Allgemeiner Schufa Thread: Infos, Fragen usw.

  • zu den fakten kann ich noch beitragen, dass selbst andere marktteilnehmer direkt bei uns anrufen und darum bitten, einträge zu entfernen (alte einträge, die vergessen worden sind, als erledigt zu melden oder auch noch aktuell laufende), weil dem kunden sonst die finanzierung/kredit nicht gewährt werden kann (keine vermutung, sondern wird so genannt).


    scheint also auch keine spezielle eigenart unseres hauses zu sein (bei uns sind kredite meist neutral, ausser es ist eine ungewöhnliche anzahl/höhe oder etwas anderes "stimmt nicht". auf keinen fall werden sie "positiv" eingestuft)


    edit: da fällt mir noch ein, dass timba ja unser USA-Insider ist. Meines Wissens gibt es dort in der Tat eine "Kredithistorie" zu jedem Kunden, die dort wohl viel zählt. Vielleicht rühren die Aussagen daher... ist aber auf deutschland nicht übertragbar.

  • lisari:


    Weil die Entwickler der Wahrscheinlichkeitsmodelle (u.a. der Schufa) eben bei uns in der Firma bekannt waren.... und wir die Schufa nicht gezogen haben, heisst nicht, das wir keinen Einblick hatten, im Gegenteil, es gbt ja niucht nur die Schufa, siehe unten.


    @stanglewirt:


    Nun, das kommt dadurch, dass ich zeitweilig in den USA lebe bzw. gelebt habe. Und die Wirkmechanismen für die Kreditvergabe sind in den USA gleich denen in Deutschland, da die Banken das Riskio überall gleich berechnen.


    Ob man das nun Schufa, oder Kredithistorie, oder FHL nennt, ist egal. Egal ist auch, ob man(n) Bürgel, Creditreform oder ähnlich anfragt.


    Was die meisten hier vergessen ist, das die Schufa kein Monopol hat, sondern nur eine von vielen ist. Manche Banken nutzen die Schufa nur im Verbund mit anderen, manche gar nicht. Manche fragen bei bestimmten Kunden nicht, sondern vergeben gleich.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von stanglwirt
    edit: da fällt mir noch ein, dass timba ja unser USA-Insider ist. Meines Wissens gibt es dort in der Tat eine "Kredithistorie" zu jedem Kunden, die dort wohl viel zählt. Vielleicht rühren die Aussagen daher... ist aber auf deutschland nicht übertragbar.


    Da wäre ich auch nicht so sicher. Dass die Schufa Einträge (z.B. einen erledigten Kredit) löscht, heißt ja eigentlich nur:


    1. Sie erteilt ihren Mitgliedern keine Auskunft mehr über diesen (ehemals bestehenden) Eintrag/Kredit.
    2. Sie zeigt in der Selbstauskunft des Kunden diesen (ehemals bestehenden) Eintrag/Kredit nicht mehr an.


    Mehr heißt es nämlich nicht. Oder anders gesprochen: Ich kann mir gut vorstellen, dass die Schufa intern trotzdem eine Kredithistorie (ähnlich wie in den USA) oder einzelne Merkmale "aufbewahrt". Davon sieht man weder als Kunde noch als Mitglied etwas, sie können sich jedoch durchaus in den Scores niederschlagen.


    (Ich stelle es mir ähnlich wie in den Polizei-/Gerichtsakten vor. Da kann einer seine Haftstrafe abgesessen haben und das polizeiliche Führungszeugnis inzwischen wieder "leer" sein, trotzdem lassen sich die Informationen über ein vor X Jahren mal begangenes Verbrechen noch in den Akten finden, er ist nämlich "vorbestraft".)


    In diesem Sinne kann ich mir vorstellen, dass eine Eidesstattliche Versicherung oder eine Privatinsolvenz durchaus nicht spurlos aus den internen Schufa-Akten verschwinden, selbst wenn das Merkmal nach 3 Jahren nicht mehr an Mitglieder beauskunftet wird und in der Selbstauskunft nicht mehr zu sehen ist.


    Gruß
    Lisa

  • nochmal: hier geht es aber um die schufa und wie deutsche unternehmen diese auskünfte bewerten :D


    ein vergleich mit irgendwelchen anderen auskunfteien hinkt. vor allem mit denen in den usa, wo IMHO deutlich mehr gespeichert und damit analysiert wird (und werden darf!) als in deutschland. in deutschland ist ein kredit beispielsweise nach 3 jahren geschichte und nicht mehr existent.


    irgendwo habe ich gelesen, dass in den amerikanischen auskunfteien so gut wie alles bekannt gegeben wird. kontostände (!), rechnungen die nur wenige tage zu spät bezahlt worden sind, einfach alles. diejenigen die diese auskünfte erhalten, haben dort einen ganz anderen überblick als hierzulande. hier hat man diese möglichkeiten nicht und daher sagt ein kredit grundsätzlich erstmal nur aus, dass derjenige nicht genug geld für etwas hatte und schon anderweitig zahlungsverpflichtungen hat.


    und wenn es in den usa darauf ankommt, möglichst viele kredite zu haben, dann sind die "Wirkmechanismen für die Kreditvergabe" scheinbar doch nicht die gleichen. ist auch logisch, da hier (noch!) eine ganz andere mentalität vorherrscht, was kredite angeht.


