Welche Aktien kauft Ihr im Moment?

  • Wenn ich ganz ehrlich bin:


    Die Ergebnisse meines Stockpickings haben die von den besseren Fonds auf lange Sicht jedenfalls nicht übertroffen.


    Und wenn ich bei (fast) gleichem Ergebnis auf den gesamten Aufwand verzichten kann, gönne ich dem Fondsverwalter seinen Salär sogar.


    Die rechnerisch lurativste Zeit für mich war die, als ich


    1. zum wesentlichen in Fonds investiert war und
    2. daneben Stockpicking zu besonderen Anlässen betrieb.


    Besondere Anlässe sind z.B. ein plötzlicher Wintereinbruch, regionale Krisen jedweder Art und dergleichen.


    Da ich vor eingen Jahren in eine (privat genutzte) Immobilie investiert habe ... und sowohl älter als auch ruhiger geworden bin, hatte ich das Stockpicking aufgegeben.


    Gegenwärtig kümmere ich mich aber schon wieder mehr um ökonomische Rahmenbedingungen als mir eigentlich lieb ist ... ;)


    Frankie

  • Ich bin noch nicht so lange dabei, aber bisher funktioniert es ganz gut, mich interessiert das Thema auch, so dass ich es mehr als Hobby empfinde.


    Ich suche mir tendenziell Aktien, die starke Einbrüche des Aktienkurses verzeichnet haben, ohne dass das Geschäftskonzept das mittelfristig rechtfertigen würde. GE oder DOW bei 5 Euro wäre so ein beispiel. bei den meisten sieht man auch auf dem chart, dass der kurs sehr niedrig ist. auch unterbewertete hidden champions, die marktführer in ihrer nische sind, sind attraktiv.


    Darüber hinaus fließen bei mir Insiderkäufe in signifikanter Höhe mit in die Entscheidung ein.


    Außerdem recherchiere ich unter den small caps nach high potentials.


    wenn dann noch eine hohe dividendenrendite in aussicht steht, dann ist der kauf perfekt.


    in baisse zeiten kaufe ich stark aktien zu, in boom zeiten ziehe ich kapital vom aktienmarkt ab und setze auf tages- und festgeld bzw. verschiebe in konservative und möglichst konjunkturunabhängige unternehmen. ein dax von über 6000 punkten ist für mich nicht mehr ideal zum einsteigen. alles unter etwa 4000 weckt bei mir die kauflust. das sind natürlich nur grobe orientierungewerte.

  • Allgemeine Fragen


    Hallo zusammen.


    Ich hoffe es nimmt mir niemand übel, wenn Ich etwas Off-Topic gehe.
    Doch seit geraumer Zeit verfolge Ich diesen Thread und habe ein paar allgemeine Fragen zu dem Thema Aktien.
    Hier sind ja einige User die sich mit dem Thema sehr gut auszukennen scheinen.
    Ob Privat oder Beruflich.
    Gibt es Literatur zu dem Thema Aktien, die empfehlenswert sind, wenn man sich
    in die Thematik einarbeiten will? Ich habe ehrlich gesagt eine sehr begrenzte Vorstellung über das Thema Aktien - Wertpapierhandel.
    Vielleicht kann man ja dem ein oder anderen Stillen Leser einen Einblick in dieses
    Thema verschaffen. Interessante Links, Blogs, was auch immer.


    Nur um meinen Wissenshunger zu befriedigen, in welcher Höhe bewegt sich denn
    ein "normales" Startkapital?


    Ein Neugieriger Dunken

  • Mit der Literatur ist das so eine Sache ... jede noch so abstruse These wird sich darin irgendwo als der "Stein des Weisen" finden lassen. Ganz besonders würde ich von "Börsenbriefen" mit Tipps von aktuell hochdotierten sog. Börsengurus abraten.


    Ich empfehle immer wieder eine gescheite Tageszeitung, um weltpolitisch am Ball zu bleiben. Sich nur auf Fachlitertur betreffend den Börsenhandel zu stürzen bedeutet, das Pferd von hinten aufzuzäumen.


    Bücher von André Kostolany zu lesen, wäre das erste, was ich empfehlen würde. Die glänzen zwar nicht mit Anlageempfehlungen, die von ihm darin erläuterten Weisheiten sind aber universell und bestätigen sich m.E. immer wieder. Zudem ist in meinen Augen ein Psychologe der bessere "Zocker" als ein Mathematiker.


    Aber auch das von mir vorstehend geschriebene wird sicher Gegner finden ... in Sachen Finanzmarkt ist ja jeder für sich der beste Fachmann.


    Das Startkapital richtet sich ganz allein nach Deinen persönlichen Verhältnissen. Und wenn Du das Ganze als Hobby betrachtest, wirst Du sicher auch mal einen Verlust verschmerzen können. Auch andere Hobbys kosten Geld - meist aber ohne die Chance, damit auch was verdienen zu können.


    Nun ja ... vielleicht schreibt der ein oder andere auch noch ein paar Worte.


