Größtes deutsches Bahnprojekt aller Zeiten beschlossen: Stuttgart 21

  • Zitat


    Gäbe es überhaupt noch die realistische Möglichkeit, den alten Zusatnd wiederherzustellen, oder hat man mit dem bisherigen - völlig kompromisslosen - Vorgehen schon "Fakten geschaffen"


    Warum schon wieder so einen negativen Unterton? Was ist daran kompromisslos wenn ein langfristig geplantes und rechtlich abgesegnetes Bauvorhaben den zeitlichen Vorgaben entsprechend durchgeführt wird?

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    Original geschrieben von VFBler
    Ich würde mal sagen dass man ein besseres Bild bekommt wenn sich selbst ein Bild und Eindrücke vor Ort sammelt. Ausser der Ferne, anhand von Bildern etwas zu kommentieren, ist manchmal doch echt schwierig.

    Wenn es nicht gerade regnet laufe ich beinahe jeden Tag durch den Schlossgarten auf meinem Heimweg aus dem Büro - ich persönlich bin also recht häufig vor Ort ;)


    Ich kann mich dem von Carsten geschriebenen nur anschließen - es wird den Gegnern etwas als "Friedensangebot" verkauft, das ohnehin genauso vorgesehen war. Ist nur blöd, dass es jemandem (bzw. den meisten) aufgefallen ist ;)


    frank_aus_wedau: Ich würde sagen, dass sich der Bahnhof mit vertretbarem Aufwand nicht mehr so wiederherstellen ließe, wie er mal war. Denn dazu müsste der komplette Nordflügel wieder aufgebaut werden.


    @Chicken_Hawk: Im Vorfeld (bis vor ca. 2 Monaten) konnte man immer wieder seitens der Projektträger vernehmen, dass der Nordflügel "Stein für Stein" abgetragen werden soll. Das ist so nicht geschehen.

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Warum schon wieder so einen negativen Unterton? Was ist daran kompromisslos wenn ein langfristig geplantes und rechtlich abgesegnetes Bauvorhaben den zeitlichen Vorgaben entsprechend durchgeführt wird?


    Was wäre denn so schlimm daran gewesen, das jetzt mal ne Woche ruhen zu lassen und miteinander zu reden? Das dürfte die Gesamtkosten wenn überhaupt nur marginal erhöhen. Hätte aber die Lage erstmal beruhigen können.

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Die Frage ist doch:


    Wie viele Demonstranten rechtfertigen einen"Kompromiss" (man darf dabei ja auch die schweigende Mehrheit nicht vergessen).


    Werden Bauvorhaben ab sofort gestoppt wenn 100, 1.000 oder 10.000 Menschen dagegen demonstrieren?

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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Warum schon wieder so einen negativen Unterton? Was ist daran kompromisslos wenn ein langfristig geplantes und rechtlich abgesegnetes Bauvorhaben den zeitlichen Vorgaben entsprechend durchgeführt wird?


    es geht darum dass dieses Projekt zu Konditionen die damals galten abgesegnet wurde. das war auch parlamentarisch so in Ordnung. Ob es auch demokratisch war lasse ich mal offen. Inzwischen haben sich aber die Konditionen geändert. Die Kosten sind explodiert.


    Das heißt für mich das Projekt wie beschlossen - keine Legitimation mehr. Ich kann eben nicht beschließen ich baue für sagen wir mal als Beispiel 4 Milliarden, stelle dann später fest (und habe noch nicht begonnen zu bauen) der Bau wird aber doppelt so teuer oder mehr.


    Ich habe früher diesen Bahnhof "S21" als "das Ding schlechthin" gesehen. Damals ja noch zu vertretbaren Kosten. Nur diese sind explodiert und ich denke nun anders. "S21" ist jetzt zu teuer. Es geht nicht in einer Situation wo es an allen Ecken und Enden knarzt dass man Bahnhöfe für 10 Milliarden Euro (evtl. mehr) baut.


    LG

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Und diese wüsten Theorien kannst Du auch detailliert belegen oder ist das jetzt von verschiedensten Kritikern einfach mal so ungeprüft übernommen?


    Die Zahlen geistern doch gut sichtbar umher. Die kann jeder nachlesen.


    Die anderen (4 Milliarden und doppelt) das war ein Beispiel.


    Für den Bahnhof ( EDIT: und das was dazugehört) gelten mittlerweile 10 Milliarden schon als UNTERgrenze........

