Die Bundestagswahl 2009

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Nur sagen, "alles ist Mist" das ist entschieden zu wenig


    Das sage ich nicht, mich stören die Gegebenheiten, an denen ich nichts ändern kann. WTF gibt es denn keinen button auf dem Wahlzettel: mir sagt keine Partei zu? Warum muß ich mir überhaupt Gedanken machen, ob Nichthingehen oder Ungültigmachen Optionen sind, um das auszudrücken? DAS ist schon traurig genug.
    Wenn Du ehrlich bist, gibt es doch mindestens für die "großen" Volksparteien überhaupt keine Daseinsberechtigung mehr. Hier werden nur noch einzelfallrelevante Themen publikumswirksam durchgekaut, ansonsten passiert gar nichts.

  • Zitat

    Original geschrieben von Junichi


    Wenn es um einzelne Personen geht, würden ich meine zwei Kreuze bei Karl-Theodor zu Guttenberg und Peer Steinbrück machen.


    Bei uns in Bayern geht das zumindest bei den Kommunalwahlen, da kann man einzelne Kanditaten quer durch alle Listen wählen, man muß nur aufpassen, daß man die Gesamtstimmenzahl nicht überschreitet, sonst ist der Stimmzettel ungültig. Ist sehr basisdemokratisch, aber ob das auf Bundesebene auch funktionieren würde, ist jetzt für mich schwierig das sicher zu beurteilen. Könnte Probleme machen, dann eine handlungsfähige Regierung zu bilden. Wie ist eure Meinung hierzu?

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von StebuEx
    Sorry, ich frag mich ernsthaft, was dieses Dienstwagengeschwafel im Wahlkampf zu suchen hat. Kein auch noch so moralisch optimaler Wähler hätte auch nur einen Cent Vorteil, wenn Madame sich so oder anders verhalten hätte.


    Ich denke, dass du die Sache - wie Ulla - nicht begriffen hast. Es ist einfach ein Attitude-Haltungsfehler wenn sie Geld der Steuerzahler unnötig zum Fenster hinauswirft. Es wäre deutlich sparsamer gegangen und dass eine Bundesministerin so mit dem sauer verdienten Geld der Menschen umgeht, zeugt von mangelndem Fingerspitzengefühl - gerade in Zeiten von Kassen, die knapper sind als sie jemals waren und nachdem sie selber vielen Leute massiv Leistungen beschnitten hat. Der Vorgang ist um so unerhörter, als Ulla selbst nach Beginn der Diskussionen nicht begriff, dass es weniger um die Legalität, sondern um die Legitimität/Symbolik dieser Aktion geht.


    Der Einzelfall wäre weniger dramatisch. Die Situation steht aber symbolisch für ein Versagen diverser Spitzen im Land. Man frickelt herum, sucht den eigenen Vorteil - und die Allgemeinheit muss dafür blechen. So zu sehen in der Politik, der Wirtschaft, bei den Banken. Das Schlamassel haben nicht die Leiharbeiter am Fließband angerichtet - die zahlen aber dafür, sei es mit ihrem Steuergeld oder dem Arbeitsplatzverlust.


    Zitat

    Original geschrieben von StebuEx
    Außerdem bin ich der Meinung, daß Politik im Allg. und Wahlen im Speziellen einen äußerst begrenzten Einfluß auf mein Leben haben.


    Auf welchem Stern lebst du denn?


    Auf mein Leben hat es schon Einfluss, ob ich 16 oder 19% Umsatzsteuer zahle, wie sich die Krankenkassenbeiträge entwickeln, wie es um meine Alterssicherung steht und mich interessiert auch, wenn Internetzensur stattfindet oder der Bundestrojaner meinen Rechner ausspioniert.


    Zitat

    Original geschrieben von Carsten
    Kann mir mal jemand erklären, warum einige hier angeben, sie würden ihren Stimmzettel ungültig abgeben? IMHO ist das genauso schlecht wie nicht zu wählen.


    Dahinter steht die Idee, als abgegebene Stimme gezählt zu werden und von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht zu haben. Zugleich hat man aber nicht irgendeiner untauglichen Partei seine Stimme gegeben. Ein Kreuz für "Ich möchte kundtun, dass mir keine Partei gefällt", gibt es auf dem Wahlzettel ja nicht. Also kann man es nur durch diese Variante kundtun.


