Europäische Schuldenunion - ist der Politik überhaupt noch zu trauen?

  • Naja, das mit Frau Merkel sehe ich etwas differenzierter. Frau Merkel ist flexibel, die wird ein weiteres Hilfsprogramm genauso wie den Grexit überleben. Verantwortlich für. die vielen Milliarden die bereits versenkt wurden ist nicht alleine Frau Merkel sondern alle die im Bundestag den Hilfspaketen zugestimmt haben. Dies gilt auch für alle die in den anderen EU-Ländern einen nach dem anderen Hilfspaket zugestimmt haben. Das war sicher falsch da hätte man schon lange die Reißleine ziehen sollen. Alleine verantwortlich ist dafür Frau Merkel sicher nicht. Sie ist zwar mächtig, alleine entscheiden kann auch sie aber noch lange nicht alles.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard

  • Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Naja, das mit Frau Merkel sehe ich etwas differenzierter. Frau Merkel ist flexibel, die wird ein weiteres Hilfsprogramm genauso wie den Grexit überleben. Verantwortlich für. die vielen Milliarden die bereits versenkt wurden ist nicht alleine Frau Merkel sondern alle die im Bundestag den Hilfspaketen zugestimmt haben. Dies gilt auch für alle die in den anderen EU-Ländern einen nach dem anderen Hilfspaket zugestimmt haben. Das war sicher falsch da hätte man schon lange die Reißleine ziehen lossen. Alleine verantwortlich ist dafür Frau Merkel sicher nicht. Sie ist zwar mächtig, alleine entscheiden kann auch sie aber noch lange nicht alles.


    Nichts für ungut, aber da muß ich doch mal Sheldon Cooper zitieren: "Sarkasmus?" ;)


    Es gibt in Deutschland eine einzige Partei die - natürlich nicht de jure - aber dennoch de facto nach dem "Führerprinzip" organisiert ist. Das ist nicht die NPD, es ist nicht die Linke und es nicht die CSU. Es ist eindeutig die CDU. Nenne mir doch bitte ein Beispiel in den letzten Jahren, bei dem sich eine mehr oder weniger zögerliche CDU ihrer großen Vorsitzenden in den Weg gestellt hätte. Abschaffung der Wehrpflicht? "Energiewende"? Permanente rechtswidrige Euro-Rettung? Mindestlohn? Nichts! Ein Bosbach macht eben noch keinen Sommer. Da wird sich Frau Merkel nicht rausreden können. Die fatale Euro-Rettungs-Politik hat sie zu verantworten. Was ihre willigen Gehilfen in der Unions-Fraktion natürlich nicht exkulpiert.

  • Eben. Das wissen Merkel und Schäuble auch. Deshalb ja das Spiel. Selbst die großen Printmedien, die der CDU/CSU zugeneigt sind, machen da keinen Hehl draus.


    robert:


    Zitat

    (die international auch eher als 'Erwachsene' angesehen werden - anders vielleicht als die baltischen Staaten, auch wenn deren Übergehen ein ziemlichen Nachgeschmack hätte)


    Klar, übergehen, das wäre ja auch sehr demokratisch. Übler Nachgeschmack? Aha. Ich bin eher der Meinung, dass man sich dann die EU auch schenken kann; die baltischen Staaten haben eben auch eine Stimme. Ich halte zwar deren Meinung für falsch, aber übergehen ist "uncool", wie man das heute so schön sagt. Die müssen mit eingebunden werden. Alleine schon deshalb, weil sie Geopolitisch zur EU gehören.


    Oder willst gerade du, dass wieder Töne lautwerden ala "Mit Russland an der Seite wäre uns das nicht passiert?", denn diese Tendenzen sind in den baltischen Ländern tatsächlich zu hören.....

    Suche: aktuell nichts


    30 positiv in der "neuen" Vertrauensliste, ??x mal positiv in der "Alten"..:-)


    Insider: Die Plaaaaaattttttttforrrrrrrrmmmmmmmmmm brennt nicht mehr, sie ist abgesoffen.....!

  • Zitat

    Original geschrieben von schmidt3
    ... Da wird sich Frau Merkel nicht rausreden können. Die fatale Euro-Rettungs-Politik hat sie zu verantworten. Was ihre willigen Gehilfen in der CDU-Fraktion natürlich nicht exkulpiert


    Dass die Euro-Rettungspolitik grundsätzlich funktioniert hat, beweisen doch Länder wie Irland und Zypern. Irland hat mit 5% ein traumhaftes Wachstum.


    Gegen die Euro-Rettungspolitik ist m. E. wenig einzuwenden ... wenn (ausschließlich) Griechen aber selbst mit konkreten Handlungsvorschlägen rein gar nix auf die Kette kriegen, ist das einfach nur traurig.


    Die Merkel'sche Rettungspolitik hat im Wesentlichen funktioniert und dürfte das auch weiter tun. Einem Härtefall wie Griechenland - das sich sogar explizit gegen die Hilfen stellt und absichtlich kontraproduktiv agiert - ist wahrscheinlich mit gar keiner Rettungspolitik in den Griff zu bekommen.


    Ich bin inzwischen soweit, dass ich eine Integration Griechenlands in den Euro für nicht umsetzbar halte, weil der griechischen Politik ein ökonomischer Fachbereich fehlt. Griechischen Regierungen regieren halt solange, wie Geld dafür vorhanden ist. Die Idee eines selbstfinanzierenden Staatsapparates, der nicht einfach nur Geld druckt, wenn er welches braucht, verstößt wahrscheinlich gegen das griechische Selbstverständnis.



