Umstellung der KFZ-Steuer nach CO² Ausstoß - was haltet ihr davon?

  • Zitat

    Original geschrieben von HappyDay989
    Es ist eigentlich ganz einfach: Wer es sich nicht leisten kann, ein umweltfreundlicheres Auto zu fahren als einen "alten Stinker", der muß eben tiefer in die Tasche greifen als bisher, und der muß auch bald damit rechnen, in bestimmte Bereiche (Innenstädte) nicht mehr hineinfahren zu dürfen. Vielleicht schafft DAS dann den Anreiz für diese Leute, sich von ihren Stinkern zu trennen.


    Die Absurdität deiner Aussage ist dir schon bewusst, oder? :confused:
    Gerade die, die es sich eben nicht leisten können, sollen noch tiefer in ihre (leeren) Taschen greifen? Leicht paradox irgendwie.
    Und es klingt, in der hier vorgetragenen Art und Weise, hochgradig unsozial und vor allem überheblich. Einfach ist die Sache nämlich gewiss nicht.


    Natürlich kann und soll der Staat nicht jedem Bürger alles bezahlen, das erwartet sicher kein halbwegs klar denkender Mensch.
    Trotzdem sollte man sich klar machen, dass die Vielzahl alter Autos von Leuten gefahren werden dürfte, die sich schlichtweg kein moderneres leisten können.
    Und ich kenne etliche Leute, denen es trotz Job lange nicht so gut geht, dass sie sich mal eben so ein neues oder umwelttechnisch halbwegs modernes Auto leisten könnten.


    Insofern sollte sich der Staat sehr wohl Gedanken darüber machen, wie man eben diese Problematik lindern kann.
    Tut man es nämlich nicht, wird man a) die zugrunde liegenden Probleme nicht in den Griff kriegen (weil die ganzen alten AUtos auch weiterhin rumfahren, da Geld für modernere Fahrzeuge fehlt) und b) ausgerechnet die Bevölkerungsgruppe schröpfen, die ohnehin kaum bzw nur sehr wenig hat [small](Dass es die ohnehin immer am härtesten trifft, liegt leider in der Natur der Sache.)[/small].


    Umweltschutz in allen Ehren, aber man sollte immer auch die alltäglichen Probleme dabei berücksichtigen.
    Insofern sind Rufe wie "Kauft mehr Toyota Prius!" (Frau Künast meinte ja, da ganz was tolles von sich gegeben zu haben :rolleyes: ) schlichtweg saudämlich und extrem realitätsfern.


    Das Problem sind eben nicht die Leute, die kein Problem damit haben, sich neueste Technik zu leisten, sondern die, die genau das eben nicht können.
    Und in der Hinsicht ist die aktuelle Gesetzeslage...sagen wir mal...unvorteilhaft.
    Und mir ist sehr wohl bewusst, dass man immer Kompromisse eingehen muss und es nie allen Recht machen kann.

  • @ AdministratorDr


    Doch, ich hatte durchaus schon Geldsorgen. Ich bin schließlich nicht als Sohn reicher Eltern mit dem goldenen Löffel im Mund geboren worden. Was ich heute habe, habe ich mir hart erarbeitet, mir ist nichts geschenkt worden.


    Ich hab einfach was dagegen, wenn Leute selbst mit ihren Luxus-Sorgen (und Autofahren IST eine Luxus-Sorge) meinen, daß der Staat oder sonstwer dazu verpflichtet wären, ohne Ende zu subventionieren, zu bezuschussen und zu fördern, als gäbe es keinerlei Eigenverantwortung mehr. Mir ist von meinen Eltern allerdings noch beigebracht worden, daß ich mir nur das leisten kann, was ich auch bezahlen kann.


    Ich wiederhole meine Frage:


    Warum sollte die Umrüstung "alte Stinker" zu mehr Umweltverträglichkeit auf Steuerzahlers Kosten gehen? Und wo wird die Grenze gezogen zwischen denen, die angeblich genug verdienen, um auch aus eigenen Mitteln ein umweltverträglicheres Auto zu finanzieren und denen, die das angeblich nicht können? Oder soll hier nach dem Gießkannenprinzip verfahren werden: Jeder kriegt, und der Staat bezahlt (mal wieder)?



    @ Chevygnon


    Nein, allzu lange würde ich diese "alten Stinker" nicht mehr herumfahren lassen. Ab einem bestimmten Stichtag könnte man ja auch per Gesetz verfügen, daß alle Autos, die nicht mehr einer bestimmten Abgasnorm entsprechen, ihre Zulassung verlieren.


    Wie gesagt, ich bin sehr für das Verursacherprinzip. Wer Dreck macht, soll auch für die Folgekosten aufkommen. Wer das nicht kann, darf eben keinen Dreck machen. Als unsozial und gar als überheblich empfinde ich das durchaus nicht.


