Nach der Wahl ist vor der Wahl

  • sorry jungs,
    da habt ihr die ironie nicht ganz erfasst...


    wenn ein kleinwagen (was er immer noch ist), mit der kleinen maschine so säuft, dann sieht man doch, wieviel potential noch auf der straße herumfährt...


    greetz
    cm

  • Das war ironisch? Sorry, aber ohne entsprechenden Smilie (oder andere "Kennzeichnung") war das echt ziemlich mißverständlich... :rolleyes:

    Sic gorgiamus allos subjectatos nunc.

  • Na Pfeff, viel zu tun oder ist dir die Lust vergangen? Ich warte auf deine Antwort. :)

    Enttäuscht vom Affen schuf Gott den Menschen.
    Danach verzichtete er auf weitere Experimente.

    - Mark Twain -

  • Super Diskussion, deshalb liebe ich den TT so :top:


    Zitat

    Schon alleine durch das enorm hohe Preisniveau, das wir mittlerweile erreicht haben, muß diese Regierung ja Unmengen mehr an Mehrwertsteuer eingenommen haben. Ich glaube auch, dass sie darauf spekuliert haben und deshalb als einziges europäisches Land keine Gesetze erhoben haben, um die Preissteigerungen durch den Euro zu stoppen.


    Dazu habe ich anzumerken, daß jegliche Gesetze und Regulierungen, die mit der Euroeinführung zu tun haben, noch unter der alten Regierung verabschiedet wurden. Vielleicht hätte sich Rot/Grün um eine Änderung selbiger bemühen sollen, die Ideen dahinter stammen jedoch noch aus der Kohl-Ära!

  • Re: Re: Nach der Wahl ist vor der Wahl


    Zitat

    Original geschrieben von XlF42
    Ausserdem ist es nunmahl so, dass Energiesparen sich lohnen sollte.
    Einige Staaten in Europa haben schon seit Ewigkeiten eine Oekosteuer, die in festgelegten Stufen erhoeht wird, keiner regt sich im Mass wie hier darueber auf, und der Wirtschaft tut es auch nicht in dem Mass weh, wie es hier immer beschrieben wird. Fragwuerdig ist natuerlich die Koppelung an die Lohhnebenkosten.




    da hast du recht
    hast du aber auch die preise verglichen ? ich wette nein !


    wenn bei uns das benzin ohne ökosteuer schon teurer ist als "in einigen staaten in europa ;) " mit sieht die sache doch ganz anders aus


    und ich denke das diejenigen die rot oder grün gewählt haben sollten in diesem thread am besten die füße still halten und sich über nichts aber auch garnichts beschweren ---weil----selbst schuld ;)

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Zitat

    Original geschrieben von Jeeves
    Und nochmal ganz konkret an dich Pfeff: Was müsste sich deiner Meinung nach, unter den gegebenen Umständen verändern, damit es dir zusagt? Geht es dir wirklich um die Ökosteuer? Befürwortest du weitere Neuverschuldung und die Abkehr vom Ziel Haushaltskonsolidierung? Und: Welche Beiträge würdest du denn zum Sozialstaat beitragen wollen (könntest du es dir denn aussuchen)?


    Merkwürdig, dass ich anscheinend der einzige bin, der den 4 vergangene Jahren Rot/Grün nicht soviel abgewinnen konnte.


    Entschuldige die kurze Auszeit, Jeeves... natürlich nehme ich gerne Stellung zu Deinen Fragen. Ich bitte darum, bei meiner Antwort hier nicht das außen vor zu lassen (viles habe ich ja eigentlich schon beantwortet), was ich in den obrigen Beiträgen schon geschrieben habe.


