Die Bahn streikt und Deutschland steht still

  • Zitat

    Original geschrieben von hasenhirn
    das ist aber der massstab: netto = kann ich ausgeben.


    Der Maßstab sind Bruttogehälter. Wie alt bist du 10?


    Ach ja, Krankenkasse dehnt sich um ein paar Prozent, du weißt schon was man bei ner priv. Krankenkasse so zahlt oder? Da ist nämlich ein kleiner Unterschied zur gesetzl. KK.

    my phone: iPhone SE
    "Wenn ich übers Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann er."

  • richtig, aber genau das zeigt die gefahr:


    jede putzfrau oder jeder tellerwäscher könnte quasi wichtige teile des tägl. lebens lahmlegen, wenn er dafür eine eigene zwergengewerkschaft gründen würde, genau das machen die lokführer.


    da steht sehr viel auf dem spiel, wenn man das jetzt durchgehen lässt, denn dann gibts bald auch die gewerkschaft der kraftwerksüberwacher und die drehen uns dann den saft ab, wenn sie nicht 200% plus pro woche bekommen...

  • Hier geht es doch schon lange nicht mehr um 30% mehr Lohn, oder um einen eigenständigen Tarifvertrag zwischen DB AG und GDL.


    Hier kämpft der "Kommandeur der Ehrenlegion" für die bisher in einem Hochlohnland so gepredigte These des Lohnverzichtes. Und sollte er scheitern, so hätten seine Leidengenossen in Vorstandsetagen ein ernsthaftes Problem.


    Durch seine ganzen vergangenen Tätigkeiten bei beispielweise Airbus oder Heidelberg Druck dürfte Mehdorn im Hintergrund schon genug Ansporn erhalten, hart zu bleiben, und einen Dammbruch auf Teufel komm raus zu verhindern. Auch wenn er dabei persönlich durch Rücktritt scheitern sollte, so wäre es ein Märtyerscheitern.


    Denn solange die Gewerkschaften durch ihre Größe und somit angreifbare Flanke der Arbeitsverlagerung in Schach gehalten werden konnte, Oder durch entsprechende Arragement wie beispielweise Transnet als bevorzugter Premiumpartner sein eignes Überleben sicherte. Solange funktiniert die Mär des Lohnverzichtes.


    Wenn es nun aber Beispiel macht, so werden zukünftig all die Bereiche die nicht so einfach Mittels Globalisierungsandrohnung zu beeindrucken sind, einen gewaltig größeres Stück des erwirtschaftes Gewinnes abhaben wollen. Und dies sind sehr sehr viele kleine Bereiche.


    Hier kämpft Berufsstand gegen Berufsstand.



    Siemensanier


    Der dafür plediert, nicht nur monatlich eine Statistik der Arbeitslosenzahlen zu veröffentlichen, sondern auch einen neutralen ArbeitsEinkommensindex, sowie Berufsqulifikationsindex zu veröffentlichen. Die Mär des Lohnverzichtes hilft zwar bei den Arbeitslosenzahlen kurzfristig, schießt uns aber mittelfristig wirtschaftlich ins Aus. Wo entstehend denn neue zukunfstsichere Arbeitsplätze durch Lohnzurückhaltung, nicht hier, aber auch nicht in Indien oder China.
    Das eine Großzahl der heute neu hinzukommenden Arbeitsplätze sozialen Sprengstoff beinhalten, wissen sogar die Köpfe in Berlin.

  • Zitat

    Original geschrieben von elena661
      hasenhirn.... hab ich das nun richtig verstanden, das all die Menschen/Arbeitnehmer die nicht lange genug studiert haben, es nicht wert sind ein bisserl mehr verdienen zu dürfen ?!


    Der eine hat mehr, das andere weniger Verantwortung.... aber selbst der "in manchen Augen" unwichtigste Job, hat eine enorme Bedeutung und trägt wohl genauso zu Erfolg bei wie die des Hochstudierten !!!


    Was der Hase dazu jetzt meint weiß ich nicht, aber es ist nun einmal so, dass man Arbeit nicht nach Wunschdenken des AN oder AG bezahlen kann sondern man muss das schon an harten Fakten koppel. Soll heißen jemand der einen Realschulabschluss und eine "normale" 3 jährige Berufsausbildung hat muss zwangsläufig damit leben, dass er in der Regel nicht soviel verdienen kann/wird wie jemand mit Abi und Studium. (Wobei ein Studium auch kein Garant für einen Topverdienst ist.)


    Hauptsächlich ist das eben eine Frage der Substituierbarkeit, im Prinzip kann (fast jeder) der die gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllt Lokführer werden, man braucht nur jemanden der einem das beibringt. Jobs wie z.B. Nuklearphysiker können aufgrund der persönlichen Leistungsfähigkeit nicht von jedem ausgeübt werden, da fehlt es einfach an Voraussetzungen die nicht durch meachnisches lernen beigebracht werden können.


