Einheitlicher Mehrwertsteuersatz? Pro/Kontra?

  • Zitat

    Original geschrieben von Bino-Man
    Da bin ich voll bei dir und habe mich deswegen auch direkt am Start des Threads gegen eine Erhöhung auf Lebensmittel ausgesprochen. Ich brauche keinen Einheitssatz, sondern bin für die Abschaffung von Luxus-Subventionierungen.


    Einige Länder haben ja auch eine "Luxus-Steuer", wäre das auch ein Modell für Deutschland? Und was würde darunter fallen?

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    HR4 (konvertierte 2019 nach 8 1/2 Jahren von Android zu iOS)  iPhone 12 Pro  Apple Watch Series 8 45mm GPS + LTE  MacBook Air M2 

  • Zitat

    Original geschrieben von Bino-Man
    sondern bin für die Abschaffung von Luxus-Subventionierungen.


    Aber definiere mal sauber, wo Standard aufhört, und der Luxus anfängt.


    Willst du der 82jährigen Oma ihre Katze streitig machen, weil sie das Futter nicht mehr zahlen kann?


    Natürlich ist so ziemlich jeder dabei, wenn es um das Thema Luxus geht. Die Schwierigkeit ist dabei einfach den Luxus klar zu definieren. 7 mal in der Woche Fleisch essen, ist purer Luxus (könnte man jetzt sagen).


    Das gesamte deutsche Steuersystem ist leider ein solcher Flickenteppich, und wenn Du hier ein Loch stopfst, reist an anderer Stelle ein neues auf.


    Tatsache ist nun mal, dass der Mittelstand (und natürlich darunter) entlastet werden muß. Mit der Abschaffung der 7% trifft man aber in der Hauptsache wieder die falschen.


    Man könnte es ja dann wieder weiter treiben, und sagen, das Luxusgüter extra besteuert werden müssten. Aber da ist man in der selben Falle, denn ist ein besserer LCD Fernseher schon ein Luxus gut, wo es ein normaler preiswerter doch auch tut?


    Das in Deutschland viel zu viel subventioniert wird, steht ausser Frage. Ob man aber wieder mal da ansetzt, wo es vielen Leuten direkt so richtig weh tut, kann ich nicht nachvollziehen.

    "Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben."

  • Das deutsche Steuerrecht soll ja das komplizierteste der Welt sein. Naja, das bringt zumindest Arbeitsplätze für Steuerbeamte. :D

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Das deutsche Steuerrecht soll ja das komplizierteste der Welt sein. Naja, das bringt zumindest Arbeitsplätze für Steuerbeamte. :D


    nicht zu vergessen die Heerscharen von Steuerberatern ;)

  • aus diesen gründen wird es auch nie einfacher werden. Selbst wenn mal etwas vereinfacht wird, gibt es im selben moment nen neuen Schwachsinn (wie z.B. 7% Steuer auf Hotelübernachtungen)


    Ich würde den ermäßigten Steuersatz komplett abschaffen oder endlich mal auf 10-12% anheben, das würde endlich mal wieder Geld in die leeren Staatskassen spülen. Ich glaube kaum, dass sich dies wirklich negativ auf den Konsum auswirken wird. Und verhungern muss ja auch keiner, gibt ja jetzt 5 € mehr im Monat... :top:

  • Zitat

    Original geschrieben von Hightower2004
    Einige Länder haben ja auch eine "Luxus-Steuer", wäre das auch ein Modell für Deutschland? Und was würde darunter fallen?


    hmm...damit habe ich mich noch nicht so recht auseinander gesetzt.


    Zitat

    Aber definiere mal sauber, wo Standard aufhört, und der Luxus anfängt


    Im Grunde fängt Luxus dann an, wenn wir uns Dinge leisten, die wir eigentlich gar nicht benötigten. Aber es ist schwierig, das wirklich fest zu definieren und bietet sicherlich Duslussionspotential: Was benötigt man in einer Gesellschaft wirklich?


