EU-Kommission will Handy-Roamingkosten 40 Prozent billiger machen


  • Quelle http://www.testticker.de/pcpro…erke/news20060322024.aspx


    Ich weiß nich, b wir das schon hatten, aber auf jedenfall sehr löblich :)
    Nur wenn die Gesprächskosten in D nachwievor so teuer bleiben bringt das auch nich so viel.

  • Diese geplante Regelung wird in der Tat nicht allzu viel bringen.


    Bei Futurezone stehen noch ein paar andere Details hierzu, vor allem:


    Zitat

    Für Gespräche in die Heimat muss der Kunde weiterhin ein Auslandsgespräch zahlen, verrechnet würden aber dann dieselben Auslandstarife wie bei einem im Aufenthaltsland ansässigen Betreiber. Der teilweise exorbitante Roaming-Aufschlag würde dadurch wegfallen.


    Na prima, das wird wenig ändern, vor allem für Gäste in den deutschen Netzen.
    Ein Beispiel: mit einer One Karte bezahlt man von Hamburg nach Wien zwischen 0,66 und 1,33 €/Minute, je nach Netz und Tageszeit. Und was bezahlt man mit einer örtlichen Vertrag? In fast allen Verträgen 89 Cent, mit Wertkarten sogar mehr als das doppelte.

    Der Prokrastination-Workshop findet morgen statt.

  • Eine Pressemitteilung von Viviane Reding findet sich hier:
    http://europa.eu.int/rapid/pre…anguage=DE&guiLanguage=en


