Wi(e)so meckern eigentlich alle nur über Preis-/Leistungsänderungen von Unternehmen?

  • Obwohl ich ja nicht alles gut finde was Unternehmen so fordern, muss ich mich doch manchmal fragen, warum hier, ja eigentlich nicht nur hier sondern auch im Real Life sich die Leute so aufregen wenn ein Unternehmen, z.B. Diensteanbieter seine Konditionen ändert.


    Da wird, was Handytarife betrifft, gleich mit Sonderkündigung gedroht, wenn es mal keien Frei-SMS mehr gibt oder eine Wechselgebühr für Tarifwechsel verlangt wird.


    Oder wenns beim Webspaceprovider weniger Inklusivvolumen gibt, und dafür andere Features.


    Oder meinetwegen wenn der Friseur seine Preise um 5€ erhöht hat, oder irgendwo der Eintritt um 0,50€ höher ist.


    Aktuell, wenn z.B. Sprit um 0,10€/l teurer wird, dann macht das vielleicht 120€ im Jahr aus. Und jeder beschwert sich wie böse die Unternehmen sind.


    Alles in allem sind das Sachen, die dem Durchschittskonsumenten vielleicht 25€ - 250€ p.a. kosten.



    Aber wenn irgendwo der Staat seine Konditionen ändert, und Studenten jetzt p.a. 1000€ Studiengebühren zahlen dürfen, mit Harz4 vielleicht einigen Familien 5.000€ im Jahr weniger zur Verfügung steht, und dies im Namen des Wirtschaftswachstums und Schuldenabbaus geschieht, meckern nur sehr wenige.

  • Re: Wi(e)so meckern eigentlich alle nur über Preis-/Leistungsänderungen von Unternehmen?


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn Aber wenn irgendwo der Staat seine Konditionen ändert, und Studenten jetzt p.a. 1000€ Studiengebühren zahlen dürfen, mit Harz4 vielleicht einigen Familien 5.000€ im Jahr weniger zur Verfügung steht, und dies im Namen des Wirtschaftswachstums und Schuldenabbaus geschieht, meckern nur sehr wenige.


    Ich denke, dass der Hauptgrund darin liegt, dass z.B. Benzinpreisänderungen, etc. mehr Leute in der Öffentlichkeit treffen als z.B. Hartz4. Hartz4 interessiert momentan einen normalen Arbeitnehmer mit einer "rel." sicheren Arbeitsstelle nicht wirklich. Die Benzinpreiserhöhung schon, da es ihn trifft. Und meine einfache Gleichung ist: Anzahl der vom Staat "getroffenen" < Anzahl der durch allgemeine Erhöhung "Getroffenen".


    Die 1000 EUR Studiengebühren sollte man jetzt mal von dieser Diskussion rauslassen, da
    a) der genaue Betrag noch nicht klar ist
    b) das ganze wohl eher nur BY und BW sowie evtl. andere CDU-regierte trifft.


    Allgemeines Streitthema... Wie gesagt, ich finde es richtig, dass ein Studium kostenplichtig wird. Ein Techniker z.B. ist auch nicht kostenlos. Nur über die Höhe müsste man eben noch entscheiden. 500EUR pro Semester finde ich persönlich doch recht happig. Sinnvoller wäre hier 250 EUR, diese wären gut aufzubringen, evtl. in Verbindung mit zinslosem Kredit, d.h. von mir aus 100 sofort und dann, wenn Arbeitsstelle vorhanden das ganze langsam abstottern. ABer gut, gehört nicht hierher....

  • Vielleicht denken viele, das was der Staat (unsere gewählten Volksvertreter) beschließt, lässt sich sowieso nicht ändern. Siehe die Hartz4 Demos wo die Teilnehmer auch immer weniger wurden.


    Allerdings kann ich deine Argumentation auch nicht ganz nachvollziehen, bzw. gutheißen.


    Auch wenn es "nur" 25-250€ im Jahr sind. Es läppert sich halt, und ein Durchschnittsverdiener, wo ich mich mit ~2500€ netto mittlerweile auch zu zähle, muß inzwischen anfangen zu rechnen.



    Gruß
    ms10000

    <Chuck Norris hat die Leitung des Berliner Flughafens übernommen. Morgen früh um 07:30 Uhr ist Eröffnung.>

  • Bei Handytarifen kann ichs gut verstehen. Man schaue ins Umland.