    Zitat

    Willst du der 82jährigen Oma ihre Katze streitig machen, weil sie das Futter nicht mehr zahlen kann?


    Weil das Futter normal besteuert wird? Wem das das Genick bricht, sollte sich lieber erst gar kein Tier anschaffen. Wenn man aber sagt, dass Katzen/Haustiere in unserer Gesellschaft zu den Grundbedürfnissen zählen, dann müssten auch Katzenspielzeug, Streu und ich weiß nicht was ermäßigt werden.
    Zudem machte ja auch niemand den Eltern ihre Kinder "streitig", weil die Windeln mit 19% besteuert werden.


    Aber wie heißt es so schön: Ein Steuersystem ist einfach oder gerecht. Härtefälle wird es leider immer geben.

  • Zitat

    Original geschrieben von HansFranz123
    aus diesen gründen wird es auch nie einfacher werden. Selbst wenn mal etwas vereinfacht wird, gibt es im selben moment nen neuen Schwachsinn (wie z.B. 7% Steuer auf Hotelübernachtungen)


    Ich würde den ermäßigten Steuersatz komplett abschaffen oder endlich mal auf 10-12% anheben, das würde endlich mal wieder Geld in die leeren Staatskassen spülen. Ich glaube kaum, dass sich dies wirklich negativ auf den Konsum auswirken wird. Und verhungern muss ja auch keiner, gibt ja jetzt 5 € mehr im Monat... :top:


    Na klar, Bildungsgutscheine sollen ja auch noch kommen, dann führen wir halt für alle Bedürftigen, (auch Banker) wieder Lebensmittelmarken ein. Irgendwie geht das doch immer. :D

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Was benötigt man in einer Gesellschaft wirklich?


    Kann ich dir sagen:


    Autos, Urlaub, Fleischkonsum, Fernseher, Internet, Taxis, Hotels, Flugreisen, Mineralwasser...


    Es gibt Leute, die ohne auskommen, also benötigt man es nicht. So einfach geht das. Alles andere ist letztlich immer eine normative Fragestellung, bei denen sich meist eben verschiedene Interessen gegenüberstehen, auch wenn das niemand sagt und so tut, als wäre die "Luxushotelübernachtung" von Natur aus in einer ganz anderen Kategorie als die Jugendherberge.


    Ist ja nix schlimmes, wenn man sich nur dessen bewusst ist...

  • Nun ja ... einige Formen der Luxussteuer haben wir ja schon/noch.


    So hat insbesondere die Hundesteuer historisch gesehen den Charakter einer Luxussteuer. Für Schutzhunde wird sie nicht erhoben und ich denke, dass es noch weitere Ausnahmetatbestände im Rahmen einer notwendigen Hundehaltung gibt (die eben nicht reiner Luxus ist).


    Bis vor kurzem hatten wir die Leuchtmittelsteuer, die eingeführt wurde, als elektrische Glühbirnen die Wohnhäuser der Betuchten erleuchteten.


    Die Sektsteuer (die sinnigerweise auf Prosecco und andere Schaumweine wegen des geringeren Drucks in der Flasche nicht erhoben wird), gibt es m.W. noch.


    Bei der Kaffeesteuer bin ich mir nicht sicher und ich könnte noch ein gutes Dutzend nennen, die es zumindest bis vor ein paar Jahren gegeben hat (Salzsteuer etc. - war in der Vergangenheit alles mal Luxus).


    Ich hoffe, ein Problem der Luxussteuer leuchtet bei dieser Schilderung schon jedem ein - der sich wandelnde Zeitgeist definiert den Begriff "Luxus" ständig neu.


    Zudem war die Einziehung mancher nur selten zu erhebender Luxussteuer teuer als der gesamte Betrag der eingezogenen Steuern.


