Einheitlicher Mehrwertsteuersatz? Pro/Kontra?

  • Da hast du recht. Wie heißt es so schön, "klappern gehört zum Geschäft" Was Mietsteigerungen durch Gebäudesanierung anbelangt, darf man natürlich nicht nur die evtl. höhere Kaltmiete sehen, man muß auch berücksichtigen, das dadurch die Heizkosten sinken. OB sich das ausgleicht ist eine andere Frage. Wenn es sich nicht ausgleicht muß man die Frage aufwerfen, ob es überhaupt stimmt, daß eine Wärmedämmung eines Hauses sich wirtschaftlich rechnet, wie sogenannte Experten behaupten? Sind die wirklich immer objektiv oder vertreten sie auch gewisse Interessen?

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    OB sich das ausgleicht ist eine andere Frage. Wenn es sich nicht ausgleicht muß man die Frage aufwerfen, ob es überhaupt stimmt, daß eine Wärmedämmung eines Hauses sich wirtschaftlich rechnet, wie sogenannte Experten behaupten?


    Ich kann mir schon vorstellen, dass sich das rechnet. Der Punkt ist aber, dass der Vermieter die Kaltmiete beim Break-Even-Point natürlich nicht wieder senken wird. Es lohnt sich also hauptsächlich für Eigenheimbesitzer oder Vermieter, die durch den gesteigerten "Wohnkomfort" höhere Kaltmieten fordern können.

    Meine Beiträge können Spuren von Zynismus und Sarkasmus enthalten.

  • Das kommt natürlich auch auf das Alter und den Zustand es Hauses an, wie hoch die Kosten für eine energetische Sanierung sind. Ich kann mir durchaus vorstellen das es Fälle gibt wo sich das nicht bzw. nicht mehr lohnt. Pauschal kann man deshalb nicht sagen, ob es sich lohnt.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Es machen ja schon einflußreiche Intressengruppen mobil gegen einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz. Ich hatte ja hier schon erwähnt das es für Land- und forstwirtschaftliche Betriebe die nicht buchführungspflichtig sind eigenen MWST-Sätze gibt, Umsatzsteuerpauschalierung nennt sich das. Schon protestiert der Deutsche Bauernverband gegen eine mögliche Vereinheitlichung der Sätze, weil das für diese Betriebe ein zu hoher bürokratischer Aufwand wäre mit Buchführung und Vorsteuerabzug. Kann man jetzt wenn man nicht selbst vom Fach ist schwer beurteilen, wie berechtigt solche Einwände sind. Dieses Beispiel verdeutlicht aber doch, wie Lobbygruppen in unserem Staat zum Teil auch sehr erfolgreich Reformen verhindern.


    Wie Recht du doch an der Stelle hattest: N-TV

    Zitat

    Zugleich fürchte Schäuble offenbar massive Widerstände gegen höhere Mehrwertsteuersätze.

  • Ich habe es auch mit Erschrecken gelesen. Für mich ist Schäuble der Grösste Bremser und Blockierer seit er Finanzminister ist.
    Mit seiner Aussage "Das generiert keine Mehreinnahmen". bestätigt er das was ein Journalist mal vor Jahren gesagt hat: "Sobald in der Politik das Wort 'Reform' fällt, denkt der Bürger: 'Was wird jetzt schon wieder teurer?'." (Zitate sinngemäss).
    Man muss nicht reformieren um zu reformieren. Aber Jede Firma ist daran interessiert Prozesse zu vereinfachen und zu verschlanken um Kosten zu sparen ohne dass es Auswirkungen auf die Dienstleistung oder das Produkt hat.
    Und ich denke eine "aufkommensneutrale" Reform der Mehrwert- und Lohnsteuer gewaltige Einsparpotentiale in der Verwaltung bringen würde. Aber soweit denken die Damen und Herren Politiker wohl nicht.
    Ich habe jedenfalls jegliche Hoffnung auf wirkliche Reformen aufgegeben.

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  • Wobei gerade bei Arzneimitteln der Fall doch eh lustig genug ist.


    Verschreibungspflichtige Medikamente werden von den Kassen bezahlt. Die Kassen finanzieren sich über Beiträge und einen größeren Batzen aus dem allgemeinen (Steuer-)Haushalt. Der wiederum aus Steuern. Es ist offensichtlich nicht so, dass die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel irgendwo für ganz andere Zwecke verwendet würden. Der Staat könnte natürlich einfach den Satz senken und bei der Gelegenheit auch den Zuschuss aus Steuermitteln gleich mit. Ergebnis: Null.


    Profitieren von einer Absenkung würden PKV-Kunden, Selbstzahler und in wenigen Fällen auch gesetzlich Versicherte, die ggf. ein paar Cent Zuzahlung sparen.


    Mich wundert, dass gerade die Apotheker hier so laut trommeln. Wenn mich nicht alles täuscht, würden die bei einer Steuerbefreiung oder -satzsenkung ihre Miete und sonstige MwSt-behaftete Geschäftsausgaben nicht mehr voll gegenrechnen können.

  • Zitat

    Original geschrieben von oleR
    Mich wundert, dass gerade die Apotheker hier so laut trommeln. Wenn mich nicht alles täuscht, würden die bei einer Steuerbefreiung oder -satzsenkung ihre Miete und sonstige MwSt-behaftete Geschäftsausgaben nicht mehr voll gegenrechnen können.


    Der Apotheker zahlt ja nicht die Mwst. (Wie Kaufmänner generell nicht) Die Mwst. ist ein "durchlaufender Posten". Eine Absenkung der Mwst. auf Arzneimittel hat direkt keinen Vor- oder Nachteil für die Apotheke. Es geht darum, dass Medikamente kein Luxus sind und für viele Menschen zwingend notwendig, trotzdem aber voll besteuert. Im Gegensatz zu Hundefutter und Zeitschriften.

  • Zitat

    Original geschrieben von Superlug
    Der Apotheker zahlt ja nicht die Mwst. (Wie Kaufmänner generell nicht) Die Mwst. ist ein "durchlaufender Posten". Eine Absenkung der Mwst. auf Arzneimittel hat direkt keinen Vor- oder Nachteil für die Apotheke.


    Nun, möglicherweise läuft das so wie bei den Hotels: Die Mehrwertsteuer wird gesenkt, die Endpreise aber nicht angepasst. D.h. der Hotelier bzw. Apotheker streichen die Differenz ein. Der Apotheker natürlich nur bei den Produkten, die keine Preisbindung haben.

    Zitat

    Original geschrieben von Superlug
    Es geht darum, dass Medikamente kein Luxus sind und für viele Menschen zwingend notwendig, trotzdem aber voll besteuert. Im Gegensatz zu Hundefutter und Zeitschriften.


    Bücher und Zeitschriften zählen zu den Kulturgütern und sind deshalb begünstigt. Hundefutter ist für Hund auch zwingend notwendig.
    Aber diese Diskussion zeigt, dass ein einheitlicher Satz die Sache unheimlich vereinfachen würde.

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