    Brüssel, den 28. März 2006
    Handy-Nutzung im Ausland: Kommissarin Reding erläutert Verordnungsvorschlag zur Gebührensenkung und präsentiert neue Daten
    Überzogene Gebühren für die Benutzung Ihres Mobiltelefons im Ausland könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Die Europäische Kommission untermauert auf ihrer heute vorgestellten aktualisierten Website über Gebühren für das so genannte „Auslandsroaming“ ihren Vorschlag zur Senkung dieser Gebühren durch eine EU-Verordnung. Die aktualisierte Website verdeutlicht, dass die Kosten für ein durchschnittliches Telefongespräch in ganz Europa generell immer noch ebenso hoch liegen wie im September 2005 (s. IP/05/1217) und ungeachtet des Hinweises der Kommission, dass bei Beibehaltung des Preisniveaus eine europaweite Regelung erforderlich würde, in einigen Fällen sogar gestiegen sind (s. IP/04/1458, IP/05/901 und MEMO/05/247).
    „Es ist höchste Zeit, dass die Bürger auch auf Auslandsreisen in den Genuss der Vorteile des Binnenmarktes kommen, und zwar in Form deutlich niedrigerer Kommunikationsgebühren“ erklärt die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige Kommissarin Viviane Reding. „Deshalb schlage ich vor, alle ungerechtfertigten Gebühren für die Benutzung des Mobiltelefons im Ausland durch eine Verordnung abzuschaffen. Ein Mobilfunknutzer sollte bei Reisen ins europäische Ausland nicht automatisch höhere Tarife zahlen müssen.“
    “Wir unterstützen nachdrücklich die Initiative von Kommissarin Reding, dieses schon lange andauernde Problem anzugehen”, ergänzt Kip Meek, Direktor bei der britischen Telekom-Regulierungsbehörde Ofcom und amtierender Vorsitzender der Gruppe Europäischer Regulierungsstellen (ERG), der Vereinigung der 25 einzelstaatlichen Regulierungsbehörden, von der die Kommission beraten wird. „Die ERG engagiert sich intensiv, um gemeinsam mit Kommissarin Reding einen praxisorientierten, angemessenen und rasch greifenden Mechanismus zu entwickeln, um die den Nutzern berechneten Roaminggebühren spürbar zu senken.“
    Die seit heute aktualisierte, auf englisch, französisch, deutsch, italienisch, spanisch und polnisch verfügbare Website der Kommission zeigt, dass die Gebühren für im Ausland geführte Gespräche immer noch erheblich variieren. Für ein vierminütiges Gespräch nach Hause bezahlt ein Finne in Schweden nur 0,20 €, ein Malteser in Lettland hingegen 13,05 €! In einigen Fällen sind die Auslandgesprächsgebühren in den letzten sechs Monaten sogar gestiegen: Ein britischer Anbieter hat die Roaminggebühren für Anrufe aus dem EU-Ausland von 3,45 € auf 4,92 € angehoben. Litauer bezahlen in Frankreich für einen vierminütigen Anruf nach Hause zwischen 4,41 € und 12,08 €.
    Die von einigen Betreibern angebotenen speziellen Auslandstarifpakete hatten bei den Verbrauchern bisher noch keinen umfassenden Erfolg, da sie in der Regel mit einer Zustimmungsregelung („Opt-In“) oder einer zusätzlichen monatlichen Gebühr verbunden sind. Nur in wenigen Ausnahmefällen wurden wirkliche Fortschritte erzielt. Ein belgischer Anbieter hat einen Pauschaltarif eingeführt, durch den der Preis für ein Gespräch nach Hause aus Zypern von 7,20 € auf 4,40 € gesenkt wird. In Irland reagierten mehrere Betreiber auf die erste Ankündigung einer EU-Verordnung zum Auslandsroaming durch die Kommission mit der Abschaffung von Roaminggebühren für Reisende nach Großbritannien.
    Die Kommission arbeitet derzeit an einem Vorschlag für eine Verordnung zur Senkung der Roaminggebühren auf der Grundlage der bewährten Binnenmarktprinzipien. Kommissarin Reding erläuterte heute die Grundzüge dieses Vorschlags:
    • Die neue Verordnung sollte in jedem Fall Gebühren zwischen Betreibern (Inter-Operator Tariffs, d.h. Gebühren für Großabnehmer) betreffen. Sie würde gewährleisten, dass die Tarife, die Betreibern aus anderen Ländern berechnet werden, nicht erheblich über den tatsächlichen Kosten liegen.
    • Um sicherzustellen, dass die Kosteneinsparungen auf der Großabnehmerebene an die Verbraucher weitergegeben werden, hält die Kommission auch eine Regulierung auf Endkundenebene für notwendig.
    • Durch die neue Verordnung könnten insbesondere alle Gebühren für die Entgegennahme eines Anrufs während eines Aufenthalts in einem anderen EU-Mitgliedstaat abgeschafft werden.
    • Für im EU-Ausland getätigte Anrufe könnte die Verordnung den Grundsatz verbindlich machen, dass dafür Inlandspreise zu berechnen sind. Einem Mobilfunknutzer würden bei einem Aufenthalt in einem anderen EU-Mitgliedstaat dann stets nur die in seinem Wohnsitzland geltenden Gebühren in Rechnung gestellt. Ungeachtet seines Aufenthaltsorts in der EU würde er für ein Ortsgespräch (z.B. Taxibestellung) einen Ortstarif und für ein Auslandsgespräch (z.B. Anruf zu Hause auf Urlaubsreise) einen normalen Auslandstarif bezahlen.
    Die Kommission hat mit einer Aufforderung zu Stellungnahmen auf der Website der Kommission bereits eine erste Phase (20. Februar bis 22. März) der Konsultationen zum allgemeinen Konzept einer Verordnung zum Auslandsroaming abgeschlossen. Die zweite Phase der Anhörung der Öffentlichkeit auf der Grundlage der heute vorgestellten Grundzüge des Verordnungsvorschlags dauert vom 3. bis 28. April. Der Vorschlag könnte im Juni im Anschluss an eine eingehende Folgenabschätzung von der Kommission angenommen werden. Der Vorschlag für eine Verordnung zum Auslandsroaming bedarf der Zustimmung des Europäischen Parlaments und des Ministerrates. Die Verordnung wäre ein Instrument zur Vollendung des Binnenmarktes; laufende wettbewerbsrechtliche Verfahren zum Auslandsroaming (siehe IP/04/994, IP/05/161) würden dadurch nicht präjudiziert.
    Der Europäische Rat hat am 24. März die Bedeutung einer Senkung der Auslandsroaminggebühren für die Wettbewerbsfähigkeit betont.
    Die neuen Webseiten der Kommission zu den Kosten der Benutzung des Mobiltelefons im Ausland finden Sie unter folgenden Adressen:
    http://europa.eu.int/information_society/roaming
    http://europa.eu.int/informati…actsheets/051-roaming.pdf

  • Frage mich ja, was dann E+ machen wird, die ja nun zum 01.05. neue, höhere Roaminggebühren einführen....