    Idealerweise würde sowas natürlich eingebettet in eine Bewegung, die dieses Vorgehen als bewusstes "Ich protestiere gegen sämtliche unwählbaren Parteien" etabliert. Wenn dann nicht nur der übliche Bodensatz an ungültigen Stimmen vorhanden wäre, sondern sich bemerkenswert viele Wähler diese Variante bedienten, würde das noch mehr als Protestbewegung zur Kenntnis genommen.


    Außerdem geht es ja auch nicht nur um eine Wählerstimme, sondern auch Geld. Parteien kassieren Zuschüsse gemäß ihrer Stimmen. Einfach nicht zur Wahl zu gehen wird dann als allgemeines Desinteresse, nicht aber als bewusster Protest, ausgelegt.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Eine niedrige Wahlbeteiligung wird inzwischen wohl eher als bewußte Polikverdrossenheit wahrgenommen und entsprechend kommentiert.


    Sinnvoll wäre es natürlich auch nur die Sitze entsprechend der Wahlbeteiligung zuzulassen, also bei z.B. 60% Wahlbeteligung auch nur 60% der zur Wahl stehenden Sitze.

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    Ericsson T39m
    Legends never Die!
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  • Zitat

    Original geschrieben von galahad13
    Eine niedrige Wahlbeteiligung wird inzwischen wohl eher als bewußte Polikverdrossenheit wahrgenommen und entsprechend kommentiert.


    Wird sie das?


    aus
    http://www.schattenblick.de/in…itik/fakten/pfdis079.html


    "Die Wahlbeteiligung ist als ein Qualitätsausweis der Demokratie umstritten. Einerseits zeigen Ergebnisse der Comparative Study of Electoral Systems, eines Projekts vergleichender Wahlforschung in mehr als 40 Ländern, dass die Wahlbeteiligung umso höher liegt, je differenzierter das politische Angebot, je knapper der Wahlausgang und je effektiver die Regierung eingeschätzt wird. Andererseits verweisen vornehmlich angelsächsische Demokratietheoretiker auf eine gefährliche Überhitzung der Demokratie, wenn die Wahlbeteiligung zu sehr ansteigt und Wahlen damit zu "kritischen Wahlen" werden.


    Niedrige Wahlbeteiligung drücke deshalb weniger Enttäuschung als Zufriedenheit mit den politischen Verhältnissen aus.
    "


    Ich male mir mein Bild wie es mir gefällt!

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Dahinter steht die Idee, als abgegebene Stimme gezählt zu werden und von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht zu haben. Zugleich hat man aber nicht irgendeiner untauglichen Partei seine Stimme gegeben. Ein Kreuz für "Ich möchte kundtun, dass mir keine Partei gefällt", gibt es auf dem Wahlzettel ja nicht. Also kann man es nur durch diese Variante kundtun.


    Aber auf die Verteilung der Sitze hat es keinen Einfluss - und ungueltige Stimmen intressieren niemanden, ausser die Haelfte der Waehler wuerde ungueltig waehlen, aber das passiert nie


    Glaube der groesste Schaden den man den Parteien machen kan ist so zu waehlen das keine bequeme Koalition geht

  • Zitat

    Original geschrieben von _-=voodoo=-_
    Die Linke hat ein Programm was an volkswirtschaftlichen Unfug kaum zu überbieten ist


    Kannst Du das auch konkret belegen oder nur behaupten?

  • Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Ich denke, dass du die Sache - wie Ulla - nicht begriffen hast. Es ist einfach ein Attitude-Haltungsfehler wenn sie Geld der Steuerzahler unnötig zum Fenster hinauswirft.


    Ja, vielleicht 10 oder 15k, das dürfte der Gegenwert eines 30-Sekunden Werbespots in der Pro7 primetime sein. Darüber muß man unbedingt diskutieren bis zum Erbrechen, wir haben keine anderen Probleme. Bzw. die Opposition, denn um die ging es ursprünglich.


    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Fingerspitzengefühl
    Legitimität/Symbolik dieser Aktion..


    Das ist Deine Sicht der Dinge, Du scheinst gern das große Wort zu schwingen und überlange postings zu verfassen.
    Für mich zählen keine warmen Worte und gute Gesten, ich möchte Lösungen sehen.


    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Der Einzelfall wäre weniger dramatisch. Die Situation steht aber symbolisch für ein Versagen diverser Spitzen im Land. Man frickelt herum, sucht den eigenen Vorteil - und die Allgemeinheit muss dafür blechen. So zu sehen in der Politik, der Wirtschaft, bei den Banken. Das Schlamassel haben nicht die Leiharbeiter am Fließband angerichtet - die zahlen aber dafür, sei es mit ihrem Steuergeld oder dem Arbeitsplatzverlust.