    Ja, es geht mir zum Teil wirklich um die Ökosteuer, da ich wie gesagt keine Alternativen sehe. Habe heute mit jemanden gesprochen, der mit der Straßenbahn von Köln Innenstadt nach Köln-Dellbrück (Außenbezirk von Köln) gefahren... hat One-Way 2,90 Euro gekostet. Sorry, aber das ist imho zu teuer. Man sollte das Volk nicht nur bestrafen... ich bin ein großer Fan der positiven Motivation: Sollten da nicht bessere Bedingungen geschaffen werden? Bewegungsfreiheit und Flexibilität (gerade bei der Wahl des Arbeitsplatzes - auch in einer anderen Stadt) werden nicht nur gefordert, sondern sind auch ein wichtiger Erwerb unseres demokratischen Systems. Zum Thema Ökosteuer noch eins: Der Hammer wird ja erst noch kommen... wenn man den Berechnungen der Experten glauben darf, steht uns ja bald der Irak-Krieg bevor. Schon jetzt werden die Ölpreise für die Zeit in drei Monaten gehandelt... Öl wird sehr teuer werden. In Kombination (fällt vom Zeitpunkt ungefähr zusammen) mit der Ökosteuer wird es seeeehr teuer werden, ein Auto zu fahren. Ich persönlich finde nicht, dass jeder Student heutzutage ein Auto fahren muß... aber es gibt ja nun wirklich genug Leute, die beruflich auf ein Auto angewiesen sind (die Transport- und Logistikunternehmen hatte ich ja schon angesprochen). Aber wir sind halt noch lange nicht so weit, dass wir Sonnen- und Windenergie mit unseren heutigen Automobilen nutzen können. Ich finde übrigens das Signal, dass Rot/grün alleine mit ihren Gesprächen zu dieser Thematik aussenden, mehr als bedenklich... dies alleine zeigt mir, dass sie nicht wirklich begriffen haben, was jetzt zählt. Oder gar nicht anders können.


    Zum Thema Neuverschuldung. Ich weiß nicht genau, was Du jetzt damit meinst. Neuverschuldung bedeutet für mich, neues Geld von jemanden anderem aufzunehmen. Aber sie wollen ja eigentlich nur mehr Geld vom Bürger. Aber gehen wir einmal davon aus, dass sie sich ohne die Erhöhung der Steuern neuverschulden würden. Ja, ich bin dafür... für einen gewissen, begrenzten Zeitraum. Ich sehe das so. Das Rad steht... wir brauchen einen kleinen Antrieb, damit es zum Selbstläufer wird. Es ist eine Chance... nicht eine garantierte Lösung. Die Sache muß angekurbelt werden... dann können wir vielleicht unsere Schulden in Zukunft viel effektiver löschen. Die Problematik ist doch folgende: Kaum einer ist mehr bereit, Geld für irgendetwas auszugeben. Und es wird sehr große Gesten brauchen, bis die Leute dazu wieder bereit sind. Und diese Gesten sind die Steuern... das erkennbare Mittel des Staates. Mann kann einen Euro nämlich auch wirklich nur dann sparen, wenn man ihn besitzt, oder?


    Und wenn ich mich jetzt hier mal umhören würde, wessen gehalt oder Einkommen sich dem Preisanstieg und den erhöhten Steuern angepasst hat ... ich bin mir sicher, es würden nicht so viele "hier" schreien.


    Zu meinen Mitteln: Junge, ich habe schon immer so viele Steuern bezahlt. Und ich zahle die auch gerne (oben schon beschrieben)... es ist halt Teil unseres Systems. Aber ich würde viel lieber Arbeitsplätze bzw. Arbeit schaffen, damit andere auch noch Steuern zahlen können (die Masse macht es - nicht die Höhe der Einzelperson). Die Möglichkeiten sind da... die wirtschaftliche Situation macht es nicht unbedingt leicht. Nahezu unmöglich. Und ich würde auch gerne mal sehen, wofür diese Steuern eingesetzt werden. Schulen? Eher nicht. Polizei? In Köln wird gerade wieder eine sehr wichtige Polizeidienststelle geschlossen. Straßen? jetzt weiß ich, woher der Begriff Haushaltsloch kommt... :D.


    Naja. es gibt noch viel zu sagen - nur etwas in Kürze:
    Zu dem Artikel mit Herrn Hundt - der Mann überrascht mich immer wieder.
    Der ist glaube ich -gelinde gesagt - etwas mediengeil. Eine provokante These, um mal wieder ins Gespräch zu kommen. Von dem habe ich schon soviel Blödsinn gelesen (wenn man keine Ahnung hat...), dass ich uns allen die Daumen drücke, dass er wenigstens einmal recht behält.


    Und zu der Anmerkung, dass wir die Ausgangsposition im Zuge des Euro der Regierung Kohl zu verdanken haben. Ein müdes Lächeln. Alle anderen Regierungen haben es geschafft, Gesetze zu erlassen... nur Schröder in 4 Jahren nicht. Und auch in anderen Länder haben in diesen 4 Jahren Regierungswechsel stattgefunden. oder irre ich mich da?