    "egal" ist es auch nicht, bei welcher auskunftei man in DE anfragt. es steht nicht überall das gleiche drin, und viele haben ausser daten aus öffentlichen registern nichts zu bieten.
    Auch wenn es andere Mitbewerber gibt, hat die Schufa im Privatkundenbereich quasi ein Monopol, da führt qualitätsmäßig (preislich sehr wohl!) eigentlich kein Weg vorbei. Die Masse der angeschlossenen Partner macht es hier. Das gleiche gilt für Creditreform im Geschäftskundenbereich, mit deren hauseigenen Inkassounternehmen, woraus viele hochwertige Daten gezogen werden.


    Das heisst aber nicht, dass es keine Unternehmen gibt, die ohne Schufa & Co. Kredite vergeben.



    @ lisari


    das mag stimmen. ich persönlich glaube das sogar auch, dass die schufa nichts "wegwirft". dennoch muss sich die schufa an gesetzliche bestimmungen halten. jedenfalls kann der anfragende mit dieser information nichts mehr anfangen, da er sie nicht sieht. ob und was da an alten daten in den score einfließt, kann er auch nicht wissen.


    wenn alte sachen "versteckt" gespeichert werden, dann haben diese jedenfalls nurnoch einen geringen einfluss auf den scorewert. kunden die aufgrund insolvenz und "vertragswidrigen verhalten" o.ä. überhaupt keinen score mehr erhalten haben, haben jedenfalls bereits nach erledigung (nicht löschung) wieder einen score und meist auch einen relativ "normalen".

  • @stangelwirt:


    ich wiederspreche dir nur ungern in deinen (obigen) (US-) Thesen, aber hier insbesondere:


    Zitat

    das mag stimmen. ich persönlich glaube das sogar auch, dass die schufa nichts "wegwirft".


    Macht sie garantiert nicht. Muss sie auch nicht.



    Zitat

    dennoch muss sich die schufa an gesetzliche bestimmungen halten..


    Dann lies dir mal das BDSG durch, was da alles möglich ist, wenn du die "Schufa"-Erklärung unterschreibst.


    Zitat


    jedenfalls kann der anfragende mit dieser information nichts mehr anfangen, da er sie nicht sieht. ob und was da an alten daten in den score einfließt, kann er auch nicht wissen.


    Doch, da er einen Wert bekommt, an der er sich orientieren kann. WIE sich dieser Wert zusammensetzt, wissen eben nur wenige.


    Zitat


    wenn alte sachen "versteckt" gespeichert werden, dann haben diese jedenfalls nurnoch einen geringen einfluss auf den scorewert. .


    Woher willst du das wissen? Beweise? Ich kann dir zumindest das Gegenteil nachweisen, dass eben der Score auf Wahrscheinlichkieten basiert.


    Zitat


    kunden die aufgrund insolvenz und "vertragswidrigen verhalten" o.ä. überhaupt keinen score mehr erhalten haben, haben jedenfalls bereits nach erledigung (nicht löschung) wieder einen score und meist auch einen relativ "normalen".


    Auch das stimmt nicht.

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Ich lese ja hier gern mit. Mehr aus Neugier denn aus Verständnis.
    Aber der Satz will mir so gar nicht in'n Kopp:

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Die Berechungen
    werden auf Basis von Wahrscheinlichkeitsmodellen erstellt, die jenseits der Mathematik angewendet werden.


    Kannst Du das bitte mal genauer erläutern?

  • Oha, da habe ich aber eine Welle losgetreten. :eek:


    Ich habe parallel nachgeforscht und mehrheitlich wurde geschrieben, dass beispielsweise ein ordnungsgemäß abbezahlter, aber auch ein laufender und ordnungsgemäß bedienter Kredit positive Rückschlüsse auf die Zuverlässigkeit zulässt. Bei laufenden Krediten wird natürlich berücksichtigt, dass bei der Aufnahme einer parallelen Finanzierung noch ausreichend Geld von den Einkünften des Kreditnehmers übrig bleibt. Das finde ich schon plausibel. Andererseits finde ich es aber auch kleinkariert, in einem solchen Fall einfach abzulehnen, zumal es um keinen großen Betrag ging. Oder andersrum betrachtet: Ein Hallodri hätte in den 13 Jahren seiner Volljährigkeit prima Scheiße bauen können und wer während dieser Zeit quasi gar nichts gemacht hat, kann ja im Finanzbereich gar nicht so doof sein, dass er nicht in der Lage wäre, die paar Euro fuffzich zurückzuzahlen.


