Das mit der Preissensibilität halt ich auch für ein Märchen. Wenn dem so wäre, könnten die Anbieter keine Prepaidaktionen machen, bei denen sie draufzahlen, sobald es wer ausnützt.
Die Realität ist doch, dass das alles wesentlich von Leuten finanziert wird, die reine Mondpreise zahlen, was hauptsächlich aus dem allgemeinen Preisverfall resultiert, der Verbraucher zum Handeln fordern würde. Und im Bereich weiter unten ist es der Masse auch ziemlich egal, weil es ohnehin so wenig kostet, dass es den Aufwand für weitere Kostenminimierung nicht wert ist.
Der wirkliche Treiber sind erstens die sehr niedrigen Grenzkosten, die es gerade zusammen mit der geringen Preissensibilität für die Anbieter attraktiv machen, Preise anzubieten, mit denen sie keine Chance hätten, ihre Fixkosten zu decken, wenn mehr Leute drauf anspringen würden. Und zweitens die starke Regulierung, die Differenzierungen auf der Qualitäts- und Leistungsseite so weit einengt, dass sie für die Masse schwer erkennbar sind. Dann bleibt halt fast nur noch der Preis, abgesehn von irrationalen Kriterien.
Aber wenn mehr Qualität und Leistung gefordert wird, als der Markt von sich aus hergibt, dann muss man halt noch mehr regulieren (im Extremfall zurück zum Monopol). Von größerer Zahlungsbereitschaft ohne wirkliche Nachfrage steigen bloß die Gewinne (und bei den Anbietern auch nur deshalb, weil sie zu großen Teilen selber vermarkten; sonst kassiert die Differenz in der Regel primär der Handel).