    Beispiel:
    Von 1000 Arbeitnehmern können als 950 Lokführer werden aber nur 10 Nuklearphysiker. Ergo sind die Lokführer wesentlich substuierbarer (austauschbarer) als die Physiker, was wiederum dazu führt, dass ein Physiker immer mehr Geld verdienen wird als ein Lokführer.


    Das heißt nicht, dass die Arbeit eines Eisenbahners weniger "wertvoll" ist oder weniger geschätzt werden sollte, nur sollte man auch als AN oder Gewerkschafter immer ein realistisches Bild vor Augen haben, was die eigenen Arbeitskräfte anbieten können und was für ein Gehalt dafür angemessen ist.

  • hier wurde doch vorhin so geschriehen " U-Bahn fahren ja sogar Studenten" hat denn jemand mal den Artikel genau gelesen ?


    Die bekommen 14-17€ die Stunde
    Die Fahren nur unterirdische Strecken weil es für oberirdisch eine Zusatzausbildung geben müsste.


    Würde die Bahn ihren Lokführen 14-17€ die Stunde zahlen hätten Sie zwischen 2296 und 2788€ ( ja nicht richtig gerechnet da dann jeder Tag Sonn/Feiertag wäre ) 41 Std/ Woche x 4 Wochen gerechnet
    Das Einstigsgehalt eines Lokführers liegt bei ca. 2000€ nach 4 Jahren bei 2200€.


    Also bezahlt man den Studenten die " nur " ne U-Bahn fahren mehr wie Lokführen.


    somit ist meines Erachten etwas faul bei der Bahn.

  • ich stimme dir schon in einigen punkten zu, aber was wäre denn die folge, wenn lohnsteigerungen auf breiter ebene um etwa 20% kämen?


    weitere preiserhöhungen, denn die gehälter müssen bezahlt werden und damit eine mega-inflation und am ende stehen die leute da wie zuvor, nur dass es wirklich arbeitsverlagerungen aus deutschland heraus in massen gegeben hat.


    ich denke auch, dass die bürger mehr geld brauchen, aber der weg muss aus vernünftigen lohnsteigerungen und abbau von staatsausgaben bestehen, der dann zur senkung von steuern und abgaben führt = mehr netto (was wirklich entscheidet liebe brutto-jünger).


    dass die gdl die sozialschiene fährt ist übelst, denn denen ist es völlig egal, ob viele andere an diesem tag keinen lohn bekommen, urlaub verlieren oder extreme zusatzkosten für den arbeitsweg haben.


    denen ist es auch egal, ob sie ihre kunden schädigen oder gar die wirtschaft an sich, die im endeffekt ihre beschäftigung sichert.


    denen ist es ebenfalls egal, ob die anderen abertausende beschäftigten der bahn auch mehr verdienen, denn die lokführer scheinen eine elitäre gruppe zu sein.


    wo das sozial sein soll und unterstützung verdient muss mir mal einer erklären... angeblich reicht die streikkasse der gdl bis februar, also absehbar...

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    ...
    Soll heißen jemand der einen Realschulabschluss und eine "normale" 3 jährige Berufsausbildung hat muss zwangsläufig damit leben, dass er in der Regel nicht soviel verdienen kann/wird wie jemand mit Abi und Studium.
    ...


    Soll ich jetzt mal eine fundamentalistische These ins spiel bringen:
    Im Grunde bedeutet dies doch: Wir bewerten die Lebensstunde eines jeden Menschen mit unterschiedlichen Maßstäben. Es ist also nicht jedes Leben gleich viel Wert, auch ohne Berücksichtigung des jeweiligen Leistungsfaktors. Oder?

  • Zitat

    Original geschrieben von stonecold

    Also bezahlt man den Studenten die " nur " ne U-Bahn fahren mehr wie Lokführen.


    somit ist meines Erachten etwas faul bei der Bahn.


    In Köln fahren Studenten sogar Straßen-bzw. Stadtbahn, auch oberirdisch. Da war neulich eine Reportage im WDR.


    Keine Ahnung was die so verdienen, aber ist es bei den in Unternehmen beschäftigten Studenten nicht so, dass weniger Lohnnebenkosten anfallen, da die Studenten das neben dem Studium machen? Bin da jetzt nicht so auf dem Laufenden...

  • chickenhawk hat es doch richtig beschrieben. hab ich besondere fähigkeiten, bekomme ich viel. kann es jeder machen, dann gibts weniger.


    ich warte noch drauf, dass mir die lokführer-fans mal schildern, was für pseudo-magische fähigkeiten ein lokführer haben muss, damit er sich ein noch viel höheres gehalt rechtfertigt.


    zweitens wird aufs ausland verwiesen, insbesondere polen. warum geht man dann da nicht hin als hochqualifizierter lokführer und kombiniert den höheren lohn mit billigeren preisen...



    und natürlich werden in unserer gesellschaft menschenleben und auch damit zeit bewertet. beispiel? an einer kreuzung mit ampel sterben erwiesenermassen weniger menschen (fussgänger) durch verkehrsunfälle als ohne ampel. folglich müsste also an jeder(!!) kreuzung eine ampel installiert werden, das macht man aber nicht, weils zu teuer ist...

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