger, die dann mit dem Deutschlandticket zu Ausflügen fahren (pendeln brauchen sie ja dann nicht mehr). Und wenn es dann immer weniger gibt, die Steuern zahlen, leben wir im Schlaraffenland?
Den Wandel von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft wird Deutschland nicht im Alleingang aufhalten können. Ein Industriestrompreis ändert nichts an den anderen Rahmenbedingungen z. B. die hohen Lohnkosten, und da fordert ja auch keiner, die Löhne flächendeckend zu senken, nur um mit Billiglohnländern wie China oder Indien mithalten zu können und so die Abwanderung der Industrie verhindern zu können. Finnland hat bereits einen Industriestrompreis und trotzdem ging dort der Anteil der Industrie an der Wirtschaftsleistung zwischen 2000 und 2012 von 28 auf 19 Prozent zurück, übrigens der stärkste Rückgang unter allen EU-Ländern im gleichen Zeitraum.
Hast du eine Quelle dafür? Ich kenne ausschließlich gegenteilige Feststellungen.
Die gegenteiligen Feststellungen kommen ausschließlich dadurch zustande dass es (noch) keinen Verteilmechanismus gibt. Kaufst du dein D-Ticket bei der DB, landen die Einnahmen auch bei der DB, und zwar egal, wo du wohnst. Kleinere Verkehrsverbünde bzw. Verkehrsbetriebe kommen dadurch tatsächlich ins Strudeln, weil dort keiner D-Tickets kauft und die bisherigen Monatskarten eben wegfallen.
Das kann ich übrigens aus persönlicher Erfahrung bestätigen: ich wohne nicht in Frankfurt, kaufe mein D-Ticket aber bei der VGF. Warum? Weil das dort ganz bequem über ein Online-Portal geht und man auch ohne Probleme während des Monats noch ein D-Ticket kaufen kann. In meinem Heimatlandkreis müsste ich das D-Ticket wie bei einer Behörde durch persönliches Erscheinen in der Filiale beantragen (!) und ein Papierformular ausfüllen (!), und zwar so richtig schön mit Kästchen zum Ausfüllen in Druckbuchstaben. Da sage ich dann ganz ehrlich dass ich darauf keinen Bock habe.