Massenpanik auf der Loveparade 2010 in Duisburg, Tote und Verletzte.

  • Zitat

    Original geschrieben von qwqw
    Manche haben ja gefragt, was das Thema im Telefon-Treff-Forum zu suchen hätte:


    Als einer der Gründe für die Katastrophe wurde ein Ausfall der Kommunikation in Spiegel online erwähnt. Die Polizeifunkgeräte seien so alt, dass sie meist schlecht funktionieren und man oft im Funkschatten steht. Jedenfalls sei die Kommunikation zwischen den Einheiten (vor und hinter dem Eingang z.B.) schwierig und zeitweise nicht möglich gewesen. Meist haben die Polizisten wegen der schlechten Funkgeräte deshalb auch private Handys mit dabei. Als dann aber auch die Handynetze ausfielen sei gar keine Kommunikation mehr zwischen den wichtigsten Einheiten möglich gewesen. Der Ausfall der Handynetze als Ursache der Katastrophe- mal eine ganz neue Interpretation...


    Der Absatz über die veralteten Funkgeräte der Polizei wurde aus einem alten SPON-Artikel von vor einem Jahr eins zu eins kopiert. In dem Artikel ging es um die verzögerte Einführung des neuen Digitalfunks.
    Die Aussage des Redakteurs, dass der Funkverkehr der Polizei auf der Loveparade 2010 auf Grund der alten Technik gestört gewesen sei ist bislang ziemlich haltlos und eine Wiederverwurstung eines über ein Jahr alten Artikels.

  • Die Zahl der Todesopfer ist auf 21 gestiegen. Quelle: Rp-online.de

    Auch ein Traumjob berechtigt nicht zum Schlaf am Arbeitsplatz.

  • Zitat

    Original geschrieben von Erik Meijer
    Die Zahl der Todesopfer ist auf 21 gestiegen. Quelle: Rp-online.de


    Komisch, gestern schrieben sie noch: "Kein Verletzter mehr in Lebensgefahr.".
    Man weiß einfach nicht mehr was man glauben kann und soll.
    Habe in der Uni mit einigen Leuten gesprochen die zu dem Zeitpunkt im Tunnel und teilweise sogar an dem Aufgang zur Rampe waren. Die sind immer noch schwerst traumatisiert. Denen sieht man in die Augen und kann nur erahnen wie es innen aussieht. :(


    -Andi-

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  • Zitat

    Original geschrieben von mazak
    Wundert mich das temporär keine Extra Mobilfunkmasten aufgebaut wurden (gibst so was überhaupt?).


    klar gibts die, aber ich behaupte mal wegen einer Veranstalltung die ein paar Stunden dauert baut niemand eine mobile BTS auf, denke mal die Integration von so einem Teil wird sehr viel Arbeit machen, man muß ja alles auf die Nachbar-Zellen anpassen.


    auf Volksfesten findet man öfter solche Teile, aber die Volksfeste gehen ja auch ein paar Tage und sind jedes Jahr, auf der Loveparade in Berlin gab es die angeblich auch, aber die Plätze dort werden öfters für solche Veranstalltungen genutzt, also man kann da sicher auf alte Konfigurationen zurückgreifen...


    Aber kann auch gut sein dass die in Duisburg ein paar zusätzliche Zellen aktiviert haben oder eben überall im Umkreis Halfrate eingeschaltet haben. Aber trotz allem, es ist technisch ( ok, mit 100 Picozellen evtl... )und wirtschaftlich unmöglich dass so viele Leute gleichzeitig mobil telefonieren können.

  • Zitat

    Original geschrieben von Andreas Böhm
    Habe in der Uni mit einigen Leuten gesprochen die zu dem Zeitpunkt im Tunnel und teilweise sogar an dem Aufgang zur Rampe waren. Die sind immer noch schwerst traumatisiert.


    Ich kenne einen leitenden Psychologen aus einem Critical Incident Stress Management (CISM)-Team, der am Samstagabend zur Einsatzkräfte-Betreuung eingesetzt war. Er berichtet dasselbe von Sanitätern, die er betreut hat.


    Viele von denen sind nicht tagtäglich im Rettungsdienst unterwegs und entsprechend "nahkampferfahren", sondern Ehrenamtliche , die sich in ihrer Freizeit engagieren. Die haben zwar eine Sanitäter-Ausbildung und die Einheiten gehören offiziell zum Katastrophenschutz, aber wirklich vorbereitet auf eine echte Katastrophe sind die Leute naturgemäß nicht. Das kann man ihnen nicht vorwerfen, die machen einen guten Job wenn es gilt Erschöpfte und Betrunkene zu betüddeln, umgeknickte Füße oder Leute, die in Glasscherben gelatscht sind, zu versorgen. Aber wenn es wirklich dicke kommt sind die weder fachlich noch mental vorbereitet. Wie sollen sie darauf auch vorbereitet sein, das geht gar nicht und ist deswegen kein Fehler.


