Kannibale: "Ich habe im Garten Rippchen gegrillt!"

  • Todesstrafe oder: Hängt ihn höher...


    Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Eigentlich wollte ich mich hier nicht einmischen, aber so harte Strafen sehen ich nur bei Mord und vielleicht auch bei Abtreibung, wo ein unschuldiges Wesen, das sich nicht wehren kann getötet wird für angemessen.


    Bitte? Todesstrafe bei Abtreibung? Sorry, aber dafür fehlt mir nun jegliches Verständnis :(
    Grade in der heutigen, als aufgeklärt geltenden Zeit, wirken solche Aussagen auf mich komplett weltfremd.
    Ich will das garnicht weiter ausführen, aber solche Sprüche halte ich schlicht für absolut daneben und um ehrlich zu sein auch für dumm (eigene Ansichten hin oder her). Man mag generell zu dem Thema unterschiedliche Standpunkte haben, aber überhaupt an Bestrafung für sowas zu denken, ist schon mehr als bedenklich. Das ganze im Zusammenhang mit der Todesstrafe zu erwähnen ist schlicht bescheuert. (Sorry, aber so sehe ich das.)
    [edit]Ich lasse mein Statement mal so stehen, auch wenn du sagst, dass es dir nicht um die Todesstrafe geht...


    Zum Thema Todesstrafe für den Kannibalen:
    Was genau stellt dieser Mensch nach dem bisherigen Wissensstand eigentlich für eine Bedrohung dar?
    Er meuchelt nicht Unschuldige, er tötete nicht wahllos, es war eine gegenseitige Angelegenheit.
    Das er einen Menschen getötet hat, steht mal fest. Aber eben dieser Mensch wollte getötet werden und zwar genauso, wie es dann geschehen ist.
    Rein von der Sache ansich müsste man dann Menschen, die aktive Sterbehilfe leisten, ebenso wegsperren oder gar die Todesstrafe für sie fordern.
    Denn auch sie bringen letztenendes Jemanden um, der sterben wollte.
    Die Umstände und die Art des Tötens mögen gänzlich verschieden sein, die Sache ansich ist es nicht.
    Zumal dann bei der Sterbehilfe noch hinzukommen würde, dass sie eben sogar strafbar ist.


    Für viele scheint es echt nur darum zu gehen, dass ein Mensch durch die Hand eines anderen zu Tode gekommen ist und das ist wohl für viele offenbar gleichzusetzen mit kaltblütigem Mord.
    Ist es aber eben nicht, nur wollen oder können viele das scheinbar nicht begreifen.
    Letztenendes gibt es zwar eine Leiche, nur fehlt das Verbrechen dazu, da im eigentlichen Sinne keines stattgefunden hat.
    Es gibt weder Täter noch Opfer bei der ganzen Angelegenheit.


    Und nur weil etwas unvorstellbar ist, oder als pervers oder krank bezeichnet wird, ist das keinerlei Begründung dafür, die Todesstrafe oder überhaupt eine Strafe zu fordern.

  • Chevygnon: Einerseits sprichst Du von aufgeklärt und andererseits verharmlost Du auf unglaubliche Weise diese Tötung oder wie auch immer man das bezeichnen mag. Wie kann man so etwas so lapidar darstellen?
    Kommt einer auf einen zu uns sagt: "Bring mich bitte um!"
    Alles kein Problem, Du hast nur getan, was er selbst wollte? Bitte schön, was? Steht einer an der Brücke und will springen. Sagt zu Dir: "Schubs mich bitte!" Sagst Du zum Staatsanwalt "Ja und? Er hat doch gesagt, ich soll!"


    Hallo? Geht's noch?


    Ich gebe Dir völlig Recht, daß diese Tat zum Teil über unser Auffassungsvermögen hinaus geht.
    Aber so verharmlosen und lapidar darstellen kann es ja wohl nicht sein!


    Der Mensch hat einen natürlichen Trieb. Ich meine den Überlebenstrieb.
    Kein "gesunder" Mensch verliert diesen Trieb.
    Und kein gesunder Mensch besitzt den Trieb, Leben auszulöschen. Erst recht nicht, wenn es auf diese Weise geschieht. Daher kann man nicht von einer ganz normalen Abmachung sprechen!


    Wo die Bedrohung ist? Möglicherweise liegt sie darin, daß ein weiterer Mensch getötet werden könnte?
    Ich bin schockiert ob dieser lapidaren Darstellung dieser schrecklichen Tat.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • erterer

    "Sind das die Nazis, Walter? – Nein, Donny… Diese Männer sind Nihilisten! Du brauchst keine Angst zu haben…"

  • Sorry, der Beitrag vorher ist ein Produkt meiner Probs mit dem Internet...

    "Sind das die Nazis, Walter? – Nein, Donny… Diese Männer sind Nihilisten! Du brauchst keine Angst zu haben…"

  • Re: Todesstrafe oder: Hängt ihn höher...


