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  • Frank


    Das bedeutet also, daß im Fall MU von einer Auslieferung und einer Verurteilung auszugehen ist?


    Würde mich irgendwie freuen....;)


    MU hatte ja keine US-IP-Blocker, oder?

  • Nein, hatte sie nicht. Zudem auch noch Server auf dem Gebiet der USA.


    Nach dem Territorialprinip sind US-amerikanische Behörden also unter anderem zuständig für eine Strafverfolgung. Wenn KS sich aber in mehreren Ländern strafbar gemacht hat, und man selbst ihn de facto nicht teilen kann (prinzipiell würde es sogar reichen :p ), kann zunächst nur in einem dieser Länder ein Strafverfahren stattfinden. Es obliegt allein der neuseeländischen Justiz, darüber zu befinden.


    Ich halte es fast für sicher, dass gegen ihn ein Strafverfahren stattfinden wird. Wenn nicht in Neuseeland, dann eben in den USA. Insoweit also in Deinem Sinne.


    Eine Verurteilung hielte ich in beiden Ländern für gleich wahrscheinlich, aber auch einen Freispruch schließe ich nicht aus. Im Ermittlungsverfahren werden Vorwürfe erhoben, die sich im Laufe der Verhandlung meist in einem anderen Licht darstellen - möglicherweise auch zuungunsten des Angeklagten, wenn hier weitere Erkenntnisse offenbar werden.


    Mir persönlich ist es prinzipiell egal, wo das Verfahren gegen KS durchgeführt wird. Und ich denke, dass auch Du im Ergebnis nur daran interessiert bist, dass ein Verfahren gegen ihn durchgeführt wird - und davon gehe ich ohnehin aus. Die Frage der Auslieferung betrifft letztlich Feinheiten und hier wird jeder Angeklagte naturgemäß versuchen, ein Verfahren im dem Land zu erhalten, dessen Justiz ihm vertrauenswürdiger erscheint. Da er ohnehin auf Freispruch plädieren wird (davon gehe ich aus), dürfte das zu erwartende Strafmaß die kleinere Rolle spielen.


    Warten wir mal ein bis zwei Monate ab, dann wissen wir vielleicht näheres. Wie ich schon schrieb ... Auslieferungsverfahren sind Angelegenheiten mit vielen Unbekannten. Für sicher halte ich nur, dass die U-Haft daurch nicht unerheblich verlängert werden dürfte.


    Frankie



    Edit:
    Beispielhaft nur eine dieser vielfältigen Unbekannten, die mir gerade einfällt: In Verfahren der Größenordnung wie MU und Beschuldigten wie KS, die ihr Vermögen rund um den Erdball verteilt haben, werden bei Sichtung der beschlagnahmten Unterlagen nicht selten Steuervergehen festgestellt. Sollten sich Steuernachforderungen in nennenswerter Höhe ergeben (auch diese Prüfung nimmt Zeit in Anspruch), könnte Neuseeland ein höchsteigenes Interesse haben, das Verfahren (einschließlich der Steuervergehen) im eigenen Land durchzuführen. Für mich ist in Sachen Auslieferung wirklich nichts vorhersehbar ...

  • Mit dem Argument kommst Du hier nicht weit ... das hatte ich hier schon thematisiert. Solches Vorgehen der Polizei scheint man für den Normalfall zu halten. Dass es der Normalfall ist, möchte ich nicht einmal bestreiten - ob es es denn so sein sollte, vermag ich zu bezweifeln.


    Auch für die Polizei kann derartiges Verhalten nach hinten losgehen:
    In Deutschland gab es in vergleichbarer Situation vor einiger Zeit einen toten Polizeibeamten, den es bei ordnungsgemäßem Vorgehen (§105 StPO) so niemals hätte geben können. Dem "Überfallenen" wurde überhaupt keine Möglichkeit eröffnet zu erkennen, dass es sich um eine gerichtlich angeordnete Ermittlungsmaßnahme handelte - anders als KS verfügte er auch nicht über Außenkameras, die ihm das ermöglicht hätten. Gegen diesen (allerdings nur vermeintlich) kriminellen Übergriff hatte sich der Wohnungsinhaber sich zur Wehr gesetzt, wobei ein Polizeibeamter bedauerlicherweise zu Tode kam. Anstatt die Schuldigen in Reihen derer zu suchen, die diesen Einsatz leiteten, wurde der ganz offensichtlich in Putativnotwehr handelnde Wohnungsinhaber angeklagt. Auch hier kam niemand auf die Idee, das Felverhalten im Vorgehen der den Einsatz leitenden Polizeibeamten zu suchen. Scheinbar ist die Rechtferigung solch gewaltsamen Vorgehens schon von Vielen regelrecht "verinnerlicht" worden. Auch hier im Thread erkenne ich eine gewisse Tendenz.


    Wenn derartige Polizeiarbeit aber überhaupt nicht in Frage gestellt wird, darf man sich nicht wundern, dass auf Seiten der Polizeibeamten nicht mal ein Unrechtsbewusstsein entsteht.


    Frankie

  • Was genau soll denn hier schief gelaufen sein? Dass der Polizist nicht seine Marke gezeigt hat? :confused:


    Und man sollte nicht vergessen, wer hier interviewt wird: Der Sicherheitschef von Dotcom.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    ... wurde der ganz offensichtlich in Putativnotwehr handelnde Wohnungsinhaber angeklagt.


