Der Untergang - die letzten Stunden des Führers - Kinotipp

  • Aus der heutigen WamS:
    "Freilich, Filme machen bedeutet zu vereinfachen, bedingt den Zwang zur plakativen Verkürzung. Doch auch wenn Bruno Ganz Hitler noch so perfekt spielt und Mentor Fest tatsächlich überzeugt ist, dies sei der "wirkliche Hitler", so fehlt der Filmfigur letztendlich die Tiefendimension. Abgesehen von ein paar antisemitischen Ausbrüchen und einigen Sätzen aus seinem politischen Testament, das er Traudl Junge in die Schreibmaschine diktiert, erfährt der Zuschauer wenig über die wahnwitzige Mission des gerade in den letzten Tagen endlos lamentierenden Diktators. Dabei wäre es einfach gewesen, anhand von Hitlers "Tischgesprächen", seiner "Monologe" oder der Bormann-Diktate die rassenideologisch motivierte Zielsetzung des Nationalsozialismus in ihrer ganzen verbrecherischen Dimension - ohne dabei lehrbuchhaft zu werden - durch eine geschickte Dialogregie authentisch zu vermitteln.


    Doch der Film verbleibt ähnlich wie Mel Gibsons "Passion Christi", in dem die spirituelle Botschaft von Christi Opfertod in einem regelrechten Blutrausch untergeht, im vordergründig Spektakulären - obwohl die Wahl von Ort und Zeit, also der Blick vom infernalischen Ende her, besonders gut geeignet ist, den Nihilismus und die destruktive Kraft des nationalsozialistischen Regimes ins Bewusstsein zu rücken."
    Kompletter Artikel: http://www.wams.de/data/2004/09/19/334485.html
    Tipp: Bei mehrseitigen Artikeln immer zur Druckversion wechseln ;)


    PS:
    Ohne beide gesehen zu haben, klingt der Vergleich mit der 'Passion Christi' einleuchtend.


    edit / PPS:
    Genau wie der Threadersteller hat der Verfasser der Bildunterschrift in obiger Filmkritik den Hauptdarsteller mit Entenhausen assoziiert... :D

  • fand den film gut


    hab mir den film am donnerstag angesehen und kann nur sagen ich fand ihn gut. die leistung der schauspieler ist perfekt. mir hat der film einfach gefallen, fertig aus.

  • Zitat

    Original geschrieben von BigDaddy
    Ich meine damit die Deutschen hätten Hitler mit diesem Film verziehen, so sieht es die englische Presse.


    Gruß, BigDaddy


    Die Engländer sind ja auch arg deppert wenn es um das Thema geht... :mad:

  • Zitat

    Original geschrieben von alpha
    Aus der heutigen WamS:
    "..."
    PS:
    Ohne beide gesehen zu haben, klingt der Vergleich mit der 'Passion Christi' einleuchtend.


    Wenn du dir eine Meinung bilden willst, schau dir den Film an, ohne vorher dir was vorkauen zu lassen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Syndrom
    Die Engländer sind ja auch arg deppert wenn es um das Thema geht... :mad:


    Sind das nicht alle? Franzosen, Polen.....

  • So, ich komme auch gerade aus dem Film.


    Ich persönlich finde den Film ein absolutes Meisterwerk. Diesen Film sollte man echt gesehen haben.


    Es ist meiner Meinung nach echt mehr als erstaunlich, wie Bernd Eichinger es schafft ein komplettes Kino ruhig zu stellen. Man wird automatisch in den Bann dieses Films gezogen und sitzt, möglichst leise atmend und mit offenem Mund da.


    Der Film liefert die Bilder so schnell, dass man (ich gehe von mir aus) es überhaupt nicht schafft das in "Echtzeit" zu verarbeiten. Der ganze Film kommt sehr sehr authentisch rüber. Und dadurch dass Jeder dieses Thema schon kenn, kommt man nie in die Verlegenheit es als „Aktion“ oder Ähnliches zu bezeichnen.


    Sehr gut kam meines Erachtens zu Geltung wie vernarrt diese Menschen in ihr Regime waren. Ich meine damit nicht nur die Goebbelskinder sondern auch viele andere Personen. Nachdem schon lange alles verloren war, hingen viele noch an dieser Sache fest. So etwas hat mit klarem Denken nichts mehr zu tun. Das ist pure Vernarrtheit.