  • Auf Futurezone stehen u.a. noch ein paar Reaktionen der Mobilfunkanbieter:

    Zitat

    Europas größter Anbieter Vodafone bezeichnete die Vorschläge Redings am Dienstag als zu weitgehend. Der deutsche T-Mobile-Konzern lehnt den Brüsseler Vorstoß ab. Im Prinzip sei gegen eine Senkung der Roaming-Gebühren nichts einzuwenden, sagte ein Sprecher in Bonn: "Aber wir glauben dass eine Reglementierung nicht notwendig ist." Stattdessen solle das Spiel der Marktkräfte für eine Senkung dieser Tarife sorgen.


    Ehrlich gesagt fände ich es auch schöner wenn das über den Markt gehen würde, aber es scheint ja nicht der Fall zu sein. Vodafone ist ja mit dem Reiseversprechen vorgeprescht, aber es hat sich noch niemand getraut nachzuziehen. Vielleicht gehen die Netzbetreiber jetzt freiwillig mit den Preisen runter und nach einigen Verhandlungen kann man doch auf die Regulierung verzichten.

    Der Prokrastination-Workshop findet morgen statt.

  • Das blöde Gelaber können sich die NBs so langsam sparen. Das glaubt denen mittlerweile kein Mensch mehr! Im Mobilfunk werden, wie in allen derartigen Marktbereichen, die Preise NIEMALS freiwillig gesenkt! Das geht NUR über Befehl und Zwang. Die spielen stets bloß auf Zeit, um weiter Jahr für Jahr möglichst viele Zusatz-Milliarden einzuscheffeln, solange man sie gewähren läßt. Und sie senken, wenn überhaupt, nur scheibchenweise die Preise. Eben gerade ausreichend genug, um den müden Behördenapparat erst einmal ruhig zu halten. Bestes Beispiel: unsere gnadenlos überzogenen IC-Gebühren. Wozu brauchen die Mobilfunker 12 CT, wenn sie der T-Com nur 0,6 CT gewähren müssen?! Und im Roamingbereich darf man die bisherigen Angebote als ebensolche Scheibchen sehen, die diesmal offenbar nicht ausreichten, um den Apparat ruhig zu halten. :D


    Die ICs sind also das, was die EU ebenfalls und umgehend blocken sollte. Max. Faktor 5 zum größen Festnetzanbieter des jeweiligen Landes, per Verordnung, und aus die Maus. Die NBs sollen sich ihre goldenen Eier gefälligst an ihren eigenen Kunden verdienen, und nicht an den Anrufern derselben.


    In diesem Sinne: Wenn schon die Landesbehörden schlafen, kann man vielleicht wenigstens auf die EU bauen. :top:


    Dass die Regelung nichts bringt, sehe ich nicht so. Schon der Wegfall der Gebühren für eingehenden Gespräche macht bei den meisten bereits einen großen Teil der Auslandsrechnung aus. Und, ich bezweifle sowieso, dass die NBs den angegebenen Minutenpreis tatsächlich zahlen müssen. Ich tippe eher darauf, dass das Gesamtaufkommen innerhalb eines Zeitraums beglichen wird, und das aufgrund der Höhe womöglich mit Abschlägen. Und, selbst wenn das nicht so sein sollte, 25 % Aufschlag allein für das Inkasso ist auch nicht gerade angemessen bepreist.

  • Zitat

    Original geschrieben von mager-man
    Frage mich ja, was dann E+ machen wird, die ja nun zum 01.05. neue, höhere Roaminggebühren einführen....


    Das ist meiner Meinung nach doch nur Effekthascherei. So könnte man medien- und eventuell umsatzwirksam vor der Einführung gesetzlicher Zwänge die Roamingkosten abschaffen und dabei mit, prozentual gesehen, hohen Senkungen für Auslandstelefonie werben. Das würde sich doch prima anhören:
    "E-Plus senkt zum ... die Gebühren für alle Auslandsgespräche um durchschnittlich 150%, sowie Roaminggebühren werden nicht mehr erhoben!"
    Kling doch super, oder? :D

    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

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