Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?

  • Zitat

    Original geschrieben von jungermann1
    Wo habe ich denn bitte geschrieben, dass Esten und Slowaken nicht das selbe Stimmrecht haben? Ich habe lediglich geschrieben, dass deren Wort sonst kaum eine Rolle in der EU spielt, nicht deren Stimmrecht!


    Für Entscheidungen in der EU zählt das Stimmmrecht. Und da haben, auch in der Vergangenheit, kleine Staaten im Verhältnis zu Einwohnerzahl und Zahlungen an die EU relativ gesehen mehr Einfluss als die großen Staaten. Und diese Entscheidungsmöglichkeit lassen sie sich oft gut bezahlen.


    Zitat

    ...Will dich nicht persönlich angreifen, aber das Grundproblem Griechenlands hast du wohl noch nicht verstanden. Alles, aber auch wirklich alles, dreht sich in Griechenland 24/7 um die Finanzkrise. Jedes Ministerium muss sich mit Budgetkürzungen befassen, hier sparen, da sparen, hier Verwaltung verkleinern, da Stellen streichen, da Mittel kürzen - JEDES MINISTERIUM hat diesen Auftrag. Wie will man da noch auf Inhalte eingehen?...


    Willst du uns verarschen? Nach allem was man erfährt, hat man in den Ministerien in Griechenland alles mögliche gemacht, nur konstruktiv gearbeitet hat man da offensichtlich noch nie.
    Klar ist es schwierig, wenn man nur zu tricksen versucht. Ich war ja auch mal so naiv, Griechenland zu bedaueren, weil man soviele Stellen im öffentlichen Dienst gestrichen hat. (Es gibt zwar viel zu viele, ein abrupter Abbau ist aber mit vielen Härten verbunden). Inzwischen weiß ich es besser, die Leute wurden nicht entlassen, man hat sie einfach frühpensioniert. Die Stellen wurden dann zwar abgebaut, bei der Höhe der Pensionen im Öffentlichen Dienst in Griechenland gibt man dann wohl noch mehr Geld aus.


    Zitat

    ...Wie will man dies alles "bekämpfen", wenn oberste Priorität - und nichts anderes - die Kostenminderung ist? Stell dir mal vor, in Deutschland würde Wanka, Ministerium für Bildung und Forschung, nur darauf hinaus arbeiten, überall die Kosten zu senken, welche Inhalte würde dabei herauskommen? Wohl kaum welche.


    Bisher ist da nichts bei rausgekommen, wieso sollte sich das in Zukunft ändern? Es gibt in Griechenland keine funktionierende Verwaltung, und am schlimmsten wird es in den Ministerien sein!



    Zitat

    ...Außerdem: Wenn ich diesen Blödsinn höre, dass Griechenland in 5 Jahren nichts gemacht hat, dann kommt mir die Kotze hoch. Kein OECD-Land hat so viele Reformen durchgeboxt in den letzten Jahren. Zu sagen, da ist kaum was passiert, ist einfach nur arrogant. Natürlich musste vieles nachgeholt werden, aber es wurde nachgeholt....


    Die haben offensichtlich in einzelnen Fällen so getan, als würden sie Reformen angreifen. Substanziell geschehen ist so gut wie nichts. Und wenn man etwas gemacht hat, dann zu Lasten der kleinen Leute, anstatt endlich auch einmal die Schultern der Wohlhabenden mit einzubeziehen.

  • Zitat


    Willst du uns verarschen? Nach allem was man erfährt, hat man in den Ministerien in Griechenland alles mögliche gemacht, nur konstruktiv gearbeitet hat man da offensichtlich noch nie.
    Klar ist es schwierig, wenn man nur zu tricksen versucht. Ich war ja auch mal so naiv, Griechenland zu bedaueren, weil man soviele Stellen im öffentlichen Dienst gestrichen hat. (Es gibt zwar viel zu viele, ein abrupter Abbau ist aber mit vielen Härten verbunden). Inzwischen weiß ich es besser, die Leute wurden nicht entlassen, man hat sie einfach frühpensioniert. Die Stellen wurden dann zwar abgebaut, bei der Höhe der Pensionen im Öffentlichen Dienst in Griechenland gibt man dann wohl noch mehr Geld aus.


