Tut mir leid...da ist was beim Posten schief gelaufen :confused:
Einheitlicher Mehrwertsteuersatz? Pro/Kontra?
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Stimmt..."Essen gehen" war Blödsinn...wenn man`s MITNIMMT ist es ermäßigt. Dieser Blödsinn sollte an der Stelle auch gekippt werden - Sprich: Gastronomie IMMER 19%.
Zu den Babyartikeln: Ich kann nicht abschätzen, wie sehr das zu kompliziert wird. Aber wenn es sich lohnt etwas zu "subventionieren", dann ist das unser Nachwuchs. Und aus Kostengründen wird sich kein Erwachsener mit Babyseife eindecken - eher im Gegenteil.ZitatErmäßigter Mehrwertsteuersatz weg und allgemeiner entsprechend abgesenkt. Ansonsten kann man es vergessen.
Der Bundeshaushalt würde auch eine Beibehaltung des normalen Satzes vertragen können. -
Das müßte eben von einer unabhängigen Expertenkommission berechnet werden, wie hoch ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz der aufkommensneutral ist sein müßte. Möglich wäre das, man muß es allerdings auch ehrlich wollen und nicht dadurch eine verdeckte Steuererhöhung erreichen wollen.
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Zitat
Original geschrieben von ingo74
...in dem zusammenhang weise ich immer wieder gerne auf bismarks sektssteuer zum bau der kriegsmarine hin die immer noch erhoben wird
Ich hoffe, dass Du beim nächsten mal, wenn Du darauf hinweisen möchtest bedenkst, dass eine Steuer eine Geldleistung ohne Anspruch auf Gegenleistung und Zweckbindung ist. Ganz im Gegensatz zu einer Gebühr. Aber das wusstest Du sicherlich
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Zitat
Original geschrieben von PhilipK-Obh
Ich hoffe, dass Du beim nächsten mal, wenn Du darauf hinweisen möchtest bedenkst, dass eine Steuer eine Geldleistung ohne Anspruch auf Gegenleistung und Zweckbindung ist. Ganz im Gegensatz zu einer Gebühr. Aber das wusstest Du sicherlich
prima das du uns aufgeklärt hast :top:
hier ein focus-artikel zu ddem thema und der persönliche sektsteuerrechner (wenn wir schon grad dabei sind ;):
http://www.focus.de/finanzen/s…sektsteuer_aid_27280.html -
bernbayer: Ich glaube, es ist nicht ganz deutlich geworden, was ich meine. Ich würde dafür plädieren, dass es bei den 19% bleibt und die "7%-Subventionen" wegfallen - womit deutlich mehr Geld in die Kassen gespült würde. Die Sachen, die dann teurer würden, werden die Leute so oder so kaufen. Niemand wird auf das Theater verzichten, weil es statt 20€ nun 22€ kosten würde. Auch schafft niemand seinen Hamster ab, weil das Futter nun rund 10% mehr kostet. Eine Konsumbremse sehe ich an der Stelle nicht.
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Der "neue" Mehrwertsteuersatz würde wahrscheinlich nicht bei 19% liegen. In der Schweiz liegt der normale Mehrwertsteuersatz bei 7,6% und der ermässigte Satz bei 2,4 %. Im Konzept für den Einheitssatz ist 6,5% vorgesehen.
Auf der Suche nach weiteren Informationen ob so ein Einheitssatz schon für Deutschland vorgesehen war, habe ich folgendes gefunden, was ich interessant fand:
ZitatFür die Länder der Europäischen Union gilt dabei eine gemeinsame Mehrwertsteuerrichtlinie. Sie schreibt unter anderem die Höhe der Steuersätze vor: Der Normalsteuersatz muss mindestens 15 Prozent betragen. Zusätzlich darf jeder Mitgliedsstaat einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz von mindestens fünf Prozent anwenden. Quelle
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Zitat
Original geschrieben von Bino-Man
Die Sachen, die dann teurer würden, werden die Leute so oder so kaufen.
Die Sachen, die dann teurer würden, braucht Mensch zum Überleben. Im Gegenzug müssten Gehälter und ALG2 erhöht werden, damit man sich Nahrung überhaupt leisten kann. -
Zitat
Original geschrieben von Falco007
Ich finde es verückt das z.B. Hundefutter mit 7 % besteuert wird und Arzneimittel mit 19 % und mit der Vereinheitlichung der Sätze auf 19% ,gekoppelt mit erhöhung der Grundfreibetrag für die Einkommenssteuer werden wir draufzahlen, die(Politiker) würden es schon so hindrehen.

Medikamente / Arzneimittel werden anderstwo Steuerfrei verkauft !
Lieber Falco,m.E. widersprichst Du Dir selbst.
Während Du im ersten Absatz noch eine Vereinheitlichung auf 19% für alle Waren und Dienstleistungen forderst, mahnst Du im zweiten gleich eine Ausnahme für Medikamente an (wenn in meinen Augen auch berechtigt).

