Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?

  • Ich glaube immer noch, dass es auf den letzten Metern zu einer Einigung kommen wird. Wenn die Bild jetzt meldet, dass in der EU die Vorbereitungen für einen Grexit anlaufen, dann könnte auch das ein taktisches Spielchen sein, um den Griechen zu signalisieren: Treibt es nicht zu weit!


    Ich verstehe nach wie vor nicht, wieso Tsipras mit den Rechtspopulisten zusammenarbeitet, mit denen er die Reform des griechischen Gemeinwesens 'an Haupt und Gliedern' kaum hinbekommen wird. Brüssel kann ja Griechenland nicht einfach so effiziente Institutionen verordnen. Hollande und Merkel werden wahrscheinlich immer noch manchmal Probleme haben zu verstehen, dass Regelungen nicht so zuverlässig und direkt umgesetzt werden, wie man das in Paris und Berlin gewohnt ist.

  • Zitat

    orig. Zitat Robert Beloe
    Ich glaube immer noch, dass es auf den letzten Metern zu einer Einigung kommen wird. Wenn die Bild jetzt meldet, dass in der EU die Vorbereitungen für einen Grexit anlaufen, dann könnte auch das ein taktisches Spielchen sein, um den Griechen zu signalisieren: Treibt es nicht zu weit!


    Klar was soll den sonst kommen, die Griechen und Europäer haben sich gegenseitig in Geiselhaft genommen! Die einen fürchten um Ihre Investitionen, Kredite, Märkte und geopolitischen Interessen und die Griechen um den Rauswurf aus der EU.


    Deshalb zocken beide mit Drohgebärden noch und nöcher, obwohl sie beide aneinander brauchen. Das heißt viel Schmierentheather um nix.


    Die einen(EU) versuchen halt noch das auszupressen was noch geht um an Ihr rechtmäßiges Geld zu kommen, während der Grieche nach der ganzen Sirtaki Party auf Pump Katerstimmung hat und nicht weiß wie er diese zu begleichen hat.


    Von daher wird das wohl leider noch so eine Weile weitergehen, jammern drohen einigen oder drohen jammern und dann einigen sonst ändert sich nix unsere griechischen Freunde bleiben uns auf lange Sicht erhalten.

  • Thomas Mayer, Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank:


    "Die Gläubiger (Griechenlands) sind im Wesentlichen jetzt (das "übliche" internationale Finanzsystems, sondern) der ESM und der IWF, also Internationaler Währungsfonds und der Schuldenmechanismus, und da gäbe es natürlich Abschreibungen. Man muss aber realistisch sein und sagen, das Geld ist sowieso verloren, wir haben es nur noch nicht abgeschrieben heutzutage. Niemand glaubt, dass Griechenland die Schuld jemals wieder in vollem Umfang zurückzahlen kann. Also insofern wäre das eigentlich nur eine Berichtigung der Bücher"


    http://www.deutschlandfunk.de/…ml?dram:article_id=322518

  • In Griechenland sind immer noch (m.W. sogar wieder in zunehmendem Maße) US-amerikanische Hedgefonds investiert, die darauf bauen, dass ESM (und IWF) einem Schuldenschnitt zustimmen, während sie ihn (wieder?) verweigern.


    Dieses Szenario darf es niemals (mehr?) geben. Gewinner wären dann nämlich ausschließlich außereuropäische Großinvestoren, die aus einer Krise innerhalb der EU und weitgehend auf Kosten der EU den Reibach ihres Lebens machen. Never ever!


    Wenn schon Schuldenschnitt, dann nur, wenn die Aasgeier des Kapitalmarkts ebenfalls (freiwillig oder unfreiwillig) mitziehen.

  • Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    In Griechenland sind immer noch (m.W. sogar wieder in zunehmendem Maße) US-amerikanische Hedgefonds investiert


    Wo?


    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    die darauf bauen, dass ESM (und IWF) einem Schuldenschnitt zustimmen, während sie ihn (wieder?) verweigern


    Mir schein,, wenn ich es richtig verstehe, dass Narrativ von "bösen, sich verweigernden Hedgefonds" eine einseitige Mär zu sein. Unter den ursprünglichen Verweigerern des Schuldenschnitts waren auch viele deutsche Kleinanleger. Für die Anleihen nach griechischem Recht haben die Griechen halt einfach mal via Notstandsgesetzgebung die Anleihebedingungen einseitig geändert. Und die Kleinanleger klagen nun (vermutlich noch jahrelang) dagegen.


    Einige andere Anleger waren da offensichtlich cleverer und haben in Anleihen nach nicht-griechischem Recht investiert...


    Aber warum sollten sie einem Schuldenschnitt auch zustimmen?
    Es ist doch als Gläubiger ihr gutes Recht, auf Zahlung der Schulden zu bestehen?!
    Und haben die Anleihen nicht aus den Gründen wie die deutschen Kleinanleger?
    Um damit Renditen zu erzielen?


    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Dieses Szenario darf es niemals (mehr?) geben. Gewinner wären dann nämlich ausschließlich außereuropäische Großinvestoren, die aus einer Krise innerhalb der EU und weitgehend auf Kosten der EU den Reibach ihres Lebens machen. Never ever!


    Völlig egal, wie es ausgeht. Irgendjemand wird m.E. so oder so den Reibach auf Kosten anderer machen - und die Chance ist gut, dass es (auch in grossem Stile) aussereuropäische Grossinvestoren sind.


    Die Griechen haben ihn ohnehin selbst schon gemacht, in den letzten Jahren.

  • Auf den großen Crash braucht man doch garnicht zu warten, eine schleichende Enteignung des sogenannten kleines Mannes findet doch schon jetzt durch die Niedrigzinspolitik der EU, mit Zinssätzen die weit unter der Inflations-Rate liegen, statt. Alles so gewollt bzw. gedultet durch die Politik.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von Applied
    ...
    Aber warum sollten sie einem Schuldenschnitt auch zustimmen?
    Es ist doch als Gläubiger ihr gutes Recht, auf Zahlung der Schulden zu bestehen?!
    ...


    Das ist richtig!


    Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich nur dann bereit bin, meine Steuergelder via Schuldenschnitt verbrennen zu lassen, wenn dadurch nicht unter anderem Hedgefonds (und eben Gleichgesinnte) bereichert werden.


    Selbstverständlich akzeptiere ich, wenn sie ihre Zustimmung verweigern ... nur bestehe ich in diesem Fall darauf, dass nicht auch ich (vertreten durch meine Regierung) einem Schuldenschnitt zustimme.


    Dann muss eben insgesamt eine andere Lösung gefunden werden, deren Lasten nicht ungleich verteilt sind. Ist Griechenland irgendwann pleite, kriegt halt keiner mehr sein Geld zurück. Vor dem Hintergrund dieses drohenden Szenarios könnten möglicherweise alle ins Boot geholt werden.

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Auf den großen Crash braucht man doch garnicht zu warten, eine schleichende Enteignung des sogenannten kleines Mannes findet doch schon jetzt durch die Niedrigzinspolitik der EU, mit Zinssätzen die weit unter der Inflations-Rate liegen, statt. Alles so gewollt bzw. gedultet durch die Politik.



    Spätestens nachdem der letzte kapiert hat was Wachstum für die Wirtschaft bedeutet sollte klar sein dass diese ganzen Kreisen künstlich hervorgerufen wurden um an das gesparte Geld zu kommen. Geld das sich nicht bewegt und nur rumliegt wird nicht ausgegeben und führt auch nicht zu Wachstum.

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

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