Erfahrungsaustausch der (Ex-) Studenten - Diplomarbeit/ -semester

  • Zitat

    Neuland zu betreten ist imho gut, so koennen die Pruefer einen nicht besonders auseinandernehmen, und haben Spaß am lesen und lernen


    Das ist unter anderem auch ein Grund warum ich "Neuland" betreten wollte. Ich hatte im aktuellen Semester unser sog. "Diplomandenseminar", wo u.a. auch die mündliche Verteidigung durchgespielt wurde. Jeder musste sich eine geschriebene DA besorgen, durcharbeiten und verteidigen. Mein Thema war der bauliche Einsatz von Seegras - quasi ein bis jetzt nicht stark vetretenes Dämmmaterial. Wie auch immer, mein Prof. war die ganze Zeit über hellhörig und konnte anschließend seehr wenige Fragen dazu stellen, da er sich damit einfach nicht auskannte, bzw. noch nie davon gehört hat.
    Das hab ich mir jetzt natürlich zu nutze machen wollen - neben dem Wunsch mich zu profilieren. Wenn sich die Betreuer/ korrektoren ein unbekanntes Thema vorgesetz bekommen, ergeben sich für mich einige Freiräume, die natürlich widerum ausufern können.


    Das Arbeitsumfeld hab ich hier bei mir in der Wohnung denke ich perrfekt. Zum arbeiten brauche ich seit neuestem völlige Ruhe, aber auch ab und an ein wenig Ablenkung. D.h. ein wenig surfen, essen usw. Aber sonst kann ich die Nächte ohne Probleme durchmachen. Denn das frühe Aufstehen liegt mir ohnehin nicht besonders - wenn man mal von Arbeit als Angestellter absieht... ;)


    Sebastian
    Merkwürdig, die ersten beiden Phasen hab ich schon durch und stehe am Anfang von Phase 3 :D Wenn der Rest auch noch stimmen sollte, dann Mahlzwiet. Für Hoch/Tiefs bin ich immer zu haben... :rolleyes:


    Aber zumindest bin ich schonmal froh, dass ich nicht der einzige bin, der sich mit "Ängsten", Problemen usw. rumschlagen muss. Mein Betreuer hat mir heute ochmal in aller Form seine Hilfe bei sämtlichen Problemen angeboten. Somit habe ich einen festen und kompetenten Ansprechpartner, was mich natürlich nicht vor Recherchen in rauen Mengen befreit.


    Greetz und Thx

    SAWLE Nr. 203/333


    Skype: "lord_arsch"

  • Ich habe auch gerade das Vergnügen eine derartige Arbeit anfertigen zu dürfen.


    Ebenfalls habe ich ein Thema welches in dieser Form noch nicht bearbeitet wurde.
    Erschwerend hinzu kommt, dass es einen internationalen Bezug hat und man hier in D schlicht und ergreifend keine entsprechende Literatur o.ä. bekommen kann.


    Zum Glück habe ich mittlerweile Bücher aus dem Land quasi direkt vor Ort bekommen, allerdings nur auf Englisch.


    Was da im Endeffekt jetzt bei rumkommt wird sich zeigen, aber obwohl ich gerade erst angefangen habe macht sich gelegentlich die von Sebastian beschriebene Panik breit.


    Von daher: Immer positiv denken, machbar ist alles


    Gruß
    CH

  • Was für Themen habt ihr denn so. Ich beschäftige mich mit ITIL

     MacBookPro 15“ End 2016 
     iPhone X 64GB Spacegrau 
     Apple Watch Gen. 3 42mm 

  • Ich war zu Schluß nur noch wild darauf, endlich mit dem Studium fertig zu werden. Ich hatte die Schnauze voll vom Student-Sein. 6 1/2 Jahre waren einfach zuviel. Ich wollte endlich anfangen zu arbeiten und ein geregelteres Leben leben und raus aus diesem Studententrott. In meinem Studiengang war sehr viel mehr auf Eigeninitiative ausgelegt und es war weniger straff organisiert mit Klausuren etc..
    Als Thema hatte ich mir erst "Sprache im Internet" ausgesucht, aber das wäre ein viel zu riesiges Thema gewesen. Damit wäre ich nie fertig geworden und alleine die Recherche hätte ewig gedauert.
    Also habe ich mich umgeschaut, doch mir fiel zunächst nichts ein.
    Dann erinnert ich mich an mein Auslandssemester in Spanien und machte mir Gedanken darüber, was in der span. Gesellschaft so an Problemen existiert. Und dabei fiel mir das Thema häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen allgemein ein. Dazu fand ich hervorragende Unterlagen, die ich wunderbar aufarbeiten konnte, habe das Bürgerliche Gesetzbuch gewälzt und hatte damit eine super Grundlage, auf der ich aufbauen konnte. Hat dann im Endeffekt innerhalb knapp 6 Wochen Arbeit gut geklappt und eine gute Note kam auch dabei heraus.
    Ich denke, man sollte ein Thema finden, daß es a) noch nicht all zu oft gab, b) den Prof auch einigermaßen interessiert, c) vor allem einen selbst reizt, so daß man Lust drauf hat, sich damit zu beschäftigen und d) auch mal ein Ende nimmt und mit dem man kein Faß ohne Boden aufmacht.
    Nun will ich damit nicht sagen, daß mein Thema ein kleines oder gar schnell abgehandeltes ist. Aber man kann es in einen Rahmen fassen.


