Na grundlos bzw. ganz ohne Hintergrund wird sie mir das wohl kaum erzählen. Und dass sie schlecht informiert ist, glaube ich auch eher nicht. Die Firma zählt mit zu den größten in Deutschland.
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Original geschrieben von Chevygnon
Ich bin seit geraumer Zeit für so einen "Seelenverleih" tätig, aber von derartigen Einarbeitungszeiten habe ich bis dato noch nichts mitbekommen.
Ich denke wir sprechen da von unterschiedlichen Dingen.
Natürlich hat ein Leiharbeiter keine Einarbeitungszeit von einem Jahr, würde ja auch keinen Sinn ergeben. Es ging mir darum herauszustellen, daß man für eine "gute" Stelle entsprechend der Qualifikation eine Einarbeitungszeit in der Größenordnung braucht um z.B. das Produkt, die internen Abläufe usw. in dem Maße kennenzulernen, daß man eigenständig arbeiten kann und nicht nur Aufgaben abarbeitet die einem jemand über den Zaun wirft.
Man wird also von vornherein ein stückweit unter Wert eingesetzt, was sich auch nicht ändert, solange man nicht fest angestellt wird, da man ja im nächsten Monat evtl. schon wieder woanders arbeitet.ZitatOriginal geschrieben von Chevygnon
Die Firma, für die ich arbeite, ist im Bereich höherqualifizierter Tätigkeiten angesiedelt, genauer gesagt im Bereich Entwicklung und Konstruktion, Schwerpunkt CAD mit Pro/Engineer.
Du wirst lachen, die Branche kenne ich selber gut genug, ich habe selber Technischer Zeichner gelernt und danach Maschinenbau studiert.ZitatOriginal geschrieben von Chevygnon
Aber die Mitarbeiter unserer Firma werden gewiss nicht als bessere Tippsen engagiert, sondern in vollem Umfang entsprechend ihrer Fähigkeiten eingesetzt.
Und ich hatte nie das Gefühl, von den Mitarbeitern vor Ort als "Büronutte" oder sonstwie negativ betrachtet zu werden, ganz im Gegenteil.
Ich hab ja garnicht pauschal behauptet, daß der Mitarbeiter nur fürs Ausfegen der Halle und fürs Kopieren eingesetzt wird, unterhalb der Möglichkeiten wird er wegen der Kürze des Aufenthalts in der Firma aber dennoch eingesetzt.Die "normalen" Angestellten sind da übrigens üblicherweise auch nicht das Problem, wir hatten bei uns auch schon Leiharbeiter und die werden natürlich sehr fair behandelt, im Gegenteil, die Mitarbeiter sprechen sich sogar eher für ne Festanstellung aus, damit das Elend ein Ende hat.
ZitatOriginal geschrieben von Chevygnon
Wie gesagt: Blödsinn.
Es ist leider kein Geheimnis, daß Leiharbeit nicht sonderlich beliebt ist, weshalb die meisten Leute auch eher ne Festanstellung suchen.
Das führt eben auch dazu, daß man bei ner Leihfirma auch einige Leute findet, die, um es mal nett auszudrücken, nicht ganz so leistungsfähig sind, und das weiß natürlich auch der Arbeitgeber.
Ich will das keinesfalls pauschalisieren, ich kenne einige von damals aus dem Studium die wirklich gut waren in dem was sie gemacht hatten, aber eben das Pech hatten keine Stelle zu finden. Vom Seelenverleiher wurden die dann natürlich mit Kusshand genommen. -
Chevygnon: Diese Branche kenne ich ebenso, habe selber mal als technischer Zeichner für eine CAD-Bude im Bereich Pro/Engineer gearbeitet. So, wie Du Deinen Arbeitgeber beschreibst, riecht es ziemlich nach Ferchau oder Industrie Hansa.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Bei einem CAD-Dienstleister macht niemand Karriere, ausser dem Chef, und besonders schlecht siehts da in den unteren Lohngruppen aus, wie den Zeichnern. Das war auch der Hauptgrund für mich, studieren zu gehen.
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Zitat
Seit wann werden Pausen bezahlt?
Hope0815
Die Pausen wurden früher bei einigen Arbeitgebern mitbezahlt, wenn man im 3Schichtsystem tätig war. Bei uns ist es so, das ich die Pause nicht mehr bezahlt bekomme aber das Stammpersonal schon.Meine Erfahrung mit der Zeitarbeit ist eher negativ, da man wie Mensch 2. Klasse angesehen und angemacht wird. Das ist mein erster Einsatz über Leiharbeit!
Als ich arbeitslos war wurde man als Sozialschmarotzer abgestempelt der auf Staatskosten lebt.
Verkaufst du dich aber über ne Zeitarbeit weit unter Marktwert nur um nicht auf Staatskosten leben zu müssen, wirst du von den Arbeitnehmern aus dem ersten Arbeitsmarkt gemobt.
Dann kommt nämlich langsam der Boomerang zurück. Die die Arbeit hatten konnten aus voller Kehle auf die arbeitslosen schimpfen. Jetzt aber kommen eben diese verzweifelten Arbeitslosen mit gleicher Qualifikation für sehr viel weniger Geld an den gleichen Arbeitsplatz und verdrängen lagsam das alte Stammpersonal.
Da wird wie in meinem Fall ein Kampf zwischen dem Personal und Geschäftsleitung geführt und ich bin der Spielball. Die Geschäftsleitung möchte langsam und sicher nur noch Personal das vom Personaldienstleister gestellt wird. Die Belegschaft begegnet den Leiharbeitern mit Arroganz, Ignoranz und täglichen Mobbing. Den wenn sich rausstellt, das sich dieser normal gut bezahlte Bereich auch von günstigen Zeitarbeitsnehmern füllen lässt, muss das normale Personal um Ihre Stellen fürchten. Also wurde mir vom ersten Tag mit Feindschaft begegnet. Ständige Kontrollen während ich vom Schreibtisch weg war. Dümme Sprüche wie ist das einer von den billigen oder bald werden unsere Jobs nur noch von solchen(mich) gemacht. Petzen bei den Vorgesetzten uvm. Sie machen alle zusammen Pause nur ich werde ausgeschlossen.
Das ist so ein kleiner Erfahrungsbericht über meine erste Leiharbeit. Hoffe nur das es nicht überall so abgeht. Werde aber schnellstmöglich wechseln sobald sich ne Chance bietet, weil das auf Dauer kein Zustand ist.
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Das mit den Stellenverschieben von Festpersonal auf Leiharbeiter kenne ich auch. Allerdings wurde wir bis auf wenige Ausnahmen immer gut/gleichwertig behandelt. Einmal bin ich von ner Baustelle heimgefahren weil sich die "Kollegen" nicht so benommen haben wie sie sollten (mobbing), istz aber nix weiter passiert. Mein damaliger Chef hatte Verständniss.
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Original geschrieben von fahrsfahrwerkaus
So, wie Du Deinen Arbeitgeber beschreibst, riecht es ziemlich nach Ferchau oder Industrie Hansa.
Weder noch.
Ferchau ist mir ein Begriff (eine Bekannte arbeitet für die), von Industrie Hansa habe ich bis eben nie was gehört.
Ich bin in einer wesentlich kleineren Firma (<250 Mitarbeiter).Ich bin auch der Letzte, der Zeitarbeit als Allheilmittel oder "dat Beste wo et gibt" anpreisen würde, die Brille, die ich trage, ist nichtmal ansatzweise rosarot.