    Bei Dingen des täglichen Bedarfs kann ich es zumindest nachvollziehen. So schnell wie die Preise gestiegen sind, so stark stieg kaum ein Einkommen mit.


    Das Du dich wegen der Studiengebühren aufregst verstehe ich nicht. Mal nachgerechnet was ein Meisterbrief kostet? Und die Anwärter arbeiten meist noch gleichzeitig. Sind also Steuerzahler.


    Aufregung über Hartz4 ist mir ebenfalls unverständlich.


    Sagen wirs mal so: Es gibt nur zwei Gruppen, die einen zahlen ein und die anderen empfangen.
    Nachdem die kleinen Zahler nun teilweise bis unter die Grenze der Empfänger gemolken wurden, kann es nur Recht und Billig sein, dies anzugleichen.
    Aus finanziellen Gründen ging dies wohl nicht nach oben :)


    Frage ist ob das "Gemecker" was bringt?


    Ich bleibe dabei der Grund für die ganzen Senf liegt in der unzweckmäßigen Verwendung der Einnahmen durch den Staat. Und dann folgt ein Teufelskreis. Das gilt genauso im Privaten. Ist das Geld erstmal knapp müssen bestimmte Dinge gekürzt werden, die zumeist zur weiteren Verschlechterung der Umstände führen.

    Was nicht auf Wahrheit aufgebaut ist, kann sich nur durch Gewalt und Tücke aufrecht erhalten.
    Henri Barbusse *1873

  • Martyn, ich bin stolz auf dich. Oder haben die Mods den Titel verändert?

    Ein Hund denkt: "Sie füttern mich, sie pflegen mich, sie kümmern sich um mich...
    ...sie müssen Götter sein!"


    Eine Katze denkt: "Sie füttern mich, sie pflegen mich, sie kümmern sich um mich...
    ...ich muss ein Gott sein!

  • Es gehen naturgemäß halt immer die auf die Barrikaden, die es betrifft. Benzinpreiserhöhungen z.B. betreffen halt so ziemlich jeden, während etwa Studiengebühren halt "nur" Studenten betreffen, und Hartz 4 "nur" Arbeitslose. In beiden Fällen habe ich allerdings nicht den Eindruck, dass der Protest der Betroffenen irgendwo untergehen würde. Über die Studentenproteste gegen Studiengebühren wird in der Presse genauso berichtet wie seinerzeit über die Demos gegen die Arbeitslosengeldreform. Der von Dir beobachtete Unterschied in der Auflehnung gegen diese Änderungen scheint mir eher subjektiver Natur zu sein...

    Ist das eine von den Kirchen, wo man so kleine Cracker kriegt? Ich habe Hunger!

  • Re: Wi(e)so meckern eigentlich alle nur über Preis-/Leistungsänderungen von Unternehmen?


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Aber wenn irgendwo der Staat seine Konditionen ändert, und Studenten jetzt p.a. 1000€ Studiengebühren zahlen dürfen, mit Harz4 vielleicht einigen Familien 5.000€ im Jahr weniger zur Verfügung steht, und dies im Namen des Wirtschaftswachstums und Schuldenabbaus geschieht, meckern nur sehr wenige.


    Das liegt einfach daran, dass es die wenigsten Deutschen betrifft, wie andere hier im Forum schon schrieben.


    Es wird einfach deshalb gemeckert, weil man seit Jahren Rekordgewinne einfahren möchte oder aber enorm erhöhen möchte auf Kosten anderer.


    Heute morgen hab ich mir mal ein Bröchten beim Bäcker gekauft. Ich hab 25 Cent bezahlt, das sind 50 PF. Vor knapp 10 Jahren hab ich 20 Pf bezahlt. Das natürlich mit der Zeit manche Kosten in die Höhe gegangen sind, kann ich ja verstehen, aber das ist doch nur ein Beispiel für eine Kostenerhöhung.


    Ich erinnere mich nur an die Euroeinführung, als die Gaststätten die Preise massiv aufgerundet haben, nur um des Gewinns wegen. Gewinn ist ja gut und schön, aber bitte nicht auf Kosten anderer.


    Ähh, ich schweife ab, zurück zum Thema Studiengebühren.


