Kriegsdienstverweigerung zurückziehen?

  • Ein Bekannter von mir hat folgendes Problem:


    Er ist jetzt 23 Jahre und möchte eigentlich weder zur Bundeswehr noch zum Zivildienst (Bitte keine Diskussion darüber, ob das jetzt ehrenhaft ist oder nicht. Ich zB habe Zivildienst gemacht).


    Er wurde vor einigen Jahren gemustert und dort auch aufgrund einuger Beschwerden ausgemustert. Vor seiner Ausmusterung hat er aber einen Brief zwecks Kriegsdienstverweigerung geschrieben.


    Jetzt vier Jahre nach seine Musterung bekommt er einen Brief, dass seine Ausmusterung ja nur für die Bundeswehr und nicht für den Zivildienst gilt.


    Seine "Idee" war es jetzt mit einem begründeten Brief seine KDV zurückzuziehen, so quasi wieder zum Bund zu gehen und dann ausgemustert zu sein/werden?


    Ist das sinnvoll? Wie stellt sich hier die genaue Situation dar?

    Nicht Wünschelruten, nicht Alraune, die beste Zauberei liegt in der guten Laune. (Goethe)

  • Was hat er denn genau für nen Brief bekommen?


    Vom Bundesamt für Zivildienst oder woher?


    Klingt alles etwas omniös.


    Ich habe damals auch mit einiger Verspätung ein Schreiben bekommen, dass meinem Antrag auf Kriegsdienstverweigerung nicht stattgegeben werden könne, da ich nicht kriegsdiensttauglich (ausgemustert) sei.


    Aber das jemand der ausgemustert wurde nach Jahren dann noch als Zivi antreten soll ist mir bisher noch nie untergekommen.


    CH

  • Das ist auch nicht statthaft. Da der Zivildienst nur ein Ersatzdienst ist, sind nicht wehrdienstfähige Personen auch nicht zum Zivildienst verpflichtet.


    MfG

  • Also ohne hier spekulieren zu wollen, würde ich Deinem Bekannten dringend empfehlen, sich über eine der zahlreich vorhandenen Beratungsstellen (kirchlich, e.V.'s, usw...) ausführlich informieren zu lassen! Ich würde es weder "drarauf ankommen lassen", noch einfach abwarten. Bürokratische Mühlen mahlen langsam, aber stetig. Und unüberlegte Schritte, wie einen Widerruf der Verweigerung würde ich auch erst mal unterlassen.


    Die von Dir geschilderte Konstellation ist mir ehrlich gesagt neu, hab ich in der Form noch nicht gehört. Allerdings ist ja auch der allgemein empfehlenswerte Weg, sich erst mustern zu lassen, dann das Ergebnis abzuwarten und dann erst zu verweigern, sollte man dies wollen. Während des ganzen Prozesses sollte man natürlich den Dienst an der Waffe wollen - erst nach Zugang der Tauglichkeitsbescheinigung sollten einen moralische / religiöse Bedenken quälen... Hat man diese vorher schon bei der Musterung kund getan, ist eine Ausmusterung aus verständlichen Gründen eher unwahrscheinlich - Zivis kosten nämlich wenig und leisten viel.


    Also: Richtig schlau machen, mehrere Meinungen einholen, erfahrene Stellen einbeziehen - dann erst handeln.



    Grüße,


    Yoko

  • Zitat

    Original geschrieben von Yoko
    Hat man diese vorher schon bei der Musterung kund getan, ist eine Ausmusterung aus verständlichen Gründen eher unwahrscheinlich - Zivis kosten nämlich wenig und leisten viel.


    OT:
    Das wäre mir neu...
    Das erste was ich nach Angabe meiner Personalien beim Musterungsamt damals angegeben habe war, dass ich veweigern will/werde. Darauf folgte eine normale Musterung und ein Gespräch mit dem psychologischen Wehrberater ob ich mir das mit der Verweigerung nicht doch noch mal überlegen wollte :D Nein wollte ich nicht.


    Und ohne irgendwie getrickst zu haben und ehrliche Angaben zu sportlicher Betätigung gemacht zu haben wollte mich der Verein trotzdem nicht haben.


    Eine Zivi-Quote die das Musterungsergebnis beeinflusst halte ich daher eher für eine urbane Legende.


    CH

  • so viel ich weiß wird bei der musterung die tauglichkeit festgestellt. wenn da rauskommt du bist nicht tauglich dann werde bundeswehr noch zivi. ruf doch einmal bei dem verein an, wo dein schreiben her ist, und frage was der spass soll.

  • Soweit ich weiß, hat sich das geändert. Es gibt Untauglichkeit für die BW, aber gleichzeitig noch Tauglichkeit für Zivi.
    Bin aber nicht sicher.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Nun gut, meine Musterung liegt nun auch schon das ein oder andere Jahr zurück. "Damals" war man zumindest nach den Empfehlungen von Beratungsstellen gut beraten, seine Bedenken erst nach der Zustellung der Musterungsresultate zu äußern.
    Wie das heute aussieht - keine Ahnung. Und Nachteile ergeben sich durch diese Vorgehensweise ja nicht. Zumindest in meinem Umfeld mußte keiner seine Entscheidung "noch stichhaltiger" begründen, nur weil er spät verweigert hat.



    Aber das bleibt ja auch jedem selbst überlassen, vielleicht ist die Sachlage heute ja auch eine ganz andere. Nur im vorliegenden Fall würde ich halt sehr überlegt handeln und mich nicht auf ein "der ist draussen und damit basta" verlassen . . .


    Grüe,


    Yoko

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!