ZitatOriginal geschrieben von RightNow
Morgen findet im Bundestag eine halbe Stunde Frragestunde zur Dissertation von Guttenberg und danach eine Aktuelle Stunde im Bundestag statt. Berichtet wurde das u.a. von Volker Beck auf Twitter. Ich freue mich schon zu sehen, wie die Opposition ihn öffentlich zerlegt. :top:
Ich glaube nicht, dass die Opposition Guttenberg nach Strich und Faden zerlegen wird. Dazu gibt es auch unter den Oppositionspolitikern sicherlich viele, wahrscheinlich zu viele, die ebenfalls Doktorarbeiten abgegeben haben, denen eine genauere Untersuchung auf ihren wissenschaftlichen "Glanzgrad" nicht gut täte.
Außerdem sind im Bundestag ohnehin Juristen und Beamte praktisch unter sich, da gilt, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Der "Aufstand" gegen "Dr. Strg+C Guttenberg" wurde bislang überwiegend von den Medien des Bildungsbürgertums getragen, weniger von der Opposition. Die hat man bislang doch eher zum Jagen tragen müssen.
ZitatOriginal geschrieben von ingo74
wow, mir fallen auf anhieb 100 angelegenheiten, die wichtiger sind :mad:
wenn man sich auf dem niveau nun im bundestag beschäftigt, dann zeigt es für mich nur eins - wie wenig greifbares/politisches/wichtiges die opposition hat - wenn keine steine da sind, dann muss ich halt schmutz nehmen...
Ich denke, darauf kann es eigentlich nur eine Antwort geben:
ZitatDas führt zur Frage, ob es denn nichts Wichtigeres gibt als Fußnotenschwindel und akademische Unehrlichkeit. Selbstverständlich gibt es Wichtigeres. Es gibt auch Wichtigeres als Steuerhinterziehung, Fahren im angetrunkenen Zustand, das Heraustelefonieren von Lustmädchen aus Untersuchungsgefängnissen durch Ministerpräsidenten, Vulgarität und was nicht noch alles. Soll man darum nicht mehr sagen dürfen, worum es sich handelt? Hier um Täuschung großen Stils, um Unehrlichkeit also. Wer die toten Soldaten in Afghanistan oder die Bundeswehrreform aufbietet, um den Verdacht einer Täuschung mit anschließender Lüge als Petitesse darzustellen, sollte sich mit Vorwürfen, das Plagiat werde politisch instrumentalisiert, zurückhalten. Der Bundestagsabgeordnete Lauterbach (SPD) hat es richtig gesagt: Man kann das Prüfen an den Universitäten einstellen, wenn das Argument, es gebe Wichtigeres, Schule macht. Ein solches Argument ist sogar geeignet, dem Rechtsstaat in die Kniekehlen zu treten.
[small]Quelle: http://www.faz.net/s/Rub117C53…Tpl~Ecommon~Scontent.html[/small]
ZitatOriginal geschrieben von Robert Beloe
Dass Häberle eine Gefälligkeitsdissertation betreut, kann ich mir jedenfalls kaum vorstellen. Und eine Gefälligkeitsdissertation bewertet man ja auch nicht mit 'summa'.
Das sehe ich genau so. Im Fall einer "Bedarfsdiss." (= man bedarf ihrer für das "magische Dr." auf der Visitenkarte ;)) bewertet man so eine Arbeit "cum laude" und sorgt so dafür, dass sich kein Mensch für sie interessiert und deshalb es von ihr nicht mehr gibt als ein paar Belegexemplare, die irgendwo herumstehen und als Staubfänger dienen, als Beweis für eine weitere höchst mittelmäßige Doktorarbeit, die eigentlich das Papier nicht wert ist, auf dem sie gedruckt wurde.