    Wie es bei "natur"wissenschaftlichen Arbeiten ist, kann ich weniger gut sagen, logischerweise. Da kenne ich das Thema nur von meinem Bruder und Freunden. Ich denke aber, vom Prinzip her gelten meine a bis d Punkte auch dort.



    Freu Dich drauf, danach ein Hochschulstudium erfolgreich abgeschlossen zu haben.
    Das ist schon eine tolle Leistung, auf die man stolz sein kann.
    Aber laß es Dir nicht zu Kopf steigen. ;)


    Im Nachhinein finde ich schade, daß ich wegen sofort begonnener Jobsuche, bei der ich erstmal herausfinden mußte, was ich eigentlich machen will, kaum bis gar keine Zeit und vor allem Muße hatte, um mal richtig zu feiern und mich zu freuen. Das ist wirklich sehr schade gewesen.


    Aber heute ist es halt nicht so einfach, sich erstmal danach auf die faule Haut zu legen. Wobei mir 3 Wochen Ferien danach richtig gut getan hätte, mir Zeit und Muße gegeben hätten, mir darüber Gedanken zu machen, was ich nun machen will und dann besser vorbereitet in die Bewerbungen zu gehen.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Ich bin auch gerade dabei meine Dipl zu schreiben. Schreibe allerdings eine Arbeit, die einen praktischen Teil enthält. Thema ist die "Steigerung der F&E-Effizienz in der Pharmazeutischen Industrie. Eine Analyse von Projektabbruchsgründen". Grundsätzlich ein total interessantes Thema, wenn man sich aber tiefer damit beschäftigt, merkt man ganz schnell, dass es auch sehr aufwändig ist. Da finde ich die Phasen von Sebastian sehr treffend. Ich würde sagen, dass ich mich mittlerweile irgendwo zwischen Phase 3 und 4 befinde. Wobei ich noch nicht ganz beim Ärmelhochkrempeln angekommen bin. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich erst am 1.9. im Unternehmen anfange. Bis dahin muss zwar schon der theoretische Bezugsrahmen stehen aber da fehlt mir noch etwas der Druck. Aber dieses latente Bauchweh der ersten Phase gefolgt von totaler Euphorie kenne ich sehr gut. Das trifft es auf den Punkt!


    Mir hat es anfangs sehr geholfen ein Exposé zu schreiben. Vorher war es für mich total schwer zu formulieren, worum es eigentlich geht, wie meine Vorgehensweise ist und wie das Ziel aussehen soll. Mit so einem schriftlichen Dokument kann man dann auch viel besser verschiedene Aspekte mit dem Lehrstuhl wie auch dem Unternehmen abklären. Ist eben schon etwas Handfestes im Gegensatz zu mündlichen Absprachen. Ein Exposé würde ich jedem empfehlen, der in einem Unternehmen schreibt. Man muss sowieso einen weiten Spagat hinlegen, um die Anforderungen beider Parteien -- und im Grunde auch seiner eigenen (das macht dann drei Parteien) -- in Einklang zu bringen.
    Ich hoffe nur, dass ich nach Fertigstellung dann im Unternehmen einen Job angeboten bekomme. Wäre schon nicht schlecht für den BErufseinstieg. Ist schließlich ein sehr großer Pharmakonzern und das macht sich im Lebenslauf ganz gut. Allerdings ist das auch vom Ergebnis der Dipl abhängig, was den Druck natürlich etwas vergrößert.


    Alles in allem, und was ich in diesem Thread auch schon gelesen habe, darf man sich nicht verrückt machen. Mit klarem Verstand an die Sache heran gehen, die Themenstellung eingrenzen und die Vorgehensweise sowie das Ziel klar formulieren. Hat man dann noch einen guten Betreuer oder andere kompetente Ansprechpartner dürfte das Ergebnis auch ganz gut ausfallen. Man muss sich halt immer klar machen, dass man an Punkte kommt, an denen man am liebsten alles hinschmeißen würde. An denen man denkt man hat sich total übernommen und schafft das nie. Speziell wenn es dem Ende zu geht, kommen massive Zwiefel, ob die Arbeit überhaupt noch dem Thema entspricht (etwas überspitzt ausgedrückt). Das habe ich mittlerweile schon von einigen Kommilitonen gehört.


    In diesem Sinne, nicht unterkriegen lassen und immer schön nach vorne schauen.


    Grüße

  • Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Im Nachhinein finde ich schade, daß ich wegen sofort begonnener Jobsuche,... kaum bis gar keine Zeit und vor allem Muße hatte, um mal richtig zu feiern und mich zu freuen.


