Bundestagswahl 2005

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    Original geschrieben von Martyn
    Das Problem ist, das sich die Arbeitnehmer darüber freuen, wenn es anderen Erwerbsgruppen, wie eben Beamten an den Kragen geht, statt den Zusammenhang zu begreifen, das sie damit letztendlich auch verlierer sind.


    Martyn, genau hier sprengt die bittere Realität wohl Deine Vorstellungskraft: Wenn Sozialleistungen gekürzt werden, dann geschieht das nicht aus Missgunst oder Spass am Ärgern, sondern einfach weil glücklicherweise nicht alle sehenden Auges den Bankrott eines Unternehmens oder auch das Kollabieren einer Volkswirtschaft herbeiführen wollen :rolleyes:

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    *Plonk*
    Und wieder mal völlig an der Realität vorbei...
    Oder sollte nur ich nicht mitbekommen haben, das bei Beamten mittlerweile auch die 40Std.Woche ohne Lohnsaugleich gefordert wird?


    CH


    Die 40-Stunden-Woche bei Bundesbeamten ist seit Oktober 2004 Realität (war damals selbst einer von denen), bei Landesbeamten gibts sogar schon 41 Stunden. :rolleyes:

  • Zitat

    Original geschrieben von wrywindfall
    Die 40-Stunden-Woche bei Bundesbeamten ist seit Oktober 2004 Realität (war damals selbst einer von denen), bei Landesbeamten gibts sogar schon 41 Stunden. :rolleyes:

    Die aktuellen Überlegungen sind auch bei Bundesbeamten die 41 Stundenwoche einzuführen.

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    Original geschrieben von qwasy
    Wenn Sozialleistungen gekürzt werden, dann geschieht das nicht aus Missgunst oder Spass am Ärgern, sondern einfach weil glücklicherweise nicht alle sehenden Auges den Bankrott eines Unternehmens oder auch das Kollabieren einer Volkswirtschaft herbeiführen wollen :rolleyes:


    Naja, aber das Problem ist eben, das die Reallöhne sinden, die Binnennachfrage lahmt, und die Preise eher steigen.


    So kann es ja auch nicht weitergehen. Sonst haben wir irgendwann ne 48h Woche bei 500 - 800 Euro nett. Willkommen in Osteuropa.

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    Original geschrieben von Martyn

    Wenn bei dem Beamten die Arbeitszeit erhöht wird, oder die Zulagen verringert werden, dann werden sich die privaten Arbeitgeber auch daran orientieren, und das Karusell dreht sich weiter, so dass Arbeitnehmer, die sich noch gefreut haben, das die Beamten weniger Zulagen bekommen, über kurz oder lang auch weniger Sozialleistungen bekommen.


    Ich würde mal gern wissen wo du deine Weisheit her hast.
    Mir ist kein Arbeitgeber bekannt,der sich an Tarife der Beamte richtet.
    Warum denn auch.
    Schließlich üben Beamte i.d.R auch andere Tätigkeiten aus,als Angestellte von private Arbeitgeber.
    Dann könntest genauso behaupten,wenn der Putzfrau der Lohn gekürzt wird,dann passiert das auch dem Universitätsprofessor.
    Was ist sagen will ist,dass du Äpfel mit Birnen vergleichst.


    Ein Vergleich kann man nur zwischen Angestellte selber Branche und Gehaltsklasse machen.


    In der Wirtschaft sieht es eigentlich so aus,dass die Bereiche,die nicht so erfolgreich sind,versuchen durch Lohnkürzungen,Mehrarbeit,Mitarbeiterverringerungen,Auslagerungen ins Ausland wieder in die Gewinnzone zu kommen.
    Betriebe aber,die erfolgreich arbeiten,bezahlen gute Löhne,rationalisieren nicht und lagern nicht unbedingt aus.


    Wenn wir nur noch 500 € bei 48 h verdienen sollten.
    Dann lagern Betriebe ordentlich nach Deutschland aus.
    D.h. die Wirtschaft würde hier boomen wie bekloppt.
    Nur um deinen Gedanken weiter zu drehen.


    Es ist also mehr eine Frage von Angebot und Nachfrage,die die Zustände in einem Betrieb regeln.

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    Kabelinternet: Vodafone/Unitymedia 2 Play 100/50 MBit.

  • Und wie viele Stunden leistet ein durchschnittlicher AN ab der nicht verbeamtet ist (unabhängig davon was im Tarifvertrag steht) ?
    Es steht sicher nicht zur Diskussion das auch Beamte nen anständigen Job ablieferen, aber so zu tun als seien AN in der "freien Wirtschaft" Beamten gleichgestellt ist doch mehr als blauäugig...


    CH

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    So kann es ja auch nicht weitergehen. Sonst haben wir irgendwann ne 48h Woche bei 500 - 800 Euro nett. Willkommen in Osteuropa.


    Läge es in unserer Macht, so könnten wir uns gerne darauf verständigen, bei den Arbeitenden weniger schmerzliche Einschnitte vorzunehmen, aber dafür bei denjenigen, die trotz Nichtstun (mit teilweiser Arbeitsverweigerung) (zu-)viel Geld bekommen, kräftig zu sparen.
    Letztlich wäre es vermutlich so leichter, die Anzahl der Bezieher von Tranfereinkommen zu reduzieren: Jeder, der arbeiten kann, soll dies auch tun - andere Länder machen uns vor, wie dies funktionieren könnte (EITC & Co.). Aber der Aufschrei bei solchen Maßnahmen (bis hin zum "Recht auf Faulheit") kommt wiederum aus der gleichen Ecke - selbst hier bei TT hat der Verteter der TT-Gewerkschaftsfraktion Martyn laute Lobgesänge auf die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags ausgestoßen, als er vernahm, dass das Niveau der ALG2-Ostgelder denen des Westens angeglichen werden sollte - unter völliger Missachtung des tatsächlichen Preisgefüges in Ost- und Westdeutschland.

  • Zitat

    Original geschrieben von newage_02
    Betriebe aber,die erfolgreich arbeiten,bezahlen gute Löhne,rationalisieren nicht und lagern nicht unbedingt aus.

    Im Modell ist das so, aber in der Praxis wird Rationalisierung mit einhergehendem Jobabbau auch bei erfolgreichen Firmen betrieben, um eine noch schönere Bilanz zu haben. Mit Mehrarbeit und Kürzung von Zulangen ist es auch so.


    Stellen wir uns mal eine Brache vor, egal welche, wo es 50% der Firmen gut geht und 50% der Firmen eher schlecht.


    Wenn jetzt die Firmen denen es schlecht geht, die Arbeitszeit erhöhen und Zulagen kürzen, werden es die Firmen, denen es besser geht, auch genauso machen.

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Und wie viele Stunden leistet ein durchschnittlicher AN ab der nicht verbeamtet ist (unabhängig davon was im Tarifvertrag steht) ?


    Da ist wohl alles möglich, einige arbeiten kaum mehr, andere wesentlich mehr.


    Aber im Prinzip ist das auch egal.


    Wenn jemand wirklich sehr viel arbeiten muss, muss er bei einer höheren Wochenstundenzahl im Arbeitsvertrag zwar vielleicht nicht mehr arbeiten, bekommt aber weniger Überstunden ausbezahlt.


    Und wer nicht soviele Überstuden arbeiten muss, muss dann mehr arbeiten.


    Beide sind im Nachteil.

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