  • Pfeff: Thanx für die ausführliche Antwort. :)


    Zum Komplex Ökosteuer: Ich bin nach wie vor ein Verfechter selbiger, gebe jedoch zu, dass diese ein besseres Marketing verdient hätte. In den Überlegungen spielt z.Z. übrigens auch eine Rolle den ÖPNV von der Ökosteuer komplett auszuklammern (bisher gilt ein ermäßigter Satz).
    Zum Thema Ölpreis-Anstieg und Ökosteuer: Immerhin steigt der Preis um einen festen Satz, und nicht wie bei Erhöhung der Mineralölsteuer dynamisch... Wenn es gelingt die Lenkungseffekte weiter zu justieren bin jedefalls absolut dafür.
    Übrigens: Rot-Grün muß jetzt darüber reden! Ihnen bleibt doch gar keine Wahl. Sie müssen nun mal einen Koalitionsvertrag ausarbeiten. Bisher fand ich die Diskussionen darum übrigens noch sehr gesittet. Man denke mal an '98...


    Zum Thema Neuverschuldung: Darunter verstehe ich, genau wie du, frisches Geld von außen. Also eben nicht Steuern. Ich komme nur zu einem anderen Schluß als du: Was du als Chance siehst, sehe ich als fatales Signal in die falsche Richtung. Wir müssen erst die Strukturen ändern (Gesundheitskosten!), so schnell wie möglich. Dann können wir über z.B. Steuersenkungen reden. Sonst riskierieren wir nur weiter Signale in die falsche Richtung. Zur Zeit würden neue Schulden nur in weiteren Steuerlöchern verpuffen, der Effekt wäre null. Um wirklich einen (kurzfristigen) Boost zu erzeugen, müsste man richtig viel Geld in die Hand nehmen. Japan hat in den letzten Jahren gezeigt, wie man in einer Rezession hunderte von Milliarden Dollar weitgehend nutzlos verbrennen kann: Wenn man wirtschaftlich unten ist und Strukturreformen nötig wären. Genau da sind wir jetzt.
    IMHO liegt auch hier der Knackpunkt bei den Interessenverbänden. Man kann Hundt doof finden oder nicht: Auf so eine Zuneigungsbekundung sollte man ihn sofort an einen Tisch mit den Gewerkschaften und der Regierung setzen! Wenn in den nächsten, sagen wir 9 Monaten wirklich Ergebnisse vorgebracht werden, auch wenn's weh tut, werden allein die positiven psychologischen Signale mehr Wert sein als Milliarden an Neuverschuldung heute. So seh ich das.

    Enttäuscht vom Affen schuf Gott den Menschen.
    Danach verzichtete er auf weitere Experimente.

    - Mark Twain -

  • Hmm, Du magst schon recht haben, Jeeves: Die Strukturen müssen geändert werden.


    Aber jetzt mal ganz, ganz ehrlich: Glaubst Du, daß die Regierung eine echte Gesundheitsreform/Bildungsreform/Steuerreform/etc. überhaupt schaffen kann?


    Leider sieht es (nicht nur den Mehrheitsverhältnissen nach zu urteilen) so aus, als wäre sie dazu nicht in der Lage, und wenn was rauskommt, dann wirds ein Reförmchen.


    Meiner Meinung nach wird Schröder es nicht wagen, wirklich harte Schnitte vorzunehmen: Dazu ist seine Position einfach zu unsicher.


    Was bleibt, wird Stillstand sein...



    Ein Wort zu erneuerbaren Energien noch: Ich bin überzeugt, daß sich regenerative Energien durchsetzen werden: Aber dieser Prozeß geht eben nicht von heute auf morgen - hier muß in Jahrzehnten und nicht in Legislaturperioden gedacht werden. Auch ein 100.000-Dächer-Programm bringt da nix. Außerdem: Ich habe beim Bund Naturschutz in Bayern die Abwicklung von Solarenergieprojekten betreut: Wenn die Leute einen echten Anreiz sehen (und der geht IMMER vom Geldbeutel aus), dann sind sie auch bereit, in regenerative Energieformen zu investieren. So hat z.B. fast jeder Neubau mittlerweile Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung auf dem Dach - weil die Menschen eben direkt merken, was es bringt.



    Herzlichst, Tobsen

    Quidquid id est, timeo moderatores et dona ferentes.


    .-- . .-. -- --- .-. ... . -.- .- -. -. --..-- .. ... - . -.-. .... - .. -- ...- --- .-. - . .. .-..

  • Tobsen: Die Gefahr jetzt nur ein Reförmchen rauszuhausen ist da, natürlich. Ich bin nur überzeugt davon, dass, richtig kommuniziert und unter Mitwirkung der Interessenverbände eine echte Chance besteht. Ob die genutzt wird? Wohl nur dann, wenn eine Mehrheit, gerade auch in der öffentlichen Meinung die Notwendigkeit dazu spürt... Gründe gibt ja nun eigentlich wirklich genug.
    Wer jetzt nicht mitzieht muss sich nur auch gefallen lassen heftig kritisiert zu werden, Regierung inklusive.