    Tatsächlich gegeben ist meiner Meinung nach diese Kontroverse um die Person Hitler. Wenn er sich freut oder richtig deprimiert ist (aus seinen Augen teils sehr verständlich) kann man sich ertappen, wie man fast schon Mitgefühl entwickelt. Das versickert natürlich sofort wieder wenn man kurz mal daran denkt war er wirklich war.


    Das heftigste war meiner Ansicht nach als sich, nachdem der Film schon vorbei war, Traudl Junge (echte Person) noch mal zu Wort gemeldet hat. Das ging mir echt unter die Haut. Die Person, die man die ganze Zeit über beobachten durfte –als Schauspielerin- sah und hörte man in echt. Das hat die Beziehung zur Realität vollständig hergestellt.


    Für mich PERSÖNLICH war das auf jeden Fall den Gang ins Kino wert. Man hat richtig nahe, and aus einer komplett anderen Sicht als sonst, mitbekommen wie eben letzte Stunden dieser Männer und der Drahtzieher verlaufen sind. Obwohl ich das Thema eigentlich echt leid bin (zum 1000. mal in Geschichte) war das etwas was mich zum Nachdenken angeregt hat.


    Ich lege mich jetzt erst mal hin. Heute ohne TV. Das muss sich setzen.


    Just my 2ct, Florian

  • Schön, das dir der Film gefallen hat. Gestern Abend gab es bei "Berlin Mitte" auf ZDF ne Diskussion über den Film. U.a. waren vertreten: Bernd Eichinger, Marcel Reich-Ranitziki (<-- schreibt man den so?) und noch ein paar Historiker. Gesamttenor: Der Film ist sehenswert und wird wohl noch weitere Hitlerfilme nach sich ziehen, die aber in einer nicht dagewesenen Qualität sein werden (bezieht eher auf den Inhalt, als auf die Technik ;) )
    Wie gesagt, war ne heitere Diskussion!

  • Tach



    Ich war gestern in der Untergang und muss sagen er ist beeindruckend der Film.
    Wer sich für diese Zeit der Geschichte interressiert sollte sich das mal ansehen.
    Nur wundert mich das ein solch brutaler film ab 12 frei gegeben ist
    Und man sieht sehr gut in diesem Film wie der Wahsinn und die Angst be einander liegen.

  • Ich fand die minutenlange absolute Stille im Kino (übrigens ausverkauft) nach dem Abspann fast sogar beeindruckender als den Film.


    Ciao
    Tim

    Samsung Galaxy S4: DeutschlandSIM (Allnet-Flat + 1GB Data, Vodafone-Netz)
    Samsung Galaxy S2: Klarmobil (Allnet-Flat + 500MB Data, Telekom-Netz)

  • Das hat mich auch eigentlich am meisten gewundert! Normalerweise kenne ich es, daß die Zuschauer direkt bei Beginn des Abspanns aufstehen und laut redend rauslaufen. Selbst bei Schindlers Liste war es so, wenn ich mich richtig erinnere.


    Als ich aber gestern im Kino war, blieben die Leute tatsächlich sitzen. Und das Mädel neben mir, die vor dem Film die ganze Zeit ihre Klappe nicht halten konnte, sagte auf einmal keinen Pieps mehr.


    Ich fand den Film auch sehr gut und interessant. Die schauspielerische Leistung und die Kulisse bei den Aufnahmen außerhalb des Bunkers haben mich wirklich beeindruckt!


    Trotzdem hat der Film mich seltsam unberührt gelassen. Eine genaue Erklärung dafür habe ich noch nicht. Vielleicht weil die Szenen im Bunker auf mich wie ein unwirkliches Kammerspiel vor einer Pappkulisse wirkten!? Aber ich weiß auch nicht, was man daran hätte besser machen können. War ja alles in höchstem Maße authentisch.


    Aber was mir durch den Film erst richtig klar geworden ist, obwohl ich mich über das Thema Nationalsozialismus schon viel informiert habe: Selbst die höchsten Führungskräfte wie Goebbels, Himmler usw. waren zwar auf der einen Seite brutale Agitatoren, auf der anderen Seite trotz ihrer Macht, Intelligenz und Ausstrahlung auf andere aber selber nur "kleine Würstchen", die in den Führer total vernarrt und von ihm völlig abhängig waren.

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