    Ich wünsche Dir schon einmal viel Erfolg, damit Du nicht gleich wieder die Lust am Hobby verlierst. ;)


    Frankie

  • Eines Vorab, ich würde nur Aktien kaufen mit Geld, auf das du auch verzichten kannst! Klar, kann man sich informieren und schlau machen, aber ein Ereignis kann die beste Prognose zunichte machen und die börsen nach unten ziehen. Vielleicht dauert es dann mehrere Jahre bis die kurse wieder steigen oder du verlierst einen teil komplett.


    Ich sehe das ganze als zockerei, wenn auch in maßen, da ich keine knock out produkte kaufe, bei denen man den kompletten einsatz verlieren kann.


    Aber zu deiner frage: man sollte die zusammenhänge verstehen, von theorien halte ich persönlich wenig, da sie nur theorien sind. Ich lese finanzzeitschriften um am ball zu bleiben, zb börse-online, FTD, Euro. Da werden immer mal wieder aussichtsreiche aktien vorgestellt die ich mir dann genauer anschaue.


    ich würde mich über google über die zusammenhänge informieren.


    Ich persönlich habe mit 5000 Euro angefangen und dann nach und nach mehr gekauft. ich habe auch aktienpakete zu 500 Euro gekauft, das ist immer eine frage, wie sich die gebühren dann pro stück auswirken. 2-3T€ sollten es aber pro paket schon sein.


    Übrigens: immer shcön streuen, in voneinander unabhängige branchen!


    und wie gesagt: es ist für mich ein spiel!

  • a) es gibt einen Unterschied zwischen "Aktien" und "Trading". Basisliteratur zu Aktien gibt es wie Sand am Meer. Kostolany ist ein guter Einstieg. Wenn es um Trading und Psychologie gibt, gilt es zunächst zwischen Fundamentalanalyse und technischer Analyse zu unterscheiden. Auch hierzu gibt es unendlich viele Bücher. Die Bibel der technischen Analyse ist der Murphy "Technische Analyse der Finanzmärkte. Grundlagen, Strategien, Methoden, Anwendungen ".
    Beim eigentlichen Trading hilft es sicherlich, sich zunächst die erfolgreichen Strategien der Händler anzuschauen. Hierzu sind besonders "Market wizards" von Schwager und "Inside the house of money" von Drobny empfehlenswert. Soll es spezieller werden, nimm die Bibel der Derivate - Hull "Futures, Options and other derivatives".


    b) als Einstieg würde ich auf die populären deutschen Zeitungen und Medien verzichten. Also keine FTD oder so, sondern eher Wall Street Journal, Financial Times, Economist, Business Week usw. Im Fernsehen Bloomberg statt n-tv und CNBC anstatt ARD Börse. Ich würde mich davor hüten, Aktientipps von anderen anzunehmen (sei es hier, Börse Online, oder wo auch immer). Lerne eher vor der Kurve zu denken und starte am besten damit, welche Produkte/Marken/AGs du kennst. Schau dir dazu dein Auto an und überlege, ob du dem Hersteller dein Geld anvertrauen würdest. Du wirst sehen, dass du sehr viel mehr Infors brauchst und wirst dich so in das Thema einarbeiten.


    c) Startkapital hängt von deiner finanziellen Gesamtsituation ab. Normalerweise sollte gerade bei einem Anfänger die Aktienquote in einem Portfolio nicht über 20% liegen. Dieses ist aber auch immer abhängig von der Risikoaversion. Grds besteht ein Spannungsverhältnis zwischen Liquidität, Rentabilität und Risiko. Je risikoreicher einer Anlage, desto höhere Rentabilität weist sie auf. Inofern musst du selbst abschätzen, wieviel du bereits bist zu investieren. Und bedenke, dass du als Eigenkapitalgeber bei einem Aktieninvestment bei einer Insolvenz erst nachrangig bedient wirst. Es hilft wenig, wenn hier eine Zahl geschrieben wird, womit andere angefangen haben, da die Finanzsituation immer unterschiedlich ist. Der eine startet mit 500€, der andere mit 500k€.

  • Hmmm, schwierig zu erklären wo und wie man am Besten starten soll.


    Ich persönlich würde vielleicht mit einem Sparplan starten. Such Dir nen Aktienfonds, der gefällt, dem Du was zutraust und der auch ein ordentliches Rating hat.
    Und dann lass halt für 50€ oder 100€ monatlich Anteile in Dein Depot kaufen. Vorteil: Du kannst Auwirkungen weltpolitischer Geschehen direkt am "eigenen Leib erfahren" und hängst nicht gleich mit mehreren tausend Euros drin.


    Der Rest kommt nach und nach.


    Zum Thema Einzeltitel und (Aktien)fonds: Habe ach Fonds im Depot, ca. ein Drittel meinere Gesamtanlage. Das "warum" ist auch schnell erklärt: Habe vielfach einfach nicht die Zeit und Lust mich zu kümmern. Und Bequemlichkeit kostet eben Geld.
    Das müsst Ihr aber auch bedenken, wenn Ihr Zeit investiert um zu Lesen, um zu suchen, um zu kaufen / verkaufen. Alles Zeit, die Fondsanteilbesitzer sparen.


