Lohnen sich wirklich Prepaid-Discounter gegenüber den etablierten Verträgen?

  • Was bisher in der Diskussion noch gefehlt hat, ist ja tatsächlich die Daseinsberechtigung für scheinbar überflüssige Tarife wie Marken-Prepaids, Minutenpakete ohne oder mit unzureichender Subvention, teure und unnötige Flatrates...
    Hier gilt wieder, dass die wenigsten Käufer richtig vergleichen, und jede Gruppe natürlich nach besten Möglichkeiten geschröpft werden soll.


    Bei den Prepaids finde ich das immer ganz anschaulich.


    Der am wenigsten informierte denkt sich, dass er ein Handy braucht, und geht dafür naheliegenderweise in den nächsten Handyladen, z.B. einer, wo Telekom dransteht.
    Was er dort natürlich bekommt ist die Markenprepaid mit teilsubventioniertem Handy dran und einem Minutenpreis von sagen wir mal 29 Cent. Wenn er das kauft, ohne sich weiter zu informieren, wird er damit glücklich und der Netzbetreiber freut sich über den lukrativen Kunden.


    Wenn sich der etwas kritischere Kunde stattdessen oder danach entschließt, sich noch weiter zu informieren, geht er vielleicht mal ins Internet - z.B. auf die Seite der Telekom. Prompt findet er dort eine Markenprepaid, die nur online vermarktet wird, und schon sinkt der Minutenpreis auf sagen wir mal 15 Cent. Damit kann der Netzbetreiber den etwas kritischeren Kunden rechtzeitig abfangen und gibt ihm ein zusätzliches Stück Zucker, ohne dem unkritischen Kunden aus dem vorherigen Absatz etwas schenken zu müssen, was dieser gar nicht verlangt hat. Der etwas kritischere Kunde dagegen wittert dann in der Online-Markenprepaid vielleicht schon ein Schnäppchen, freut sich über den vermeintlich guten Minutenpreis von der Hälfte dessen, was er im Laden bekommen hätte, und der Netzbetreiber freut sich, dass der Kunde immer noch mehr zahlt, als eigentlich nötig wäre.


    Der richtig kritische Kunde vergleicht die Tarife aller Anbieter und zieht auch die Discounter ein, auf die viele Leute "auf der Straße" ja tatsächlich mit einer gehörigen Portion Skepsis reagieren (fragt mal rum, man wird überrascht ;)). Hier liefert der Anbieter dann z.B. die Discountmarke Congstar, und der Kunde zahlt nur noch 9 Cent pro Minute. Bei diesem tatsächlichen Schnäppchen schlägt er dann zu und der Anbieter freut sich, dass er diesen Kunden wenigstens nicht an die Konkurrenz verloren hat.


    Freaks wie wir hier beziehen Auszahlungsangebote und ähnliches mit ein und sorgen damit immer noch dafür, dass die Provider ihre Kundenzahlen magisch aufplustern können :D. Aber von Verträgen die ihre Kosten durch Auszahlung selbst zahlen, haben mit Sicherheit 95% der Bevölkerung noch nie etwas gehört - selbst die, die voller Überzeugung die Discounter nutzen. Die zum Verständnis nötige Mathematik ist für einen erstaunlich großen Teil der Leute wahrscheinlich auch abwegiger als man so denkt, wenn man selbst sich in das Thema eingearbeitet hat. Der simple Dreisatz (z.B. Berechnung eines Minutenpreises) wird ja sogar oft als Beispiel für etwas dargestellt, das man in der Schule lernt und danach schon bald nicht mehr anwenden kann.


    Aber was man daraus erkennt, ist finde ich, dass bei der Vermarktung von Tarifen auch psychologische und wirtschaftliche Gründe eine große Rolle spielen werden, die man mit rein nüchtern-mathematischen Vergleichen gar nicht nachvollziehen kann.


