Nun ja ... nicht nur die CDU schießt.
Dazu kommen SPD, FDP und ein großer Teil der Bürgerschaft. Und sicher noch viele weitere.
Für meinen Teil hängt das weniger mit der misslungenen Planung der Veranstaltung, sondern mit seinem Verhalten nach dem Unglücksfall zusammen.
Und nur durch sein eigenes ungeschicktes Verhalten hat er die Situation doch heraufbeschworen. Anstatt in die Offensive zu gehen und sich mit dem Angebot umfassender Information an die Öffentlichkeit zu wenden, taucht er lieber ab und hinterlässt sein Konterfei als Kugelfang.
Der Kapitän verlässt sein Schiff als letzter und verbleibt bis dahin auf der Brücke. Wer sich stattdessen klammheimlich verkrümelt, kann mit nichts anderem rechnen als dem, was nun passiert.
So einen OB braucht wirklich niemand. Hatte er mir bisweilen sogar manchmal Leid getan, hat er sich meine (sicher dagewesene) Symphatie wohl verspielt.
Wäre ich Mitglied der CDU würde ich mir das auch zugestehen - also kann ich es den wirklichen Mitgliedern in keiner Weise verdenken.
In meinen Augen ist es sein höchsteigenes Verhalten, dass die gegenwärtigen Reaktionen geradezu provoziert.
Frankie
Erg.:
Ganz selbstverständlich gehe ich davon aus, dass nur diejenigen Mitglieder der CDU schießen, die im Falle der Kenntnis der tatsächen Zahlen gegen die Veranstaltung gestimmt haben. Alle anderen sollten sich lieber an die eigene Nase fassen oder ebenfalls das Weite suchen. Scheinheilige Gesellen brauchen wir hier nämlich auch nicht.
Die CDU hatte in den letzten Jahren den OB ohnehin nur deshalb stellen dürfen, weil die viel stärkere SPD der Bürgerschaft immer nur Kandidaten geboten hat, die in der Bürgerschaft zu den wenigen unbeliebten SPD-Mitgliedern zählten und denen daher selbst die Stimmen von SPD-Stammwählern versagt bleiben mussten. Eine Partei, die derart deppert verfährt, sollte sich bei Kritik an einem Kandidaten, dem sie selbst zur Wahl verholfen hat, auch eher bedeckt halten.
Die SPD selbst hat Adolf Sauerland durch die Benennung eigener Kandidaten, die vorhersehbar niemals eine Chance haben würden, zum OB gewählt und sollte diesem Mann daher mit einer gewissen Fairness begegnen, wenn sie (berechtigte) Kritik übt.
Erg.2:
Es scheint sich immer mehr herauszukristallisieren, dass es tatsächlich die im Land NRW geltenden Pensionsregelungen sind, die einenRücktritt von OB Sauerland verhindern und eine Abwahl voraussetzen, wenn er nicht die Altersversorgung für die Zeiten seiner vorbildlichen Amtsführung (die es definitiv gab) verlieren will. Und das wird wohl ernstlich niemand von ihm verlangen können.
Wenn der Gesetzgeber als Voraussetzung für die faire Behandlung eines Beamten diesen zum Verbleib im Amt zwingt, wird man dem Beamten das ganz sicher nicht vorwerfen können.
Ist das allerdings der wirkliche Auslöser für seinen Verzicht auf den vorzeitigen Rücktritt, sollte er dazu stehen und auf die ungerechtfertigte Ungleichbehandlung hinweisen. Vor diesem Hintergrund wäre ein vorzeitiger Rücktritt unverantwortlich. Vielmehr wäre die Minderheitsregierung dazu berufen, diese Regelung schleunigst den tatsächlichen Bedürfnissen anzupassen.
Oder zumindest, das zu versuchen - eine Mehrheit hat diese Truppe, die sich (noch) Regierung nennt, ja nicht. Damit könnte man gleichzeitig die erste Runde des unvermeidbaren Untergangsszenarios einläuten. Je schneller dieses nicht regierungsfähige Etwas abgelöst wird, um so besser ist es. Persönlich bin ich unbedingter Anhänger stabiler Verhältnisse - in Zeiten der Krise sind sie wichtiger denn je.