Letztlich haben wir drei Mehrwertsteuersätze. Neben den mit 7% und 19% besteuerten Waren und Dienstleistungen gibt eine kleine Gruppe, auf die rein rechnerisch ein Satz von 0% gilt. Darunter fallen u.a. Arzthonorare, soweit sie medizinisch notwendig sind. Plastische OPs fallen in der Regel nicht darunter, beim IGEL wird diskutiert.
Auch Leistungen die von Pflegediensten erbracht werden, sind nicht umsatzsteuerpflichtig. Das führt unter anderem in der Praxis zu dem Ergebnis, das für die "Putze" vom Reinigungsdienst Mehrwertsteuer abzuführen ist, für die gleichen von der Mitarbeiterin eines Pflegedienstes im Rahmen der hauswirtschaftlichen Versorgung ausgeübten Reinigungs- und sonstigen Hilfeleistungen aber nicht.
Am letzteren Fall zeigt sich m.E. überdeutlich, dass jede Ausnahme (und sei sie noch so berechtigt) manch abstruse "Nebenwirkung" hat, die man öffentlichkeitswirksam durch den Kakao ziehen kann (und allein auf diesem Niveau bewegt sich die gegenwärtige politische Diskussion).
Lasst Euch doch nicht im Rahmen von scheinbar unsinnigen Einzelfallregelungen zum Verteufeln des ganzen Systems anheizen. Hundefutter fiel früher in den Kreis der begünstigten Waren, weil zu dieser Zeit Hunde weniger als Luxus, denn als Nutztier im Rahmen zumeist landwirtschaftlicher Betriebe gehalten wurden.
Wenn millionenschwere Sportpferde zum ermäßigten Satz gehandelt werden, liegt dies daran, dass sie durch die (in der Regel ja befristete) Nutzung im Sport ihren grundsätzlichen Charakter als Lebensmittel nicht verlieren und wahrscheilich auf irgendeinem Teller (oder in einer Wurst) landen werden. Als Pferdesteak etwa ein Genuss. :p
Dass auch notwendige Ausnahmen von der Regel immer auch kuriose Einzelfälle zur Folge haben, darf man doch nicht als Grundlage einer ernsthaften Diskussion nehmen.
Mit solchen Argumenten redet man jede gesetzliche Regelung in Grund und Boden. Und wenn die Regierung dann gedrängt wird, Ausnahmen von den Ausnahmen und letztendlich Ausnahmeausnahme zu regeln wirft man ihr später ein unübersehbares Regelungsdickicht vor.
Die Mehrwertsteuerdiskussion dient mithin allein dem Zweck der politischen Stimmungsmache, für die man grundsätzlich jede gesetzliche Regelung missbrauchen kann, um den Bürger von einem gerade unangenehmen Thema (aktuell Hartz IV) abzulenken.
Auch diesen Gesichtspunkt sollte man im Rahmen der Diskussion nicht außer Acht lassen.
Frankie
Erg.:
Ach ja ... bei den Ausnahmen von der Umsatzsteuer darf man auch folgende Posten nicht vergessen:Löhne und Gehälter, Wohrnaummieten und sonstige Ausnahmen, die wir unwidersprochen selbst ständig in Anspruch nehmen, über die in der Praxis aber niemand nachdenkt, weil man sie als selbstverständlich hinnimmt. Ich möchte mal den hören, der auf seine Wohnraummiete plötzlich 19% Umsatzsteuer zahlen soll (wie dies bei Gewerberaum oder sonstigen Mietobjekten der Fall ist).
Wer hier also eine Umsatzsteuer ohne Ausnahmen fordert, sollte diese Dinge unbedingt mit einkalkulieren und seine Einstellung dann noch einmal überdenken.
Und wer dann sagt: "Ja, aber in diesen Fällen ..." landet genau wieder da wo wir jetzt sind:
Bei der Diskussion darüber, welchen Sinn die eine oder andere Ausnahme hat und welche unerwünschten Folgen sich ergeben, die man bei sich bietender Gelegenheit plakativ nutzen kann.
OT:
Kommt ein Geier in den Metzgerladen:
Geier: "Haben Sie noch Gammelfleisch?"
Metzger: "Oh, tut mir wirklich Leid - alles schon in der Wurst ..." -
Zitat
Original geschrieben von archie83
Die Sachen, die dann teurer würden, braucht Mensch zum Überleben. Im Gegenzug müssten Gehälter und ALG2 erhöht werden, damit man sich Nahrung überhaupt leisten kann.
In diesem Fall wäre es ja rechte Tasche, linke Tasche. Der Staat zahlt das ALG2 und er kassiert die höhere MwSt.
Die Abschaffung des ermässigten Satzes würde zu einer Preiserhöhung von ca. 11% führen für die betroffenen Güter führen. Möglich wäre ja auch eine schrittweise Anpassung: von 7%/19% auf 10%/18% dann 13%/17% um später bei 16% zu landen.
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