  • Erik Meijer: Weil die eine Seite ihren - unabänderlichen - Standpunkt klar machen will und auch in die Gespräche mit "Wir machen das einfach mal klar - Baustop also unnötig !" gehen will ? Und in dem Dialog würde man, mit einen Baustop, schon in eine viel schlechtere Position einziehen.


    Ich kann es auf der Ferne nicht einschätzen, ob S21 Sinnvoll ist. Ich bin Pro-Bahn eingestellt, und denke, wir brauche da sehr gute Infrastruktur. Aber aus dem Bauch: Es gibt wichtigere und preiswertere Bahnprojekte, z.B. den Ausbau Lünen-Münster auf 2 Gleise und von 160 auf 200 km/h. Oder die Renovierung vieler Großstätbahnhöfe in teilweise größeren Städten als Stuttgart - bzw. ähnlich grossen.


    Aber das ist mein Gefühl, und nicht wirklich Objektiv. Ich Sitze hier in NRW. Und da wären wie zum Teil froh, wenn Bahnknotenpunkte Behindertengerechte Aufgänge hätten.


    Nur kommt man, egal wer nun Schuld hat und ob S21 sinnvoll oder blödsinn ist, nur aus der Nummer raus, wenn man wirklich halbwegs offen mit den Bürgern da redet. Das sind meine 2 Cent dazu.

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Die Frage ist doch:


    Wie viele Demonstranten rechtfertigen einen"Kompromiss" (man darf dabei ja auch die schweigende Mehrheit nicht vergessen).


    Werden Bauvorhaben ab sofort gestoppt wenn 100, 1.000 oder 10.000 Menschen dagegen demonstrieren?


    Wenn man merkt, dass da eine große Unzufriedenheit ist, eine große Menge Menschen, die ihren Unmut kundtut, dann stelle ich mir die Frage: warum geht man auf diese Menge nicht zu? Warum nimmt man die nicht ernst? Hört sie an?


    Ich bin der Meinung, dass mit Gesprächen und einem partiellen Baustopp eine Eskalation wie letzte Woche hätte vermieden werden können. Am Ende kann ja durchaus stehen, dass man dann sagt, dass das Projekt fortgeführt wird. Ggfs. mit Änderungen. Das bietet man ja jetzt auch an. Wenn das jetzt geht, warum ging das vorher nicht? Der größte Fehler, der gemacht worden ist, ist in meinen Augen, dass man nicht transparent genug war. Dass "das Volk" den Eindruck bekommen hat, dass da ganz schön viel Schmu im stillen Kämmerlein ausgemacht worden ist, dass das Volk nicht wirklich ernst genommen wurde etc. pp. - es wäre m.E. vieles vermeidbar gewesen.


    Bei der schweigenden Mehrheit weiss man im übrigen nicht, ob sie für oder gegen das Projekt ist.

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    Warum schon wieder so einen negativen Unterton? Was ist daran kompromisslos wenn ein langfristig geplantes und rechtlich abgesegnetes Bauvorhaben den zeitlichen Vorgaben entsprechend durchgeführt wird?


    Jedes Wörterbuch hilft:


    Kompromisslos=unnachgiebig.


    Schon daraus wird erkennbar, dass sich das Adjektiv auf den Widerstand der Bürger bezieht und nicht etwa ausschließlich auf ein x-beliebiges Bauprojekt, das den Vorgaben entsprechend umgesetzt wird.


    Solche dümmlichen Einwürfe von Polizeibeamten oder ihnen nahestehenden Personen dienen allein dem Zweck, die Diskussion von der Sache selbst auf Nebensächlichkeiten umzulenken, dort Streit zu provozieren, um die Diskussion in der Folge als unsachlich bloßzustellen.


    Solches "Störfeuer" in Diskussionen einzubringen, scheint mir wichtiger Teil der psychologischen Schulung von Polizeibeamten zu sein. Deren Pech im TT ist es dann aber, an Diskussionsteilnehmer zu geraten, die diese Taktik durchschauen und offenlegen.


    Und an Teilnehmern, deren Beiträge sich auf solche - meist sehr kurzen - Einwürfe (die zur Sache selbst nicht beitragen) beschränken, mangelt es in diesem Thread nicht. Wer einfach mal die Beiträge über einen gewissen Zeitraum hinweg betrachtet, wird unschwer erkennen können, wer dazu gehört. ;)


    Und wie Beiträgen wie diesem hier entgegengetreten werden soll, weiß ich auch schon - das könnt ihr Euch also gleich sparen. Wer die zu erwartende Provokation schon kennt, den kann man damit leider nicht mehr aus der Reserve locken - oder gibt's zwischenzeitlich was Neues?


    Frankie

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