Massenpanik auf der Loveparade 2010 in Duisburg, Tote und Verletzte.

  • Nun ja ... nicht nur die CDU schießt.


    Dazu kommen SPD, FDP und ein großer Teil der Bürgerschaft. Und sicher noch viele weitere.


    Für meinen Teil hängt das weniger mit der misslungenen Planung der Veranstaltung, sondern mit seinem Verhalten nach dem Unglücksfall zusammen.


    Und nur durch sein eigenes ungeschicktes Verhalten hat er die Situation doch heraufbeschworen. Anstatt in die Offensive zu gehen und sich mit dem Angebot umfassender Information an die Öffentlichkeit zu wenden, taucht er lieber ab und hinterlässt sein Konterfei als Kugelfang.


    Der Kapitän verlässt sein Schiff als letzter und verbleibt bis dahin auf der Brücke. Wer sich stattdessen klammheimlich verkrümelt, kann mit nichts anderem rechnen als dem, was nun passiert.


    So einen OB braucht wirklich niemand. Hatte er mir bisweilen sogar manchmal Leid getan, hat er sich meine (sicher dagewesene) Symphatie wohl verspielt.


    Wäre ich Mitglied der CDU würde ich mir das auch zugestehen - also kann ich es den wirklichen Mitgliedern in keiner Weise verdenken.


    In meinen Augen ist es sein höchsteigenes Verhalten, dass die gegenwärtigen Reaktionen geradezu provoziert.


    Frankie



    Erg.:
    Ganz selbstverständlich gehe ich davon aus, dass nur diejenigen Mitglieder der CDU schießen, die im Falle der Kenntnis der tatsächen Zahlen gegen die Veranstaltung gestimmt haben. Alle anderen sollten sich lieber an die eigene Nase fassen oder ebenfalls das Weite suchen. Scheinheilige Gesellen brauchen wir hier nämlich auch nicht.


    Die CDU hatte in den letzten Jahren den OB ohnehin nur deshalb stellen dürfen, weil die viel stärkere SPD der Bürgerschaft immer nur Kandidaten geboten hat, die in der Bürgerschaft zu den wenigen unbeliebten SPD-Mitgliedern zählten und denen daher selbst die Stimmen von SPD-Stammwählern versagt bleiben mussten. Eine Partei, die derart deppert verfährt, sollte sich bei Kritik an einem Kandidaten, dem sie selbst zur Wahl verholfen hat, auch eher bedeckt halten.


    Die SPD selbst hat Adolf Sauerland durch die Benennung eigener Kandidaten, die vorhersehbar niemals eine Chance haben würden, zum OB gewählt und sollte diesem Mann daher mit einer gewissen Fairness begegnen, wenn sie (berechtigte) Kritik übt.



    Erg.2:
    Es scheint sich immer mehr herauszukristallisieren, dass es tatsächlich die im Land NRW geltenden Pensionsregelungen sind, die einenRücktritt von OB Sauerland verhindern und eine Abwahl voraussetzen, wenn er nicht die Altersversorgung für die Zeiten seiner vorbildlichen Amtsführung (die es definitiv gab) verlieren will. Und das wird wohl ernstlich niemand von ihm verlangen können.


    Wenn der Gesetzgeber als Voraussetzung für die faire Behandlung eines Beamten diesen zum Verbleib im Amt zwingt, wird man dem Beamten das ganz sicher nicht vorwerfen können.


    Ist das allerdings der wirkliche Auslöser für seinen Verzicht auf den vorzeitigen Rücktritt, sollte er dazu stehen und auf die ungerechtfertigte Ungleichbehandlung hinweisen. Vor diesem Hintergrund wäre ein vorzeitiger Rücktritt unverantwortlich. Vielmehr wäre die Minderheitsregierung dazu berufen, diese Regelung schleunigst den tatsächlichen Bedürfnissen anzupassen.


    Oder zumindest, das zu versuchen - eine Mehrheit hat diese Truppe, die sich (noch) Regierung nennt, ja nicht. Damit könnte man gleichzeitig die erste Runde des unvermeidbaren Untergangsszenarios einläuten. Je schneller dieses nicht regierungsfähige Etwas abgelöst wird, um so besser ist es. Persönlich bin ich unbedingter Anhänger stabiler Verhältnisse - in Zeiten der Krise sind sie wichtiger denn je.

  • Treppe zum Stellwerk


    Hallo,


    für mich ist es unbegreiflich, das das alte Geländer der Treppe zum Stellwerk den Belastungen der Masse standgehalten hat! Meinen Respekt an die Erbauer und Instandhalter dieser Treppe! Eigentlich ist diese Treppe in früheren Jahren wohl gebaut worden, um Weichenwärter und Fahrdienstleiter zu ihrem Stellwerk gehen zu lassen.