    Persönlich halte ich rein gar nichts von solchen Sondersteuern. Auch die in Köln nunmehr erhobene "Bettensteuer" finde ich zum k... . Damit beginnt wieder die Kleinstaaterei. Bald werden wieder Stadtmauern errichtet und die Schergen der Stadtoberen plündern die Kasse der Durchreisenden. :p


    M.E. müssten solche Steuern sofort abgeschafft werden - angefangen mit den von Kommunen zu erhebenden. Der letzte Witz ist die Gewerbesteuer, deren Messgröße halbwegs proportional zur Einkommensteuer ist. Ganz gleich ist sie nicht, denn dann wäre es ja einfach ... und das will offensichlich keiner. Und weil selbst das zu einfach wäre, wird die Gewerbesteuer bei der Einkommensteuer wieder angerechnet. Richtig: Auch nicht einfach so - "einfach" wäre systemwidrig. Die Gewerbesteuer wird nach regional verschiedenen "Hebesätzen" erhoben, deren Höhe dann wieder maßgeblich ist für den Teil ist, der bei der Einkommensteuer wieder angerechnet wird.


    Logisch ... oder?


    Ein dummer Bürger wie ich käme jetzt auf die Idee - wenn überhaupt - auf die Einkommensteuer eine Gewerbeabgabe nach dem Soli-Prinzip hinzuzurechnen und diesen Teil dann an die Kommunen abzuführen.


    Hier sind die Sparpotentiale, über die man sich als Steuerzahler aufregen sollte, weil sie unter dem Strich rein gar nichts bringen, aber mit immensen Kosten verbunden sind, die bei einer gemeinschaftlichen Erhebung durch die Länderfinanzverwaltungen nicht anfielen.


    Ganze Stadtsteuerämter könnten so eingespart werden - mal abgesehen von den Abteilungen die notwendigerweise städtische Abgaben einfordern. Einzig und allein die "Mauscheleien" bei der Gewerbesteuer im Rahmen örtlicher Gewerbeansiedlungen wären bedauerlicherweise nicht mehr möglich.


    Das ist es jedenfalls worüber ich mich aufrege. Und entsprechende Beispiele existieren gleich im Dutzend. :rolleyes:


    Streichorgien im Sozialen sind zudem kein Füllhorn. Hat man erst mal alle fakultiven Ausgaben in diesem Bereich gestrichen (dieser Zustand ist nicht mehr fern), versiegt diese Quelle - und spätestens dann wird man nach anderen Wegen suchen müssen. Warum also nicht gleich?


    Frankie



    Erg.:
    Und nochmal was zur Umsatzsteuer, das dem Otto N. in den seltensten Fällen bekannt ist:


    Im Regelfall wird die Umsatzsteuer fällig, sobald der Unternehmer die Rechnung erstellt und nicht etwa, wenn der Kunde seine Rechnung tatsächlich auch zahlt. Ein Unternehmer der unter mangelnder Zahlungsmoral seiner Kundschaft leidet, ist daher gleich doppelt bestraft. Zum einen fehlt ihm (erst einmal) der gesamte Rechnungsbetrag und die Umsatzsteuer muss er dennoch sofort ans Finanzamt abführen (Ausnahmen können lediglich von kleineren Betrieben in Anspruch genommen werden).


    Gerade diese Regelung ist in meinen Augen eine der größten Unverschämtheiten im Rahmen der Steuererhebung, die leider nie Teil der öffentlichen Debatten werden wird (weil sie keinem politischen Lager nützlich ist).

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Die Sektsteuer (die sinnigerweise auf Prosecco und andere Schaumweine wegen des geringeren Drucks in der Flasche nicht erhoben wird), gibt es m.W. noch.


    Ungeheuer wichtig, und ja, immer noch vorhanden. Immerhin wurde die Eingeführt, um die kaiserliche Kriegsmarine zu finanzieren. Und wo wären wir heute nur ohne? ;)


    Steuern, die einmal eingeführt wurden, werden nicht mehr abgeschaft; höchstens wird das Kind anders benannt.