    Anstatt in einem Sanitätszelt harmlosere Verletzungen zu versorgen standen manche von ihnen plötzlich - unter eigener Bedrohung - mitten im Hexenkessel und hatten mehrere Reanimationen "am Hals". Man kann sich deren Panik und Überforderung, gepaart mit der Sorge um die eigene Sicherheit, ausmalen... Viele Details, die nicht in die Öffentlichkeit gehören, aber sehr deutlich machen wie sehr und warum auch diese Leute schwerst traumatisiert sind.


    In besonderen Einsatzlagen kommt es immer mal vor, dass Einsatzkräfte unter dem Eindruck des Ereignisses stehen und betreut werden. Meistens kann man die Leute auch erkennbar schnell "runterholen" und hat den Eindruck, die werden klar kommen. In Duisburg zeigte sich aber sofort, dass da einige schwerst traumatisiert sind, die nicht in Kürze zur Tagesordnung übergehen werden...

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • Also aus meiner Sicht haben sich einige Teilnehmer , die Sicherheitskräfte des Veranstalters und die Stadt Duisburg was die Genehmigung angeht falsch verhalten.


    Die Sicherheitskräfte vor dem Tor sollten noch nicht mal ein Funkgerät haben. Da kommen mir echt die Tränen.
    :(:(


    Und wenn die Polizei eine Blockade vor den Teilnehmern aufbaut und dann von einigen Idioten mit Flaschen beworfen und angeschubst wird, dann hab ich auch kein Verständis dafür. Dann war wohl die Blockade nicht mehr zu halten und die Menschen haben von hinten geschoben und gedrückt, und vorne haben sie sich an der Treppe niedergetrampelt.


    Ich selbst hab auch schon diverse Sanitätswachen hinter mir. Aber gleich so viele Menschen zu reanimieren, das würde mich selbst überforden. Hätten die dort nur Rettungsdienst während des ganzen Tages eingesetzt, wäre wohl der Veranstalter mit der Kasse ins Ausland geflüchtet.

  • Der Sanitätsdienst hat sehr gut gearbeitet, nur hat es angesichts der drangvollen Enge Ewigkeiten gedauert bis die an den Patienten dran waren. Da hätte auch der beste Rettungsdienst nichts positiver machen können.


    Dass unter - zu erwartenden - 1,5 Millionen Besuchern nicht nur disziplinierte Leute sind muss man als Veranstalter fest einplanen. Die Loveparade steht auch für durch Musik aufgeputschte Menschen, Alkohol und Drogen. Dass es da irgendwann irgendwo Pöbeleien, Aggressionen, Enge usw. geben wird ist zwangsläufig.


    Natürlich ist das immer ein Fehlverhalten Einzelner. Aber ein Veranstalter, der bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung nicht berücksichtigt, dass das garantiert irgendwo passieren wird, vernachlässigt sträflich seine Fürsorgepflicht.

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

  • @all die fragen wieso das Handynetz nicht funktionierte


    Ich hatte heute einen Auffrischungskurs beim DRK in Sachen Erste Hilfe. Während des Seminars wo es auch um Panik usw. ging und um den Vorfall bei der Loveparade (was ich übrigens sehr sehr traurig finde), teilte uns ein Mitarbeiter mit, dass am 24.07.2010 gegen 20:45 Uhr die Netzbetreiber nach einem TK Paragraphen (irgendwas mit Verordnung 4 Absatz 1....) die Bevorrechtigung im Katastrophenfall aktiviert hatten. Es wurden mehrere BTSen im Umkreis vom Veranstaltungsort aber auch darüber hinaus in der Prio geändert um Polizei, Rettungskräften und Katastrophenschutz und weitere Behörden, die Kommunikation zu ermöglichen.


    Dementsprechend ist es für Private Teilnehmer kaum bis gar nicht möglich gewesen Private Anschlüsse zu erreichen lediglich der Notruf musst erreichbar bleiben (was die Verordnung auch vorschreibt) Es kam somit nicht unbedingt zu einer Überlastung sondern eher zu einer Art Zugangsverweigerung im Netz. Gerade bei solch einer Katastrophe ein sehr guter Paragraph.


    Am Tage der Katastrophe wurde bei N-TV die Vermutung auch laut das die Betreiber das Handynetz für Zivile Zwecke evtl. abgeschaltet haben.

    Sind wir nicht alle ein wenig verstrahlt:-)

  • In NRW hat man am Samstagabend tatsächlich "den größtmöglichen roten Knopf gedrückt", d. h. man hat bis zur letzten Reserve ALLES in Bewegung gesetzt, was aktiviert werden kann. Genauso würde man alarmieren wenn ein Atomkrieg ausbricht...

    Ich dachte immer es sei technisch unmöglich mit jemandem Sex zu haben, der Dörte heißt...

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