ZitatOriginal geschrieben von Marko
Sie haben sich daran am europäischen Vergleich zu orientieren und den Kosten, die tatsächlich für den Durchleitenden anfallen. Insofern wäre auch eine Kappung um 80 % möglich gewesen. Es geht darum, das, was die NB seit Jahren zuviel verlangen, zurückzustutzen, und nicht denen irgendwelche Margen abzunehmen. Wenn die sich primär über Anrufende finanzieren, ist das deren eigenes Versagen.
Und wenn woanders 5 CT Kundenpreis gehen, dann ist ein IC von 5-7 CT immernoch gut 50 % höher und mehr als gut bepreist! Sie haben 10 Jahre zuviel verlangt, warum denen also nochmals mehrere Jahre "Schonfrist" geben um weiter munter hinzulangen?
Es bleibt dabei, man wird in Deutschland in Sachen Mobilfunk auch weiterhin schlicht verarscht - und solange es auch noch Kunden gibt, die das gutheißen, wird das auch so bleiben.
Nur nochmal um das klarzustellen, ich beziehe hier eindeutig keine Stellung pro Netzbetreiber. Ich finde es genauso eine Schweinerei, was die letzten Jahre über diese IC Gebühren eingenommen wurde, und fordere genauso günstige Minutenpreise wie es z.B. Österreich hat.
Aber realistisch gesehen ist eine 20% Absenkung ein absolut fairer Kompromiss zunächsteinmal. Und entgegen deiner Aussage ist die Regulierungsbehörde immernoch ein Staatsorgan. Und es wäre wenig sinnvoll, wenn ein Staatsorgan sämtliche Entwicklungen (Investitionen, technischer Fortschritt, usw.) ausbremst, nur um einen möglichst günstigen Preis für die Endverbraucher zu produzieren.
Darauf spielte ich auch in dem Beispiel mit der 50% Marge an; so etwas geht nicht, denn eine solche Entscheidung (50% oder 60%) würde garantiert Massenentlassungen, Investitionsstops und ähnliches mit sich ziehen.
Außerdem wurden ja bereits daraufhingewiesen, dass der Preis stufenweise an die europäische Norm angepasst werden soll, und ich denke der erste, gut sichtbare, Schritt ist schonmal geglückt.
ZitatOriginal geschrieben von Marko
Man muss das im Verhältnis sehen, dass Mobilfunker das Festnetz für 0,6 CT mißbrauchen können, während es anders herum für dieselbe Leistung immernoch 15 mal so teuer ist. [...] Insofern hat die BNetzAg meiner Meinung nach ihre Aufgabe nicht wahrgenommen, für gerechte Marktverhältnisse (zwischen Festnetz und Mobilfunk, nur darum geht es hier primär!) zu sorgen. Und das darf und soll sie nicht nur, das müsste sie nach dem TKG sogar.
Du widersprichst dir selber... der BNetzA geht es darum, die IC Gebühren auf ein europäisches Einheitsniveau anzupassen, und das wiederrum tat sie (mehr oder weniger, aber die Richtung stimmt). Es war und ist nie die Rede gewesen, dass die IC Gebühren auf Festnetzniveau fallen sollen (aus Sicht der Regulierung). Klar, schön wäre das für uns, aber das wird auch ein Traum bleiben weil das gesamte Geschäftssystem des Mobilfunks anders aufgebaut ist, wie das des Festnetzes (Gerätesubventionen, Tarifstrukturen, Features & Dienste, etc.)
ZitatOriginal geschrieben von Marko
Als nächstes soll die EU Druck machen, dass die SMS-Preise reguliert werden. Oder, noch besser, man sollte den nationalen Regulierern das Zepter aus der Hand nehmen und europaweit einheitlich regulieren.
Naja, ob das 1. so gut wäre, und 2. überhaupt möglich ist sei mal so dahingestellt. Denn das hätte mit Sicherheit nicht nur positive Konsequenzen für alle Beteiligten, auch wenn das kurzfristig bestimmt lukrativ klingen mag.
Nochmal, ich stimme voll und ganz zu, dass die hiesigen Preise hier jenseits von Gut und Böse sind, und das es Zeit wurde, dass endlich einmal was passiert. Aber ich erkenne hier auch eine Richtung und die Arbeit der BNetzA an, denn in der Vergangenheit gab es genügend oft ein weiches Nachgeben dieser Behörde, und sie hat diesmal (auch wenn nur mit Druck der EU) durchgegriffen.
Das Deprimierendste an dieser Entscheidung wird leider sein, dass die ab Januar greifende Märchensteuer annährend den gesamten "Gewinn" für die Endnutzer wieder zunichte machen wird...