    Und wenn ich höre, das erste Kommunen mit dem Gedanken spielen, Windkraftanlagen extra zu versteuern, weil sich irgendwelche Nachbarn darüber aufregen, dass sich da was dreht, geht mir schon die Hutkrempe auf. Zumal das Geld dann nicht für irgendwelche Schutzwälle (wegen möglichen Geräuschen, oder so) benutzt wird, sondern ganz normal in den Stadtsäckl fliesst (also die gestörten Anwohner genau NULL davon haben). Na ja, dafür wird ja mal wieder der Atomstrom subventioniert (bzw. durch die Verlängerung Milliarden den Stromkonzernen geschenkt) was dann im Endeffekt ja wieder passt.


    Das Grundproblem ist eben, das keiner in der Regierung, in den Kommunen, etc. bereit ist zu sparen. Es wird zwar von den Bürgern erwartet (und Händeringend alles besteuert, was bei 3 nicht auf dem Baum ist) aber selber wird Geld immer mehr geradezu verbrannt.


    Kein Geld in den Kassen? Kein Problem, dann erhöhen wir die Steuern. Und da wir ja jetzt mehr Geld haben, dafür aber vieles schon an Leistungen gestrichen haben, ist ja zuviel Geld da. Also raus damit. Man kann dann das Geld so schön in Projekte versenken, wie di "Soda" Brücke, das WCCB oder auch Stuttgart 21.


    Und wenn dann wieder Milliarden für nichts verpulvert wurden, und die Kassen noch leerer sind als vorher, dann wird halt wieder das Thema höhere Steuern auf den Tisch gebracht.


    Und hier liegt das ganze Übel. Es muß endlich mal die Bremse gezogen werden. Dann können sich halt die nächsten 10 Jahre keine Architekten noch zu Lebzeiten ein Denkmal setzen, dann werden halt irgendwelche Prachtbauten in den Städten erst mal nicht gebaut, vor allen nicht bei Bauten, wo man erst in 20 Jahren einen Gewinn erwartet, etc. pp.


    Und wenn man nur auf unnötige Dinge, oder sagen wir es anders, Dinge die zum jetzigen Zeitpunkt nicht unbedingt gebraucht werden und ruhig 10 Jahre verschoben werden können, verzichtet würde (und das von der Regierung ab bis zur kleinsten Kuhdorfgemeinde, wo eben kein Parkplatz für den Bürgermeister aus Marmor gebaut wird (kein fiktives Beispiel, gab es wirklich)) könnten Summen in etlichen 3 Stelligen Milliardensummen jährlich gespart werden, und das ohne, das irgendwo wirklich dem Bürger etwas fehlt.


    OK, einige Politiker können sich ggf. nciht darüber Profilieren, aber sorry, dafür habe ich sowieso Null Verständnis.


    Und wir sehen ja langsam, wohin uns dieses Füllhorn System (Steuern kann man ja immer erhöhen) bringt, immer weiter in eine Staatsverschuldung, die niemals mehr abgezahlt werden kann.


    Und Luxussteuer sehe ich dort, wo eben die Leute denen es nicht weh tut (und einige haben ja vor kurzem selber entsprechende Ideen angestoßen) auch mal eben mehr bezahlen. Menschen, denen es jetzt egal ist, ob der 7er BMW jetzt 20.000,- EUR mehr kostet oder nicht.


    Aber wenn eine Luxussteuer schon den Mittelstand trifft, ist was schief gelaufen. Und Sie kommt ja bei vielen Dingen auch bei den H4 Empfängern an, was ja nun mal gar nicht geht. Z.B. Hundesteuer; was ist an einem Hund schon Luxus. Und aus der Sicht eines vielleicht 55 jährigen, unverschuldet in die Situation geratenen "armen Schwein" der ausser seinem Hund vielleicht niemand mehr hat, könnte ich es gar nicht verstehen.


    Und wenn ein Hund ein Luxusgut ist, warum gibt es keine Pferdesteuer?

    "Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben."

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