Abschiebung einer gut integrierten Familie in Hessen (Eschwege) - Eure Meinung dazu

  • War wohl nichts mit dem "halben Jurastudium" das man beim Polizei-Bachelor hat, oder? ;)


    Wie schon gesagt wurde, dient das Asylrecht zum Schutz vor Verfolgung und der Schutz ist temporär. Wenn sich die Leute natürlich in der Zeit hier etwas aufbauen ist das schön und gut. Dann müssten die sich aber auch darum bemühen einen Einbürgerungsantrag o.Ä. zu stellen, um dauerhaft bleiben zu dürfen.


    Wie ist denn deine persönliche Einstellung zum Amtseid? Was ist dir wichtiger, dein Posten oder deine Menschlichkeit?
    Wenn du Nachts zu einem Einsatz mit der Ausländerbehörde wegen einer Abschiebung geschickt wirst, und die anfangen die Leute aus dem Bett zu klingeln, auffordern ihre Sachen zu packen und die zum Flughafen bringen wollen (gibt da ne relativ gute Doku vom WDR(?) drüber).


    Siegt dann deine Menschlichkeit und du riskierst evtl. ein Disziplinarverfahren mit allen Folgen, oder bist du gehorsam und forderst den 16 jährigen Musterschüler auf seine Tasche zu packen und setzt ihn in den Flieger?

    Original geschrieben von bernbayer:
    "Eine Kampagne in ZUsammenhang mit Guttenberg kann man der Bild-Zeitung nicht vorwerfen."

  • Ich sehe da eigentlich auch die Priorität auf die Tatsache gesetzt, daß nach rechtlichen Rahmenbedingungen (die erstmal nicht verhandelbar sind) jeder Asylant gleich zu behandeln ist.
    Da darf es einfach keine Rolle spielen, ob das Kind gute Noten hat, ob die Eltern im Chor singen oder sich in einer Kirchengemeinde engagieren (kommt ja auch immer wieder mal vor).
    Diese Aspekte haben im Asylrecht nichts verloren. Der Hintergrund wurde ja schon aufgezeigt. Und das ist denke ich erstmal auch gut so, weil man nur so jedem Asylanten grundsätzlich gleich gerecht werden kann.


    Daß es im Einzelfall Härten gibt, ist unbestritten, aber wenn man hier eine Lösung möchte, dann muß dies außerhalb eines Asylverfahrens erfolgen, eben z.B. über gesonderte Einreise- und Aufenthaltsbedingungen.

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  • Davon mal ganz ab: Deutschland ist immer noch eines der "nettesten" Länder wenn es um die Behandlung von Asylanten geht. Und die bloße Tatsache dass sich jemand integriert und gute schulische Leistungen hat ist nun mal kein Kriterium nach dem man selektieren kann oder darf.


    Man denke in diesem Zusammenhang mal an Länder wie Italien oder Griechenland die Flüchtlinge gleich an der Küste abfangen und postwendend wieder zurückschicken. Fragt da einer nach dem Integrationswillen oder der schulischen Leistungsfähigkeit?


    Die Menschen verbringen 6 Monate in einem Lager und dürfen noch nicht mal eine Schule besuchen bevor 98% von ihnen wieder die Heimreise antreten müssen.


    Von daher darf man nicht immer nur "das schlechte" sehen sondern muss auch mal berücksichtigen: Der Junge hat hier die Möglichkeit gehabt eine Schulbildung zu genießen die er unter diesen Bedingungen in Armenien sehr wahrscheinlich nicht gehabt hätte.


    Mit den neuen EU Richtlininen zum Thema Asyl wird gerade D in nicht alzu ferner Zukunft sowieso ein massives Problem haben. Derzeit kann ein Land in dem jemand einen Asylantrag stellt wieder dorthin verweisen wo der Antragsteller in die EU eingereist ist. Da die wenigsten Asylbewerber direkt mit dem Flieger einreisen waren Küstenländer am stärksten belastet. Diese Regelung soll es nicht mehr geben, der Antragsteller darf selbst entscheiden in welchem Land er seinen Antrag stellen will.