Aber ich fühle mich _derzeit_ damit wohl und recht gut aufgehoben, dass die ganze Geschichte nur von begrenzter Dauer sein soll, steht außer Frage.Für mich war es einfach eine gute (und auch die einzig greifbare) Möglichkeit, aus meinem erlernten Beruf (techn. Zeichner HKS, AutoCAD, rein 2D, laaaaangweilig
) herauszukommen, und in ein Gebiet zu wechseln, welches mich immer schon interessiert hat, eben Konstruktion und Entwicklung, bzw. Maschinebau im Allgemeinen.
Leider hat es bei mir in der Vergangenheit zu oft am Elan gemangelt, weshalb ich nie ein Studium begonnen habe. Wobei ich das nach wie vor nicht ausschließen mag, auch wenn mir die Vorstellung, vom recht gut bezahlten Arbeitnehmer zum Studenten zu werden, etwas Bauchschmerzen bereitet.Für mich dient die Zeitarbeit vorwiegend als berufliches Sprungbrett und Wegweiser.
Hätte ich mich rechtzeitig (also zu Abi-Zeiten) schon intensiver über den Bereich informiert, hätte ich vermutlich längst ein Maschinenbaustudium begonnen. Denn mittlerweile weiß ich, dass ich mich in dem Bereich wohl fühle. Damals aber strebte ich eher in künstlerische Bereiche (Industriedesign), die mir aber nach heutigem Kenntnisstand eher weniger liegen.

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Original geschrieben von mankmill
VFBlerWenn es kein Geheimnis sein soll, kannst Du mal verraten, was ein Unternehmer für durcschnittlich qualifizierte Arbeitnehmer je Tag/ Stunde/ Woche bezahlen. Konntet Ihr auch einmal auf Grund der Leistungen und Euren Bedarfs einen fest einstellen?
mankmill
Über das Gehalt möchte ich bewusst nicht reden, ich weis nicht wer hier alles mit lesen tut

Wir können eine festangestelte Kraft nicht einstellen, da wir wissen dass wir diese Kraft in den schwachen Monaten nicht brauchen. Da müßten wir insgesammt dieser Kraft 8 Wochen Urlaub gewähren oder sie einfach fürs nichtstun bezahlen. Und das geht nun mal weder moralisch noch wirtschaftlich nicht !
Ob allerdings dir wirtschaft in den kommenden Jahren anzieht können wir nicht vorhersehen. Wenns denn weiter nach oben geht kann es durchaus sein das eine Kraft in 2 oder 3 Jahren eingestellt wird. Momentan sehe ich aber keinen Bedarf.
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Original geschrieben von bambi05
Ist es inzwischen eigentlich nicht so, dass ein Zeitarbeiter auf dem GLEICHEN Lohnniveau bezahlt werden muss, wie ein Arbeiter, der sonst üblicherweise auf der Stelle des Zeitarbeiters arbeiten würde? Also nichts mehr mit Lohndumping...Leider weiß ich nicht, was für eine Verordnung o.ä. das ist. Jedenfalls hat mir das vor kurzem mal ne Kollegin aus der Personalabteilung erzählt.
Unsinn, so eine Verordnung gibt es nicht...
Ein Personaldienstleister, der nicht tarifgebunden ist, muss seine Mitarbeiter im sog. "Equal-Payment"-Verfahren bezahlen, d.h. immer das gleiche zahlen wie ein im Kundenbetrieb angestellter Mitarbeiter gleicher Position bekommen würde. Das hieße aber, dass sich die Kunden der PDL "in die Karten schauen" lassen müssten, was natürlich eher ungern gemacht wird.
Demnach werden auch die tarifungebundenen PDL immer weniger. 
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