    Zitat

    Original geschrieben von Chevygnon

    Bitte? Todesstrafe bei Abtreibung? Sorry, aber dafür fehlt mir nun jegliches Verständnis :(
    Grade in der heutigen, als aufgeklärt geltenden Zeit, wirken solche Aussagen auf mich komplett weltfremd.
    Ich will das garnicht weiter ausführen, aber solche Sprüche halte ich schlicht für absolut daneben und um ehrlich zu sein auch für dumm (eigene Ansichten hin oder her). Man mag generell zu dem Thema unterschiedliche Standpunkte haben, aber überhaupt an Bestrafung für sowas zu denken, ist schon mehr als bedenklich. Das ganze im Zusammenhang mit der Todesstrafe zu erwähnen ist schlicht bescheuert. (Sorry, aber so sehe ich das.)

    .
    Wenn ich deine Antwort nicht komplett falsch verstehe, möchstest du doch damit sagen das Abtreibung nach deiner Ansicht komplett straffrei sein soll. Aber diese Ansicht kann ich absolut nicht teilen. Wiso soll den ein ungeborenes Kind weniger Recht auf Leben haben als ein geborener Mensch wie ich und du. Imho hat auch das ungeborene Kind ein Recht auf Leben, ordentliche Schulbildung, sich zu verlieben, eingene Projekte auf die Beine zu stellen, sich in die Gesellschaft einzubringen ... wie kann man sowas jemanden absprechen. Deswegen finde ich das man Abtreibung härter bestrafen sollte und die straffreie Abtreibung ganz abschaffen sollte. Nur weil es vielleicht den Eltern wegen ihrer Karierre gerade nicht passte haben sie noch lange nicht das Recht in das Leben eines anderen Menschen so dramatisch einzugreifen.


    @Todesstrafe: Ich finde das kein Verbrechen, und sei es auch noch so schlimm, die Todesstrafe rechtfertigt. Und auch die übertriebenen Gefängnisstrafen wie es sie in den USA und China gibt halte ich für menschenunwürdig.

  • Vielleicht sollten wir der Übersicht halber das Thema Abtreibung hier ausklammern. Es hat auch recht wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun. Außerdem verzetteln wir uns sonst hier.

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Alles, nix oder:


    Jochen
    Mag sein, dass meine Ansichten verharmlosend wirken.
    Aber ich bin gewiss niemand, der einfach so sagt: Oh, ein Toter. Na wenn schon!


    Es geht mir hier im speziellen nur um dieses Fall, und was du anbringst

    Zitat

    Kommt einer auf einen zu uns sagt: "Bring mich bitte um!"
    Alles kein Problem, Du hast nur getan, was er selbst wollte? Bitte schön, was? Steht einer an der Brücke und will springen. Sagt zu Dir: "Schubs mich bitte!" Sagst Du zum Staatsanwalt "Ja und? Er hat doch gesagt, ich soll!"

    ist mir zu verallgemeindernd.


    Wie du schon ganz richtig sagst, würden 'gesunde' oder 'normale' Menschen niemals jemanden umbringen oder sich einfach so umbringen lassen.
    Aber das sowohl der vermeintliche Täter wie auch das Opfer beide nicht wirklich als 'gesund' gelten können ist wohl offensichtlich.
    Von daher ist da ein gewaltiger Unterschied.
    Der eine wollte töten, der andere wollte getötet werden.
    Was du ansprichst, ist einseitig dominiert in einem dieser Wünsche.


    Ich selber muss sagen, dass auch mir die Vorstellung genau wie das Verständnis für diese Tat fehlt.
    Trotzdem kann ich es nicht mit Mord im klassischen Sinne gleichsetzen (und damit meine ich, dass ich es nicht kann).


    Selbstverständlich muss auf beiden Seiten etwas ganz drastisch falsch gelaufen sein. Denn solcheine Tat kann man mit normalem Menschenverstand beim besten Willen nicht nachvollziehen.


    Nur um das klarzustellen (mag sein, dass es bisher falsch rüberkam):
    Ich will den Tod eines Menschen weder verharmlosen noch gutheißen oder dergleichen. Auch ich empfinde die Tat als grausam und abstoßend.
    Kannibalismus ist sicher alles andere als normal, und sofern dadurch unschuldige Menschen gefährdet werden, muss man auch entsprechend etwas dagegen tun, keine Frage.


    Nur bezogen auf den aktuellen Fall ist es einfach so, dass keine Unschuldigen beteiligt waren.
    Aber was eine Strafe angeht sind mir Dinge wie 'wegsperren' oder gar Todesstrafe schlicht zu "einfach".
    Für das vorliegende Vergehen wird man keinerlei angemessene Sühne finden.
    Dass man aber sehr wohl auch im Hinblick auf die Zukunft dieses Menschen eine Entscheidung treffen sollte, ist mir durchaus bewusst.
    Aber wie die auszusehen hat, wird vermutlich niemand wirklich 100%ig sagen können, weder Richter, Anwälte noch Ärzte.
    Es ist schon schwierig genug, hier vernünftig das zu schreiben, was ich eigentlich sagen will, kann sein dass ich manchmal auch die falschen Worte wähle...