    Dazu kommen Vorschriften dass Asylbewerbern die gleichen Mittel wie Sozialhilfeempfängern zu gewähren sind. Deutschland liegt im europäischen Vergleich da ganz weit vorn, d.h. es gibt im Verhältnis das meiste Geld oder Sachleistungen für Asylbewerber.


    Sollten diese Regelungen so wirklich kommen kann sich jeder an 1 Hand abzählen das dies dazu führen, dass die Antragszahlen in D in Zukunft wieder steigen werden (seit der ersten Vereinbarung auf EG Ebene in 1999 waren die Zahlen kontinuierlich rückläufig).


    Da ist eine "Einzelfallentscheidung" wie hier gefordert gar nicht zu leisten. Nicht das das hier falsch verstanden wird (wie so gern bei TT): Das D das Recht auf Asyl im GG hat ist richtig und gut. Man darf aber eben nicht vergessen, dass es sich bei diesem Recht um eine temporäre Lösung für die Betroffenen handelt die nicht "ausgesessen" werden kann indem man lange genug im Land ist.

  • Zitat

    War wohl nichts mit dem "halben Jurastudium" das man beim Polizei-Bachelor hat, oder?


    Wenn du keine Ahnung von dem hast, was du grad schreibst... dann lass es doch sein.



    Wir haben nichts mit dem Aufenthaltsgesetz zu tun - was soll ich da bitte mehr wissen als du -?


    Die Durchführung von Abschiebungen (Amtshilfe) wird von der Ausländerbehörde ( in diesem Fall der Werra-Meißner Kreis) veranlasst und ausschließlich durch die Bundespolizei durchgeführt.


    Bin ich Bundespolizist ?


    Nein - also hör doch bitte auf , fundiertes Fachwissen bei jeder Kleinigkeit vorauszusetzen. Ich habe Beruflich damit nichts zu tun ...


    Danke.





    Zitat

    Wie ist denn deine persönliche Einstellung zum Amtseid? Was ist dir wichtiger, dein Posten oder deine Menschlichkeit? Wenn du Nachts zu einem Einsatz mit der Ausländerbehörde wegen einer Abschiebung geschickt wirst, und die anfangen die Leute aus dem Bett zu klingeln, auffordern ihre Sachen zu packen und die zum Flughafen bringen wollen (gibt da ne relativ gute Doku vom WDR(?) drüber).



    Ja ich würde es natürlich tun.


    Ich entscheide nichts - ich führe das aus was angeordnet wird - das ist doch total unstrittig. Es sagt doch aber niemand, dass ich das, was dort geschieht, nicht in Frage stellen darf, oder ?


    Ich verstehe deinen ganzen Post nicht...






    Zitat

    Davon mal ganz ab: Deutschland ist immer noch eines der "nettesten" Länder wenn es um die Behandlung von Asylanten geht. Und die bloße Tatsache dass sich jemand integriert und gute schulische Leistungen hat ist nun mal kein Kriterium nach dem man selektieren kann oder darf.


    Eine Argumentation á la : wir sind noch lange nicht so sch.... wie alle anderen bringt den Leuten aber auch keine Zukunftsperspektive..... :confused:

  • Re: Abschiebung einer gut integrierten Familie in Hessen (Eschwege) - Eure Meinung dazu


    Zitat

    Original geschrieben von Kaan
    Wie seht ihr die Praxis ? Findet ihr es grundsätzlich gut, dass wir die Leute so ausweisen ?


    Scheint wohl eine rhetorische Frage gewesen zu sein, denn es gibt anscheinend nur zwei Meinungen: Deine und die Falsche.


    Ich sehs übrigens genauso wie die meisten hier. Wenn der Grund für die Aufenthaltsgenehmigung weggefallen ist, steht einer Rückführung nichts mehr im Wege. Die Rahmenbedingungen waren vorab klar umrissen und den Familien die zeitliche Begrenzung des Aufenthalts hier bekannt.