    Warum aber sieht man auf den Youtube Videos noch einige, die ihr Handy oder Digicam hochhielten, als die Lage vor der Treppe schon "erdrückend" wurde? Einfach nur draufhalten um die Szene zu filmen, oder die Geräte durch hochhalten zu schützen? Wie viele dieser besagten Personen haben dadurch Verletzungen im Brustbereich durch das Gedränge erlitten?

    Falle, schnapp, mechanisch, für Kleintier, grau, beweglich


  • Hi.


    Mit einem Original Kriegsschauplatz sollte man das besser nicht vergleichen, den der sieht je nach eingesetzten Waffen anders aus.
    Sicher Du hast Recht für viele hat es Traumatische Folgen bzw. es hinterlässt Temporäre bleibende Eindrücke.
    Nur sind das was Du beschrieben hast zu 95% Schäden an Geist und Psyche die man in der Regel wieder herstellen kann ohne das man dadurch im Alltag behindert wird.
    5 % Abzug weil man Tote nicht wieder auferstehen lassen kann.


    Sicherlich ist das auch ein Maßstab an dem man etwas messen kann.


    Das hört dich jetzt vielleicht etwas krass an, nur haben solche Grenzwertigen Erfahrungen manchmal auch einen Erzieherischen Effekt.
    Für alle diejenigen die sonst mit ihren Ellbogen und anderen Mitteln wie Mobbing durchs Leben gehen.
    Solche grenzwertigen Erfahrungen zeigen vielen vor allem eines, das jede Handlung gegen einen anderen Menschen eine direkte/Augenscheinliche Konsequenz hat, eine seltsame Erfahrung in einer Gesellschaft die durch Medien und andere Staatlichen Organe total abgestumpft ist zb. Gewalt gegenüber und vor allem diese bedingungslose Ellbogenkultur Predigt.
    Das Recht des Stärkeren etwas präziser ausgedrückt.
    Man kann anschließend nicht in die Anonymität flüchten, sondern muss sich direkt mit seinem Handeln und Tun auseinandersetzen und es zeigt die Verwundbarkeit eines Menschen.


    Versteh mich nicht falsch, nur ist es nicht so das sich vieles in unserer Gesellschaft stark in unserem Handeln anderen Menschen gegenüber wiederspielgelt?
    Dieser ganze Prozeß/Unfall Loveparade hat doch im Prinzip eine Multi kausale Ursache.
    Veranstalter, Exekutive Organe, Medien und die Besucher bzw. einzelnen Besucher die auch zur Eskalation beigetragen haben.
    Legaler sowie Illegaler Drogenkonsum gepaart mit absoluter Egoistischer Spaßkultur, spielt da auch noch mit rein.
    Mittlerweile wird es ja auch immer Verrückter, was die tatsächlichen Besucherzahlen angeht bzw. einzelne Details der Zusammenarbeit Feuerwehr/Polizei, die bekannt geworden sind.


    Fakt ist, die Loveparade ist ein Event das einen starken Wirtschaftlichen Hintergrund hat und die Lösung des Konfliktes/Schuldfrage durch die unterschiedlichsten Interessenkonflikte behindert wird.


    Da ist das Wohlergehen der Menschen im Prinzip nur Zweitrangig, weil es in erster Linie um diese kleinen Süßen Scheinchen geht auf die jeder so Bedingungslos fixiert ist.


    Traumata und Physische Schäden spielen da schon eine Rolle, allerdings nur in einem Monetären Rahmen bzw. Statistik/Politik.

    Wer mit halb gefülltem Tank die doppelte Strecke fahren will, ist ein Idiot. Wer mit halbem Etat doppelte Ergebnisse erzielen will, ist ein Finanzvorstand.

  • Ich verstehe dich nicht falsch, aber ich finde, dass man es so dennoch nicht darstellen kann. Tausende Menschen sind schwerst traumatisiert und/oder verletzt worden und denen wird es nicht gerecht wenn man ihre Leiden - die Hunderte nie mehr los werden - als vorrübergehende Missempfindungen hinstellt.


    Dass es zu einer solchen Katastrophe kam kann ich auch nicht als "gerechte Strafe" für die Ellbogenmentalität und Oberflächlichkeit der Gesellschaft sehen. Ich bin immer in der 1. Reihe wenn es darum geht, unfähige Eliten und mangelnde Werte im Land zu beklagen. Es wird den Toten, Traumatisierten und Verletzten aber nicht gerecht, wenn man "schulterzuckend" argumentiert, sie würden den (gerechten) Preis für Fehlentwicklungen zahlen. Diese Argumentation passt zu Eva Herman, aber ich kann mir das so nicht zu eigen machen.