    Zitat

    Wie gesagt, ich finde es richtig, dass ein Studium kostenplichtig wird. Ein Techniker z.B. ist auch nicht kostenlos. Nur über die Höhe müsste man eben noch entscheiden. 500EUR pro Semester finde ich persönlich doch recht happig. Sinnvoller wäre hier 250 EUR, diese wären gut aufzubringen, evtl. in Verbindung mit zinslosem Kredit, d.h. von mir aus 100 sofort und dann, wenn Arbeitsstelle vorhanden das ganze langsam abstottern. ABer gut, gehört nicht hierher....


    Gehört wohl hierher, weil es wohl der Anstoß war, den Thread überhaupt zu eröffnen ;)

  • Re: Wi(e)so meckern eigentlich alle nur über Preis-/Leistungsänderungen von Unternehmen?


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Obwohl ich ja nicht alles gut finde was Unternehmen so fordern, muss ich mich doch manchmal fragen, warum hier, ja eigentlich nicht nur hier sondern auch im Real Life sich die Leute so aufregen wenn ein Unternehmen, z.B. Diensteanbieter seine Konditionen ändert.


    kurze und knappe Antwort:
    Ich meckere darüber, weil sich die Teuerungen überpropotional zu meinem Gehalt erhöhen.


    Und damit bleibt immer weniger Geld übrig oder der Lebensstandard nimmt ab.

    Fatal error in reality!
    Reboot universe?

  • Re: Re: Wi(e)so meckern eigentlich alle nur über Preis-/Leistungsänderungen von Unternehmen?


    Zitat

    Original geschrieben von AdministratorDr
    Gewinn ist ja gut und schön, aber bitte nicht auf Kosten anderer.


    ah..ok...Gewinne ja, aber das Geld kommt nirgendswo her :confused:
    lass mich raten:


    Kosten sollte man auch minimieren(=0)! :D

  • Grundsätzlich ist wohl vieles teurer geworden... aber man muss das immer relativ sehen!


    z.B. die Angesprochenen Preiserhöhungen bei den Gaststätten... normalerweise erhöhen Gaststätten ihre Preise jedes jahr um ein paar%
    Doch die meisten Gastwirte haben ihre Preise vor der Euroeinführung nicht erhöht, dies dann aber im Rahmen des Währungswechsels auf einen Schlag nachgeholt. Taktisch unklug und doch nicht überzogen. EInzig die Pizzarien haben überproportional aufgeschlagen.


    ICh bin Student und fänd studiengebühren natürlich unangenehm, aber trotzdem sinvoll (wenn die gebühren auch wirklich den unis zukommen).


    man braucht nicht nur brötchen vergleichen... schau mal was vor 4 jahren noch ein joghurt gekostet hat...
    aber andererseits, wieviel lohn hat z.b. ein schüler für so nen shcülerjob erhalten? ich habe als ich angefangen habe mir was dazuzuverdienne so um 10 Mark erhalten... heute bekommt man meist über 7€ und wenn man zur Tanke geht ev. noch mehr....


    Das die Löhne national nicht im gleichen Maß gestiegen sind wie die Kosten mag stimmen und ist doch nicht so einfach nachzuprüfen, da kaum einer sagt, nene mir gehts heute genauso gut wie früher... jammern ist ja deutscher volkssport geworden.


    die folgen von Studiengebühren wird man erst mal abwarten müssen... nix wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!


    Zitat

    Zitat: Original geschrieben von AdministratorDr Gewinn ist ja gut und schön, aber bitte nicht auf Kosten anderer. ah..ok...Gewinne ja, aber das Geld kommt nirgendswo her lass mich raten: Kosten sollte man auch minimieren(=0)!


    Also da muss dir rechtgeben... der satz von administartordr. ist irgendwie sinnfrei... die gaststätten finanzieren sich halt ausschließlich aus dem verkauf von lebensmitteln.... wie sollen die mehr gewinn machen wenn nicht preise erhöhen, da ja eh ALLE TEURER geworden ist.... wenn sie weniger im Einkauf zahlen gehts auf Kosten des Großhändlers... am besten sie senken die Löhne ihrer Angestellten....
    ist jetzt ev ein wenig zu sarkastisch geworden... aber außer geld fälschen (und damit schadet man auch jemandem) fällt mir so schnell keine möglickeit ein gewinne zu steigern ohne das auf jemandes kosten zu machen.... außer die innerbetriebliche produktivität zu steigern (wobei man ja dann weniger angestellte braucht..... schein ein teufelskreis :-) )

    Original geschrieben von addictivebn Ich kann nachwievor schmerzfrei telefonieren, toi, toi,toi.
    zu den scharfen Kannten am K700

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