    Und da "Zeit = Geld" kostet Euch Euer eigenes Stockpicking ähnlich viel ;).


    Ich will das Thema "Fonds" gar nicht verteufeln, halte es grade für Einsteiger und / oder Branchenfremde für geeignet.


    -Andi-

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  • Zitat

    Original geschrieben von Andreas Böhm
    Ich persönlich würde vielleicht mit einem Sparplan starten. Such Dir nen Aktienfonds, der gefällt, dem Du was zutraust und der auch ein ordentliches Rating hat.


    Wenn man keine Ahnung, nach was soll man dann nur gehen? Da besteht die Gefahr, dass man irgendwelchen Öko/Biotech/BRIC Moden hinterherläuft oder sich einen überteuerten Fonds aufschwätzen lässt.


    Zitat

    Original geschrieben von Andreas Böhm
    Zum Thema Einzeltitel und (Aktien)fonds: Habe ach Fonds im Depot, ca. ein Drittel meinere Gesamtanlage. Das "warum" ist auch schnell erklärt: Habe vielfach einfach nicht die Zeit und Lust mich zu kümmern.
    -Andi-


    Finde ich wahnsinnig viele. Ich habe bspw nur 3 Stück. Und da hat es schon einige Zeit gedauert, welche mit ordentlichem Volumen, akzeptabler Kostenquote und richtiger Ausrichtung zu finden.

  • Zitat

    Original geschrieben von Andreas Böhm
    Hmmm, schwierig zu erklären wo und wie man am Besten starten soll.


    Ich persönlich würde vielleicht mit einem Sparplan starten. Such Dir nen Aktienfonds, der gefällt, dem Du was zutraust und der auch ein ordentliches Rating hat.
    Und dann lass halt für 50€ oder 100€ monatlich Anteile in Dein Depot kaufen. Vorteil: Du kannst Auwirkungen weltpolitischer Geschehen direkt am "eigenen Leib erfahren" und hängst nicht gleich mit mehreren tausend Euros drin.
    ...


    -Andi-


    Ein Sparplan ist definitiv eine gute Idee, allerdings sollte man bei kleinen Beträgen eher alle drei bis sechs Monate kaufen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die Kosten zu hoch sind.


    Quelle

    Ein altes skandinavisches Sprichwort sagt:
    Gelber Schnee schmeckt nicht nach Zitrone!

  • Zitat

    Original geschrieben von Andreas Böhm
    Ich persönlich würde vielleicht mit einem Sparplan starten. Such Dir nen Aktienfonds, der gefällt, dem Du was zutraust und der auch ein ordentliches Rating hat.
    Und dann lass halt für 50€ oder 100€ monatlich Anteile in Dein Depot kaufen. Vorteil: Du kannst Auwirkungen weltpolitischer Geschehen direkt am "eigenen Leib erfahren" und hängst nicht gleich mit mehreren tausend Euros drin.


    so lief es bei mir. Irgendwann (vermutlich als ich meine Ausbilung gerade beendet hatte) hies es mal zur Bank gehen und was zu sparen. Der Berater war ein Kumpel von mir und ich schloss einen Aktienfonds ab ohne zu wissen was das ist und um was es geht.
    2002 hört ich die Aktien würden schlecht stehen und versuchte Informationen über meinen Fonds heraus zu finden. Nach und nach fand ich heraus das ich viel mehr Geld einbezahlt hatte als das Ding wert war - Mann war ich sauer auf den Kumpel! Ich schwor mir nie wieder etwas mit Aktien zu machen, meinen Fonds zu beobachten bis er wenigstens wieder das Wert wäre was ich eingezahlt hatte (fragt mich nicht wieso ich trotzdem weiterhin einzahlte... - ich wusste es wohl nicht besser). Naja, nach bangen Jahren war endlich der Fonds so viel wert wie meine Einzahlungen und ich entschied mich noch zu warten bis wenigstens 2 oder 3 % Verzinsung drauf wären. Dann kam die Gier und ich lies einfach laufen.
    Im Juli 2007 war ich der Überzeugung (entgegen meiner Bank!) das der Dax (irgendwann fand ich heraus das mein Fonds Dax orientiert war) nicht mehr weiter steigen könnte und löste mit einer durchschnittlichen Verzinsung von 11% meinen Fonds nach ca. 9 Jahren auf.


    Seither bin ich wieder glücklich und muss mich irgendwann noch bei dem Kumpel bedanken der mir das Ding damals verkauft hat.
    Seit ende 2007 bin ich nun auf der Suche nach ner sinnvollen Neuinvestition, konnte aber bislang keine finden bzw. wurde aufgrund der "Beratungsqualität" im März 2009 davon abgehalten... Ansonsten wäre das Geld vermutlich erneut verdoppelt worden...


    Aufgrund meiner guten Erfahrungen würde ich (wenn die aktuellen Höhenflüge vorbei sind) zukünftig gerne in Indexfonds investieren. Bislang fehlten mir hier immer die Infos, inzwischen scheint es mir letztlich doch eine ganz simple Sache zu sein - vgl. meine Erfahrung mit dem Dax Orientierten Fonds oben.

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

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