    Wenn das Ereignis etwas zeigt, dann doch im Wesentlichen 3 Dinge:


    1) Wie verhältnismäßig kleine Fehler Einzelner sich zu einer fatalen Fehlerkette entwickeln können. In der Luftfahrt weiß man schon lange um diese Problematik, an anderen Stellen ist sich darüber niemand so wirklich klar. Man verlässt sich darauf, dass die Dinge schon gut gehen werden, unsere vermeintliche Sicherheitskultur wohl verhindern werde, dass tatsächlich etwas anbrennt und dass es somit auch nicht weiter schlimm ist, wenn man mal 5 gerade sein lässt. Wenn das aber mehrere Leute denken sind irgendwann auch 15 und 25 gerade und irgendwann gehen die Dinge nicht mehr gut.


    2) Wie unglaublich dilettantisch und selbstherrlich hierzulande wichtige Entscheidungen zustande kommen. Unser bürokratischer Wasserkopf mit seinen Millionen Fachleuten, Zuständigen und Vorschriften erzwingt offenbar dennoch keine in jedweder Hinsicht abgewogenen Planungen und Entscheidungen, sondern Willkür und Wunschdenken von Entscheidungsträgern in Schlüsselpositionen reichen nach wie vor um jedes gewollte Ergebnis zu bekommen.
    So wie auch an anderer Stelle Politik, Unternehmen, Banken etc. abgekoppelt vom normalen Volk, demokratischen Prozessen und moralischen Vorgaben tun und lassen was sie wollen, wurde auch hier selbstherrlich durchgezogen, was bestimmte Lobbyisten und Politiker haben wollten.
    Wir tun so als wäre alles demokratisch legitimiert, gesetzlich geregelt und sicherheitsmäßig immer im Optimum. De facto sind wir oft genauso eine Bananenrepublik mit Willkür und Wegdrücken untergeordneter Bedenkenträger wie irgendeine Diktatur in Afrika.


    3) Wie unerträglich schlecht man eine Krise managen kann. Das, was der Veranstalter der Loveparade, der OB in Duisburg und die Polizei seit 1 Woche in der Öffentlichkeit darbieten würde einen Preis für die schlechteste PR aller Zeiten verdienen.
    Man hätte gemeinsam erklären sollen, dass man schockiert ist über das Unglück, in Gedanken bei den Toten, den Verletzten, ihren Angehörigen ist. Dass man zu seiner moralischen Verantwortung steht und einem die Toten und Verletzten Mahnung und Ansporn sind, schnellstmöglich aufzuklären was da warum passiert ist und wie man sicherstellt, dass sowas nie wieder passiert. Dass man eigene und Fehler anderer Beteiligter erkennen möchte, Konsequenzen daraus ziehen will und straf- und zivilrechtliche Konsequenzen tragen wird wenn entsprechende Erkenntnisse oder Urteile vorliegen. Dass man bis zur Klärung aber keine Schuldvorwürfe artikulieren möchte und man um Verständnis bittet, dass die Untersuchungen bei aller Intensität dennoch etwas Zeit brauchen.


    Der Bürgermeister hätte sich nicht verdrücken dürfen, er hätte an erster Stelle präsent sein müssen - bei seinen Bürgern, als brutalstmöglicher Aufklärer und als jemand, der sich moralisch verantwortlich fühlt wenn in seiner Stadt eine Katastrophe stattfindet.


    Dass er genau das alles nicht gemacht hat, er weist alle Schuld von sich, will nicht an der Genehmigung und Planung beteiligt gewesen sein, taucht ab, ist nicht bei der Trauerfeier und fehlt somit als wichtigster Repräsentant... das ist ein vielfaches Komplettversagen im Management des Unfalls.


    Ich bin gleichermaßen erstaunt wie ernüchtert, wie absolut schlecht sich alle Verantwortlichen seit 1 Woche verkaufen. Dass man so dermaßen unfähig auftritt ist sagenhaft...