    Aber heute ist es halt nicht so einfach, sich erstmal danach auf die faule Haut zu legen. Wobei mir 3 Wochen Ferien danach richtig gut getan hätte, mir Zeit und Muße gegeben hätten, mir darüber Gedanken zu machen, was ich nun machen will und dann besser vorbereitet in die Bewerbungen zu gehen.


    Darf ich fragen, in welchem Jahr das war? Ich hatte z.B. mehrere Monate Zeit, mich auf die faule Haut zu legen. Grund: Mich wollte keiner sehen.

  • 2003. Beworben habe ich mich auch >2 Monate lang. Bekam aber einige Einladungen und mußte sogar bei 2 Angeboten absagen.
    Kommt immer drauf an, was man machen will, wo man sich bewirbt und - das meine ich ganz wertfrei - auf einen selbst mit allem, was dazu gehört.
    Leicht war es dennoch nicht unbedingt.
    Wenn man keine Einladungen bekommt, ist das dennoch kein Grund, sich auf die faule Haut zu legen. IMHO. Eher ein Grund, nochmal alles zu überdenken und mehr Gas zu geben.
    Ich meinte aber eher eine Zeit VOR den Bewerbungen, die man vielleicht nutzen sollte.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Hm, das Thema Jobsuche ist ja auch was für sich... Als Psychoonkel in Berlin muss man sich den Weg schon frei schießen, um was zu bekommen, oder weit fort gehen. Ich trete immerhin am 1.9. meinen ersten richten Job an, obwohl mein Diplom schon 4 Jahre zurück liegt. Und ich ahbe den auch nur über Vitamin B bekommen...


    Aber BTT...


    Ich denke, mit einer Diplomarbeit hat jeder etwas anderes erlebt und wird auch immer wieder etwas anderes erleben. Bei mir war es so, dass mein Thema derart exotisch war (Gründe für religiöse Konversion), dass alle Prüfer abgewunken haben (ich hätte da eher einen Faragebogen für AIDS-Kranke mit Migrationshintergrund entwickeln sollen, aber Religion?). Man hat mich dann an einen Prüfer verwiesen, der "die nimmt, die sonst keiner nimmt" und hatte da größtmögliche Freiheit. Man könnte auch sagen null Betreuung. :rolleyes: Zu dem Thema gab es nix, nur in der Soziologie und so habe ich eigentlich einen Abriß der Religionspsychologie geschrieben, Interviews gemacht, die qualitativ ausgewertet und ein nettes Ergebnis gehabt. Immerhin hat mein Prüfer, bevor er mir die 1 gegeben hat, auch das ganze gelesen.


    Aber null Betruung bedeutete auch eine Menge Durchhänger, kaum Hilfsmöglichkeiten und eine Menge Frust. Da muss jeder selber sehen, wie er klar kommt! (mein absoluter Hit: ich stehe im Prüfungsbüro, um die von meinem Prüfer unterschreibene Verlängerung abzugeben, vor mir eine Frau, die 3 Telefonbücher auf den Tresen legt: "hier, meine Diplomarbeit!", "das sind dann Ihre 3 Exemplare?", "nee, das ist eins!" (und holt nochmal 6 Telefonbücher aus dem Beutel...)

  • Viel Glück.



    Mein Tipp: suche dir den roten Faden und halte dich dran fest mit allem was du hast.


    Bei mir gab es nur drei Phasen
    1. Phase: Ich versteh das Thema nicht (Panik!) - als ich nach vier Wochen anfangen wollte das Ding mal zu bearbeiten
    2. Phase: Die "Krass-Phase" in der es langsam klar wurde
    3. Phase: Die "Oh je Phase" in der ich nur noch 2 Wochen zum Schreiben von 80ig Seiten hatte.


    Von vier Monaten Bearbeitungszeit hab ich das ganze in knapp sechs Wochen durchgehauen, da ich auch nebenher gearbeitet habe.


    Ach ja: such dir einen Tag in der Woche in der du etwas themennahes liest, da kommen einem die besten Ideen!


    Versuche Ordnung zu halten; bei mir waren es ca. 19 Aktenordner mit Stoff und da verliert man schnell den Überblick. Zu jedem Artikel eine Mind-Map, sowie zu jedem Gliederungspunkt.


    Ein ganz wichtiger Tipp: mache so viel wie möglich deiner Notizen am PC. Copy& Paste macht das Ausformulieren einfachefr ;)


  • Treffer... :top:


    Ging und geht mir bei Studien- und Dilpomarbeit genauso. :)


    Ist imho aber auch eine imens wichtige Erfahrung für das spätere Berufsleben. Große Projekte sind nunmal seltenst einfach und sofort durchschaubar.


    Wenn ich übrigens was an meinem Auto repariere durchlaufe ich die gleichen Phasen. :D

    Gruss HK


    Manche mögens Heinz...

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!