seit 23 Uhr ist die Loveparade wohl nun endlich beendet worden, hoffentlich gibt es nun nicht noch ein Chaos am Hbf, die Zahl der Toten hat sich leider auf 18 erhöht.
Mein Mitgefühl den Angehörigen der Opfer.
MfG Holger
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seit 23 Uhr ist die Loveparade wohl nun endlich beendet worden, hoffentlich gibt es nun nicht noch ein Chaos am Hbf, die Zahl der Toten hat sich leider auf 18 erhöht.
Mein Mitgefühl den Angehörigen der Opfer.
MfG Holger
ZitatAlles anzeigenOriginal geschrieben von Dunken
Ich verstehe den Sinn dieses Threads nicht.
Was genau soll es bringen, diese Nachricht hier zu verbreiten und
den Leuten ein Forum zu geben, sich darüber auszutauschen?
Also in erster Linie ist es ein Telefon Forum.
In zweiter Linie befinden Wir Uns im Geplauder Unterforum.
Ich finde, dafür ist hier kein Raum...
Und ich hatte schon auf den Thread gewartet: Netzausfall in Duisburg (den es ja gab)....
Zu der Frage, inwieweit Menschen oder besonders Jugendliche sich selbst schützen können sollten oder alles vorgeregelt haben müssen, kann man immer verschiedener Meinung sein. Oder ob es heutzutage eher überall zuwenig oder nur wegdelegierte Verantwortung gibt, oder solche Dinge überall passieren könnten.
Ich persönlich gehe meist nicht zu Massenveranstaltungen. Die meisten Toten kommen meistens ja nicht durch die Brände, Rauch, Attentate oder Unfälle etc. ums Leben sondern durch die dadurch enstehenden Massenpaniken, wo andere niedergetrampelt werden.
Trotzdem ich die menschliche Natur verstehen kann, wenn man raus will, wo es nicht mehr vor und zurück geht, müssen es ja einige schon übertrieben haben, möglichst schnell und kraftvoll aus den Tunnel zu kommen bzw. rein. Immerhin sieht man ja am Ende, dass gar kein wirklicher Grund für eine solche Panik vorlag, sondern durch Gedränge und Geschuppse nur letztlich Leute totgetreten wurden.
Hätte ich auch noch verstanden, wenn es vorher einen großen Knall gegeben hätte, der Tunnel plötzlich einstürzen würde, oder plötzlich irgendwo Rauch zu sehen gewesen wäre.....
Der Sicherheitsdezernent der Stadt Duisburg hat derweil eine erste Stellungnahme abgegeben, deren Inhalt ich kurz zusammenzufassen versuche:
Im Wesentlichen hat er behauptet, die Menschen seien von den anwesenden Polizeibeamten immer nur in kleinen Gruppen in den Tunnel gelassen worden - der Tunnel sei also niemals überfüllt gewesen. Und daher könne er sich die Todesfälle nicht erklären. Zwischen den Zeilen war deutlich zu vernehmen, dass es sich um "übermütige Raver" gehandelt haben kann, die möglicherweise durch eigenes Fehlverhalten verunfallt seien (mal vorsichtig gedeutet).
Den Eindruck, dass die Menschen immer nur "häppchenweise" in den Tunnel gelangt sind, konnten die TV-Aufnahmen des WDR jedenfalls nicht belegen. Ich hatte beim Anblick eher das Gefühl, dass das genaue Gegenteil der Fall war.
Und auch seine Mutmaßung, eine Menschenansammlung im Tunnel gegen 17.00 Uhr könne allenfalls durch scharenweise abreisende Raver verursacht sein, halte ich für sehr gewagt. Ansonsten war nämlich unisono zu hören, dass wegen Überfüllung kein Einlass mehr gewährt worden sei. Im Tunnel hätten sich fast ausschließlich diejenigen Personen befunden, die nicht oder nicht schnell genug Einlass zum Veranstaltungsgelände gefunden hätten. Das hätten dann aber nur die wenigen in kleinen Gruppen eingelassenen sein können ... :confused:
Da hätte er mit seinem Statement besser bis morgen gewartet und zuvor noch andere Quellen gesichtet - anstatt sich nur auf die Versicherung der selbstverständlich "Unschuldigen" zu verlassen.
Jedenfalls hat Frau Doktor M. (wurde weiter oben angesprochen) bereits reagiert - auch so etwas ist heute leider keine absolute Selbstverständlichkeit mehr.
Frankie
In wie weit es sinvoll ist in einem Thread bereits kurz nach so einer Tragödie per Ferndiagnose irgendwelche "Schuldfragen" klären zu wollen sei mal dahingestellt, ich persönlich halte ich es für eher bedenklich.