    Das ist nicht das erste mal daß Du bedauerst, daß die Menschen nicht halb so selbstlos sind, wie es der perfekte Mensch will. Darüber kannst Du Dich noch bis zum Tod aufregen oder Dich fragen, wie man es ändern kann. In Deinem "Versagen der Spitzenkräfte" sehe ich nur eines: sie haben sich erwartungsgemäß verhalten. Kontrollmechanismen haben versagt, ganz einfach.



    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Auf welchem Stern lebst du denn?


    Auf mein Leben hat es schon Einfluss, ob ich 16 oder 19% Umsatzsteuer zahle, wie sich die Krankenkassenbeiträge entwickeln, wie es um meine Alterssicherung steht und mich interessiert auch, wenn Internetzensur stattfindet oder der Bundestrojaner meinen Rechner ausspioniert.


    Welchen Einfluß hat nochmal die Politik auf Krankheiten? Auf die steigende Lebenserwartung? Auf Millionen von Arbeitslosen, die nie mehr auf dem Arbeitsmarkt benötigt werden und demzufolge auch keine Krankenkassenbeiträge mehr zahlen werden, geschweige denn Rentenbeiträge? Da kannst du wählen wen Du willst und ggf. auch eine marginale Änderung feststellen, aber anzunehmen, daß irgendeine Partei die Masterlösung aus dem Schubfach zieht ist vollkommen weltfremd. Ob ich nun beim Tanken die Rente subventioniere oder beim Einkaufen ist mir auch Latte, sorry. Stromberg würde sagen: die shice bleibt die gleiche, nur die Fliegen wechseln sich ab.

  • Gut stimmt, dass Ulla sich wie ein Elefant im Prozelanladen aufführt stimmt so. Aber man kann dieses Thema auch zu sehr auseinanderziehen.
    Jetzt noch die sache mit dem Flugzeug.
    Klar sie hat sich halt auch an ihre Annehmlichkeiten gewohnt und geht da sehr Taktlos mit um.
    Allerdings gibts es auch andere Politiker die das Geld mit beiden Händen zum Fenster rauswerfen, wofür du/ich/alle hart arbeiten müssen. Da schimpft auch kein Mensch rum.
    Oder wieso muss Frau Merkel mit ner Privatmaschine zu ner Buchvorstellung fliegen, natürlich auch auf kosten des Steuerzahlers.
    Die von der Leyen hat die selbe schei*e mit ihrem Dienstwagen durchgezogen, hat aber nicht den Mum oder ist auch zu stolz ihre Fahrtenbücher offen zu legen.


    Also was ich damit sagen will ( und nein nicht das ich Ulla Schmidt ganz großartig finde ) das jeder Politiker der im Genuss eines Dienstwagens ist oder aber eben ein Flugbereites Flugzeug nehmen kann, dieses auch tut und meist nicht zu gunsten von der Umwelt oder des Geldes wegen. Das muss eben sein und dann wird das auch gemacht.
    Wer sich über Ulla Schmidt aufregt, kann sich über 60-80% der restlichen Politiker aufregen. Bei Frau Schmidt ist es halt nur aufgeflogen, weil das Auto geklaut wurde, sonst hätte heut keiner drüber diskutiert.
    Wer aber im glauben ist, dass nur bei der SPD ( so zumindestens viele Meinungen zwischen den Zeilen, ich wähle niemals die SPD bla bla bla ) solche "Skandale" sind, der täuscht sich gewaltigt.


    Frau Merkel, Stoiber, Beckstein und wie sie nicht alle heißen sind sicherlich nicht besser.


    Auf alle fälle ist das so kein Wahlkampf und auch keine richtige Wahl, denn viele lassen sich dadurch beeinflussen. Jemanden durch den Kakao zu ziehen um einige Stimmen mehr zu bekommen ist :flop: denn wie geschrieben, die anderen sind sicherlich auch nicht besser und pulvern die Steuergelder auch raus.

  • im moment läuft die politik (nicht nur in deutschland) doch so:
    wir müssen dies und das machen...
    ...die situation erfordert jenes


    als ob eine unsichtbare macht die politiker zu etwas zwingt
    (jeder müsste also das gleiche machen)


    wenn es schon egal zu sein scheint braucht man ja nicht wählen, dann können wir gleich einen kaiser bestimmen (einen erstklassigen, unabhängigen wirtschaftswissenschaftler)


    dazu müsste dann natürlich noch ein expertenteam

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