    Enttäuscht vom Affen schuf Gott den Menschen.
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    - Mark Twain -

  • Jaja, die Ökosteuer...


    Die Ökosteuer ist - entgegen einiger Meinungen, die hier schon gepostet wurden - in der Tat nur ein Instrument, um den Energieverbrauch zu verteuern (bei diesem Wort Energieverbrauch dreht sich einem Naturwissenschaftler immer der Magen um). Allerdings soll sie primär nicht zu Mehreinnahmen für den Staat führen, sondern ihm erlauben, dafür die Lohnnebenkosten zu senken. Mit anderen Worten: der Arbeitgeber zahlt im Gegenzug weniger Abgaben zum Lohn, der Arbeitnehmer erhält netto mehr Geld von seinem Lohn. Man mag fragen: Wozu dann das Ganze, wenn ich so nur mehr Geld übrig habe, um es dann wieder durch den Auspuff zu jagen? Und genau da setzt der hier auch schon angesprochene Erziehungseffekt an: wer es nun schafft, Energie zu sparen oder auch nur effizienter oder umweltverträglicher zu nutzen, der wird mit einem Gewinn aus der Ökosteuer herausgehen. Es mag auch sein, dass dieser Gewinn nur relativ zu anderen Bundesbürgern ausfällt und nicht in Euro und Cent übrig bleibt, aber die Steuerungswirkung ist damit erreicht. Wir leben nun mal leider in einer Zeit, wo viele Menschen erst das (Um-)Denken anfangen, wenn es ihnen an den Geldbeutel geht. Aber es kann und wird funktionieren. Da ja eine Abstimmung mit dem restlichen Europa angestrebt wird, was auch dringend nötig ist, könnte die Ökosteuer zu einer wirklichen Erfolgsstory werden, über die die nächste Generation einmal zufrieden sagen wird: „Ohne die Ökosteuer hätten wir uns die Solarzellen auf dem Dach, die Wärmetauscher fürs Brauchwasser im Bad, den Strom aus Windkraft und Erdwärme sowie die S-Bahn-Fahrten zur Arbeit nie leisten können.


    Das Ziel der Ökosteuer ist nun mal die energieverbrauchs-orientierte Umschichtung von Abgaben, und da dürfen meines Erachtens auch die produzierenden Betriebe nicht (fast) vollkommen unberücksichtigt bleiben. Sicher: auch die Produktion muss einigermaßen billig, effizient und wettbewerbsfähig bleiben. Aber was spricht dagegen, Steuererleichterungen, wie sie jetzt für die Großindustrie gelten, nur für die Betriebe fortbestehen zu lassen, die bereit sind, in gewissen Grenzen und nach bestimmten, realistischen Vorgaben ökologisch und dennoch ökonomisch zu wirtschaften? Schließlich darf ein Wirtschaftstandort - und Deutschland würde ich zu einem guten und beneidenwerten zählen - doch auch bestimmte Vorgaben machen. Wer partout nicht bereit ist, sein Kohlekraftwerk mit einer Kraft-Wärme-Kopplung auszustatten, um die Abwärme sinnvoller zu nutzen, darf von der (bescheuerten) Kohlesubventionierung auch nicht weiter profitieren und erhält eben nicht die Vergünstigungen des Nachbarbetriebes, der im Sinne der ökologischen Reformen mitzieht.


    Das Ganze ist auf der politischen Bühne zwar sicherlich kompliziert und schwer in gerechter Weise umzusetzen, aber den Versuch ist es mir wert. Auch wenn ich einer derjenigen sein könnte, den die Ökosteuer durch seinen 2-Auto-Haushalt „betrifft“. Das Auto wird langfristig sicher ein Luxusgut werden: aber nur, wenn es technisch so bleibt wie es vom Antrieb her ist. Und genau das soll ja unter anderem mit der Einführung einer Ökosteuer geändert werden: hin zu neuen Konzepten für eine effizientere, umweltverträglichere und regenerative Energiepolitik. Und die ersten Früchte können ja mit der Dezentralisierung der Energiegewinnung auf Hausdächern bereits jetzt geerntet werden. Ein autarkes System ist außerdem immer besser: wer sich nicht um den Erhalt und die Wartung seiner Sonnenkollektoren bemüht, steht halt ohne Energie da. Eigenverantwortung ist sicherlich das Stichwort, wenn es um Ökologie geht.


    Tobsen:
    Klasse Sig. :) Kluger Beitrag - wie imo überhaupt viele in diesem Thread.


    Gruß vom Schwob :)

    Wenn Du etwas gut kannst, ist es Zeit, etwas Neues zu lernen.

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