Da mich die Loveparade ansonsten überhaupt nicht interessiert und ich bis eben auch komplett ohne TV oder Internet gewesen bin habe ich von dem Vorfall erst vor 10 Minuten erfahren.
Und leider erkenne ich hier ein Muster welches sich leider in der jüngsten Vergangenheit immer mehr im Rahmen der Berichterstattung in den Medien abzeichnet:
Der Moment der Katastrophe wird entweder medial vollkommen ausgeschlachtet, siehe N-TV oder komplett ignoriert (siehe diverse andere Sender). Daneben fallen die "Aufmerksamkeitsdefizitgorillas" die bei Interviews von Augenzeugen (die zwar nicht wirklich dabei waren oder den Vorfall auch nur von Ferne gesehen haben aber trotzdem vor die Kamera gezerrt werden) im Hintergrund der Kamera rumgrölen oder erhobene Daumen zeigen.
Und in 2 Wochen? Wird dieser Vorfall schon wieder ins mediale Abseits gerückt sein und außer den Betroffenen und den Angehörigen wird keiner mehr darüber reden. Bei der nächsten Loveparade gibt es dann eine obligatorische Schweigeminute und danach heißt es wieder "Show must go on".
Von daher wäre es einfach mal angebracht sämtliche Emotionen ein wenig zurück zu fahren und das ganze erstmal etwas sacken zu lassen. Das sensationsheischende Getue kann man gern den Medien überlassen, manchmal
ist allen am meisten geholfen wenn man so einem Vorfall einfach mal mit Stille begegnet.
Das ist in gewisser Weise richtig - aber in einer eher ruhig verlaufenden Diskussion über die Ursachen des Vorfalls sehe ich die durchaus als gewahrt.
Wir werden aber erleben, dass in den nächsten Tagen Freunde, Eltern und Geschwister oder sonst greifbare Angehörige der Getöteten Teilnehmer vor die Kamera gezerrt werden. Zumindest aber wird das mit Nachdruck versucht werden. Und so etwas geht in meinen Augen wirklich zu weit. Da kann man nur hoffen, dass die Angehörigen standhaft bleiben.
Frankie
Sicherlich, wird die Schuldfrage ganz korrekt in vier Jahren mit dem letzten Gutachterbericht oder Gerichtsverfahren geklärt werden. Dann ist es aber nicht mehr so aktuell und die Leute können sich nicht schon vorher Gedanken machen, wie man solche Situationen verhindern oder verbessern könnte.
Es sind bereits 18 Tote zu beklagen.
Folgende Ausage von Zeugen, finde ich schon bedenklich:
(Quelle dpa, spiegelonline)
"Wir sind danach durch den Tunnel zurück. Meine Freundin und ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren, um noch wegzukommen. (...) Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt, dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird." Passiert sei erst einmal nichts. "Das war etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Unglück gewesen. Da waren aber schon Leute reihenweise zusammengeklappt."
oder
"Auf mir lagen noch zwei Menschen." Teilweise seien fünf bis sechs Personen übereinandergeschoben worden.
oder
"Ich hab nur gesehen, dass ich mit meiner Freundin oben bleibe, weil ich wusste: Wenn ich einmal am Boden liege, dann werden die Leute über uns drüber trampeln. Dann sind wir alle umgefallen, ich halb mit runter, meine Beine waren beide eingequetscht." Als er die Polizisten gewarnt habe, habe er gehört: "Willst Du das hier organisieren?"
Also sind Leute umgefallen und andere da dann einfach rübergetreten.
Laut Polizei sei der Auslöser der Panik an sich gewesen, dass einige Leute die Absperrung durchbrachen und auf den Masten oder der Nottreppe hochgeklettert seien und dabei 9 Meter in die Tiefe auf die Menschenmasse darunter zu Tode gestürzt seien. Auch von Massenschlägereien am Ausgang war nach Zeugen die Rede.
ZitatOriginal geschrieben von Coltan
Mal abwarten was Frau Dr. Merkel dazu sagt.
Hat sie doch schon (vgl. einen meiner vorstehenden Beiträge).
Diese umgehende und für's erste auch angemessene Reaktion ändert zwar nicht das geringste an der Situation selbst, bezeugt aber eine Aufmerksamkeit und Sensibilität für die Belange der Bürger, die vielen der in der Politik tätigen leider abhanden gekommen ist.
Auch die Ministerpräsidentin des Landes und der Innenminister haben bereits öffentlich ihr Bedauern zum Ausdruck gebracht und versichert, dass man die Angelegenheit "rückhaltlos aufklären" und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen werde ... ![]()
Die Reaktion der Kanzlerin war für meine Einschätzung deutlich feinfühliger.