    Ich glaube z.B., dass viele Leute Minutenpakete kaufen, die sie gar nicht ausnutzen. Der psychologische Grund dahinter ist die scheinbare Sicherheit "ich kaufe ein Paket, das so groß ist, dass ich fast nie darüber komme, dann muss ich keine hohe Kosten befürchten". Dass man in jedem Fall dabei draufzahlt erschließt sich den Leuten wenn überhaupt meist erst durch nachrechnen.
    Bei den Flatrates dürfte die Motivation ähnlich sein. Die Leute wollen vielleicht gar nicht so viel telefonieren, dass es sich lohnt, sondern es ist eben einfach praktisch. Bei Schülern glaube ich sogar zu beobachten, dass Marken wie Base ein gewisses Prestige an sich tragen - wer sich Base leisten kann, hat nicht nur das nötige Geld, er hat auch viele Freunde, die er anrufen oder auf deren SMS er antworten muss, er zeigt, dass er als eine Art Kommunikationszentrale fungiert, oder er kann sich immer gönnerisch zeigen, wenn andere mal telefonieren müssen. In der Hinsicht kann ein Tarif sogar ein Statussymbol sein :D

  • Zitat

    Original geschrieben von hjrauscher
    Alternative: SMS via Web/WAP/MMS für ab 2 Cent/SMS. Macht selbst bei z.B. E-Plus GPRS-by-Call (6 Cent pro 10 KB) ~ 8 Cent :D Mit einem Datenpaket sind die Versandkosten vernachläßigbar; gilt bei den beliebten PrePaid-Discountern ebenfalls (ab 0,0024 pro 10KB bis 0,024 pro 100KB).

    Denen traue ich irgendwie bezüglich Zuverlässigkeit und Datenschutz nicht, deswegen kommt das für mich nicht in frage.

  • Zitat

    Original geschrieben von SebastianBonn
    Aber was man daraus erkennt, ist finde ich, dass bei der Vermarktung von Tarifen auch psychologische und wirtschaftliche Gründe eine große Rolle spielen werden, die man mit rein nüchtern-mathematischen Vergleichen gar nicht nachvollziehen kann.


    Ich gebe dir recht die nüchternen mathematischen Vergleiche bschäftigen die meisten Leute nicht. Die Leute merken nur wenn sie einen Tarifwechsel mal vollzogen haben wie billig plötzlich telefonieren ist. Ich kenne einige die von Vodafone zu O2 gewechselt sind und sich wunderten wie wenig sie bei immer noch gleichem Nutzungsverhalten sie für ihr Telefon nun ausgeben.....

  • Re: Lohnen sich wirklich Prepaid-Discounter gegenüber den etablierten Verträgen?


    Zitat

    Original geschrieben von giles_gs
    ...
    Die Prepaid-Discounter halten sehr lange mit den Verträgen mit. Die Inklusivtarife sind nur wirklich günstig wenn exakt das Inklusiv-Volumen ausgenutzt wird. Ausnahme der Inklusiv-500min. Dieser ist zwischen ca. 400-600 Minuten echt viel billiger als die Discounter.
    Die Full-Flat (Genion XL) setzt sich erst ab ca. 700Minuten gegen die Discounter durch.
    ...

    Vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast, etwas Rationalität in die Diskussion zu bringen.

    Zitat

    Original geschrieben von harlekyn
    ...
    Und dann haben wir noch nicht mal den Faktor Netzabdeckung beruecksichtigt, der das ein oder andere anscheinend guenstige Angebot fuer Person X absolut indiskutabel werden laesst...

    Aber wie man an den Diagrammen sieht, sind für die meisten normalen Nutzer die Discounter am günstigsten und inzwischen gibt es in jedem Netz Discounter für 10 oder weniger ct/min.

    Zitat

    Original geschrieben von gogo65
    ... Für 24 Cent/MB kann man nicht meckern. Diesen Kurs bekommt man aber nur bei Fonic, Simyo, Blau und Aldi.

    Widerspruch!
    Diesen Kurs bekommt man auch bei solomo.

  • Zitat

    Original geschrieben von Martyn
    Denen traue ich irgendwie bezüglich Zuverlässigkeit und Datenschutz nicht, deswegen kommt das für mich nicht in frage.


