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Original geschrieben von Paradox_13th
Da du so schön das Thema Globalisierung ansprichst mit den ganzen Facetten sage ich trotzdem mal danke für deine Quelle ( siehe Link ) worauf sich dein Wissen anscheinend bezieht.
Der Link sollte mir nur etwas Schreibarbeit abnehmen. Ist auch gleich das 2. Ergebnis beim Suchbegriff Globalisierung.
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Der Bericht ist rund 624 Seiten (13,3MB) stark und sehr interessant mit all seinen Vor und Nachteilen.
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Aufgrund des enormen Umfangs habe ich mir den Text nur auszugsweise durchgelesen. Mein Fokus lag dabei auf dem Arbeitsmarkt S. 201ff.
In einem Punkt stimmt der Autor mit mir überein: Durch die Globalisierung findet eine Verlagerung der geringqualifizierten Arbeitsplätze in Schwellenländer statt, während sich die Industrieländer auf höherwertige Tätigkeiten wie F&E sowie die Herstellung qualitativ hochwertiger bzw. komplexer Güter konzentrieren (sollen). Danach tue ich mich etwas schwer damit, seinen Ausführungen zu folgen.
Dies liegt u.a. in der meiner Meinung nach unzureichenden Berücksichtigung des Faktors Zeit. Der Autor stellt zwar die Notwendigkeit der Anpassung dar, gibt aber keinerlei zeitlichen Rahmen, in dem das zu schaffen ist. Zwar versucht er den erfolgreichen Wandel durch Statistiken bzgl. des Ausbildungsniveaus in Deutschland zu untermauern, fraglich ist jedoch, wie aussagekräftig diese Grafiken und Tabellen in Zeiten von Pisa und den Hilfeschreien der Industrie nach Ingenieuren und Fachpersonal sind.
Weiterhin wird keine Aussage hinsichtlich der Konsequenzen einer unterschiedlichen Entwicklungs- bzw. Anpassungsgeschwindigkeit getroffen. Wenn ich bedenke, dass die chinesische Firma Jiangling bereits 2005 mit dem Landwind ein Auto auf den Markt brachte, dass für ~15.000 Euro quasi komplett ausgestattet war, finde ich das einerseits beeindruckend, andererseits auch wieder etwas beängstigend.
Die Umwelt ist z.B. ein weiterer Faktor, der zwar jetzt nicht direkt was mit dem Thema zu tun hat aber in einer Diskussion über Globalisierung nicht unberücksichtigt bleiben sollte. Gerade in China und Indien werden unsere Konsumgüter unter absolut indiskutablen Bedingungen hergestellt. Weder auf Ressourcen noch Umweltverschmutzung wird Rücksicht genommen. Unterm Strich werden wir alle dafür die Zeche zahlen. Das aber nur mal am Rande.
In Anbetracht der Tatsache, dass mit China & Indien zwei Völker mit jeweils über 1 Mrd. Bevölkerung ihren Teil vom Weltmarktkuchen abhaben wollen und den 2-stelligen Exportzuwachsraten, denke ich schon, dass man sich ein paar Gedanken machen sollte. Das Problem scheint auch die europäische Union erkannt zu haben. Nicht umsonst werden auf bestimmte Waren Strafzölle aufgrund von Dumpingpreisen erhoben.
Weiter möchte ich das Thema an dieser Stelle auch nicht vertiefen, da hier im "1700-Euro-Auto" Thread nicht der richtige Ort ist. Ich denke mal, wir können uns darauf einigen, dass das Thema Globalisierung sehr komplex ist und die vielen Millionen kleiner und großer ineinandergreifender Zahnräder selbst von Volkswirten nicht vollständig erfasst werden können. Eine Schlußbilanz der Vor- (höhere Effizienz durch Arbeitsteilung und Spezialisierung) und Nachteile (Gefahren für die Industrienationen, Abhängigkeit von anderen Ländern, Umweltverschmutzung etc.) dürfte wohl kaum objektiv und vollständig zu ziehen sein.
Ich für meinen Teil stehe der Globalisierung und deren Erzeugnissen wie z.B. dem Tata weiterhin skeptisch gegenüber.