Neue Regierungsschikane - Halloween kastriert

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Dann müßtest Du aber konsequenterweise auch darauf verzichten daß der Sonntag als freier Tag definiert wird


    [...]


    Anderswo sind die Lebensgewohnheiten islamisch geprägt - da tragen die Frauen dann Burkas und Kopftücher, da gibt es den Ramadan und die Scharia.


    Nur zur Information: Auch in manch islamischem Land ist der Sonntag ein arbeitsfreier Tag. Der Freitag - ein heiliger Tag - wird hingegen oft wie ein ganz normaler Arbeitstag begangen.


    Ich lese hier jetzt so viel Tolles über die christlichen Werte, die in Deutschand vermittelt werden sollen... und darüber, daß doch so viele Feiertage christlich sind und daß man diese abschaffen müßte, wenn man den christlichen Rahmen in Deutschland nicht hätte.
    Dabei wird allerdings die Tatsache vergessen, daß es nicht darum geht, irgendwelche arbeitsfreien Tage abzuschaffen... sondern - wie D-Love schon sehr treffend ausgeführt hat - darum, daß man in manchen Gegenden in Deutschland durch religiös gefärbte Gründe außerordentlich in seiner Freiheit eingeschränkt wird - außerordentlich, weil es nicht immer so ist.
    Nun könnte man anführen, daß man ja auch an christlichen Feiertagen in seiner Freiheit eingeschränkt wird - nämlich dadurch, daß da die Läden zu haben z.B. Aber dieses Argument ist ein falsches, denn wie gesagt, es geht nicht um Feiertage an sich, sondern um die aufgezwungene Quasi-Sperrstunde, die für sich betrachtet überhaupt keinen Sinn macht. Warum soll ich nicht feiern und tanzen, während andere Leute der Toten oder was auch immer gedenken? Diese Frage läßt sich vollkommen unabhängig von der Frage beantworten, ob man jetzt Feiertage abschaffen muß oder nicht.

  • Zitat

    Original geschrieben von Usul
    Nun könnte man anführen, daß man ja auch an christlichen Feiertagen in seiner Freiheit eingeschränkt wird - nämlich dadurch, daß da die Läden zu haben z.B. Aber dieses Argument ist ein falsches, denn wie gesagt, es geht nicht um Feiertage an sich, sondern um die aufgezwungene Quasi-Sperrstunde, die für sich betrachtet überhaupt keinen Sinn macht. Warum soll ich nicht feiern und tanzen, während andere Leute der Toten oder was auch immer gedenken? Diese Frage läßt sich vollkommen unabhängig von der Frage beantworten, ob man jetzt Feiertage abschaffen muß oder nicht.


    Ich will irgendwie nicht so recht verstehen, warum Du hier mit zweierlei Maß messen möchtest.


    Warum kann ich als Kunde nicht einkaufen, nur weil ein paar Hardcore-Christen da ihren Feiertag begehen möchten?


    Störe ich als Händler jemanden bei der Ausübung seiner Religion, wenn ich meinen Laden öffne? Nein, das tue ich nicht. Im Gegenteil, ich erleide einen meßbaren finanziellen Schaden dadurch, daß mir ein Umsatztag verlorengeht, denn Löhne und Sachkosten wie Miete, Strom etc. muß ich dennoch bezahlen.


    Wo also möchtest Du die "Rechte" festmachen, die Deiner Ansicht nach an einem solchen Feiertag eingeschränkt werden? Und, wenn jeder "seine" Rechte einfordert und zugesagt bekommt (der Feiernde darf feiern, der Händler darf den Laden öffnen usw.), was bleibt dann an dem "Feiertag" noch "Feiertäglich"?


    cu


    NoTeen

  • Wem es hier nicht paßt, der kann ja auswandern. :D

    my phone: iPhone SE
    "Wenn ich übers Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann er."

  • Zitat

    Original geschrieben von NoTeen
    Wo also möchtest Du die "Rechte" festmachen, die Deiner Ansicht nach an einem solchen Feiertag eingeschränkt werden? Und, wenn jeder "seine" Rechte einfordert und zugesagt bekommt (der Feiernde darf feiern, der Händler darf den Laden öffnen usw.), was bleibt dann an dem "Feiertag" noch "Feiertäglich"?


    Wie wäre es, wenn wir die Feiertage als das anerkennen, was sie sind: gesetzlich verordnete arbeitsfreie Tage. Daß diese teilweise mit christlich wichtigen Tagen zusammenfallen, ist natürlich durch die Geschichte gegeben und dagegen ist ja nichts einzuwenden.
    Aber die "gesetzliche" Signifikanz der Feiertage ist nur darin zu suchen, daß an diesen Tagen nicht gearbeitet wird. Das Christliche an entsprechenden Tagen kann und sollte nicht durch das Gesetz vorgegeben werden. Der Staat, das Land oder die Gemeinde müßten also nur gewährleisten, daß die Feiertage als arbeitsfreie Tage eingehalten werden. Wer an diesen Tage wie "feiert" oder nicht, ist jedem selbst überlassen.


    Von mir aus können wir die Feiertage ganz abschaffen... aber da wird das Volk dagegen sein. Und zwar nicht, weil es so christlich denkt, sondern weil es dann mehr arbeiten müßte. Insofern sollte man die christliche Basis der Feiertage nicht allzu sehr überbewerten. Aber die Frage, ob und wie viele arbeitsfreie Tage wir brauchen, hat mit diesem Thema an sich nichts zu tun.