    Wobei man bei solchen schwadronierenden Ausführungen dann mal lieber weglässt, dass es sich bei "Wohungsinhaber" um ein führendes Mitglied der Hells Angels gehandelt hat, es sehr wohl einen Durchuchungsbefehl nach § 105 StPO gegeben hat und wg. Erkenntnissen der Behörden das Schusswaffen im Spiel sind das SEK und keine normalen Streifenpolizisten vor der Tür standen? Sehr schön...


    Davon ab ist es natürlich viel besser dass
    "Der Rocker hatte einen hinter der teilverglasten Haustür seines Hauses stehenden Polizisten erschossen, weil er annahm, es handele sich um ein Mitglied des rivalisierenden Rockerclubs "Bandidos“, von dem er sich bedroht fühlte. " - Hamburger Abendblatt


    Was wäre denn los gewesen wenn der SEK Beamte den Täter durch die geschlossene Tür erschossen hätte weil er sich von der Schusswaffe bedroht gefühlt hätte? Dann wäre wieder ein Aufschrei nach überzogener Polizeigewalt durchs Land geschwappt. Aber offensichtlich kriminelle Vereinigungen mit einem überzogenen Hang zur Gewalt bitte mit Samthandschuhen anfassen...


    Aber das schweift schon wieder komplett vom eigentlichen Thema ab weshalb jegliche weiterführende (und per se eigentlich auch schon sinnlose) Diskussion sich hier erübrigt.


    Und das man selbstverständlich den Ausführungen des Sicherheitschefs von Hr. Schmitz uneingeschränkt Glauben schenken kann versteht sich ja auch von selbst. Welches Motiv sollte er auch haben hier mit dem Finger auf die Polizei zu zeigen.


    Und Hr. Tempero scheint ja über geradezu magische Fähigkeiten oder den Röntgenblick zu verfügen wenn er genau gesehen haben will wo sich KS im Panic Room aufgehalten haben soll während ihn doch ein nicht ausgewiesener Zivilbeamter mit vorgehaltener Waffe gezwungen habe sich im Seitengebäude auf den Boden zu legen... Oder soll man ihm jetzt glauben, dass SEK hätte ihn bei der Öffnung des Raumes einfach mal so fröhlich zuschauen lassen?


    Und auch die Ausführungen von Hr. Tempero hinsichtlich der vorgefunden Waffen widersprechen dem was der Anwalt von KS bereits vor Gericht zu Protokoll gegeben hat:


    "Laut Polizei ist die Waffe, laut früheren Berichten eine Schrotflinte, in Neuseeland illegal und wurde modifiziert. Schmitz hingegen argumentiert, er habe die Waffe legal erworben. Allerdings räumt sein Rechtsanwalt ein, es habe einige Versäumnisse bei der Einhaltung von Regeln bezüglich der Waffe gegeben."

  • Es gibt mittlerweile ein Video, wo Tempero einen Journalisten durch die Mansion führt und seine Erlebnisse von der Verhaftung schildert.


    Habt ihr das schon gesehen?

  • Zitat

    Original geschrieben von autares
    Was genau soll denn hier schief gelaufen sein? Dass der Polizist nicht seine Marke gezeigt hat? :confused:
    ...


    Selbst das Landgericht, das den "Rocker" verurteilt hatte, warf der Polizei schon eine "Fehleinschätzung" der Lage vor. Und die Justiz ist mit Kritik an Ermittlungsbehörden in der Regel mehr als sparsam. Wenn dann schon das Wort "Fehleinschätzung" fällt ...


    Der BGH wurde noch deutlicher. Bestandteil der Feststellungen in der Urteilsbegründung war, dass der Beschuldigte, unmittelbar nachdem sich die Polizei als solche zu erkennen gegeben hatte, unbewaffnet am Fenster erschien und fragte: "Warum habt ihr denn nicht geklingelt?" Eigentlich gar nicht so dumm der Mensch. Auch der BGH hatte sich diese Frage gestellt. Eine der entscheidenden Voraussetzungen für die Annahme einer (strafbefreienden, weil unverschuldet irrtümlichen) Notwehrlage und den Tod des Polizeibeamten.


    Eine Alternative, die mir ähnlich auch im Falle von KS als mögliche Lösung vorschwebt. Anstatt - selbstverständlich nicht ohne ausreichende Luftunterstützung - mit Maschinenpistolen über die Beschuldigten herzufallen, hätte man bei gleicher Gelegenheit nett fragen können, wo Herr Schmitz sich denn befinde - anstatt Vandalen gleich Teile der Einrichtung zu verwüsten. Letztlich ...


    Zitat

    Zitat aus dem Artikel:
    "Den so genannten 'Red Room', also den Panikraum, in dem sich Schmitz versteckt hat, entdeckten die Polizisten erst, nachdem der Sicherheitschef sie darauf hingewiesen hat."


    ... hat man KS trotz intensiver Suche nur durch eine solche Frage gefunden. Warum nicht gleich so?


    Manchmal habe ich das Gefühl, dass das ein gewisses Maß gesunden Menschenverstands das größte Hindernis ist, die Leitung solcher Operationen übertragen zu kommen. :rolleyes:


    Frankie



    Ergänzung:
    Und ehe man mir jetzt wieder Weltfremdheit vorwirft - obwohl mir mein Leben lieb ist, hätte ich nicht das allergeringste Problem damit, in Fällen wie den beiden oben genannten die Rolle des "Klinglers" zu übernehmen. Öffnet auch bei wiederholtem Versuch niemand, bleibt immer noch die Möglichkeit gewaltsam einzudringen. Ein zur Absicherung angereistes SEK muss nicht zwingend auch zum Einsatz kommen.

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