    Im Umkehrschluss sollten wir in Zukunft gar keine Hilfe mehr anbieten, denn eine zeitliche Begrenzung ist ja deiner Meinung nach (Zitat) "kaltherzig und unmenschlich". Und das wollen wir ja nicht sein.

  • Zitat

    Original geschrieben von Kaan
    Wenn du keine Ahnung von dem hast, was du grad schreibst... dann lass es doch sein.


    dito


    Zitat


    Nein - also hör doch bitte auf , fundiertes Fachwissen bei jeder Kleinigkeit vorauszusetzen. Ich habe Beruflich damit nichts zu tun ...


    Ohne fundiertes Fachwissen lassen sich solche komplexen Situationen aber nicht beurteilen.


    Zitat


    Ja ich würde es natürlich tun.


    Ich entscheide nichts - ich führe das aus was angeordnet wird - das ist doch total unstrittig. Es sagt doch aber niemand, dass ich das, was dort geschieht, nicht in Frage stellen darf, oder ?


    Dann bist du doch selbst "kaltherzig und unmenschlich". Wenn dich das Thema so berührt, dann verweigert man doch die Zuarbeit für dieses System, oder nicht?


    Zitat


    Ich verstehe deinen ganzen Post nicht...


    Und ein Großteil der Leser versteht deinen Eingangspost nicht.

    Original geschrieben von bernbayer:
    "Eine Kampagne in ZUsammenhang mit Guttenberg kann man der Bild-Zeitung nicht vorwerfen."

  • Re: Re: Abschiebung einer gut integrierten Familie in Hessen (Eschwege) - Eure Meinung dazu


    Genau so wäre es angebracht. Aber andererseits gäbe es dann Hunderttausende, die abgeschoben werden müßten! ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Kaan
    Eine Argumentation á la : wir sind noch lange nicht so sch.... wie alle anderen bringt den Leuten aber auch keine Zukunftsperspektive..... :confused:


    Du verstehst die Argumentation falsch. Wir haben ein sehr soziales Verhalten in dem Bereich, das im Vergleich zu den Meisten Ländern mehr als passabel ist. Eine noch sozialere Einstellung zu Asyl und Einwanderung (siehe gleiche Mittel wie Sozialhilfeempfänger, etc...) würde (und wird warscheinlich) dazu führen, dass wir auch immermehr Asylbewerber haben, deren Asylgrund entweder nicht stimmt oder sehr fragwürdig ist.


    Deutschland macht in dem Bereich schon sehr viel und lockt damit genügend Menschen an, die die gute Sache des Asylrechts mehr oder minder missbrauchen und somit ein doch allgemein schlechter Eindruck zu der Sache entsteht.


    Die ganze Diskussion hat ja mit Asyl schon garnichtsmehr zu tun.

    [b]Droide - zwischen Comfort und Datenschutz[b/]

  • Zitat

    Original geschrieben von fahrsfahrwerkaus
    Nö, menschlich ist das sicher nicht okay, aber darum gehts ja nicht. Wo ziehst Du die Grenze? Beim Klassen-Zweitbesten? Vielleicht führen wir dann einen Numerus Clausus für Immigranten ein?


    Natuerlich kan man das nicht an den Noten fest machen, aber es ware human und sinnig, das Schueler, wen sie nicht innerhalb von 2 Jahren abgeschoben werden koennen dan mindestens bis zum Ende schulischen Ausbildung bleiben duerfen

  • Ich glaube wir sind uns alle einig: rein menschlich gesehen ist das Schicksal des Jungen tragisch, keine Frage!


    Nüchtern und Sachlich gesehen aber ist die Rechtslage eindeutig, und man sollte auch nicht mit Ausnahmen anfangen, dass bekäme man nie mehr unter Kontrolle und es wäre ein wahnsinniger bürokratischer Aufwand!

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