Selbst kündigen, danach zwei Monate nach Australien, was beachten?

  • Hi Zusammen,


    meine Frau möchte jetzt Ihren Job kündigen. Das (amerikanische) Unternehmen für das Sie arbeitet nutzt Ihre Mitarbeiter stark aus (vor 22Uhr ist sie selten Zuhause, arbeitet also regelmäßig über 150%, außerdem soll sie jetzt ein halbes Jahr 2 Stunden von Ihrem Wohnort entferne arbeiten, sodass wir uns nur noch am WE sehen). Auch wird es nach drei Jahren mal Zeit zu neuen Horizonten aufzubrechen. Das sie sehr schnell etwas neues findet, ist nicht das Problem (Headhunter rufen regelmäßig an). Wir würden nur gerne gemeinsam 2 Monate Pause machen um per Rucksack durch Australien zu reisen. Wenn man selbst kündigt gibts aber kein Arbeitslosengeld, oder kann man solche Arbeitszeiten als wichtigen Kündigungsgrund anführen? Wie ist das denn mit den Sozialversicherungen etc? Wenn man kein Arbeitslosengeld bekommt, muss man dann alles selbst zahlen? Arbeitslosengeld bekommt man aber ja sowieso nicht, wenn man sich im Ausland aufhält, oder?


    Freue mich über Tipps!

  • Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass tägliche Arbeitswege von, je Richtung, mehr als 2h beim Arbeitsamt als nicht hinnehmbar gelte.


    Die Sperrfrist des Arbeitslosengeldes gilt somit nicht!
    Allerdings kann es Deiner besseren Hälfte passieren, dass Sie ab Beginn der Arbeitslosigkeit in 'Maßnahmen', wie z.B. Bewerbungstraining usw. eingeschrieben wird. Un da kann es dann gut und gerne sein, dass sie für 5 Monate á 3 tage die Woche beschäftigt ist... Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen soll aber nicht Thema sein. Urlaub erst nach afair 3Monaten möglich.

    SAWLE Nr. 203/333


    Skype: "lord_arsch"

  • Eine Kündigung die vom Arbeitnehmer ausgeht führt nur dann nicht zu einer Sperre des ALG wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Überstunden sind kein wichtiger Grund.


    Daneben gibt es ALG für Leute die keinen Job haben aber dem Arbeitsmarkt potentiell zur Verfügung steht. Wenn Ihr 2 Monate nach Australien geht steht Deine Frau nicht dem dt. Arbeitsmarkt zur Verfügung (und nein die ARGE telefoniert oder mail nicht nach Australien).


    So gesehen doppelt keinen Anspruch. Und ganz ehrlich: Ich fände es persönlich auch unter aller Kanone wenn man sich von der Allgemeinheit den Urlaub über Sozialleistungen finanzieren lässt erst recht wenn man nach eigenem Bekunden durchaus einen adäquaten Job haben könnte. Sozialleistungen sollten denen vorbehalten sein die darauf angewiesen sind.


    Ansonsten:
    Wenn kein ALG aufgrund einer Sperre gezahlt wird müsst Ihr euch um alles andere (Krankenversicherung etc.) selber kümmern.

  • Zitat

    Original geschrieben von Lord Arsch
    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass tägliche Arbeitswege von, je Richtung, mehr als 2h beim Arbeitsamt als nicht hinnehmbar gelte.


    Interessant. Aber ihr wird dort ein Hotelzimmer während der Zeit gestellt. Und sie würde unter der Woche da bleiben. War das bei Dir auch so?

  • Zitat

    Original geschrieben von ChickenHawk
    So gesehen doppelt keinen Anspruch. Und ganz ehrlich: Ich fände es persönlich auch unter aller Kanone wenn man sich von der Allgemeinheit den Urlaub über Sozialleistungen finanzieren lässt erst recht wenn man nach eigenem Bekunden durchaus einen adäquaten Job haben könnte. Sozialleistungen sollten denen vorbehalten sein die darauf angewiesen sind.


    Naja ich will jetzt keinen Grundsatzdiskussion daraus werden lassen. ;)


    Der Urlaub soll da ja gar nicht mit finanziert werden. Rücklagen haben wir schon dafür. Es würde sich halt irgendwie "sicherer" anfühlen. Ansonsten kann ich Dir durchaus zustimmen.

  • Naja es hätte doch sein können, dass es Möglichkeiten gibt die Arbeitslosenversicherung in Anspruch zu nehmen. Zu verschenken haben wir (wie die meisten) auch nichts.


    Weißt Du zufällig wonach sich dann die GKK Beiträge richtigen, wenn man selbst zahlt?

  • Einfach mal bei der eigenen KK anrufen und nach dem Selbszahlertarif fragen. Irgendwas zwischen 130-150 €/Monat.


    Und natürlich hat keiner was zu verschenken, z.B. bei der Einkommenssteuer.
    Für mich ist es doch aber noch eine andere Geschichte ob man etwas einfordert was einem wirklich zusteht, oder ob man versucht irgendwas zu konstruieren um an Geld zu kommen das einem eben gerade nicht zusteht. ;)

  • Zitat

    Und ganz ehrlich: Ich fände es persönlich auch unter aller Kanone wenn man sich von der Allgemeinheit den Urlaub über Sozialleistungen finanzieren lässt erst recht wenn man nach eigenem Bekunden durchaus einen adäquaten Job haben könnte. Sozialleistungen sollten denen vorbehalten sein die darauf angewiesen sind.


    Das war auch mein Gedanke. 2 Monate Pause in Australien machen wollen, und als erstes nach der Stütze fragen. Dass Sozialleistungen ursprünglich mal für Menschen in Not gedacht waren, das geht im Selbstbedienungsladen Deutschland leider immer mehr in Vergessenheit.

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