    Kann ich verstehen!


    Zuverlässigkeit war bisher kein Thema: 1-5 Sekunden nach MMS-Versand auf meinem Handy war die SMS auf dem (erreichbaren) Zielhandy ausgeliefert. Bei wichtigen/dringenden SMS setze ich meine Handy-Nr. zusätzlich in die Empfängerliste, dann habe ich wenigstens eine 9x%-Chance mitzubekommen ob der MMS-Eingang und prinzipiell das SMS-Versenden funktioniert. Einen SMS-Versandnachweis mit Status gibts bei meinem Anbieter im Web (auch gut mit Opera unterwegs lesbar) :top:


    Datenschutz: nutze diese Art von Anbieter auch nur für unkritische (belanglose :) ) SMS.


    Hauptgrund ist nicht mal so sehr die geringeren Kosten (2 bis 8 Cent/SMS), sondern das ich den Absendernamen (also anstelle der Absenderrufnummer) frei bestimmen kann. Somit kommen meine SMS-Empfänger - trotz mehrerer von mir parallel genutzter Handys plus alternativ Web-SMS-Versand - nicht durcheinander :)


    Das einzige Manko: direkte Antworten auf meine SMS sind nicht möglich, man muß halt den Absendernamen durch meine Handynummer ersetzen bevor man die SMS an mich schickt. Aber das habe ich ihnen schon erklärt :cool:


    hjrauscher

  • Zitat

    Original geschrieben von hjrauscher
    Hauptgrund ist nicht mal so sehr die geringeren Kosten (2 bis 8 Cent/SMS), sondern das ich den Absendernamen (also anstelle der Absenderrufnummer) frei bestimmen kann. Somit kommen meine SMS-Empfänger - trotz mehrerer genutzter Handys - nicht durcheinander :)


    Sorry, OT, aber an welche Nummer schreiben deine SMS-Empfänger dir denn dann zurück? :)
    Bei Anrufen unterdrücke ich immer meine Nummer, um niemanden zu verwirren, und manche Leute heben in dem Fall kaum noch ab, hilft also vergleichsweise wenig :D.

  • Bei welchen Discounter kann man bis zu 3000 SMS für rund 10€ monatlich netzintern verschicken?

    Dr. strg. c. Guttenberg

  • Wie passt diese Frage in den Thread? ;)
    Mir fallen dazu nur Flats ein.
    Entweder die o2-SMS-Flat für 5 EUR im Monat (netzintern) oder die Congstar-Flats (5 EUR anbieterintern oder beliebiges Netz für je 10 EUR).
    Außerdem gibts noch Aldi anbieterintern für 15 EUR im Monat, aber vergleichsweise teuer und die überflüssige Gesprächsflatrate ist obligatorisch auch dabei.

  • Bei Congstar wirst Du aber wohl nur einen Monat die 3000 SMS wirklich verschicken können :D

    Samsung Galaxy S4: DeutschlandSIM (Allnet-Flat + 1GB Data, Vodafone-Netz)
    Samsung Galaxy S2: Klarmobil (Allnet-Flat + 500MB Data, Telekom-Netz)

  • Zitat

    Wie passt diese Frage in den Thread?


    Im CallYa Tarif OpenEnd Talk & SMS ist das möglich. Vodafone bietet einen attraktiven Prepaid Tarif an, wenn man zu 95% ins Vodafonenetz schreibt und im Schnitt länger als 5 Minuten pro Gespräch netzintern telefoniert und keine Datennutzung hat.


    Es kommt immer aufs Nutzungsverhalten an. :)


    Es wurde geschrieben, dass die Netzbetreiber nur unattraktive Prepaidtarife anbieten, was bei den Standardtarifen auch der Fall ist, aber nicht beim OpenEnd.
    Für Nutzer, die einen hohen Fremdnetzanteil haben und ein wenig Datenaufkommen haben, sind aber die Discounter die bessere Wahl.

    Dr. strg. c. Guttenberg

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