    Nein, ich will hier niemanden verarschen. Bitte bewahr doch etwas Niveau, so spricht man bei uns in der Gosse, dachte bei TT herrscht ein anständiges Niveau.


    Es macht doch keinen Sinn mit dir zu diskutieren. Du bist, allen Anschein nach, sowieso ein Besserwisser, der zwar Argumentiert, aber ohne Quellen. Deswegen auch dein aggressiver Ton.


    Das zeigen ja deine Aussagen wie

    Zitat

    und am schlimmsten wird es in den Ministerien sein!

    oder

    Zitat

    Die haben offensichtlich in einzelnen Fällen so getan, als würden sie Reformen angreifen. Substanziell geschehen ist so gut wie nichts.


    Nur Vermutungen, keine Fakten.


    Meine Frage: Wie willst du jemanden entlassen, wenn es dafür keine rechtliche Grundlage gibt? Welches (Arbeits)Gericht dieser Welt (außer in Diktaturen) würde dem Staat da Recht geben?
    Auf der einen Seite verlangst du nach einem funktionierenden Staat (dazu gehört eine funktionierenden Verwaltung), auf der anderen Seite soll sich der Staat über geltendes Recht hinwegsetzen?

  • .
    Berlin (AFP)Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen Schuldenschnitt für Griechenland erneut ausgeschlossen.
    "Ein klassischer Haircut" komme für sie nicht in Frage, "das hat sich zwischen vorgestern und heute auch nicht geändert",
    sagte Merkel am Donnerstag bei einem Besuch in Sarajevo in Bosnien-Herzegowina vor Journalisten.


    Also ein "unklassischer bzw. unorthodoxer" Schuldenerlass dann sehr wohl. :rolleyes:


    Bin ja echt gespannt, was die bis Sonntag da (noch) "ausbrüten".
    Und wer sich noch alles (ungefragt) zu Wort melden wird. Glaub, der Papst war ja mittlerweile auch schon dabei.
    Fehlen eigentlich nur noch der Loddar und das Bobbele, dann haben alle wichtigen Personen der Zeitgeschichte ihren Senf dazugegeben. :D


    Quelle: http://www.zeit.de/news/2015-0…nland-erneut-aus-09181013

  • Zitat


    Fehlen eigentlich nur noch der Loddar


    Nee, der interessiert sich nur für die Länder nördlich von Griechenland, bis zur österreichischen Grenze :D

  • Zitat

    Original geschrieben von jungermann1
    Wo habe ich denn bitte geschrieben, dass Esten und Slowaken nicht das selbe Stimmrecht haben? Ich habe lediglich geschrieben, dass deren Wort sonst kaum eine Rolle in der EU spielt, nicht deren Stimmrecht! Also zur Füchtlingspolitik z.B. habe ich nicht so deutliche Worte aus diesen Ländern gehört (außer das Ungarn Zäune bauen möchte), und auch sonst auch nicht.


    Das dürfte daran liegen, dass du die falschen Medien konsumierst.
    Ich mein’ das jetzt nicht als persönlicher Angriff auf dich, sondern im Ernst:
    Das sind halt einfach kleine Länder, die in deutschen Medien wenig vorkommen.


    Viele der betreffenden Staaten (bzw. ihrer Politiker, inkl. Estland und der Slowakei) haben sich beispielsweise deutlich gegen verpflichtende Quoten zur Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen. Auch an politischem „Diskussionspotential“ lassen die es nicht notwendigerweise mangeln. So sagte der estnische Innenminister erst letzte Woche zur Presse, dass man sich die aufzunehmenden Flüchtlinge (zu einem gewissen Grade) ja aussuchen könne, und dabei sicher Christen und Frauen bevorzugen will.


    Stell dir mal vor, was so eine Aussage in Deutschland, respektive aus deutschem innenministerlichem Munde auslösen würde? Das könnte guten medialen, parlamentarischen und auch diplomatischen Sprengstoff abgeben, nehm’ ich an. Aber eben… kommt halt drauf an, wer was sagt. Back to topic!


    Zitat

    Original geschrieben von jungermann1
    Alles, aber auch wirklich alles, dreht sich in Griechenland 24/7 um die Finanzkrise.