    So long....

  • Es gibt ein Riesenproblem in der zivilisierten Gesellschaft.Wir sind fett und wollen alles haben.Auch ich der nicht viel hat und trotzdem alles haben will.Aber das steht hier nicht zur Debatte.


    Bis jetzt kannte ich Kannibalismus nur aus wenig guten und meist schlechten Kannibalenfilmen.Aber selbst die haben gezeigt, das dort der Überlebenswille oder irgendwelcher Kult daran Schuld ist.
    Das hat aber hier nix zu suchen.Wenn ich mal so aus Spass einen Menschen fresse,kann ich auch mal aus Spass meine Halbschwester pop...
    Obwohl die sehr lecker ist,würde ich das nie tun.Würde ich es tun würden mich auch alle für krank halten.Aber einen Menschen fressen,so zum Spass,das ist nicht krank.Das schreit nach Gesetzen,die wir anscheinend in diesem Land nicht haben.
    Naja,Freitag gehe ich wieder in die Kneipe und bestell mir "Mensch Bleu..."

    "Ich bin wie ich will und ich rede wie ich will. Wer das nicht kapiert, kann mich mal am Arsch lecken."

  • Zitat

    und sofern dadurch unschuldige Menschen gefährdet werden


    Zitat

    Nur bezogen auf den aktuellen Fall ist es einfach so, dass keine Unschuldigen beteiligt waren.


    Können wir das Beurteilen? Spielt die "Schuld" hier eine Rolle?


    Zitat

    Es ist schon schwierig genug, hier vernünftig das zu schreiben, was ich eigentlich sagen will, kann sein dass ich manchmal auch die falschen Worte wähle...


    Das sehe ich in der Tat so. Aber wenn einem die korrekten Worte fehlen, sollte man sich bewußt sein, wie einige Aussagen ankommen. Und bei mir kamen sie extrem verharmlosend an. Erst mit dem letzten Posting wuirde das relativiert.


    Meine Beispiele waren selbstverständlich verallgemeinernd, das sind Vergleiche fast immer. Aber genauso kamen Deine Aussagen (sicher nicht nur bei mir) an. Und genau deshalb habe ich sie so drastisch gewählt.


    Und gerade bei solche verdammt empfindlichen Themen ist höcshte Vorsicht geboten.
    Mir wurde hier zuviel von "Wie soll man so jemand bestrafen?" udn sogar von "Warum sollte man so jemanden bestrafen?" gesprochen.


    Aber okay, Du hast das ja jetzt relativiert. Will Dir auch, alleine schon weil cih Dich als sehr vernünftigen Kerl "kenne", gar nichts Übles unterstellen. Ich hoffe, daß das nicht so rüber kam! Sonst entschuldige ich mich hiermit ausdrücklich!

    “Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein

  • Fragen und Antworten oder: Überleg doch mal!


    Jochen
    Das Kompliment von wegen 'vernünftiger Kerl' kann ich nur erwidern ;)


    Ich mach mir hier auch grade ne Menge Gedanken zu dem Thema, schwierig ist halt, sich überhaupt klarzumachen bzw. darüber klarzuwerden, was passiert ist.
    Noch schwieriger wird es, daraus seinen eigenen Standpunkt zu formulieren und diesen dann so rüberzubringen, wie man selber ihn versteht.


    Klar muss man grade bei so heiklen Themen besonders vorsichtig sein, und genau deshalb ging mir das mit der Forderung nach Todesstrafe auch deutlich zu schnell.
    Außer Frage dürfte wohl stehen, dass der Kerl verurteilt wird.
    Aber aufgrund welcher Anklage und mit welchem Richterspruch wird sich erst noch zeigen.


    Keine Angst, ich hab deine Aussagen denke ich schon ganz richtig aufgefasst und angegriffen fühle ich mich so schnell nicht.
    Zudem kann ich mit Kritk in den allermeisten Fällen ganz gut umgehen.
    Und es kann genauso passieren, dass ich morgen aufwache und mich frage, was ich hier geschrieben habe.
    Ich lese mir sehr wohl durch, was ich schreibe und ich mache mir meist auch ne Menge Gedanken, bevor ich überhaupt etwas schreibe (deshalb dauerts manchmal auch etwas länger).
    Trotzdem braucht jeder manchmal etwas Zeit, um sich einigermaßen umfassend über eine Sache klarzuwerden.
    Und manchmal braucht es schlicht noch 1-2 Statements mehr, einigermaßen deutlich und vor allem unmissverständlich seine Meinung hier kundzutun, trotz aller vorangegangenen Überlegungen.


    In diesem Sinne...

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