    Zwischenzeitlich kam die Bürgel-Auskunft und dort steht auch nichts drin - außer Name, Anschrift und Geburtsdatum. Nettes Detail: Zalando hat eine Anfrage durchgeführt. Wahrscheinlich wegen eines online gekauften GUTSCHEINS. Mal sehen, was die Schufa sagt; wahrscheinlich sieht es da ähnlich aus.


    Wobei ich mir sicher bin, dass die Hausbank in einem solchen Fall problemlos einen Kredit vergeben würde, da man dort ja Einsicht in die finanziellen Verhältnisse hat, während man bei einem Online-Kreditantrag im Zuge einer Warenhausbestellung ja theoretisch 10.000 € Nettoeinkommen angeben kann, obwohl man in Wirklichkeit nur einen Bruchteil bekommt.

  • Die Schufa verwendet ein statistisches Regressionsmodell.
    Den Begriff Wahrscheinlichkeitsmodell würde ich dafür nicht verwenden.


    Bei dem Regressionsmodell wird - einfach gesagt- die Wahrscheinlichkeit für das problemlose Zurückzahlen eines Kredits (als Score bezeichnet) in Abhängigkeit von verschiedenen Merkmalen wie z.B. Alter, Kreditkarte(n), Geschlecht, Anzahl Kredite (zurückgezahlt/nicht zurückgezahlt), ... modelliert.


    Ob und wie und wie stark diese Merkmale den Score beeinflussen, wissen nur wenige Leute.
    Es kann sogar sein, dass ein Merkmale bei Frauen anders wirkt als bei Männern.
    Nichts genaues weiß man nicht.

  • Zitat

    Original geschrieben von Röbelfröbel
    Ich habe in diesem Zusammenhang auch eine Frage:


    Eine Person wohnt seit 1990 in einem Einfamilienhaus in einer "guten Gegend", hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag und sich nie etwas zu Schulden kommen lassen. Ansonsten: Ein Girokonto mit einem Dispo über einen Bruchteil des Nettoeinkommens, eine Kreditkarte, ein Mobilfunkvertrag. Ansonsten wurde NIE ein Kredit aufgenommen - keine Immobilien, keine Autos, keine Luxusgüter. Wegen eines guten Finanzierungsangebotes sollte ein Kredit i. H. v. etwa 800 € aufgenommen werden. Dieser wurde abgelehnt. Nach schriftlicher Nachfrage bei der Bank kam die Antwort, dass der Kredit nicht gewährt werden konnte, da bei der Schufa nicht genügend Daten vorlägen, um ein Darlehen gewähren zu können.


    Ist das normal? Was kann man machen? Aus Jux und Dollerei einen Kleinkredit bei der Hausbank aufnehmen und dieses ordnungsgemäß abbezahlen kann doch nicht die Lösung sein. :confused:


    ICh vermute, dass es um sowas geht wie die Konsumkredite, die z.B. die großen Elektromärkte mit einer 0%-Finanzierung bewerben.
    Dabei geht es für die Bank, die den Kredit vergibt, nur darum Kunden zu gewinnen. Und zwar solche, die gerne Kredite aufnehmen.
    Häufig wird einem bei solch einem Geschäft auch eine Kreditkarte angeboten, mit der man diese Konsumkredite ja gut finanzieren kann. Natürlich zu recht üppigen Zinsen. Sofern man in der Lage ist, diese über die Kreditkarte finanzierten Kredite zurückzuzahlen, ist es ein gutes Geschäft für die Bank.


    Da die Person aber eine "reine" Schufa hat, ist sie sicher nicht offen, um den Konsum über Kredite zu finanzieren. Also kein guter Kunde aus Sicht der Bank.
    Solche Kunden sortiert man also besser gleich aus.

  • Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    @stangelwirt:
    ich wiederspreche dir nur ungern in deinen (obigen) (US-) Thesen, aber hier insbesondere:
    Macht sie garantiert nicht. Muss sie auch nicht.
    Dann lies dir mal das BDSG durch, was da alles möglich ist, wenn du die "Schufa"-Erklärung unterschreibst.


    § 35 BDSG: die schufa muss die Daten löschen oder zumindest sperren, was aber auch bedeutet, dass die Daten praktisch nicht mehr genutzt werden dürfen.
    zu den USA Thesen: Kontostände etc. dürfen nicht an Auskunfteien gegeben werden. Auch erfolgen in Deutschland keine einträge, wenn eine Rechnung 2 tage zu spät bezahlt worden sind. auch dürfen nur unstrittige forderungen gemeldet werden. in den USA soll das alles anders sein. ist es das nicht?

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Doch, da er einen Wert bekommt, an der er sich orientieren kann. WIE sich dieser Wert zusammensetzt, wissen eben nur wenige.


    ich denke, dass weiss überhaupt keiner, wie das im gesamten funktioniert. ich vermute, dass einzelne teile von verschiedenen stellen erstellt worden sind und da des Öfteren dran rumgefummelt wurde oder noch wird. Resultat ist ein ohne ende verbuggtes System (was die score-Berechnung angeht).


    auch der rest ist aus der Praxis bekannt und nicht nur aus der Theorie....

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