    Scheint doch bei der EU auch nicht anders zu sein?!
    In den Medien wenigstens stimmt’s ziemlich.
    In meinen Augen ist dieser unwürdige Schrecken ohne Ende auch eine bedeutende Schädigung der Schädigung der Eurozone und der EU an sich. Inspiriert das griechische Drama Investoren von anderen Kontinenten, in Europa zu investieren, wenn ein wirtschaftlicher Zwerg (Griechenland) die ganze Region so in Atem hält? Ich denke, wenn, dann ist eher das Gegenteil der Fall.


    Zitat

    Original geschrieben von Boomer64
    Also ein "unklassischer bzw. unorthodoxer" Schuldenerlass dann sehr wohl.


    Hattest du was anderes erwartet? Es geht doch nicht um griechische Rentner, Arbeitnehmer, die Rettung des griechischen Staates oder sonstwas. Die Kohle ist (mindestens teilweise) weg, Grexit-Befürchtungen wahrscheinlicher denn je, der innenpolitische Druck steigt.


    Jetzt geht es doch auch sehr darum, wie und was man den Leuten „verkaufen“ kann:


    - „Griechenland wird gerettet; das ist auch gut für unsere exportierenden Unternehmen!“
    - „Unsere Kohle ist doch gar nicht weg; sie wird nur später zurückgezahlt!“
    - „Wir verzichten auf ein paar Zinsen, aber unsere Kredite an die Griechen sind sicher!“


    Aber ganz so einfach ist es natürlich nicht.
    Mal sehen, ob ein "Kompromiss" rausspringt.


    Zitat

    Original geschrieben von Boomer64
    Bin ja echt gespannt, was die bis Sonntag da (noch) "ausbrüten".


    Wie wär’s mit einem dritten Hilfspaket?
    Tilgung beginnt dann in etwa 10-15 Jahren.
    Frau Merkel ist schliesslich schon 60 - da wird sie dann sicher nicht mehr politisch aktiv sein.

  • Tsipras soll am Abend ein Sparprogramm vorgelegt haben, welches angeblich dem vom Volk im Referendum abgelehnten zumindest nahe kommen soll. Das wäre auch die einzige Chance, im Euro zu bleiben.


    Allerdings frage ich mich vor diesem Hintergrund, welchen Charakter Volkbefragungen im Sinne der griechischen Verfassung haben? Sind es lediglich unverbindliche Meinungsumfragen?


    Ansonsten würde mir nicht so recht einleuchten, dass eine Regierung zunächst eine Volksbefragung initiiert, um nach deren Durchführung das Gegenteil von dem zu tun, was das Volk beschlossen hat.



    Das einzige Faktum, welches ich erkenne, ist der Umstand, dass Tsipras weniger Berufspolitiker als gewerbsmäßiger Lügner ist. :mad:


    Egal, was nun im neuen Sparvorschlag steht ... es kann nur ein klassisches Paradoxon sein. Entweder hat Tsipras (wieder einmal) die Eurogruppe oder das griechische Volk belogen. Linke, die diesen Trickbetrüger im EU-Parlament noch mit Standing Ovations empfangen, sind bei mir bis zum Lebensende unten durch. :flop:

  • Also wenn der jetzt auf Lügen umgestellt hat, zeigt die merkelsche Schule wirkung. ;)

    .:Gate 13:.
    Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
    Johann Wolfgang von Goethe

  • Darüberhinaus hat er seinem Volk auch noch mehrmals (!) empfohlen, eben dieses Sparprogramm abzulehnen :mad:
    Egal wie es nun ausgeht, zu dieser Person kann man meinem Verständnis nach in Zukunft doch kein Vertrauen mehr haben, oder? :rolleyes:

    Viele Grüße
    +-<=|:-)*

  • Es passiert selten, dass Reden von Politikern viral gehen. Nun ist das wieder mal passiert: die Ansprache von Guy Verhofstadt, von 1999 bis 2008 Premierminister von Belgien und seitdem Abgeordneter im europäischen Parlament, hat innerhalb von 2 Tagen knapp 5 Mio. Views gesammelt. In seiner fast schon "emotionalen" Ansprache vor dem europäischen Parlament hat er sich direkt an Alexis Tsipras gewandt, der anwesend war und sogar interessiert zuhörte. Hier gehts zum Video, sehr zu empfehlen!

    iPhone 15 Pro im o2 Netz

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!