Aber gut - warten wir ab, ob den frommen Worten der Vertreter der Landesregieung auch Taten folgen.
Frankie
qwqw:
Diese Schilderungen widersprechen aber deutlich der Stellungnahme des Sicherheitsdezerneten der Stadt, nach der die Polizei immer nur kleine Gruppen in den Tunnel habe nachrücken lassen und keineswegs ein Gedränge im Tunnel gewesen sei.
Irgendwer lücht dann wohl ...
ZitatOriginal geschrieben von frank_aus_wedau ... Universität Duisburg ... Massenpanik ... Uni-Projekt
Und hier eine BILD-Meldung:
Prof. Dr. Michael Schreckenbergs, Uni Duisburg-Essen (Analyse von Menschenmengen in Panik)
Stellungnahme,
siehe: http://wap.bild.de/newsticker.do?id=25699416&type=
Hmm ... merkwürdig.
Nur im wap-Link scheint was von Prof. Schreckenberg zu stehen ... wenn ich den Link mit dem PC anklicke und ins www gelange, ist leider nichts zu finden.
Wenn Prof. Schreckenberg sich geäußert haben sollte, ist aber unschwer vorstellbar, in welche Richtung diese Äußerung geht. Wenn jeder Dritte von der Straße das schon mit bloßem Auge sieht, steht zu befürchten, dass der Fachmann knapp einem Herzanfall entgeht, wenn ihm die Umstände bekannt werden.
Nur Polizei und Stadt Duisburg haben das nicht gesehen und Mitglieder wie autares finden das noch gut so. :mad:
Hätte man Prof. Schreckenberg vor der Veranstaltung befragt, wären ganz sicher keine Toten und Verletzten zu beklagen gewesen. Dann hätte die Veranstaltung dort bestimmt nicht stattgefunden.
Wie ich das Verwaltungshandeln im ganz allgemeinen kennengelernt habe, bemüht man sich häufig regelrecht, vor einer zu treffenden Entscheidung solchen fachkundigen "Spielverderbern" gar nicht erst über den Weg zu laufen, geschweige denn, sie um Rat zu fragen.
Frankie
Edit:
Au weia ... jetzt hab ich's gefunden. Prof. Schreckenberg verteidigt wohl sein Sicherheitskonzept, an dem er selbst beteiligt war.
Man sagt ja, der Übergang vom Genie zum Wahnsinn sei fließend ... und hier scheint er nicht einmal viskos gewesen zu sein.
Ich muss gestehen: Hätte mir bei Entscheidung über die Veranstaltung ein positives Gutachten von ihm vorgelegen, wäre möglicherweise auch ich schwach geworden ... ich kann es gar nicht fassen, dass er an der Planung des Desasters beteiligt gewesen sein soll ... :confused:
ZitatOriginal geschrieben von ChickenHawk
In wie weit es sinvoll ist in einem Thread bereits kurz nach so einer Tragödie per Ferndiagnose irgendwelche "Schuldfragen" klären zu wollen sei mal dahingestellt, ich persönlich halte ich es für eher bedenklich.
Nicht nur Du ... Ich finde dieser Besserwissertum, welches sich nachher auftut, einfach bedrückend.
Ich selbst war glücklicherweise nicht dort und habe auch keine Verluste in Bekannenkreis zu beklagen. Aber Dinge, die sich da abgespielt, kenne ich nicht nur als den Medienberichten. Es wird niemanden gerecht, wenn jetzt die "ich hab's doch schon immer Gewust" Fraktion große Reden schwingt. Gottlob wird diese nur durch "sehr wenige" Personen vertreten. Und ich hoffe, das bleibt so.
Mehr werde ich dazu nicht sagen als noch einen abschiessenden Gedanke: Die Betroffenen, die Angehörigen und nicht zuletzt den Helfen dort haben teilweise unglaubliches Erlebt. Daran werden jeder einzelne wohl mehr zu schaffen haben, als die schlimmsten Konsequenzen für einen der mutmaßlich Verantwortlichen aussehen mögen.
Daher sollte es - verdammt noch mal - anderes geben, als jetzt schon einer bitter notwendigen Aufklärung in diesem Forum vorzugreifen.
Frank: Danke für die aufbauenden Worte ggü. den Kollegen der Polizei. Die werden sie Dir sicherlich nie vergessen dein Einfühlungsvermögen. Ja, ich wiess. Das wirst Du wieder anders sehen. Aber ist mir dann auch egal.
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