    Es ist m. E. dagegen sehr viel unsozialer und überheblicher, das Recht auf kostenlose Umweltverschmutzung für einige einzufordern und dann von denen, die ihre finanziellen Mittel einsetzen, um möglichst wenig Verschmutzung anzurichten, auch noch zu fordern, für die Beseitigung des Drecks der anderen aufzukommen. :flop:



    Noch einmal: Wir reden hier nicht davon, daß jemandem ein Dach über dem Kopf oder das zum Leben Notwendige vorenthalten oder gestrichen werden soll. Würde jemand so etwas fordern, wäre ich der erste, der dagegen auf die Barrikaden ginge. Wir diskutieren hier über eine Luxus-Sorge, nämlich den sogenannten Individualverkehr. Und die Teilnahme am Individualverkehr auf Steuerzahlers Kosten ist kein Grund- oder Menschenrecht, und die Freistellung davon, für die durch nämliche Teilnahme am Individualverkehr angerichtete Umweltverschmutzung aufzukommen, ist es noch weniger. :rolleyes:

    Viele Grüße und einen Happy Day


    Guy Fawkes was the only person ever to enter Parliament with honest intentions.

  • Mittlerweile überbieten sich einige Politiker gegenseitig, Herr Söder möchte herkömmliche Verbrennungsmotoren ab 2020 verbieten:
    [URL=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,469691,00.html]klick[/URL]
    und Herr Tiefensee möchte einen weiteren Beitrag zum Bekleben der Frontscheibe leisten:
    [URL=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,469725,00.html]klick[/URL]

  • Zitat

    Original geschrieben von superuser_reload
    und Herr Tiefensee möchte einen weiteren Beitrag zum Bekleben der Frontscheibe leisten:
    [URL=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,469725,00.html]klick[/URL]


    Damit ist doch nur das Verkaufsschild gemeint.


    Sobalt du das Auto erworben hast kannst du dieses Schild wo draufsteht, was das Auto kann doch abnehmen. Macht man beim Kühlschrank doch auch.

  • Zitat

    Ich hab einfach was dagegen, wenn Leute selbst mit ihren Luxus-Sorgen (und Autofahren IST eine Luxus-Sorge) meinen, daß der Staat oder sonstwer dazu verpflichtet wären, ohne Ende zu subventionieren, zu bezuschussen und zu fördern, als gäbe es keinerlei Eigenverantwortung mehr.


    Deiner Meinung nach sollen arme Menschen also wieder ein, zwei Stunden früher aufstehen und zu Fuss zur Arbeit? Oder halt in Bussen, damit auch sieht, wer wozu gehört?




    Zitat

    Wie gesagt, ich bin sehr für das Verursacherprinzip.


    Also eine Reichensteuer? Die dicken SUVs, die A8er, und haste nicht gesehen, die wurden nicht von den Lohnsklaven geordert, sondern von denen, die sich ohne weiteres Autos mit besserer Ökobilanz hätten holen können-Hybrid und Elektroautos gibts nicht erst seit dem Klimabericht. Aber da war das Verursacherprinzip wohl noch nicht erfunden? Die, die die Spritschlucker über die Autobahnen geprügelt haben, die sind nun deiner Idee nach fein raus! Die holen sich einfach nen plakettentauglichen Wagen und lachen sich eins.


    Während die Allgemeinheit deren Umweltverschmutzung mit Verzicht bezahlen soll...


    Zitat

    Es ist m. E. dagegen sehr viel unsozialer und überheblicher, das Recht auf kostenlose Umweltverschmutzung für einige einzufordern und dann von denen, die ihre finanziellen Mittel einsetzen, um möglichst wenig Verschmutzung anzurichten, auch noch zu fordern, für die Beseitigung des Drecks der anderen aufzukommen.


    Deine Argumentation zielt nur darauf ab, weiterhin auf dicke Hose machen zu dürfen...


    Konsequent wäre die totale Verbannung des Individualverkehrs aus Ballungsräumen und totaler Umstieg auf ÖPNV-und zwar für alle, unabhängig vom Geldbeutel.


    Das, und nur das wäre ökologisch sinnvoll. Ein Lexus braucht auch Energie und verschmutzt die Umwelt, halt nur ein bissl weniger. Selbst wenn der Staat subventioniert und jeder nen Hybrid fährt, ham wir das alte Problem und die Klimakatastrophe ist nur ein bischen aufgeschoben. Wem nutzt das? Einzig den Besserverdienern, der Umwelt nicht...

  • Ich hab jetzt das Thema nicht ganz durchgelesen, aber was wird mit den Oldtimern gemacht?
    Dürfen die dann in Großstädten gar nicht mehr fahren oder nur noch eingeschränkt?