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • aus der Frankfurter Rundschau:


    Bei einer Abwahl oder aber einem freiwilligen Amtsverzicht würde Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) finanziell nicht ins Bodenlose fallen. Dies regeln das Beamtenversorgungs- und das Bundesbesoldungsgesetz, wie das nordrhein-westfälische Innenministerium jetzt auf Anfrage zu widersprüchlichen Presseberichten klarstellte.
    Im Falle des freiwilligen Amtsverzichts – das heißt, wenn der Bürgermeister selbst auf Entlassung aus seinem Beamtenverhältnis dringt – bleiben Versorgungsansprüche aus einem früheren Beamtenverhältnis bestehen. Das bedeutet, Sauerlands Pensionsansprüche aus seinen rund 20 Dienstjahren als Berufsschullehrer sowie aus seiner ersten Amtszeit als Duisburger Oberbürgermeister zwischen den Jahren 2004 und 2009 bleiben unbeschnitten.


    Wird ein Bürgermeister vor Ablauf der Amtszeit abgewählt, so erhält er seine regulären Dienstbezüge weiter für den Monat, in dem er aus dem Amt ausscheidet, sowie für die folgenden drei Monate. Im Anschluss daran erhält er für fünf Jahre, höchstens jedoch bis zum Ablauf der regulären Amtszeit, ein Ruhegehalt von rund 71 Prozent seiner letzten Bezüge von etwa 10 000 Euro. dpa



    hat Sauerland das wirklich nötig, noch um den letzten Euro zu feilschen bzw. deswegen an seinem Amt zu kleben?

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Man möge mich korrigieren, aber heute kam in den Nachrichten, dass der freiwillige Rücktritt oder eine Abwahl durch den Stadtrat keinerlei Auswirkungen auf irgendwelche Pensionsansprüche hat.


    Wäre man interessant das final geklärt zu bekommen.

  • keiner Auswirkung auf die alten Pensionsansprüche, aber wohl schon auf die aus der aktuellen Legislaturperiode - er würde also sicherlich über die Runden kommen = der Mann bestätigt meine Vermutung das er es ernst meint und die Sache untersuchen will = kein Bauernopfer sondern er stellt sich wenn die Ermittlungen ergeben das er der Schuldige ist.
    Gute Einstellung!

    Dieser Eintrag wurde 624 mal editiert, zum letzten mal um 11:24 Uhr

  • Die Einstellung mag vom Grundsatz her gut sein, darüber möchte ich jetzt nicht urteilen.


    Das Verhalten, das er er dabei allerdings an den Tag legt - nämlich sich (relativ) wortlos zum Buhmann stempeln zu lassen -, ist allerdings eine Zumutung für die Bürger und besonders die Mitarbeiter der Stadt Duisburg, die sich teilweise sogar Drohungen ausgesetzt sehen.


    Und wenn er aufklären will: Warum kommt von seiner Seite rein gar nichts? Wenn spärliche Informationen durchsickern, kommen sie von woanders.


    Wer die politische Verantwortung trägt, hat nicht nur Auskunftspflicht gegenüber der StA sondern auch gegenüber der Bürgerschaft und dem Volk.


    Und hier kommt rein gar nichts.


    Adolf Sauerland hat allein durch dieses Verhalten gezeigt, dass er als politisch Verantwortlicher nicht tragbar ist - und zwar auch, wenn er für das Unglück selbst keine Verantwortung trägt.


    Er nimmt es durch sein ungeschicktes Verhalten sogar in Kauf, seine Mitarbeiter Drohungen gegen Leib und Leben auszusetzen. Und spätestens hier hätte er in die Offensive gehen müssen, um diejenigen aus dem Schussfeld zu holen, die nahezu allesamt überhaupt nicht an dem Event beteiligt waren.


    Aber was macht er? Er nimmt die Drohungen gegen Mitarbeiter kommentarlos hin. Jedenfalls ist mir persönlich nicht bekannt, dass er sich hierzu geäußert hätte - und der Verantwortung als Dienstherr seiner Mitarbeiter gerecht geworden wäre.


    Frankie

  • Das OB Sauerland Verantwortung übernehmen muß und gehen sollte ist nach wie vor richtig. Man kann sich aber nicht des Eindrucks erwehren das hier ein Bauernopfer gesucht wird. Der Ob muß nur gehen und dann ist alles in Ordnung. Das ist aber keineswegs der Fall. Wo bleibt den die Verantwortung für die Fehler des Veranstalters und der Polizei? Auch hier muß jemand Verantwortnung übernehmen. Nur auf den OB zeigen, das muß man als Ablenkungsmnöver bzw. als Beruhigungspille ansehen.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Der Kardinalfehler des OB war - und ist nach wie vor - dass er sich durch sein Schweigen und Zurückziehen in einer Phase, in der er offensiv die Öffentlichkeit suchen und präsent sein muss(te), perfekt zum Buhmann macht.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

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