  • Zitat

    Original geschrieben von Usul
    Der Staat, das Land oder die Gemeinde müßten also nur gewährleisten, daß die Feiertage als arbeitsfreie Tage eingehalten werden.


    Na ja, streng genommen trägt doch das Tanzverbot einen Teil dazu bei und müßte demnach eigentlich auf *jeden* gesetzlichen Feiertag ausgeweitet werden. Oder glaubst Du, das Discothekenpersonal hält an Feiertagen zum eigenen Vergnügen das Lokal geöffnet?


    Was dann wiederum mit "24/7-Personal" wie Polizisten, Notärzten, Taxifahrern, Lokführern usw. geschehen soll, wäre dann wiederum die nächste Frage.


    cu


    NoTeen

  • Zitat

    Original geschrieben von Usul
    Von mir aus können wir die Feiertage ganz abschaffen... aber da wird das Volk dagegen sein. Und zwar nicht, weil es so christlich denkt, sondern weil es dann mehr arbeiten müßte. Insofern sollte man die christliche Basis der Feiertage nicht allzu sehr überbewerten. Aber die Frage, ob und wie viele arbeitsfreie Tage wir brauchen, hat mit diesem Thema an sich nichts zu tun.


    Das ist so nicht ganz machbar. Ich meine irgendwo mal was gelesen zu haben dass es steuerrechtlich einen Unterschied gibt ob ein arbeitsfreier Feiertag christlichen Ursprungs ist oder ob es ein staatlich verordneter Feiertag ist. Google spuckt da leider nix passendes raus.
    Das einzige was ich finde ist der Hinweis dass der Sonntag als religiöser Tag mit „Arbeitsruhe“ staatlich geschützt ist. Weis jemand hierzu was ? Oder irre ich mich ?


    EDIT:
    http://www.n-tv.de/727283.html
    Als Katholik habe ich da etwas dagen ! :D

  • Zitat

    Original geschrieben von NoTeen
    Na ja, streng genommen trägt doch das Tanzverbot einen Teil dazu bei und müßte demnach eigentlich auf *jeden* gesetzlichen Feiertag ausgeweitet werden. Oder glaubst Du, das Discothekenpersonal hält an Feiertagen zum eigenen Vergnügen das Lokal geöffnet?


    Was dann wiederum mit "24/7-Personal" wie Polizisten, Notärzten, Taxifahrern, Lokführern usw. geschehen soll, wäre dann wiederum die nächste Frage.


    Und was genau hat diese Sache mit dem Thema zu tun? Dann sag halt, daß an Feiertagen ab 0 Uhr alles geschlossen sein muß - das wird zwar nicht umzusetzen sein, aber in der Theorie ist es ja egal. Aber "Tanzverbot" an bestimmten Feiertagen nur wegen der religiösen Bedeutung ist gegen die Trennung von Religion und Staat - das ist meine These.


    Und wenn das, was VFBler sagt, stimmt und es sogar steuertechnisch einen Unterschied macht, ob ein Feiertag nun christlichen Ursprungs ist oder vom Staat verordnet, dann bin ich doch etwas sprachlos...

  • Ja, sorry daß ich mich unglücklich ausgedrückt habe:
    Natürlich würde es bei konsequenter Arbeitsruhe am Feiertag nicht um das Tanzverbot gehen, sondern darum, daß dennoch ab 0:00 Uhr die Tanzlokale schließen müßten.


    An dem Tanzverbot zu Allerheiligen nun gleich wieder die große Systemkritik festzumachen, halte ich persönlich für übertrieben.


    Genausogut könnte man mit irgendeiner schwachsinnigen Begründung jedes Schützenfest und jede Maibaumfeier verbieten lassen (z.B. "das Knallen der Gewehre schadet dem Trommelfell", "der Maibaum ist ein heidnisches Symbol" - ist er?).


    Ich selbst finde es nicht falsch, Traditionen bestehen zu lassen (selbst wenn ihr Ursprung tiefchristlich ist) und sich mit diesen Traditionen auch hin und wieder auseinanderzusetzen. Das ist ein Stück unserer Kultur, und daraus ist unsere Gesellschaft, so wie sie heute ist, hervorgegangen.


    Wen die kulturelle Komponente nicht interessiert, der muß ja nicht daran teilhaben. Auch ich war auf noch keinem einzigen Schützenfest, auf keiner Maibaumfeier, und mich interessieren solche Veranstaltungen auch nicht. Dennoch kann ich aber den Interessierten, den Kulturverbundenen oder auch den gläubigen Christen ein Stück Toleranz entgegenbringen.


    Daß Feiertage in der heutigen Zeit Sache des Staates bzw. der Regierung sind, ist zwar traurig. Noch trauriger wäre es aber, wenn die Kirche das bestimmen könnte. Da wären wir dann tatsächlich bei der von Dir ausgelobten Verquickung von Kirche und Staat angelangt.


    cu


    NoTeen

  • Zitat

    Original geschrieben von NoTeen
    Wen die kulturelle Komponente nicht interessiert, der muß ja nicht daran teilhaben.


    Genau... aber warum dann das Tanzen in der besagten Nacht verbieten? Kein Mensch, der den Feiertag entsprechend begehen will, muß doch hingehen und tanzen, oder sehe ich das falsch?

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