    Obwohl - so dumm ist das bloße Drucken von Geld gar nicht:


    1. Durch die laufende Geldentwertung werden die Bürger indirekt zur Staatsfinanzierung herangezogen - Reiche sogar in größeren Umfang als Arme.


    2. Der Staat erspart sich (fast) die komplette Finanzverwaltung.


    So falsch liegen die Griechen vielleicht gar ned :) ... nur im Euroraum fuktioniert diese Art der Staatsfinanzierung nicht.

  • Zitat

    Original geschrieben von schmidt3
    Nichts für ungut, aber da muß ich doch mal Sheldon Cooper zitieren: "Sarkasmus?" ;)


    Es gibt in Deutschland eine einzige Partei die - natürlich nicht de jure - aber dennoch de facto nach dem "Führerprinzip" organisiert ist. Das ist nicht die NPD, es ist nicht die Linke und es nicht die CSU. Es ist eindeutig die CDU. Nenne mir doch bitte ein Beispiel in den letzten Jahren, bei dem sich eine mehr oder weniger zögerliche CDU ihrer großen Vorsitzenden in den Weg gestellt hätte. Abschaffung der Wehrpflicht? "Energiewende"? Permanente rechtswidrige Euro-Rettung? Mindestlohn? Nichts! Ein Bosbach macht eben noch keinen Sommer. Da wird sich Frau Merkel nicht rausreden können. Die fatale Euro-Rettungs-Politik hat sie zu verantworten. Was ihre willigen Gehilfen in der Unions-Fraktion natürlich nicht exkulpiert.


    Na, das stimmt doch so nicht. Das bei anderen Parteien wie SPD, Grüne,auch CSU und andere genauso. Das nennt man Fraktionszwang. Dieser ist zwar nicht bindend für den Abgeordneten. Klar, bekommen die Druck von den Parteiführungen weil man die Handlungsfähigkeit einer Regierung sicher stellen will. Da beugen sich dann die meisten Abgeordneten. Denke doch mal an Schröders Regierungszeit wie der seine Partei die SPD mit den Agenda und Hartz- Reformen unter Druck gesetzt hat indem er die Zustimmung mit der Kanzlerfrage quasi erzwungen hat. Darum ist das falsch das nur mit der CDU in Verbindung zu bringen. Das ist gängige Praxis in der Politik und so gut wie allen Parteien. Zumindest bei Regierungsverantwortung ist das so. Bei der Griechenland-Frage kommt ja noch hinzu das Deutschland alleine auch nichts entscheiden kann. Da braucht man Mehrheiten in der EU und sehr oft sogar Einstimmigkeit. Merkel hat zwar für Fehlentwicklungen in der Sache mit Griechenland Mitverantwortung, alleine ist sie da sicher nicht verantwortlich. Das ist einfach falsch und Unsinn.

    Oberfranken ist meine Heimatliebe, die mir am Herzen liegt Bernhard


  • Ich glaube, daß Du das grundsätzliche Problem verkennst. Natürlich war das Problem des "gälischenTigers" Irland relativ leicht zu lösen. Ein überdimensionierter Bankensektor - und das war das originäre Problem Irlands - läßt sich noch "relativ" einfach zusammenschrumpfen. Hier kann Merkelsches Krisenmanagement funktionieren.
    Ein ganz anderes Problem stellen jedoch die Länder dar, die wirklich strukturelle (!) Probleme haben. Und das sind eben die Staaten, die sich schon im Rahmen des EWS immer wieder zu Abwertungen gezwungen sahen, d.h. also Italien, Spanien, Portugal und eben auch Frankreich. Diese Länder werden einfach aufgrund ihrer Strukturparameter dauerhaft große Schwierigkeiten damit haben, dem gleichen Währungsraum wie Deutschland, die Niederlande, Österreich oder Finnland anzugehören. Griechenland ist da nur die Spitze des Eisberges. Und derartige Unterschiede lassen sich eben nicht durch das Verschieben einiger (zig) Milliarden beheben, sondern würden von den betroffenen Staaten ganz erhebliche Anpassungsleistungen erfordern, zu denen sie (mehr als offensichtlich) nicht bereit sind. Insofern werden die Spannungen im Euroraum immer weiter zunehmen, bis sie ihn eines Tages zerreissen. Die südlichen Staaten der Eurozone werden sich mit keiner Dauerrezession oder extrem schmerzhaften Strukturanpassungen abfinden, die nördlichen werden zu keinen permanenten Transfers bereit sein. Das Ende ist schlicht absehbar.

  • Länder wie Spanien, Italien oder gar Frankreich in eine Kategorie mit Griechenland zu fassen ist ein bisschen (toll-)kühn.


    Abgesehen davon hoffe ich, dass die deutsche Regierung sich darüber im Klaren ist, was für einen gigantischen internationalen und europäischen Ansehensverlust sie riskiert, wenn sie Griechenland ins Aus schießt. Diesen Makel würde das Land so schnell nicht wieder loswerden.

  • Selbst Schweini merkt der Euro geht den Bach runter und rettet sich auf die Insel zu den Tommies. :D


    Also eindeutiger geht es ja nicht mehr! :)

  • Zitat

    Original geschrieben von schmidt3 Die südlichen Staaten der Eurozone werden sich mit keiner Dauerrezession oder extrem schmerzhaften Strukturanpassungen abfinden, die nördlichen werden zu keinen permanenten Transfers bereit sein. Das Ende ist schlicht absehbar.


    Zum Beispiel in den USA funktioniert genau das aber (Staatenverbund aus wirtschaftlich unterschiedlich starken Einzelstaaten).
    So absolut, dass die EU gar nicht sein kann, würde ich das nicht sagen :rolleyes: .

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