    Die Weisheit läuft mir hinterher, aber ich bin schneller....

  • Stefa.Frank


    Oldtimer sind "Stinker" und müssen stehenbleiben. So zumindest die allgemeine Sichtweise, Ausnahmeregelungen sind möglich.


    Zum Thema:


    Die Diskussion gab es schonmal. Anfang der 90er und es ging um die Ozonplakette. Auch da wurden alte Autos als Stinker denunziert. Des Golf Econmatic ist heute eins der Stinker Opfer. Das interessante ist folgendes. Die aktuellen CO_2-Stinker, so nenne ich einfach mal die Benziner, bekommen ja eine grüne Plakette. Wenn wir dann Euro5 und Euro6 haben, welche Plakette bekommen die? Die Hellgrüne?


    Die heute als Super-bezeichneten Autos (wann bekommt Frau Künast mit, dass Honda auch Hybrid baut?) werden dann die bösen Stinker sein und die Diskussion geht von vorne los.

    R. Gröger's legendärer Satz: "Kunden hassen Tricksereien."


    Ab zum Blog und zur Zeitung.

  • Zitat

    Original geschrieben von pallmall
    Deiner Meinung nach sollen arme Menschen also wieder ein, zwei Stunden früher aufstehen und zu Fuss zur Arbeit? Oder halt in Bussen, damit auch sieht, wer wozu gehört?

    Arme Menschen? Bitte definiere "Armut". Ist derjenige, der nicht alle drei oder vier Jahre einen Neuwagen finanzieren kann, denn schon "arm"?

    Zitat

    Original geschrieben von pallmall
    Also eine Reichensteuer? Die dicken SUVs, die A8er, und haste nicht gesehen, die wurden nicht von den Lohnsklaven geordert, sondern von denen, die sich ohne weiteres Autos mit besserer Ökobilanz hätten holen können-Hybrid und Elektroautos gibts nicht erst seit dem Klimabericht. Aber da war das Verursacherprinzip wohl noch nicht erfunden? Die, die die Spritschlucker über die Autobahnen geprügelt haben, die sind nun deiner Idee nach fein raus! Die holen sich einfach nen plakettentauglichen Wagen und lachen sich eins.


    Während die Allgemeinheit deren Umweltverschmutzung mit Verzicht bezahlen soll...

    Du scheinst hier Umweltschutz mit Klassenkampf zu verwechseln... Ich habe vom Verursacher-Prinzip gesprochen. Das bedeutet, daß der, der mehr Dreck oder CO2 emittiert, natürlich auch mehr bezahlt. Und es spricht m. E. nichts dagegen, innerhalb bestimmter Zeiträume Fahrzeugen, die z. B. bestimmte Emissionswerte an CO2 und auch anderen Schadstoffen überschreiten, schlicht und einfach aus dem Verkehr zu ziehen. Mit einer etwas sorgfältigeren Lektüre meines Beitrags wärst Du allerdings selbst auf diese Idee gekommen, daß sich dies nicht nur auf die "alten Stinker" von heute bezieht, sondern daß jeder "neue Stinker" von heute der "alte Stinker" von morgen sein wird.



    Zitat

    Original geschrieben von pallmall
    Deine Argumentation zielt nur darauf ab, weiterhin auf dicke Hose machen zu dürfen...

    Sag mal, geht's noch? Ich fahre keinen 500 PS-Boliden, sondern einen ganz normalen Mittelklassewagen, der bei den Benzinern lt. einer ADAC-Untersuchung* gemeinsam mit dem Volvo S40 1,6 den viertniedrigsten C02-Ausstoß in seiner Klasse aufweist. Was das mit "dicke Hose" zu tun haben soll, darfst Du mir gerne mal erklären, aber bitte per PN, weil's nämlich hier völlig OT ist. :mad:


    * siehe ADAC Motorwelt, Heft 3/2007, S. 43



    Zitat

    Original geschrieben von pallmall
    Konsequent wäre die totale Verbannung des Individualverkehrs aus Ballungsräumen und totaler Umstieg auf ÖPNV-und zwar für alle, unabhängig vom Geldbeutel.


    Das, und nur das wäre ökologisch sinnvoll. Ein Lexus braucht auch Energie und verschmutzt die Umwelt, halt nur ein bissl weniger. Selbst wenn der Staat subventioniert und jeder nen Hybrid fährt, ham wir das alte Problem und die Klimakatastrophe ist nur ein bischen aufgeschoben. Wem nutzt das? Einzig den Besserverdienern, der Umwelt nicht...

    Wie gesagt, Du betreibst hier Klassenkampf-Agitation, aber sachliche Argumente trägst Du leider nicht vor. :flop:

    Viele Grüße und einen Happy Day


    Guy Fawkes was the only person ever to enter Parliament with honest intentions.

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